Samenspende auf hoher See


Die BBC berichtete in dieser Woche über ein Projekt der dänischen Samenbank Cryos , welche künstliche Befruchtungen auf hoher See vornehmen möchte. Nicht aufgrund des schaukelnden Untergrundes, der hier ja auch kürzlich als fruchtbarkeitsfördernd beschrieben wurde [Edit: : -)], sondern aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen zur künstlichen Befruchtung in manchen Ländern, die den behandelnden Arzt in seiner Tätigkeit stark einschränken.

Die Gesetzgebung wird umschifft

Die Behandlung wird auf einem Schiff durchgeführt, welches ausserhalb der 12-Meilenzone in internationalem Gewässer ankert. Dort gilt dann nicht mehr das jeweilige Länderrecht, sondern das Recht des Landes, unter dessen Flagge das Schiff unterwegs ist. Behandlungen mit gespendeten Spermien sind dann nicht mehr an Auflagen anderer Länder gebunden, in denen z. B. die Anonymität der Spender aufgehoben wurde, was zu einem drastischen Einbruch der Spendenfreude führte. Ähnliches wird auch für die Eizellspende gelten, die in vielen Ländern verboten ist

Ole Schou, Projektleiter der Firma Cryos bei ihrem delikaten Seegang, erklärte, dass es sogar denkbar sei, in den Gewässern beispielsweise vor Großbritannien auch britische Ärzte anzuheuern. Vor den Küsten anderer Länder könnten ebenfalls Ärzte aus dem Heimatland der Kinderlosen für umfassenden Service sorgen.

Der geschäftstüchtige Schou hat bereits ausgerechnet, dass in Europa ein Markt für etwa hundert solcher Schiffe bestünde. Seine Firma dürfte als Global Player des Samenhandels auch über das ausreichende Know-how für das Hochsee-Geschäft verfügen. Auf ihrer Website wirbt das Unternehmen damit, dass es seit 1991 bereits rund 10.000 Schwangerschaften in mehr als 40 Ländern ermöglicht habe.


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Kommentar

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2 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Na, das ist wohl eher eine PR-Aktion als ernst gemeint.

    10.000 Schwangerschaften oder ca. 90.000 Befruchtungsversuche in 15 Jahren, das macht 6.000 pro Jahr oder nicht mal 20 pro Tag. Dann über 40 Länder verteilt. Wer soll denn so weit anreisen?

    Und dann alles nur, damit es schön anonym ist????

  2. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    🙂

    Sie kennen ja mittlerweile meinen Hang dazu, auch mal eine etwas "schräge" Nachricht in diesem Blog aufzunehmen.

    Und natürlich gebe ich Ihnen Recht.