Spermien in England verwechselt


Eine Katastrophe trat in einer englischen Klinik ein: Die Eizellen von drei Frauen wurden mit den falschen Spermien befruchtet und mussten vernichtet werden.

Es handelt sich dabei jedoch nicht um eine IVF-Klitsche. Das Londoner Guy’s and St. Thomas’ Hospital ist eine der renommiertesten Kliniken in Großbritannien. Durch genetische Untersuchungen fand man heraus, dass im Februar dieses Jahres bei drei Paaren die Eizellen mit Spermien befruchtet worden waren, die nicht von den jeweiligen Ehemännern stammten.

Und es ist nicht die erste Verwechslung in dieser Klinik. 2007 wurde ein falscher Embryo implantiert. Dieser stammte zwar von dem dazugehörenden Paar, jedoch sollte eigentlich ein andere Embryo nach genetischer Auswahl verwendet werden.

Die Verwechslung wurde nur erkannt, weil die Embryonen auf bestimmte Erbkrankheiten untersucht wurden und sich dabei herausstellte, dass sie nicht von den eigentlich vorgesehenen Eltern stammen können. Man fragt sich natürlich, was passiert wäre, wenn diese genetischen Tests (die keine Routinediagnostik darstellen) nicht durchgeführt worden wären.

Das bereitet einem Sorgen, denn unwillkürlich denkt man darüber nach, wie sicher die eigenen Eizellen und Spermien vor Verwechslungen sind und wie oft solche Verwechslungen unbemerkt stattfinden. Zu „Beruhigung sei hinzugefügt, dass die Klinik bereits 2007 und 2008 von den englischen Aufsichtsbehörden (Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA)) wegen ihrer risikoträchtigen Arbeitsweise gerügt wurden. In der Klinik ist es üblich, die die Spermien mehrerer Spender in einem Behälter zu bearbeiten.

Obwohl diese Vorgehensweise von der HFEA kritisiert wurde, zog weder sie noch die Klinik daraus Konsequenzen. Die HFEA bemerkt zu diesem Fall, dass die IVF eine komplizierte Behandlung sei und menschliches Versagen nie gänzlich auszuschließen.

Ich sehe das etwas anders: Eine Klinik, deren Arbeitsabläufe auf Kosten der Sicherheit rationalisiert sind wird überwacht von einer Aufsichtsbehörde, der dies offenbar völlig egal ist. Da würde ich als Sprecher der HFEA den Ball aber lieber ganz flach halten.

Times Online via babys.de.


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Kommentar

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1 Kommentar
  1. Elmar Breitbach
    atonne schreibt

    Das ist ja echt Horror mit diesen Zuständen. Als TESE-Paar wähnt man sich ja irgendwie in -vielleicht trügerischer?- Sicherheit, denn man ist ja schon ein Spezialfall, der vielleicht nicht null-acht-fünfzehn behandelt wird.

    Ansonsten hoffe ich, dass das nicht allzu häufig vorkommt. Wer übernimmt eigentlich die Kosten für die vermurkste Behandlung und gibt es sowas wie Schadenersatz für die betroffenen Paare, schließlich haben sie die Behandlung ganz umsonst gemacht?