Spermienspende: Wirklich anonym?


Die meisten Paare, die sich ihren Kinderwunsch mit Hilfe einer Spermienspende erfüllen, tun dies mit dem Erbgut eines anonymen Spenders. Ist dem Kind bekannt, dass es auf diese Art gezeugt wurde, dann hat es mit dem 18. Lebensjahr das Recht, seinen biologischen Vater kennenzulernen. Dem steht entgegen, dass Aufzeichnungen über die Spender nach 18 Jahren oftmals nicht mehr existieren.

Von den Spendern ist es in den seltensten Fällen gewünscht, später mit ihren biologischen Kindern konfrontiert zu werden.

Wie man trotz fehlender Informationen den Spermienspender herausbekommen kann, zeigte ein 15jähriger Junge aus den USA. Mit Hilfe einer DNA-Analyse und einem „matching“ mit Daten aus einer DNA-Datenbank gelang es ihm, seinen biologischen Vater herauszufinden. Ausführlich auf englisch im „Newscientist“ beschrieben und in Kurzfassung in Qbi´s Weblog.


Noch Fragen?

Dann haben Sie in unserem Kinderwunschforum die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder Fragen an unsere Experten zu richten. Und hier finden Sie die Übersicht über zahlreiche andere Foren von wunschkinder.net.
Die am häufigsten gestellten Fragen haben wir nach Themen geordnet in unseren FAQ gesammelt.
Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

4 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ob das von den Spenden wirklich nur in den seltensten Fällen gewünscht ist, wage ich zu bezweifeln.

    In der Studie von Robin Rowland „The social and psychological consequences of secrecy in artificial insemination by donor programmes“ (Deakin University, Victoria 3217, Australia, 1985) bekamen 67 Spender (darunter 30% Studenten und 35% Familienväter) zwischen 19 und 49 Jahren verschiedene Fragen gestellt. Danach fühlen 48% der Spender eine Verbindung zu dem aus ihrer Spende hervorgehenden Kind und 81% würden auch gern wissen, ob aus ihren Spermien ein Kind entstanden ist. 40% glauben, dass das erwachsene Kind einen Kontakt zu ihnen herstellen wird, während 54% der Spender sagen, dass sie selbst, wenn sie durch eine Samenspende entstanden wären, etwas über den Erzeuger wissen wollten.
    52% der Männer hätten keinen Samen gespendet, wenn die Empfängerpaare nach Geburt eines Kindes ihren Namen erfahren würden. Auf die Frage, ob sie wünschen, dass die Paare ihren Namen genannt bekommen, antworteten 15% mit „Ja“ und 75% mit „Nein“. 46% der Spender wünschten, ihre Daten sollten nicht vernichtet werden. Weitere 46% stimmten nur für den Erhalt der nichtidentifizierbaren Daten, während 8% unsicher waren.

    Nach Aussage des Australiers Ken Daniels, der sich seit mehr als 20 Jahren mit dem Thema beschäftigt, fänden sich sehr wohl genug Spender, wenn die Spende nicht mehr anonym wäre. Es läge eben auch daran, wie die Samenbanken ihre Spender rekrutieren. Etwas ältere Männer, Familienväter, sind danach häufiger zur Offenheit bereit als Studenten.

    Der oben genannte Weg der Ermittlung des Spenders scheidet in Deutschand aus. Erstmal weiß hier kein Empfängerpaar das Geburtsdatum oder den Wohnort und dann sind so persönliche Daten ja hier auch nicht im Internet abrufbar. In diesem Fall würde ich sagen: zum Glück!

  2. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    Interessante Zahlen. Die entscheidende bei diesem Thema und meiner Feststellung "in den seltensten Fällen gewünscht" ist jedoch

    Auf die Frage, ob sie wünschen, dass die Paare ihren Namen genannt bekommen, antworteten 15% mit „Ja“ und 75% mit „Nein“.

    Zugegebenermaßen mehr als ich gedacht hätte, aber der überwiegende Anteil möchte anonym bleiben, wenn ich die Zahlen richtig lese.

    […] fänden sich sehr wohl genug Spender, wenn die Spende nicht mehr anonym wäre

    Da bin ich mir nicht sicher. Zumindest in Australien, wo 1998 das Gesetz entsprechend geändert wurde herscht Spenderknappheit

    Ebenso wird dies in Großbritannien und den Niederlanden befürchtet.

  3. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Zu der ersten zitierten Antwort möchte ich noch ergänzen, dass die Antwort der YES-Spender vielleicht etwas höher ausgefallen wäre, wenn man nicht gefragt worden wäre, ob die Paare (auch die noch gar nicht erfolgreichen?) den Namen erfahren sollen, sondern, ob die Kinder ihn ab einem bestimmten Alter erfahren sollen. Und nur das ist ja wichtig.

    Zur letzten Frage – ich habe da aus Ken Daniels neuestem Buch "Building a family by the assistance of donor insemination" zitiert. Die Info, dass in Australien Spenderknappheit herrscht, habe ich auch. Aber es scheint ja trotzdem noch zu funktionieren. Und für die aufgeklärten Kinder (die Tendenz zur Aufklärung der Kinder ist ja zunehmend) werden sich darüber freuen, wenn sie auf einen YES-Spender treffen.

    Viele Grüße, Rebella

  4. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    Zum Thema Spender-Rekrutierung: Es scheint auch die Kombination aus Verlust von Anonymität und Spermienqualität zu sein, der diese Rekrutierung erschwert. Etwas mehr als 3% der Männer, die Spenden möchten, sind geeignet laut einer aktuellen Studie.

    Dem Artikel ist zu entnehmen, dass es funktioniert. Noch.