Lesbisches Paar verklagt NHS


In Großbritannien werden die Kosten für eine Kinderwunschbehandlung unter bestimmten Voraussetzungen vom „National Health System“ übernommen. Ein lesbisches Paar hatte sich zunächst mehreren Inseminationen in einer privaten Klinik unterzogen, jedoch ohne Erfolg.

Ihre Anfrage an eine Klinik des NHS, eine IVF mit Spendersamen durchzuführen, wurde abschlägig beschieden (wie dies auch in Deutschland der Fall wäre). Da sich das Paar dadurch diskriminiert fühlte rief sie die Gleichstellungskommission an. Diese „Equality and Human Rights Commission“ zog sich geschickt aus der Affäre: Weder die Antragstellerin noch ihre Partnerin seien unfruchtbar. Was wohl so stimmt, fehlen doch schließlich „nur“ die notwendigen Spermien in ihrer Beziehung.

Als das Paar eine Klage gegen die Entscheidung anstrebte, blieb das NHS bei seiner Entscheidung und begründete dies damit, dass die Reproduktionsmedizin ausschließlich Paaren vorbehalten sei, die vergeblich versucht hätten „auf normalem Wege“ schwanger zu werden.

Der Nachweis der Unfruchtbarkeit ist also nur durch eine entsprechende Diagnose zu erhalten oder nach zwei Jahren ohne Schwangerschaft trotz regelmäßigem „sexual intercourse“. Eine Form des Nachweises, der unter den gegebenen Umständen sicherlich nicht in Frage kommt.

Die Anhörung vor Gericht ist noch nicht abgeschlossen. Interessant ist auch die Aussage, dass die Wartezeit für eine IVF-Behandlung in der Region aktuell 95 Wochen beträgt. In England muss man sich also beizeiten überlegen, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. 2 Jahre für den Nachweis der Unfruchtbarkeit und fast weitere zwei Jahre Wartezeit auf die Behandlung. Da mag schon manche Antragsstellerin in der Menopause sein, wenn es denn endlich losgehen soll.

Via BBC News


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Kommentar

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3 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Naja, nicht jede Unfruchtbarkeit lässt sich diagnostizieren. Wir kennen ja auch die so genannte pathologische Unfruchtbarkeit.

    Was wäre jetzt, wenn die lesbische Frau angibt, sie habe es 2 Jahre mit einem Mann versucht, hat aber nicht funktioniert?

    Der Menschenrechtsausschuss in Genf hat sich übrigens für die Frage interessiert, ob lesbische Frauen auch gleichen Zugang zu reproduktionsmedizinischen Leistungen haben.

  2. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Sie haben den Prozess gewonnen. Dazu mehr später.

  3. […] nicht in Deutschland, sondern in England. Es wurde hier bereits berichtet, dass ein lesbisches Paar aus Großbritannien dagegen geklagt hatte, nicht zu einer […]