Leihmutter: Schwangersein macht süchtig


Im Zusammenhang mit der Kinderwunsch-Titelgeschichte des Spiegels wird auf der Online-Ausgabe ein Bericht über die Kalifornierin Susan Ring veröffentlicht, die bisher 10 Kinder zur Welt brachte und acht davon im Auftrag anderer Personen.

Nicht ohne dabei in ziemlich extreme Situationen zu geraten:

Die Auftraggeber des ersten Babys und ich, wir waren so ahnungslos. Aber es war eine phantastische Erfahrung. Deswegen wurde ich für sie daraufhin wieder schwanger, diesmal mit Drillingen. Im Vertrag stand aber, dass ich nur zwei Kinder auf die Welt bringen sollte. Die Auftraggeber sagten: „Nein, wir wollen nur zwei.“ Natürlich hätte ich auch drei Kinder ausgetragen. Da besteht kein Zweifel. Aber ich hatte keine andere Wahl. Ich musste einen Embryo abtreiben lassen.

In der 13. Woche rief mich dann meine Agentur an und sagte mir, dass sich das Paar getrennt habe und nun überhaupt keine Babys mehr haben wolle. Ich fiel aus allen Wolken und war völlig schockiert. Die Auftraggeber übernahmen keinerlei Verantwortung und verstießen gegen unseren Vertrag. Dennoch konzentrierte ich mich auf meine Aufgabe als Leihmutter. Ich wollte die Zwillinge unbedingt zur Welt bringen und habe deshalb darum gekämpft, das Sorgerecht für die beiden zu bekommen. Mit Erfolg.

Durch Mundpropaganda gelangte ich an 40 Paare, die die Babys gerne adoptieren wollten. Ich musste eine Wahl treffen und entschied mich für das Paar, das mir am besten gefiel.

Über ihre letzte Auftragsgeburt berichtet sie:

Vor einigen Wochen habe ich wieder Zwillinge auf die Welt gebracht. Es ist unglaublich. Schwangersein macht süchtig – den meisten geht es ja anders, bei mir ist es aber ganz klar der Fall. Mir fehlen die Worte, das zu beschreiben. Ich helfe damit Menschen, die das ohne mich nicht schaffen würden. Die Eltern der beiden Kleinen sind zwei Schwule aus Los Angeles. Sie hatten über eine Agentur eine Ei-Spenderin gefunden. Deren Eizellen wurden dann mit ihrem gemischten Sperma befruchtet. Die beiden sind wunderbare Eltern.

 


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28 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    tintenklecks schreibt

    Für mich ist die Dame ein Fall für den Psychotherapeuten, nicht für den Reproduktionsmediziner. Natürlich ist es für die ungewollt kinderlosen Paare wunderschön, auf diese Weise ihren Wunsch erfüllt zu bekommen – auch wenn mir das zu weit geht. Und mit Sichehit erfährt sie große Zuwendung und Dankbarkeit über diese Aufgabe. Aber der Lebensinhalt eines Menschen sollte doch nicht darin bestehen, für andere Menschen Kinder zu gebären.
    Und die Embryonenreduktion (in der 13. Woche ?!) ist ja ohnehin ein Thema für sich….
    Mich hat der Verweis auf die sehr extremen Fälle in der USA etwas verunsichert. Gleichzeitig habe ich mich gefragt, inwiefern nicht auch solche Berichte, wie sie über deutsche Paare (solange sie in Deutschland behandelt werden) gar nicht vorkommen, zu den zahllosen Vorurteilen gegenüber der Kinderwunschbehandlung beitragen.

