Ärztekammer und Kirche: Schulterschluss in Sachen PID

22

Zu Ostern sind die Kirchen immer ein wenig voller als sonst. Eine gute Gelegenheit, die Gemeinde ein wenig zu beeinflussen und die Grundhaltung der Kirche zu bestimmten aktuellen Themen unters Volk zu bringen. Dieses Jahr stand natürlich die Präimplantationsdiagnostik (PID) im Vordergrund der kirchlichen Stellungnahmen.

„PID dient der Kultur des Todes“, urteilte der katholische Bischof Reinelt vom Bistum Dresden-Meißen in seiner Predigt. Der Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, warnte […] am Karfreitag vor einer „Ideologie des gelingenden Lebens“. Der Bischof forderte, dass die mit Hilfe der PID zu vermeidenden Krankheiten als Wirklichkeit anerkannt werden müssen. Der evangelische Landesbischof in Bayern, Johannes Friedrich, sieht Sterbehilfe und PID gleichwertig als Maßnahmen, sich am Leid – jetzt kommt´s – vorbeizumogeln (!)

Nunja. Diese Denkweise ist nicht neu. Jesu Gebete in Garten Getsemani wurden nicht erhört. Sein Gott ließ den Kelch nicht an ihm vorübergehen. Und in dieser Tradition sind die christlichen Kirchen weiterhin verhaftet. Der eingangs erwähnte evangelische Landesbischof Johannes Friedrich bringt es populärsprachlich auf den Punkt: Jesus hatte damals keine Möglichkeit, sich an seinem Schicksal „vorbeizumogeln“. Demzufolge sollten auch die Menschen der Jetztzeit aus Sicht der Kirchen ihr Schicksal annehmen und Gottes Plan nicht durch Sterbehilfe und PID „austricksen“.

Kirche und Ärzteschaft: Merkwürdige Allianz

Aus Sicht eines Arztes ist ein solcher Fatalismus nicht zu akzeptieren. Das durch Krankheiten hervorgerufene Leid zu lindern oder zu beseitigen ist das Ziel jeder ärztlichen Tätigkeit. Auch ein wissenschaftlich denkender und handelnder Arzt kann Christ sein und als solcher handeln. Werde ich jedoch durch eine Erkrankung vor die Wahl gestellt, als Christ oder als Arzt zu handeln, dann kann ich mich nur für Letzteres entscheiden. Denn Krankheiten zu heilen, lindern oder zu verhindern ist Ziel der ärztlichen Tätigkeit.

Vor diesem Hintergrund ist die Haltung des Vizepräsidenten der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, zur PID sehr merkwürdig und aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar. Die Methode sei medizinisch nicht notwendig, behauptet er. Das kann man durchaus behaupten, zumindest wenn man Radiologe ist und einem die medizinischen Detailkenntnisse fehlen. Dann könnte man sich jedoch belesen.

Liest man jedoch die Gründe, die er gegen die PID anführt, dann lässt sich erkennen, dass ihn Detailkenntnisse nur stören würden. Denn seine Argumentation ist mitnichten wissenschaftlich oder ärztlich. Er warnt vor einem Dammbruch, wenn man anfange, „jeden nur erdenklichen Wunsch in der Medizin mit technischen Mitteln zu erfüllen“. Die übliche Argumentation der „slippery slope“ auf der man geradezu zwanghaft ausrutscht, wenn man sie ein wenig schräg stellt. Er befürchtet, dass die PID „zum massenhaft eingesetzten Instrument der Qualitätssicherung“ werde. Fakt ist: In Ländern, in denen die PID erlaubt ist, wird bei 0,4% aller künstlichen Befruchtungen eine PID durchgeführt. Im Jahre 2008 waren es ca. 180 in ganz Großbritannien. Ein Dammbruch sieht anders aus.

Das nächste Argument, welches er gegen die PID vorbringt, deckt sich lückenlos mit der des Vatikans zu diesem Thema: Montgomery nannte es […] eine Kernfrage, ob es in dieser Gesellschaft noch den Mut gebe, jemandem „klar zu sagen, dass der liebe Gott vielleicht nicht gewollt hat, dass er weitere Kinder bekommt“. Gesundheitlich vorbelastete Eltern müssten manchmal akzeptieren, keine eigenen Kinder zu haben.

