USA: Eltern klagen gegen Kreationismus

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KretinismusKreationismus ist eine Bewegung, die in den USA in der letzten Zeit sehr en vogue ist und einen Gegenentwurf zum Darwinismus darstellt. Der Glaube an das „Intelligente Design“ sieht die Evolution nicht als unsystematisch ablaufendes genetisches Experiment unter dem Druck der Umwelt und Lebensbedingungen, sondern sieht die biblische Schöpfungstheorie als Grundlage des Lebens auf der Erde. Ein übergeordnetes (intelligentes) Wesen (z. B. Gott) sei demnach für den Ablauf der Evolution verantwortlich.

Auch Präsident Bush ist Anhänger dieser Theorie. Mehr dazu finden Sie in einem älteren Artikel der Kinderwunsch-News. In diesem Artikel wird auch bereits erwähnt, dass 64% der Bevölkerung die darwinistische Evolutionstheorie und den Kreationismus gleichberechtigt in die Lehrpläne der Schulen aufnehmen möchten.

Dagegen haben nun 11 Eltern geklagt und Richter John E. Jones III muss nun im Bundesgericht von Pennsylvania darüber entscheiden, ob die Aufnahme des Kreationismus in die Lehrpläne berechtigt ist. Der Fall findet große Beachtung in den USA und brachte es bereits auf das Cover der Zeitschrift „Rolling Stone“.

Die politischen Ambitionen des Richters, der schon lange der Republikanischen Partei angehört und von Präsident Bush in das Gericht berufen wurde, lässt eine interessante Entscheidung erwarten.

[Via: New York Times]


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Kommentar

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12 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Fassi schreibt

    ..Im Rahmen der Toleranz einer "wissenschaftpluralistischen Weltanschauung" ist es womöglich nur eine Frage der Zeit, bis Kreatonismus hier nachhaltig gesellschaftsfähig oder nicht auch öffentlich gefördert wird..Methodenpluralismus usw..

    Tja und bei uns hat ein Allgemeinmediziner einen Jungen der leider an seiner tödlichen schlimmenKrankheit ( Muskeldystrophie Duchenne)sterben wird mit paraelektrophysikalischer "Bioresonanz" behandelt ( hübsche Rechnung inclusive)..schlimm genug.. und das finden nun unsere höchsten Richter o.k. (FAZ-Artikel dazu)
    ..Bioresonanz an Patienten sei übrigens in den USA verboten las ich.

    der studierte ( Physik/ Mathe) Ministerpräsident Althaus ist dem Intelligent-Design positiv zugewandt und fördert durch sein offizielles Gebaren, Einladung zu Erfurter Gespäch.. die Anerkennung als angeblich ernste Wissenschaft – zumal ja 38% der Deutschen schon dran glauben, wie eine aktuelle Umfrage beweist.

  2. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Hier: http://freigeisterhaus.de/viewtopic.php?t=5471&start=0 könnt Ihr auch was Wissenschaftliches zum Thema "Kreationismus" finden. Außerdem fand ich diesen Artikel: http://www.n-tv.de/589600.html.

    Ich könnte mir auch leicht vorstellen, dass das nach Deutschland hinüber schwappt. Da muß ich mich nur mal in meinem näheren Umfeld umschauen. Alle Kinder in der Klasse meines Sohnes (bis auf unseres – versteht sich) sind im Religionsunterricht. Und die, die nicht gleich willig sind, kriegen Werbung mit nach Hause mit der Überschrift: "Religion bildet". Und wer mal die enge (grundgesetzwidrige!) Staat-Kirche-Verpflechtung in Deutschland genauer unter die Lupe nimmt, kann seine eigenen Schlußfolgerungen daraus ziehen …

  3. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    "Der Unterschied zwischen den Vertretern des Wissens und den Vertretern des Glaubens besteht darin, dass Wissenschaftler wissen, dass sie nur etwas "glauben" (= für „wahr“ halten), was heute zwar angemessen erscheint, morgen aber möglicherweise schon überholt ist, während Gläubige glauben, etwas zu wissen, was auch morgen noch gültig sein wird, obwohl es in der Regel schon heute widerlegt ist ."

  4. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    das ist ein schöner Satz. Woher haben Sie den?

  5. Elmar Breitbach
    Fassi schreibt

    Schön ? ..eigentlich ja,..aber aus Sicht der Gläubigen leider auch missverständlich weil die den auf Wissenschaft ( Kant/ Popper..nur möglichst große Annäherung an die "Wahrheit" möglich..) " Vertrauenden" als "wissenschaftsgläubig" in ihrem Sinne umdefinieren.
    Agnostiker ( wie ich) sind zwar ungläubig, aber im Unterschied zu den Atheisten davon überzeugt, dass Gott weder beweisbar noch widerlegbar sei – eben Glaubenssache.
    Der typische Missbrauch des Begriffs "Glauben "auch hier: "Dieter Althaus soll ihn als »evolutionsgläubigen Darwinisten« bezeichnet und »Evolutionskritik« eingefordert haben. »Da müsste man jeden Chemiker einen atomgläubigen Daltonisten, jeden Physiker einen photonengläubigen Einsteinisten nennen. Kein Chemiker wird die Existenz von Atomen verteidigen wollen.« Aus welchem Grund sollte man die Evolution kritisieren, fragt Kutschera. »Sie hat stattgefunden, die Belege sind trotz aller Lücken und offenen Fragen eindeutig."
    http://www.zeit.de/zeit-wissen/2006/01/Kreationisten.xml

