Ethik, Sprache und Embryonen


Wir kennen es vor allem aus der Politik oder der Wirtschaft: Menschen werden nicht entlassen, sondern freigesetzt. Es sitzt aber trotzdem anschließend jemand auf der Strasse. Die Nettokreditaufnahme sinkt. Schulden werden trotzdem gemacht. Der Staatshaushalt ist ausgeglichen: Die Schulden liegen jedoch bei 1,5 Billionen Euro. Und so weiter.

Jede Diskussion über ethische Fragen ist auch ein Kampf um Begriffe. „Was ist ein Embryo?“ ist erst einmal eine relativ unverfängliche Frage, verknüpft mit „Wann beginnt das Leben?“ öffnet sich die Diskussion in einen weniger abstrakten Bereich des Vorstellungsvermögens und viele sehen ein Lebewesen:

Das Embryo hat Ärmchen und Beinchen, ist zuckersüß, und kann einmal, wenn artgerecht ausgebrütet, ein komplett ausgeformtes Lebewesen werden. Dieses entzückende Ding darf man natürlich nicht töten. Mit “Embryos” bezeichnen Wissenschaftler aber auch schon multipotente Ei-Samen-Kombinationen, und ihre Beziehung zu den entzückenden Dingern aus dem vorigen Gedanken ist einfach eine zeitliche.

Matthias Kiesselbach macht sich in seinem „Sprechblasenblog“ Gedanken dazu. Geht es ihm hauptsächlich um die Begrifflichkeiten, die in der Diskussion um die Verwendung von Stammzellen verwendet werden, so gibt er aber auch einen guten Überblick über die Methoden deutscher Forscher, diese “ethischen Hindernisse” aus dem Weg zu räumen.

Interessant und wichtig ist die Diskussion um die Verwendung von Stammzellen auch für die Reproduktionsmedizin, da hierzulande die Selektion und genetische Untersuchung von Embryonen nicht gestattet wird mit dem Hinweis auf die Zerstörung menschlichen Lebens, die sich daraus ergeben würde.


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3 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    irgendwie habe ich immer das Gefühl, daß diese Lebensschutz-Idee sehr katholisch-christlich ist…. Da wird postuliert, daß es "leben von anfang an" wäre (hm, das ist es aber beim Bandwurm auch, und dessen Lebenswille ist prinzipiell genauso legitim, oder?)
    Das Christentum hatte die ganze Sache aber mal anders gesehen. Die menschliche Leibesfrucht war beseelt ab dem 60. Tag (weiblich) und dem 40. Tag (männlich), korrigiert mich, wenn ich mich um eine Dekade irren sollte.
    Ich frage mich immer, wie viele behinderte Pflegekinder die Lebensschützer so betreuen, denn nach der Geburt gehts ja erst richtig los…
    Großartige Reden schwingen bringt den Kindern letztlich halt nix, und nur mit Geld ist auch nicht alles erledigt (und glaubt mir, als Pflegemutter wird man eben nicht gerade mit Geld überschüttet, ganz im Gegenteil!)
    Ich bekomme dafür vom Jugendamt jedes Jahr eine launige Glückwunsch- äh, Dankeskarte für meine wertvolle Arbeit. Und streite mich den Rest des jahres mit den Mitarbeitern dort herum, weil die logischerweise verwalten, während eltern sich um Bedüfnisse kümmern….

  2. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Hier wird ein neues Buch vorgestellt, das mit interessant erscheint: Die Würde der Embryonen.

    Ich selbst habe zuletzt das Buch "Der Zugriff aud den Embryo" gelesen. War auf jeden Fall lesenswert.

  3. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Stammzellen – wieder in der Diskussion – heiße Debatte ab Herbst erwartet: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,494697-2,00.html

    Bleibt zu hoffen, dass auch für ungewollt Kinderlose ein Vorteil daraus erwächst …