Nochmal langsam zu mitdenken: Ein Arzt, und nicht irgendeiner, sondern der Vizepräsident der Bundesärztekammer, spricht sich dafür aus, eine Präventionsmaßnahme abzulehnen. Eine, die es Paaren mit wiederholten Fehlgeburten und/oder Totgeburten erlauben würde ein gesundes Kind zu bekommen. Und er lehnt diese Präventionsmethode ab, weil der liebe Gott es nicht will?!?! Der liebe Gott möchte vielleicht auch nicht, dass tausende Frauen vor Gebärmutterhalskrebs bewahrt werden, weiß man´s? Lehnt Montgomery deshalb auch die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen ab? Verfolgt man diese Denkweise konsequent weiter, dann kann man im Prinzip gleich die ganze Medizin abschaffen, da sie möglicherweise gegen Gottes Willen verstößt.

Diese Argumentation ist beklagenswert unärztlich. Nun mag es die persönliche Auffassung des Kollegen sein, die man ihm zwar vorwerfen kann, die letztlich aber ohne Bedeutung ist. Schließlich ist er Radiologe und ganz offenbar nicht sehr vertraut mit der PID.

Es ist jedoch keine persönliche Auffassung. Zumindest wird sie nicht so wahrgenommen. Die Überschriften der Presse lauten unisono „Bundesärztekammer gegen PID„. Es handelt sich also – beabsichtigt oder zufällig – um eine in der Öffentlichkeit als solche wahrgenommene Stellungnahme der Bundesärztekammer. Und sollte es wirklich so sein, dass diese von Faktenwissen offenbar völlig unbeeinträchtigte Verlautbarung von Frank Ulrich Montgomery die Meinung der Bundesärztekammer widerspiegelt, dann kann man sich die Frage stellen, ob dies einer ärztlichen (nicht kirchlichen) Standesvertretung angemessen ist. Ist es nicht der Fall, dann wäre eine Distanzierung der Kammer von den Aussagen ihres Vizepräsidenten mehr als angemessen.

Dieser Artikel erschien am 25.4. 2011 bereits in meinem persönlichen Blog, aber ich dachte, dass er auch ganz gut hierher passt.


Noch Fragen?

Dann haben Sie in unserem Kinderwunschforum die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder Fragen an unsere Experten zu richten. Und hier finden Sie die Übersicht über zahlreiche andere Foren von wunschkinder.net.
Die am häufigsten gestellten Fragen haben wir nach Themen geordnet in unseren FAQ gesammelt.
Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

22 Kommentare
  1. […] Dank vorneweg an, Elmar Breitbach, für den Beitrag “Ärztekammer und Kirche: Schulterschluss in Sachen PID “. Ergänzend verweise ich auch noch auf die entsprechende Meldung der Presseagentur AFP: […]

  2. Elmar Breitbach
    Phil schreibt

    Unglaublich was dieser Montgomery von sich gibt! Das ist für Betroffene ein Schlag ins Gesicht. Die Ärztekammer sollte sich von solchen Aussagen distanzieren!

    Wer seine Meinung und Stimme PRO PID abgeben möchte, kann das immer noch an dieser Stelle hier tun:

    http://www.hvd-hessen.de/index.php?id=39&no_cache=1

  3. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    vielleicht ist das "schwertun mit dem denken" ja kirchen-system-immanent… jedenfalls bei der einen kirche….

    wir sind ja nach deren auffassung ALLE gottes kinder…. also haben auch gottes kinder auf geheiß gottes die PID erfunden, gefunden, erarbeitet….

    oder hat man schon mal im rundumschlag jeglichen medizinischen forscher exkommuniziert?

    so er denn – nach auffassung der kath. kirche – getauft wurde, wird er eh von "gott nicht mehr in ruhe gelassen"… raus aus der obhut gottes kommt er nicht mehr.

    hm…

    also irgendwie gelingt mir der gedankliche dreisprung der kath. kirche da nicht, ich kann ihn nicht nachvollziehen.

    hier (berlin) liegt ein kardinal St. seit monaten danieder im KH, wir nach allen regeln der kunst am leben gehalten… wollte gott das auch? oder lassen die mist-ärzte ihn nicht heim zu gott?

    ich bin fürderhin froh, nicht dieser sekte anzugehören.

    MEIN gott ist barmherzig. warmherzig. vorausschauend.

    er hat mir die mittel an die hand gegeben, mein kind auszutragen. mein kind. sein kind. mit medizinischer hilfe.

    hatten wir nicht alle den gleichen "alten herrn" dort, der alles lenkt?

    ok, das war mal ein exkurs ohne medizinischen hintergrund dazu.

    ob herr M. von der BÄK sich da nicht ein wenig zu weit aus dem kirchenfenster gelehnt hat?

    wie gesagt, solange wir von "grauköppen" regiert werden in diesem land, wird sich NIE was ändern.

    es sei denn, bei der nächsten wahl denkt jemand mal nach vor dem kreuzchen-machen….