  2. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    Ich gebe zu mir ist das auch schwer zu verstehen: Schwangersein macht süchtig.
    Ich kann in diesem Fall auch nicht beurteilen. Jeder ist gut für etwas auf der Welt, und diese Frau ist gut für Kindergebären. Es ist so wie eine Mission für sie, so wie jeder von uns etwas auf der Welt bringen/tun kann/muß. Einer musiziert, ein anderer schreibt, oder erfindet etwas, heilt oder ist Priest usw..
    Und ich finde es schön dass in andere Länder für alle Paare eine Lösung gibt. Keiner ist discriminiert, ausser die die kein Geld haben.
    Die Frau hat Probleme gehabt, weil dort, so wie in andere Länder (siehe die Leimutter aus Holland/Belgien) große Fehler im juridischen Bereich gibt: keine oder schlechte Verträge usw. Nichts ist richtig geregelt und entschieden.
    Wegen SS macht süchtig, denke ich mittlerweile dass es stimmt, zu mindest bei manche Frauen (auch hier in De).
    Manche wollen Kinder ohne Ende, sie verhüten nicht, sie planen den nächsten schon wärend sie SS sind usw. Ob sie so leicht eine SS tragen, ob die Gebürt sie nicht strapaziert, ob sie danach so gut mit viele Kinder schaffen und auch noch Geld, Wohnung usw. haben, weiß ich nicht.
    Mittlerweile erscheinen leider auch hier im Kiwu-forum solche Zeichen/Fälle, mit KB ("habe Zwillies gerade bekommen, möchte gleich noch weitere Kinder"). Und das mit KB. Und sie bekommen das auch.
    Ich habe die Erfahrung mit eine SS und eine Geburt nicht, aber würde so gerne wissen, ob das wirklich so leicht und rosa ist, dass man auch süchtig werden kann.
    Ja, süchtig nach Kinder/Babies verstehe ich eher.
    Und ich frage auch: für wie viele Kinder/Geburten ist eine Frau eigentlich geplant(körperlich)? Wann sagt ihr Körper (GBM, Brüste,Herz und andere Organe) – es reicht?

  3. Elmar Breitbach
    Greta schreibt

    ja, schwanger sein macht süchtig. Ich hatte auch eine wunderschöne Schwangerschaft, und ich würde immer, wenn es erforderlich wäre, zur Verfügung stehen, wenn eine gute Freundin jemanden zum "Austragen" brauchte. Eben WEIL es schön und rund war. Aaaaber: nein, Kiwu-Zirkus brauchte ich nicht nochmal, weil alles außer der Schwangerschaft echt ätzend war. Puh.
    Wenn man also richtig liest, dann kann man sagen: ok, schwanger sein ist bei manchen echt schön und man kann süchtig werden.

    Der Rest kann durchaus Sch… sein 🙁 wie das mit der Reduktion, den getrennten Eltern etc.

  4. Elmar Breitbach
    madita12 schreibt

    Ob schwangersein süchtig macht, darüber kann man nun wirklich streiten. Also meine Schwangerschaft war 8 Monate dauerko… und die letzten 8 Wochen vor der Geburt nur noch Schmerzen. Trotz allem würde ich diese Zeit gegen nichts eintauschen. Eine Leihmutter ist für Paare wahrscheinlich der letzte Ausweg, könnte ich mir aber nicht vorstellen. Ein Kind,daß in mir gewachsen ist, einfach so abzugeben, wie einen Koffer am Flughafen. Wenn ich lese, die Eltern, die die Kinder "bestellt" haben, haben sich getrennt und die Leihmutter sucht andere Eltern, erscheint mir das doch sehr bizarr.
    Kinder sind doch keine Ware, zum Bestellen, zum Abbestellen und evtl. weiterreichen. Falls es dann auch noch zu viele sind,eben eins abtreiben, ab und weg.

  5. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    hmmm…die oben zitierte leihmutter hat wohl ein ziemlich funktionales verhältnis zu ihrem uterus…wie die fächer, die man zur aufbewahrung für kartons mieten kann in etwa.
    käme ich nicht mit klar, ohne die möglichkeit allerdings irgendwie moralisch bewerten zu wollen.
    kann schwangersein süchtig machen?
    kann frau auch nur persönlich beantworten: mittlerweile, ohne alters- und reproduktionsdruck, ganz klar nein; ein kind hat was damit zu tun, dass man einen anderen menschen so sehr liebt, dass man sich auf derart innige weise mit ihm verbinden möchte und neues leben auch aus diesem grund entstehen lassen will…alles andere ist natürlich auch machbar – wieder ohne moralische bewertung, käme für mich aber nicht in frage.
    insofern süchtig nach schwangersein als körperlichen kick oder ähnliches halte ich für therapiebedürftig.
    ..sorry ex-katholische rheinländerin 😀

  6. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Zitat Tintenklecks: "Aber der Lebensinhalt eines Menschen sollte doch nicht darin bestehen, für andere Menschen Kinder zu gebären."

