Wie normal sind gespendete Eizellen?


In vielen Studien, in denen Embryonen auf ihre genetische Intaktheit untersucht wurden (Präimplantationsdiagnostik = PID), konnte herausgefunden werden, dass oft mehr als 50% der Embryonen eine veränderte Chromosomenzahl aufweisen, in Abhängigkeit vom Alter kann diese Zahl auf mehr als 70% steigen.

Diese Untersuchungen sind jedoch ausschließlich bei Embryonen älterer Frauen durchgeführt worden, oder von Sterilitätspatientinnen während der Behandlung. Bei der sogenannten Eizellspende werden jedoch ausschließlich die Eizellen junger Frauen verwendet mit der berechtigten Hoffnung, dass diese aufgrund des günstigen Alters der Spenderinnen auch häufiger genetisch intakt sind.

Ob dies wirklich so ist, wurde nun in einer Studie aus den USA untersucht. Numerische Fehlverteilungen der Chromosomen X, Y, 13, 15, 16, 18, 21, and 22 konnten nach der Entnahme von zwei Zellen aus einem Embryo festgestellt werden und mit einer Gruppe von Sterilitätspatientinnen vergleichen werden, bei denen die gleichen Untersuchungen erfolgten.

Bei den Sterilitätspatientinnen waren die Embryonen in 34-21% der Fälle genetisch normal und dies in der bereits bekannten Abhängigkeit vom Alter der Frau.

bei den Eizellspenderinnen war der Anteil der normalen Embryonen erwartungsgemäß höher, unterschied sich jedoch von Frau zu Frau deutlich. Ein Drittel der Spenderinnen wiesen weniger als 30% normale Embryonen auf, während es im Durchschnitt 64% waren. Auch bei wiederholt erfolglosen *ivf*-Behandlungen mit den Eizellen der gleichen Spenderin fand sich eine niedrige Rate an genetisch normalen Embryonen.

Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass auch bei Eizellspenderinnen eine PID im ersten Behandlungszyklus sinnvoll sein könnte. Jedoch stellt sich die Frage, ob die Eizellen dann noch bezahlbar bleiben, wenn dies auf den Preis der Behandlung geschlagen wird

Munne S, Ary J, Zouves C, Escudero T, Barnes F, Cinioglu C, Ary B, Cohen J
Wide range of chromosome abnormalities in the embryos of young egg donors.
Reprod Biomed Online. 2006 Mar;12(3):340-6


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