Wenn schon ins Ausland: Warum nicht gleich nach Indien?


Insbesondere für Eizellspenden nimmt der Medizintourismus nach Indien zu, so berichtet der Focus heute. Dort gibt es praktisch keine gesetztlichen Regelungen der Reproduktionsmedizin.

Daher kommen mehr als die Hälfte der in Indien behandelten Frauen aus dem Ausland, davon hat ca. die Hälfte indische Wurzeln. Viele Paare kommen aus den USA, da die Behandlungskosten belaufen sich auf ungefähr 3.500 Euro in den teuersten Kliniken, was weniger als ein Drittel dessen ist, was man z. B. in den USA für eine solche Behandung bezahlen muss.

Kritiker werfen den Kliniken vor, bedürftige Frauen auszunutzen und mit ihren billigen Behandlungen die Gesundheit der Patientinnen zu gefährden. „Das Geschäft läuft so wie jede andere Outsourcing- Industrie“, sagt Puneet Bedi, ein Reproduktionsexperte im Apollo-Krankenhaus von Neu Delhi. „Mit dem Unterschied, dass die Behandlung hier sehr dürftig ist.“

Die Ärzte machten es sich möglichst einfach, kritisiert Bedi. Sie pflanzten mehr Embryonen ein als notwendig, was die Risiken für die Mutter erhöhe. Auch den Gesetzentwurf zur Regulierung der künstlichen Fortpflanzung, der demnächst im indischen Parlament debattiert werden soll, hält Bedi nur für Kosmetik. „Es wurde langsam peinlich für die Regierung sagen zu müssen, dass es kein Gesetz dazu gibt. Deswegen mussten sie irgendetwas vorlegen.“

Mittlerweile gibt es schon Reiseveranstalter, die das Ganze als Paket anbieten. Flug mit Übernachtung, Frühstück und Eizellspende. Tischwein inclusive 😉


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Kommentar

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9 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Donza schreibt

    Reisveranstalter?
    😉
    Passt ja…

  2. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    was passt? Die Werbung? Billigflüge nach Indien werden da beworben, das ist schon fast ein wenig unheimlich 😀

  3. Elmar Breitbach
    tuerki77 schreibt

    Du meine Güte… *ohnmacht*
    Da kann Kabel 1 sich ja mal nach auswanderungswütigen Marktschreiern umsehen, die auf dem Wege frische Eizellen anbieten… Scheint sich ja nen flotter Euro machen zu lassen…
    Und das alles im gesetzfreien Raum…
    *kopfschüttel*
    Bin fassungslos. In welchem Jahrhundert leben wir nochmal???

    LG, ALex

  4. Elmar Breitbach
    Angelina 1 schreibt

    wollten eh nächstes Jahr unser Patenkind in Indien besuchen, dann wäre das ja ein Abwasch…..

    LG
    Angelina
    die grad den Kopf schüttelt

  5. Elmar Breitbach
    Donza schreibt

    @Doc:
    Nee, ich meinte wegen des Typos "Reis" (statt "Reise")! 😉

  6. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Nun, wer im eigenen Land die Eizellspende verbietet und die Paare somit ins Ausland abschiebt, der muss sich nicht wundern, wenn diese Paare dann u.a. auch nach Indien gehen.

    Unter Umständen wäre das dann auch für uns eine Alternative gewesen. Immerhin – so hoffe ich – können die Paare dort doch selbst entscheiden, welches Verfahren sie anwenden wollen und welches doch lieber nicht. Und: wieviele Eizellen sie sich transferieren lassen.

    Und wenn in Indien Eizellspenderinnen nicht vernüftig behandelt werden, ist die Bundesregierung von Deutschland mit dran Schuld!

  7. Elmar Breitbach
    suppenhuhn66 schreibt

    ich finde es als "betroffene" schade das die eizellspende immer wieder in ein schlechtes licht gerückt wird.
    wir frauen die eine solche spende beanspruchen werden dann so hingestellt als würden wir die spenderinnen "ausbeuten"!

    gesamtpakete mir flug, übernachtung und tischwein gibt es schon lange, z.b bei zahnsanierungen oder schönheits OP’s! da sagt keiner was! aber bei der EZS ist es plötzlich ein problem!

    ihr könnt mir glauben, ich hätte gerne ein eigenes "genetisches" kind gehabt, doch leider wurde, trotz intensiver bemühungen, dieser traum vom eigenen kind nicht wahr! da die EZS ja bei uns verboten ist (die spermaspende komischerweise nicht) MUSSTE ich ins ausland gehen!!!!

    und ich bin unserer spenderin von herzen dankbar denn ohne sie hätte ich meine tochter nicht! und ich glaube nicht, dass meine spenderin in irgend einer weise ausgebeutet wurde, die EZS erfolgt schließlich freiwillig!

    finde den artikel, insbesondere die überschrift nicht sehr schön…

    grüße
    suppenhuhn

    @rebella: danke!!

  8. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Dass ich nicht gegen eine Eizellspende bin, wissen Sie vermutlich auch. Ich habe Probleme mit Eizellspende in Ländern, wo überhaupt keine gesetzlichen Regelungen bestehen (Indien gehört dazu) und außerdem die Gefahr besteht, dass aufgrund des extremen Sozialgefälles ganze Familien von den Einkünften der Eizellspende leben (müssen).

    Und nicht zuletzt wird in dem Artikel auch darauf hingewiesen, dass die Behandlung selbst nicht unproblematisch ist und aufgrund der fehlenden Regelungen riskant sein kann (Mehrlinge, Infektionsscreening etc.)

  9. Elmar Breitbach
    Ich schreibt

    Gesetzliche Regelungen so wie sie wirklich sein müßten in Sache KB gibt es zur Zeit kaum irgendwo.
    Ja, es gibt Verbote für manche Bereiche der KB, ohne (zu mindest in De) eine richtige Erklärung/Begründung.
    Bei Samenspende übrigens wird (auch in De) nicht viel geregelt, nicht mal ob es eigentlich zugelassen ist oder nicht, ist es klar.
    Ja, es gibt viele Probleme noch in andere (östliche)Länder die mehr bieten in Bereich KB und ja, die Frauen dort werden oft oft in Gefahr gebracht, oder ausgebeutet, oder wie auch immer.
    Wenn es die westliche Länder besser regeln würden und auch dort die Frauen spenden würden, dann würde es besser sein und es würde nicht die ganze Welt auf Länder wie Indien, Osteuropa oder andere arme Länder aufgewiesen sein für ärztliche Behandlungen und Spenden insgesamt.