    Ich denke, worin der Lebensinhalt eines Menschen bestehen sollte, das sollte dieser Mensch grundsätzlich selbst entscheiden dürfen. Voraussetzung, er hat sich nicht zum Lebensinhalt gemacht, anderen zu schaden. Wenn diese Frau das wirklich als ihren Lebensinhalt betrachtet und damit glücklich ist, dann ist es doch o.k. und funktioniert getreu dem Vorschlag von Michael Schmidt-Salomon: "Den Eigennutz mit Humanität verbinden."

    Solange es dieser Frau damit gut geht, sehe ich auch keinen Grund, sie zu therapieren. Warum? Wozu ist eine Therapie da? Um einem Menschen zu helfen oder um den Menschen so hinzubiegen, wie die Gesellschaft ihn bzw. sie gern hätte?

    Die andere Sache ist die, dass man natürlich nicht weiß, wie real diese Zeitung geschrieben hat. Das schreibt sich natürlich so schön: "Schwanger macht süchtig". Wir wissen ja, dass man den Zeitungen da nicht immer trauen darf. Für mich ist es auch schwer vorstellbar, dass eine Frau mit 8 Auftragsgeburten glücklich sein kann. Aber vielleicht ist sie es ja doch! Immerhin hat sie sich jedes Mal wieder dazu entschieden. Es könnte auch das Helfersyndrom sein.

  7. Elmar Breitbach
    Katharinchen schreibt

    Zitat Rebella: "Es könnte auch das Helfersyndrom sein."
    Vielleicht ist es auch einfach nur ein Job. Irgendwas muss man ja machen, um zu überleben, warum dann nicht für andere zu guten Konditionen Kinder zur Welt bringen? Nur wegen der Nächstenliebe tut sie es ja bestimmt nicht. Und besser als dem Staat auf der Tasche zu liegen, ist es sowieso. Was verdient man denn an einem für andere Paare ausgetragenen Kind?

  8. Elmar Breitbach
    henriette schreibt

    es ist gut und richtig, dass leihmutterschaft in einigen laendern, und eben auch bei uns, verboten ist.

  9. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Katharinchen, ich hab´s grad nicht so genau im Kopf, aber ich hatte das mal recherchiert, was man daran verdient. Das ist natürlich regional sehr unterschiedlich. Kann sein, dass das in den reicheren Ländern sio um die 10.000 Euro waren, oft noch darunter. Aber he, was ist das schon? Gerade mal 1.000 Euro Monatsverdienst. Plus Risiken für die eigene Gesundheit. Wer macht das schon nur wegen dem Geld?

    Warum sollte es nicht "Nächstenliebe" sein? Ausschließen lässt sich das doch auch nicht.

