Supermarktkette verkauft Medikamente zum Selbstkostenpreis


Natürlich nicht in Deutschland. Ich weiß nicht, gegen wieviele Gesetze und Richtlinien dies hierzulande verstoßen würde, aber in Großbritannien ist es offenbar möglich, rezeptpflichtige Medikamente auch Im Supermarkt zu verkaufen.

Die britische Supermarktkette ADSA, eine Wal-Mart-Tochter verkauft schon seit einiger Zeit Medikamente zur Kinderwunschbehandlung zum Selbstkostenpreis und kündigte nun an, dies mit bestimmten Krebsmedikamenten ebenfalls zu tun. Die Präparate werden nicht oder nur in bestimmten Fällen von den Krankenkassen übernommen und Selbstzahler stoßen daher schnell an ihre finanziellen Grenzen.

asda„Wir sind die ersten, die hier eine Ungerechtigkeit erkennen und etwas dagegen tun möchten“, so ein Sprecher von ASDA. Es wäre schön, wenn man hierzulande eine ähnlich patientenfreundliche Regelung finden könnte.


Noch Fragen?

Dann haben Sie in unserem Kinderwunschforum die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder Fragen an unsere Experten zu richten. Und hier finden Sie die Übersicht über zahlreiche andere Foren von wunschkinder.net.
Die am häufigsten gestellten Fragen haben wir nach Themen geordnet in unseren FAQ gesammelt.
Das könnte Sie auch interessieren

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

15 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    greta schreibt

    wow. revolutionen fangen immer mit den kleinen, ersten schritten an 🙂

  2. Elmar Breitbach
    Lizy schreibt

    Maximum respect … das ist für die Tourismusbranche in England sicher auch eine gute Sache 🙂 – ich könnte meine Schwester ja mal wieder besuchen … 😉

  3. Elmar Breitbach
    Lakritzschnecke schreibt

    Grandios! Wieso geht in Deutschland vieles nicht, was in anderen Ländern offenbar möglich ist? Zumindest die guten Beispiele könnte man ja übernehmen.

  4. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    ..ob das wohl daran liegen könnte, dass es dort ein völlig anderes gesundheitssystem gibt als bei uns..?

    über die vor und nachteile kann man sicher trefflich streiten, aber fakt ist: der NHS ist eine solidargemeinschaft im eigentlichen sinne. jeder ist mitglied, jeder zahlt durch steuern dafür, es gibt nur das eine system.
    wenn ich mir dann hier zu lande den pipifax mit 1xx krankenkassen, privaten kassen, wahlleistungs-extra-wat-weiß-ich-verträgen angucke …. scheint arg viel kohle zu versickern, da wo sie keinem patienten hilft.

    ganz zu schweigen von pharmakonzernen, die hier (im herstellungsland!) das doppelte für ein und das selbe medi nehemen wie z.b. in spanien.

    asda macht aber eigentlich auch nichts neues. boots ist eine drogeriemarktkette, in der es immer schon integrierte apotheken gab und gibt. wirklich erfreulich ist das bei asda natürlich mit der weitergabe zum selbstkostenpreis.
    sollte europäischer standard sein, nicht dieses preitreiberische lobbygewürge, dass hier herrscht.

    und ich warte ja immer noch auf die erste gesetzesvorlage im sinne der patienten von deutschlands gesundheitsminister 😉

  5. Elmar Breitbach
    Fischgrete schreibt

    Öhm, @reaba,
    naja, auch in England gibt es private Zusatzversicherungen, von denen nur die profitieren, die es sich leisten können. Und ohne BUPA und wie sie alle heissen, wartet man eben z.T. monatelang auf lebenswichtige OPs.
    Und (Engländer würden sagen, it’s a way of putting it) zu sagen, es sei solidarisch im eigentlichen Sinne, wenn alle Ihre Kinderwunschbehandlung (zu ersetzen durch Zahnersatz, moderne Medikamente,Krebstherapie,…) gleich komplett selbst zahlen, ist zwar zutreffend, aber auch zynisch.

    Ansonsten ist das mal echt eine gelungene Image-Kampagne von Asda!

  6. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    fischgrete,

    da scheinst du mich missverstanden zu haben. warum sollten innovative, neue (wirksame!) behandlungsmethoden selbst gezahlt werden..?! auch das würde ich als solidarische leistung verbuchen – eben gute, notwendige medizin für alle.

    zusatzversicherungen sind in GB bei weitem nicht so verbreitet wie bei uns, weil auch bei weitem teurer als bei uns. die langen wartelisten sind auch eher etwas der vergangenheit zuzurechnendes, weil es im notfall auch ganz zügig gehen kann.
    ein freund von uns hat ein neues herz bekommen (ein virus hat sein altes zerstört), ohne zusatzversichert zu sein, binnen einiger wochen.