  6. Elmar Breitbach
    Klingon Lady schreibt

    Political correctness at its worst. Ich kann mich auch nur immer wundern über die Beharrlichkeit, mit der Kreationisten sich über Gegenbeweise zu ihrer Theorie hinwegsetzen. Wer den Kreationismus widerlegt, hat selbstverständlich alle Beweise gefälscht und ist nur ein böser Ungläubiger, dem die Erleuchtung fehlt. :-/

    Es ist ein Witz, daß dieser Schwachfug nun öffentliche Lehrmeinung werden soll. Zumindest in Italien haben die Leute ja genug Grips besessen, dem einen Riegel vorzuschieben, aber bei den Nachkommen der Mayflower-Passagiere sehe ich da tiefschwarz.

    (PS: Bin zwar nicht Rebella, aber das obige Zitat stammt von Michael Schmidt-Salomon: http://www.schmidt-salomon.de/editMIZ304.htm)

  7. Elmar Breitbach
    Fassi schreibt

    Schmidt-Salomon..hätte ich mir denken können, mir gefällt besonders der Beitrag über das Problem der " Letzbegründungen" mit dem man sich in Bioethikdebatten rumschlagen muss 🙂
    "Wie wir es auch drehen und wenden: Am Sumpf der Letztbegründungen und dem logischen Zwang, uns dogmatisch beim Schopfe zu packen, führt kein Weg vorbei. Sicherlich: Wir können technische Axiome und Hypothesen gewissenhaft auf ihre Tauglichkeit hin überprüfen, aber das grundlegende moralische Axiom, aus dem wir die Kriterien für Tauglichkeit schöpfen, entzieht sich der rationalen Überprüfung…So sehr wir dies auch bedauern mögen: Am Anfang aller Erkenntnis steht die Willkür. Das Prinzip der kritischen Prüfung kann uns helfen, den Raum, den das willkürlich gesetzte Dogma erschafft, möglichst offen zu halten. Dies klingt wahrscheinlich weitaus bescheidener, als es in Wirklichkeit ist. Schließlich sollten wir nicht vergessen, dass sich das eigentliche Leben außerhalb des Sumpfes der Letztbegründungen abspielt. Und hier erweist sich das Prinzip der kritischen Prüfung als das effizienteste Verfahren, das wir bisher für uns entdeckt haben…"
    http://www.schmidt-salomon.de/muench.htm

  8. Elmar Breitbach
    Fassi schreibt

    Neben der Letztbegründung " es ist gegen Gottes Willen" Glaubensgebote gibt es etwas noch viel Zeitgeistigeres: "es ist gegen die Natur".
    Das ist das beliebteste Totschlagargument – und nicht nur bei " Künstlicher" B. sprich "assistierter Fortpflanzung" sondern Zeitgeist !
    Übersehen wird immer, dass es über "die Natur" oder " Natur des Menschen", "widernatürliches Handeln" völlig verschiedene oft ideolgisch verschiedene Auffassungen gibt, wenn man die freilegt, hat man bezüglich der Repromedizin schon bessere Karten und kann dann auch Vorwürfen des "Werterelativismus, ethischem Nihilismus" enttarnen, auch bei spezieller Ökoweltanschaung leider nötig:
    "Der biologistische Ansatz leitet seine Berechtigung aus zwei Grundannahmen ab. Zum einen reduziert er die Menschheit auf eine mehr oder weniger intelligente Tiergattung, deren Existenz somit hauptsächlich durch naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten bestimmt sei. Der andere Legitimationsschritt folgt aus der Annahme, Biologie und Ökologie verfügten über das Wissen um ewiggültige Naturgesetze, die sie auf wissenschaftlich-wertfreie Weise ermittelt hätten" (Oliver Geden)

  9. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Der Begriff "Intelligent Design" kommt übrigens oben falsch rüber. Es ist nicht etwas, an was geglaubt wird, sondern eine Strömung des Kreationismus. Der "Klassische Kreationismus" orientiert sich streng am biblischen Schöpfungstext. Dagegen ist die "Intelligent-Design-Theorie" etwas weniger radikal und meidet theologische Argumente in wissenschaftlichen Kontexten weitestgehend. Es ist sozusagen eine Tarnung, ein pseudowissenschaftliches Konzept – sehr intelligent!

  10. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt
  11. Elmar Breitbach
    Klingon Lady schreibt

    Respekt, hätte ich nicht gedacht. Ich war mir ziemlich sicher, daß im Sinne vermeintlicher Toleranz gegenüber Gläubigen demnächst auch der Kreationismus gelehrt werden müsse.

    PS: Wie erklärt sich eigentlich die Koexistenz von "Intelligent Design" und den beiden George Bushs?

  12. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    Ich glaube, dass man dem Vater Bush da ziemlich unrecht tut, wenn man beide in einen Topf schmeißt. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man meinen, dass der aktuelle Präsident der Sohn von Reagan ist