  10. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    @Rebella – 1000 Euro/Monat wäre schon gut, wenn man hier z.B auch viel weniger verdient (Hartz IV, 400 Jobs usw.)
    Es kann auch sein, ich weiß es nicht genau, dass sie auch mehr von reichere Familien bekommen, teuere Geschenke usw.
    Ich weiß nicht wie das verläuft.
    Die Frage nach Nächstenliebe ist nicht so einfach, weil ich mich dann frage warum (fast)nur fremde Frauen Leihmütter werden. Wo sind die Verwandten und Freundinen einer Frau/Familie. Von denen sagt man nichts, tun sie das?
    Es ist auch in der Tat sehr schwer so etwas anzunehmen: SS für jemand anders, aus verschiedene Gründe.
    Eine SS und Geburt ist oft nicht so hübsch und rosa wie man es von aussen sieht und wenn man ein fremdes Kind trägt und ein Vertrag hat, dann hat man eine besondere Verantwortung.
    Und es kommt auch drauf an wie das Kind gezeugt wurde, ob die Leihmutter auch die Eizellen spendet und so.
    Das Buch das wir beide gelesen haben ist ein ideales Beispiel. So würde mir auch gefallen, aber…
    Nein, ich würde Leihmutterschaft nicht verbieten, im Gegenteil, aber ich würde eine Klausel dazu bringen: erst mal in der Familie und beim engen Umkreis suchen, dann bei fremde Frauen und vernünftige Verträge, für eine Sicherheit für alle betroffene Parteien.
    Und das mit dem Helfersyndrom verstehe ich nicht gut. Ich frage mich in dem Sinne nach den moralischen Seiten: hat so eine Frau später Dankbarkeit, bleibt sie in Kontakt mit den Kinder/Familien usw. Das würde ja sagen ob es sich lohnt, wie in jedem Job: macht mich das glücklich und habe ich Respekt und Dankbarkeit, Anerkennung, Zufriedenheit usw.

  11. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    Ich habe auch noch ein Frage betreffend ein Satz da oben. Bei ihre letzte SS, mit Zwillies hat man gemischte Sperma benützt von einen Homo-Paar.
    Warum? Darf man das überhaupt? Zweck ist in dem Fall – Vater unbekannt? Oder wie ist das?

  12. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Also, unter "Helfersyndrom" versteht man doch aber, daß jemand jemand anderem Schaden zufügt, um ihm anschließend "helfen" zu können, oder irre ich mich da? Das kann es also in diesem Fall nicht sein.

    Ich denke, "süchtig" ist in dem Fall nur eine reißerische Schlagzeile und nicht so ernst gemeint. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß es toll ist, schwanger zu sein und ein Kind in sich zu spüren. Man ist nie wieder jemandem so nah, der einem gleichzeitig noch so fremd ist. Es ist faszinierend, und ich kann verstehen, wenn jemand gerne schwanger ist und dies für andere tut, statt für sich selbst. Einen Hau muß man deshalb noch lange nicht weg haben.

    Was mir persönlich nur im Gegensatz zu dieser Dame nicht gelingen würde, wäre, das Kind am Ende wegzugeben. Oder vielleicht doch? Denn immerhin weiß man ja von Anfang an, daß das Kind nicht bei einem selbst aufwachsen soll. Keine Ahnung, wie man das psychisch verarbeiten kann und sollte.

  13. Elmar Breitbach
    Eliwil schreibt

    Wenn der Frau die Schwangerschaften so gut bekommen, warum soll sie sich dann nicht ihren Lebensunterhalt damit verdienen? Übrigens binden sich Kindergärtnerinnen auch oft emotional sehr eng an die Kleinen und müssen sie dann auf Nimmerwiedersehen gehen lassen. Wie steht es da mit der psychischen Verarbeitung?

  14. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    nur ein paar gedanken zu dem thema..

    seit ein paar jahren ist prostitution nicht mehr strafbar oder sittenwiderig. dabei kommt es auch zu einer art "mietvertrag"; angeboten wird die zeitlich beschränkte nutzung eines/mehrerer weiblicher organe.
    läßt man den ganzen damit verbundenen moralischen brösel mal weg, dann unterscheidet sich leihmutterschaft von prostituion nur im sinne von art und vor allem dauer der nutzung des organsystems.
    darüber sollten gesetzgeber eigentlich mal nachdenken.

    ich stehe dem ganzen offen bis neutral gegenüber; meine persönliche grenze (auch bei heftigem weiteren kiwu) wäre bei leihmutterschaft allerdings erreicht, würde ich weder aktiv noch passiv machen wollen.