  4. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    ..wer ist so mit der größte arbeitgeeber für die in deutschland in medizinischen berufen beschäftigten menschen (also auch ärzte)?

    bingo, irgend ne kirche oder ein kirchlichher verein und mir fehlt persönlich da mittlerweile auch jede lust zu differenzieren.

    noch fragen?!?

    natürlich geht so eine meinung jedem medizinisch tätigen menschen, der direkt mit leid konfrontiert wurde herb gegen den strich – den weltaanschaulichen, wissenschaftlichen oder persönlich-moralischen.

    was ärzte jedoch mit christlichen theologen/organisationen verbindet (und ich betone: nur in diesem einen punkt!): ohne leid kein geschäft.

    manche ärzte juckt das nicht sehr, andere, etwas geld geilere schon erheblich. montgommery ist halt ein funktionär/lobbyist – nicht schwer einzuordnen, oder?

  5. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Reaba,

    Das gilt für die angestellten Ärzte möglicherweise (wobei mir diese Zahlen neu sind und ich auf die Schnelle keine Belege finde). Ein nicht unerheblicher Anteil der Ärzte ist jedoch nicht angestellt.

    Das MG Lobbyarbeit betreibt, ist anzunehmen. Wobei mir die Zielrichtung unklar ist: Verbreitung des christlichen Glaubens oder Abwehren zusätzlicher Kosten, die ein Radiologe nicht abrechnen kann.

  6. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    @EB

    ich unterstelle mal dass es dabei weniger um christlichen glauben geht, als um die einfache sache, dass die verdienstmöglichkeiten – buchstäblich von der wiege bis zur bahre – reduziert sind, wenn weniger potentiell kranke menschen gezeugt werden. MG vertritt ja nicht nur die radiologen ( wobei ich mich frage, warum sie gerade einen radiologen gewählt haben …
    mehr "durchblick" scheints nicht gebracht zu haben 🙂 )

    abrechnungsfähige untersuchungen durch einsatz von PID, die dann entfallen könnten, bedürfen ja keiner allzu großen phantasie:
    -screening auf trisomien
    -schwangerschaftsfeststellung, diagnostik bis zum ?schicksalshaft? betreuten seriellen abort
    -wahrscheinlich weniger chronisch-heriditäre schwererkrankungen
    -potentiell weniger frühchen und die dadurch entstehende intensive medizinische versorgung
    -weniger versorgungsinfrastruktur für schwerst- und mehrfachbehinderte kinder und erwachsene (was eigentlich für "alt"-fälle ein versorgungsplus bedeuten würde)

    ganz zu ende gedacht würde es zu einem verringerten ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen leistungsaufwand kommen. der kuchen wird kleiner, von dem alle ein stück abbeißen wollen.in einer gesellschaft, die auf stetiges wachstum angelegt ist, kann damit irgendwie wohl keiner gut leben – behaupte ich mal 😉

    die verteilung der trägerschaften von kliniken und ähnlichen einrichtungen dürfte 50:50 sein im verhältnis öffentlich: glaubensorientierte trägerschaft. genaue zahlen habe ich aber gerade auch nicht finden können -> statistisches bundesamt vielleicht..?
    aber auch nicht angestellte ärzte wählen ja nun ihre kooperationsnetzwerke, und auch dort gibt es bedingt duch individuelle strukturen im einzelnen vor ort sicher "sachzwänge".

    sorry…ich werd wohl zynisch auf die alten tage 🙁

  7. Elmar Breitbach
    mimau9 schreibt

    Naja vielleicht wollte Montgommery, den geringsten Widerstand eingehen und hat sich deshalb mit der Kirche verbünden :-(, oder er hat als Arzt schon ausgesorgt?!?

    Ich hoffe es nimmt mit der PID ein gutes Ende. Wir sind ja hier in D und nicht in den USA.

  8. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Und das von einem, der über sich selbst schreibt: "Zusammenfassend betrachte ich mich als einen glücklichen Menschen.", der nach seiner Biografie wirklich ein Leben hat, das ihm alle Chancen mit auf den Weg gab: http://www.montgomery.de/Privates/index.htm

    Da ist es ja so einfach zu sagen, man müsse es akzetieren, dass – was für ein Klischee – "dass der liebe Gott vielleicht nicht gewollt hat".

