Stickstoff verlängert Fruchtbarkeit


….wenn man seine Eizellen darin einfriert.
Dies bietet Christy Jones jetzt auf kommerzieller Basis an:

Im vergangenen Juni gründete die Mittdreißigerin deshalb in Boston ihre Firma namens „Extend Fertility„, zu deutsch „Verlängere die Fruchtbarkeit“. Sie bietet eine Art Eizell-Konservierungs-Service an. Ihr Slogan: „Stell deine biologische Uhr selbst!“

Bei der Entscheidung zwischen Kinderwunsch und Karriere kommt die Erfüllung des Kinderwunsches oft zu kurz.

Ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung weist auf die Möglichkeit zur Verlängerung der Fruchtbarkeit hin und mithin einen Weg aus diesem Dilemma. Wenn die Lebensplanung es anders vorsieht oder einfach auch nur der richtige Vater für die Kinder fehlt, dann tickt die biologische Uhr unermüdlich weiter.

Mit der Folge, dass die Eizellen immer älter und die Frau immer unfruchtbarer wird. Während eine Frau mit 30 Jahren pro Monat noch eine etwa 20-prozentige Chance hat, schwanger zu werden, ist diese im Alter von 40 Jahren auf fünf Prozent gesunken.
Das liegt vor allem daran, dass die Qualität der Eizellen, die schon von Geburt an in den Eierstöcken angelegt sind, mit der Zeit abnimmt. Sie sind der natürlichen Radioaktivität ebenso ausgesetzt wie giftigen Einflüssen aus der Nahrung. Wenn eine Frau erst einmal zwischen 40 und 45 Jahre alt ist, weisen rund 80 Prozent ihrer Eizellen eine Fehlverteilung der Chromosomen auf.

Für 15000 Dollar wird bei der Interessentin eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke durchgeführt, die Eizellen entnommen und anschließend eingefroren. Dieser Vorgang entspricht im wesentlichen der IVF, nur dass keine Befruchtung der Eizellen stattfindet. Daher sind auch die Risiken, die man mit dieser Behandlung eingeht mit denen der Reagenzglasbefruchtung vergleichbar.

„Die Nebenwirkungen dieser Behandlung sind erheblich“, sagt Klaus Diedrich von der Universitätsklinik in Lübeck. Verständnis hat der Reproduktionsmediziner trotzdem: „Der psychologische Effekt ist enorm: zu wissen, da liegen Eizellen, auf die man zurückgreifen kann.“

Die Erfolge bei der Eizellspende belegen, daß auch ältere Frauen in der Lage sind, problemlos eine Schwangerschaft auszutragen. „Der kritische Faktor sind ist das Alter der Eizellen und nicht das der Frau“ sagt Ulrich Schneider vom Reproduktionszentrum in Bad Münder. „Bisher ist allerdings nur bewiesen, dass die Methode prinzipiell klappt“, sagt Ulrich Schneider. „Über ihre Erfolgsquote weiß man viel zu wenig.“
Das Problem mit den eingefrorenen Eizellen ist jedoch, daß sie eine sehr viel größere Empfindlichkeit gegenüber dem Einfrierprozess aufweisen als Spermien oder befruchtete Eizellen, da ihr Wasseranteil größer ist und sich beim Einfrieren Kristalle bilden können. Die Dauer des Einfrierens ist jedoch nicht von Bedeutung. Man kann Eizellen über Jahre problemlos lagern.

In Italien wurde das Einfrieren von befruchteten Eizellen oder Embryonen im Jahre 2003 verboten, weshalb man sich hier intensiver mit dem Einfrieren von unbefruchteten Eizellen beschäftigt und angibt, dass mittlerweile jede fünfte so behandelte Patientin ein Kind zur Welt bringt.

Diedrich weist darauf hin, dass die Fruchtbarkeit der äteren Frau zwar geringer ist, aber nicht gleich Null und sich die Frage stellt, ob solche Methoden wie das Einfrieren von Eizellen sinnvoll sind.

[…]hierzulande haben 2002 sogar mehr über 40-jährige Frauen abgetrieben als Teenager. Sie dachten eben, in ihrem Alter könnten sie gar nicht mehr schwanger werden.


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