  15. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ich habe noch mal nach den von mir recherchierten Zahlen geschaut. Danach erhielt eine Leihmutter in Amerika, die 5-linge erwartete, 12.000 Dollar ( http://www.netzeitung.de/wissenschaft/334471.html ) und eine Leihmutter in Indien 2.500 Dollar ( http://www.welt.de/print-wams/article87590/Grenzenlose_Fruchtbarkeit.html )

    Nein, ich finde nicht, dass das zu viel ist, wenn man bedenkt, welche Risiken diese Frauen auch für sich selbst eingehen. Ich meine nur, dass man damit vorsichtig umgehen sollte und z.B. nicht Frauen anheuern, die selbst noch kein Kind haben. Außerdem sollte es eine Aufklärung über alle Risiken geben, eine psychologische Betreuung und eine umfassende Absicherung, falls was schief geht (z.B., falls die Leihmutter durch die Schwangerschaft bedingt krank wird und als Versorgerin für ihre eigene Familie ausfällt.)

    Nach einer Leihmutter in der Familie zu suchen, ist sicher auch ein richtiger Schritt. Nur sollte man auch dazu nicht gedrängt werden. Wie mag es der Schwester oder der besten Freundin ergehen, wenn sie wissen, sie sind die einzige Chance für die Betreffende, die kein Kind austragen kann? Da fühlt man sich dann ja auch regelrecht dazu genötigt.

    Ich meine, Leihmutterschaft ist eine sehr sensible Angelegenheit, noch sensibler als Eizellspende. Da sollte meines Erachtens diejenige, die das tut, wirklich voll aus ihrem Herzen heraus von überzeugt sein. Wenn das nicht der Fall ist, würde ich davon abraten.

    Leihmutterschaft gesetzlich zu verbieten, das bringt jedoch nichts, da die Betroffenen, die nur auf diese Weise Eltern werden können, sich dann zu oft genötigt sehen, auf kriminelle Wege auszuweichen. Dann lieber ein gesellschaftlich akzeptiertes Verfahren, das die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt.

    "Ich" – wer sagt, dass "(fast)nur fremde Frauen Leihmütter werden". Hast du dazu eine Statistik gelesen? Ich denke eher, dass es eine größere Anzahl bekannter Leihmütter gibt.

  16. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    http://de.wikipedia.org/wiki/Helfersyndrom

    Das ist Helfersyndrom.
    Grundsätzlich hast du Recht Rebella, aber warum wird dann Leihmutterschaft meistens verboten?
    Für jemand aus der Familie oder Freunde müßte es kein Problem sein, wenn sie helfen möchten.
    Es ist ja ein Problem ein Embryo zu spenden/bekommen, oder Eizellen in manche Länder.
    Und nein, solche Statistiken kenne ich nicht, würde aber gerne.

  17. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Leihmutterschaft ist auch innerhalb der Familie verboten. – Tja, warum? Um die Leute vor sich selbst zu schützen oder wegen Gründen, die man nicht offiziell nennen will. Man behauptet ja auch, das gäbe für das Kind eine "gespaltene Mutterschaft" und wäre nicht gut für das Kind. Das allerdings, ohne sich um Daten dazu zu bemühen.

  18. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Wenn man Leihmutter für ein Familienmitglied ist, würde man das Kind ja ständig wiedersehen, müßte sich aber ständig zurückhalten. Sorry, aber das fände ich schlimm. Ich würde auch lieber für Fremde Leihmutter werden statt z.B. für meine Cousine. Und wie Reaba schon bemerkte, würde eine solche Regelung ja fast schon auf Nötigung hinauslaufen. Wie soll eine Familie noch miteinander umgehen, wenn eine auf alle anderen andere sauer ist, weil sie sich nicht zur Verfügung stellen möchten? Nee, ich finde, das geht gar nicht.

    Wenn jemand aus der Familie sich freiwillig anbietet, fein. Davon gibt es ja auch mehr als genug Fälle. (So schlecht ist die Welt nun auch wieder nicht…) Aber eine Regelung, daß man gefälligst erstmal in der Familie rumfragen muß? Und damit ja auch moralischen Druck ausübt? Never. Wozu auch? Damit ist weder den Eltern noch der Leihmutter noch dem Kind in irgendeiner Weise gedient.