    Wenn er auch nur Radiologe ist (übrigens die Ärztegruppe mit dem höchsten Einkommen), so muss er doch als Ärztekammerpräsident, wenn er auch zu anderen Sachgebieten entscheiden muss, auch von den anderen Fachrichtungen Ahnung haben.

  9. Elmar Breitbach
    Buntspecht schreibt

    Aus dem Eid des Hippokrates:

    "Auch werde ich niemandem ein tödliches Gift geben, auch nicht wenn ich darum gebeten werde, und ich werde auch niemanden dabei beraten; auch werde ich keiner Frau ein Abtreibungsmittel geben."

    Die wohl bekannteste und älteste Formulierung einer medizinischen Ethik schließt also Sterbehilfe explizit aus und enthält ein pauschales Verbot jeglicher Abtreibungen. Ganz so offensichtlich scheint also der Widerspruch zwischen kirchlicher und medizinischer Ethik nicht zu sein.

    Fragwürdig ist auch, dass jetzt sogar schon Ärzten mangelnde Fachkenntnis unterstellt wird, solange sie nicht in der Reproduktionsmedizin tätig sind. Nach dieser Logik dürften sich wohl auch nur Atomphysiker und Nuklearingenieure zum Atomausstieg äußern, weil alle anderen nicht über das nötige Fachwissen verfügen.

  10. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Nicht zu vergessen, dass der Eid des Hippokrates auch den Satz beinhaltet "Ich werde nicht schneiden, sogar Steinleidende nicht". Erzählen Sie das mal einem Chirurgen. Auch der "Codex Hammurabi" hat über die Jahrtausende einige Veränderungen erfahren.

    Dass MG kein Reproduktionsmediziner ist, habe ich als Entschuldigung für ihn angeführt. "Das kann man durchaus behaupten, zumindest wenn man Radiologe ist und einem die medizinischen Detailkenntnisse fehlen. Dann könnte man sich jedoch belesen." Eigentlich bin ich jedoch der Meinung, dass auch er besser informiert sein müsste.

    Warum Theologen in der Atom"ethik"kommission sitzen, erschließt sich mir in der Tat nicht.

  11. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    eines vergessen die HERREN dabei immer wieder: die PID dient dazu, einem kind LEBEN zu schenken.

    ohne PID nur enthaltsamkeit/verhütung (je nach kirche) oder spät-abtreibung. also KEIN kind.

    mit PID ein ausgetragenes kind.

    einfache rechnung. könnten auch katholiken. hm. oder doch zu viel verlangt??????

    der eid, auf den geschworen wird, ist dazu da, leben zu schützen. vor dem tod. und zwar dem tod durch menschenhand.

    spätabtreibung wegen genfehler ist genau das. und das wird mit PID verhindert. auch einfach. oder zu einfach? oder doch nicht?

  12. Elmar Breitbach
    Ladypond schreibt

    … wäre ich nicht bereits aus der Kirche ausgetreten, würde ich es jetzt tun! Sind wir im Mittelalter?

  13. Elmar Breitbach
    Phil schreibt

    Ja, ich glaube, wir sind im Mittelalter 🙁

    Ich habe mich übrigens dazu hinreißen lassen auf folgender Seite einen Kommentar pro PID zu schreiben (ist noch nicht freigeschaltet worden – wird aber hoffentlich noch) Vielleicht möchte sich ja noch jemand von Euch dort äußern. Nicht erschrecken: es ist eine Seite, die gegen PID aufruft. Ich denke aber, es ist wichtig, dass sich gerade dort auch jemand FÜR die PID ausspricht. Ich finde, so dumme Kommentare wie den unteren dort darf man einfach so nicht unkommentiert lassen, oder? Ich weiß, wahrscheinlich schieße ich mit Papierkügelchen auf Dinosaurier… aber es ist immer noch besser, als sich gar nicht zu rühren.

    Also hier ist der Link:

    http://www.abgeordneten-check.de/artikel/434-initiative-pid-stoppen-gestartet.html

  14. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Phil: Ich hatte mir sogar schon überlegt, auf diese Seite zu verweisen, damit man da kommentiet. Aber es stimmt schon, das bringt vermutlich nicht viel 😉

  15. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @Phil, ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man sich ins Wespennet setzt, wird man von allen Seiten gestochen. Wenn man ungewollt kinderlos ist, kann das doppelt weh tun. Trotzdem habe ch mich in den letzten Jahren immer wieder in Wespennester gesetzt, denn ich halte es für wichtig, auch dort meine Meinung zu vertreten. Man wird auch irgendwann gegen die Stiche immun. 🙂

  16. Elmar Breitbach
    Phil schreibt

    @ Rebella:

    Ja, das stimmt wohl. Auf einer anderen Seite, wo ich auch gewagt habe, einen Kommentar pro PID abzugeben, bin ich dementsprechend angegangen worden. Ja, das tut weh, wenn man selbst betroffen ist. Aber ich denke immer, ich darf den Kopf nicht in den Sand stecken und muss kämpfen. Denn meine/unsere Zukunft hängt davon ab. Ich kann aber auch sehr gut verstehen, wenn sich Betroffene diese Diskussionen nicht antun wollen. Phasenweise will ich das auch nicht – dann fühlt man sich antriebslos und irgendwie ohnmächtig.