    aber auch private zusatzversicherungen können imagekampagnen 😉

    eines leistet das englische system, was wir nicht drauf haben: gleich gute versorgung für wirklich alle. wenn du eine chefarzt-expertise brauchst, dann bekommst du sie, ohne dafür zusätzlich versichert sein zu müssen. läuft bei uns etwas anders …
    am erstaunlichsten ist aber: überwiegend werden arbeitszeiten eingehalten und die leute (pfleger und ärzte) werden gut bezahlt. hier ist das auch anders: es gibt eine 2-klassenärzteschaft. die "malocher" an den kliniken ohne chef-posten und die in ballungszentren niedergelassenen spezialisten ohne großen konkurrenzdruck … achja, so paar arme land-hausärzte gibt es auch noch -> das sind so die letzten in der ärztlichen "nahrungskette".

    meiner meinung nach liegt also der schlüssel für "systemgerechtigkeit" nicht unerheblich auch in händen der selbstorganisierten ärzteschaft (auch lobbyisten -> wie pharmaleute oder apothekerverbände oder kassen). durch die ganzen einzelinteressen entsteht in meinen augen ein gewaltiger gerade finazieller reibungsverlust, der effizienter einzusetzen wäre, wenn das ganze system ein wenig regulierter und vereinheitlichter wäre.
    ist genug geld in unserem system – es müsste nur besser verteilt werden, in erster linie im sinne der finazierer und nutzer.

    jeder deutsche chefarzt verdient im duchschnitt mehr als der birtische permier im jahr (~ 147.000 pfund) … muss das ?!

  7. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Liebe Reaba,

    geben Sie mal "postcode lottery ivf" bei Google in den Suchschlitz ein. Dann bleibt von der Gerechtigkeit nicht mehr viel über.

  8. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    Lieber Dr. Breitbach,

    die regionalen Unterschiede in der Quotierung der Versuchsanzahl liegen aber nicht im NHS an sich begründet als System, sondern an der Budgethoheit der einzelnen, regionalen Trusts.

    Spricht also eher gegen Regionalisierung und mehr für einheitliche Richtlinien, die über all im UK eingehalten werden müssen, was bis dato nicht der Fall ist.

    Oder für eine Zweigstelle von Ihnen in UK … sie lieben alles, was "made in Germany" ist – echt wahr 😀

  9. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Na prima! Dann wissen wir doch, wo deutsche Kinderwunschpaare demnächst ihre Medis herkriegen. Bestimmt verkauft ASDA auch bald über´s Internet.

    Für die UK bringt das nette Steuereinnahmen. Deutschland will es ja nicht anders. …

  10. Elmar Breitbach
    sweetlara schreibt

    Wie gut, dass Großbritannien auf der Länderliste des BMG steht und der Versandhandel demnach erlaubt. Jetzt muss der Supermarkt nur noch versenden, und alles wird gut, gell?

    Das englische System ist leider nicht gerade bekannt für seine Solidarität; seid der eisernen Lady sind die Klüfte dort erheblich – auch wenn Ärzte sicher dort bessere Arbeitsbedingungen haben. Aber es ist eben nicht jeder Engländer Arzt…

  11. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    also soweit ich das herausfinden konnte, kann man zwar bestellen, aber nur innerhalb des UK (-> die nehmen nur englische postalcodes)

    bestellen kann man zwar auch medikamente, aber nur die ohnehin freiverkäuflichen.

    bitte nicht auf "familiy planning" in der auswahlliste hereinfallen … frustriert eigentlich nur.

    da muss man sich schon mit einem nach möglichkeit englisch abgefassten privatrezept zur nächsten asda-filiale auf der insel bemühen … oder man kennt jemanden dort, dem man sein rezept schickt und der alles weitere regeln kann 😉

  12. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Reaba, hast du denn dort Medikamente gefunden, wie Gonal, Menogon oder Ähnliches? Was kostet das denn da? Mich interessiert mal der Selbstkostenpreis.

  13. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    nein rebella, nur die nicht rezeptpflichtigen medikamente sind online einsehbar – daher kann ich dir leider den selbstkostenpreis von asda nicht nennen.

  14. Elmar Breitbach
    remis schreibt

    Bei unseren letzten Aufenthalten in Engöland konnten wir beobachten, daß die meisten großen Supermärkte in UK im Drogeriebereich auch eine Verkaufsstelle für rezeptpflichtige Medikamentehaben – wie auch die großen Drogerieketten. Wobei die Anzahl der Medikamente, die nicht rezeptpflichtig und auch nicht apothekenpflichtig sind wesentlich höher ist als in D – aber das trifft ja auch schon auf viele Nachbarländer zu. z.B. ASS, Paracetamol, …

  15. Elmar Breitbach
    Frau Hoppenstedt schreibt

    Falls es noch jemanden interessiert:
    Ich war diesen Monat in London bei ASDA und habe die Apotheke ausprobiert.
    Also, es funktioniert auf jeden Fall mit einem deutschen Privatrezept. Nur sollte unbedingt der Name Eures Arztes, also nicht nur der Name der Praxis, draufstehen. Das war bei mir zwar nicht der Fall, der nette Apotheker hat aber ein Auge zugedrückt.
    Zu den Preise, ich brauchte (leider 😉 nur einen Gonal-F 300er Pen, der kostete 94 Pfund, also so ca. 110 Euro. Zum Vergleich, bei Billmann kostet der 128 + Porto.
    Bei größeren Mengen lohnt sich das also garantiert.
    Man muss halt nur hinfahren, aber das kann man ja mit einem netten Wochenendtrip verbinden. 🙂