  19. Elmar Breitbach
    tintenklecks schreibt

    Das würde zudem bedeuten, dass auch noch Familienbeziehungen leiden- sollte sich die um Hilfe gebetene Verwandte diesem Dienst verweigern. Ganz schnell gerät man da in einen Gewissenskonflikt. wie sollte ich es bspw. meiner Schwester verweigern, obwohl ich starke Bedenken gegen die Leihmutterschaft habe? Das fiele mir schwer und würde vermutlich immer einen Schatten auf die Beziehung werfen.

  20. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    Ich sehe es ein bisschen anders:
    Wenn Leihmutterschaft oder Embryo/Eizellen- Spenden erlaubt wären, dann wäre ja jeder frei sich an zubieten, zu helfen.
    Auf Fremde angewiesen zu sein ist schon schwer, weil es Geld kostet und wer kennt sie und wo soll man suchen?
    Klar ist niemand gezwungen was zu machen, oder es much auch nicht Streit in der Familie oder mit Freunde sein. Es könnte ja auch natürlich und friedlich sein, einem zu helfen.
    Wenn man aber Leihmutterschaft und andere Spenden erlauben würde, dann könnte man im näheren Kreis zu nächst mal schauen und fragen und vielleicht will doch jemand helfen und wenn nicht, dann sucht man weiter.
    Ich weiß, viele denken anders und vielleicht haben auch sie Recht.
    Mein Problem ist nur warum sollen manche Menschen gar keine Möglichkeit zu einem Kind haben.
    Und wenn ich eine so fruchtbare Schwester, Cousine, Freundin, bzw. Bruder, Cousin, Freund, dann kann mir einer auch helfen, oder umgekehrt.
    Und warum sollte ich mich vom Kind zurückhalten Ute? Das Kind kann ja ruhig von allen in der Familie oder engen Umkreis geliebt und betreut werden.
    Als oder mit eine Fremde hätte ich da eher ein Problem.

  21. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    "Und warum sollte ich mich vom Kind zurückhalten Ute?"

    Ich denke, da sollte man auch die Gefühle der Eltern in Betracht ziehen. Die wollen vielleicht gar keinen so engen Kontakt, damit kein Zwiespalt auftritt. Zumindest die Mutter wird vermutlich eh schon darunter leiden, nicht die leibliche Mutter zu sein. Wäre ich "Kundin" einer Leihmutter, hätte ich in deren Anwesenheit immer das Gefühl, irgendwie abgewertet zu sein.

    Und ganz ehrlich: Wäre ich selbst Leihmutter und müßte ein Kind, das ich ausgetragen habe, hergeben, könnte aber nie richtig damit abschließen, weil das Kind immer wieder in meinem Dunstkreis auftaucht – dann würde das ganz gewaltig an meiner Psyche zerren. Das stelle ich mir ähnlich vor wie wenn jemand vermißt wird und man nie die Gewißheit hat, ob er tot ist.

    Hut ab vor Frauen, die für Familienmitglieder Leihmutter sind. Ich könnte das nicht, oder nur für entfernte Verwandte, die ich fast nie sehe.

  22. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    Tja, diese ganze Gefühle und Problematik können wir nur von denen erfahren die so etwas erlebt haben (als Leihmutter, Mutter und Kind). Für uns selber ist es schwer zu sagen was sie empfinden und was wir empfinden würden wenn…
    Es kann auch sein dass sich die Gefühle die wir jetzt haben, danach ändern. Wer weiß?

  23. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Nun ist es ja so, dass es ganz verschiedene Menschen gibt und manche Menschen denken und fühlen eben anders als andere. Deshalb sollten immer Möglchkeiten da sein, dass jeder genau das tun kann, was für ihn bzw. sie o.k. ist. Und dass insbesondere bei solchen Dingen wie Leihmutterschaft natürlich keiner dazu gezwungen wird.

    Ich kann mir auch gut vorstellen, für eine gute Freundin ein Kind aus ihrer Eizelle auszutragen, dieses Kind immer mal wieder zu besuchen und in seiner Entwicklung zu erleben. So eine Art Patenschaft. Sonst habe ich ja eigene Kinder und deshalb wäre es dann auch nicht so schlimm für mich. Für eine Fremde jedoch würde ich es nicht tun. Und natürlich würde ich mich auch von keiner Freundin gern moralisch zwingen lassen.