    Aus humanitärer Sicht ist es echt ein Skandal, was Betroffenen damit angetan wird 🙁

    Das Einzige, was mich aufrecht hält, ist die Gewissheit, dass bei meiner nächsten ICSI definitiv eine PID gemacht wird – ob nun hier in Deutschland oder im Ausland, das wird sich zeigen… Ich lass mich von diesem Staat jedenfalls nicht mehr zu einer nächsten Serie von Fehlgeburten zwingen.

  17. Elmar Breitbach
    Mori schreibt

    Es besteht ein großer Unterschied in beiden Kirchen zwischen der Meinung von "Obrigkeit" und vielen aus dem "Fußvolk"- schade, daß vor allem die gehen, die eben nicht alles abnicken…
    Bei Ärzten finde ich es eine Schande, daß sie offenbar nicht mal nötig haben, sich zu informieren – und scheinheilig, zwar massenhaft Abtreibungen zuzulassen, aber PID zu verbieten… und dann aber ggf. das entstandene Kind zur Spätabtreibung "zuzulassen" – was für eine Doppelmoral… und was für ein Leid bei den Betroffenen.

  18. Elmar Breitbach
    Phil schreibt

    Wie schön! Ich habe gesehen, da hat jemand (von Euch?) noch einen Kommentar pro PID zu meinem oben genannten Link abgegeben 🙂 Die Seite sieht jetzt gleich viel besser aus 😉

  19. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Find ich auch, Phil. 🙂

    Immerhin haben Sie das freigeschaltet. Das traut man jemandem mit so einer Meinung kaum zu.

  20. Elmar Breitbach
    Buntspecht schreibt

    @Herr Breitbach: Hippokrates schrieb doch gerade, dass man die Entfernung von Blasensteinen den darauf spezialisierten Fachärzten überlassen soll. Mit dieser Aussage dürfte kaum ein Chirurg Probleme haben.

    Man kann sicherlich darüber streiten, ob Theologen in einer Kommission zur Kernenergie richtig aufgehoben sind. Noch viel fragwürdiger wäre es allerdings, eine derartige Kommission ausschließlich mit Personen zu besetzen, die persönlich mehr oder weniger stark von der Kernenergie abhängig sind.

  21. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @Buntspecht: Vielleicht sind diese Theologen wirtschaftlich nicht mit der Atomindustrie verflochten. Genau wissen kann man das nie. Schließlich hatte der Vatikan auch mal Anteile an einer Pillenfirma. …

    Die Theologen könnten aus einem ganz anderen Grund gefährlich werden. Als streng Gläubige müssten sie auch an die Apokalypse glauben. Danach soll es nach der Hoffnung solcher Gläubigen bald eine Art Weltuntergang geben und dann würde Jesus persönlich wieder auftauchen. Natürlich kommt dann das Himmelreich für alle (wahrhaft) Gläubigen und die Hölle für alle anderen. Wenn sie das also glauben, fühlen sie sich evt. auch dazu berufen, diesen Vorgang zu beschleunigen. Atomkraft wäre leider dazu geeignet, zumindest das Aussterben der Gattung Mensch zu bewirken.

  22. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Dieses Portal Abgeordnetencheck ist wirklich zum K…..

    Es wird dort eine gezielte Meinungsmanipulation zur Durchsetzung eines PID Verbotes betrieben. Ich kann nur mal empfehlen, in die Suchmaschine Abgeordnetencheck und PID einzugeben. Da werdet ihr sehen, wie zahlreich christliche Intitiativen die Werbetrommel für diesen "Abgeordnetencheck" betreiben. Es ist anzunehmen, dass unsere Politiker massiv aus dem christlichen Lager belagert werden, um für das Verbot zu stimmen. Insofern ist es den Politikern als Gesamtheit wirklich anzurechnen, dass im Moment immerhin noch ein paar mehr von Ihnen für die Zulassung stimmen.