  24. Elmar Breitbach
    shusl schreibt

    Ja, ich bin mit der Dame einer Meinung: Schwangersein macht süchtig. Aber leider hilft mir das auch nicht weiter, weil’s einfach nicht nochmal klappt. 🙁
    Aber Sucht hin oder her: Ich könnte mein Baby niemals abgeben nach der Entbindung. Denn einen großen Teil der schönen Schwangerschaft machte für mich die innige Beziehung zu meinem Kind aus.
    lg
    shusl

  25. Elmar Breitbach
    Katharinchen schreibt

    Zum Helfersyndrom habe ich mal was aus Wikipedia kopiert, um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen:
    Zitat:"Ein vom Helfersyndrom Betroffener ist jemand, der das Ideal verinnerlicht hat, dass man nur dann gut sei, wenn man anderen, schwächeren, kranken, benachteiligten oder bedürftigen Menschen hilft."
    Dabei geht es dann nicht mehr darum, ein Kind zu bekommen und zu behalten oder nicht, sondern es geht um die Anerkennung, die man für die Leihmutterschaft bekommt, das ist eigentlich der Faktor, der süchtig machen kann. Aufopferung für andere, um den eigenen Selbstwert zu steigern.

  26. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Wir erleben das Helfersyndrom anders. Mein Mann ist davon betroffen. Wenn irgendjemand zu ihm kommt und ihn um einen Gefallen bittet, dann macht er das. Wenn er dann selbst von demjenigen mal was will und der ablehnt, dann leidet mein Mann förmlich darunter, dass er so doof war und dem geholfen hat. Und er steht jetzt allein da. Wenn der gleiche Typ nächstes Mal wieder was von ihm will, dann hilft mein Mann wieder. Er kann einfach nicht "nein" sagen. …

  27. Elmar Breitbach
    wonderwoman schreibt

    So jetzt hab ich hier alles gelesen und bin kein deut weiter….
    Heute rief mich meine Freundin an. Wir bestreiten unser Leben schon seit 22 jahren mehr oder weniger gemeinsam. Sie lebt jetzt bei ihrem Mann in England. Hat mit knapp dreisig eine total op bekommen. Jetzt hat sie geheiratet und beide möchten gerne ein Kind.
    Die frage ob ich es tut würde stellt sich mir gar nicht ..ich denke ich würde es sofort machen. Aber wie sieht das mit Arbeit ,meinerseits aus?
    Was ist mit den 6 wochen davor und danach? wenn ich in england entbinde, wo alles erlaubt ist , ich aber hier in Deutschland wohne , kann ich dann hier zum arzt ? was ist denn dann danach?
    mit nachversorgung ???
    ich hätte keine bedenken es zu tun , weil es Das Ei meiner Freundin ist das vorher von ihrem MAnn befruchtet wurde. Ich würde mich quasi nur als Brutkasten sehen…natürlich liebevoll versteht sich 😉 nach der geburt würde ich mich emotional von dem Kind verabschieden wollen und es meiner Freundin geben. Ja ich glaub so würde ich das tun. Ich hab selber zwei Jungs und 36 J.
    Mein problem wäre, wenn mein Partner nicht hinter mir stehen würde.wenn er es wehement ablehen würde ständ ich im konflikt.
    weil cih ja beide liebe auf unterschiedliche weise………

  28. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Hallo wonderwoman,

    ich kann dir nur raten, dich hinsichtlich dieser Frage genauestens zu informieren. Ich glaube, bei http://www.eizellspende.de findest du da eher Informationen.

    Die 6 Wochen davor stehst du gewiss unter Mutterschutz. Was danach ist, dürfte äquivalent sein, wie bei Frauen, die ihr Kind zur Adoption frei geben. Das sollte sich herausfinden lassen. Anspruch auf Nachversorgung sollte bestehen.

    Was aber ist z.B., wenn du gegen den Plan zu früh entbindest und es nicht mehr bis nach England schaffst?