Lesbisches Paar verklagt Arzt wegen Zwillingen


Eine sehr konkrete Lebensplanung wurde in Australien durcheinandergebracht und der dafür verantwortlliche Arzt soll es nun büßen.

Ein lesbisches Paar hat sich aufgrund eines Kinderwunsches einer künstlichen Befruchtung unterzogen und Zwillinge bekommen. Da sie planten, ihr Kind in einer teure Privatschule zu schicken, wollten sie unter keinen Umständen ein zweites Kind. Da sie nun die Kosten für die schulische Ausbildung zweier Kinder tragen müssen, verklagten sie den Arzt auf 245.500 Euro Schadenersatz.

Spiegel online berichtet weiter:

Vor der künstlichen Befruchtung im Jahr 2003 hätten sie ihrem Arzt klar zu verstehen gegeben, dass sie nur ein Baby wünschten, begründeten die Frauen ihre Klage. In der Einverständniserklärung sei extra darauf hingewiesen worden, dass lediglich ein Embryo eingepflanzt werden solle. Die Geburt der zwei Kinder hätte die Beziehung der beiden schwer belastet, hieß es.

Der erste Fall dieser Art in Australien hat in dem Land für Empörung gesorgt und eine Wertedebatte ausgelöst. „Wir scheinen mehr daran interessiert zu sein, den Wünschen Erwachsener nachzukommen, als die Rechte von Kinder zu schützen“, erklärte der konservative Senator Guy Barnett. Das Zivilverfahren wegen der bereits drei Jahre alten Zwillinge untergrabe die Bedeutung von Elternschaft. Barnett rief dazu auf, gleichgeschlechtlichen Paaren und unverheirateten Frauen eine aus öffentlichen Mitteln finanzierte künstliche Befruchtung künftig zu untersagen.

Wenn es keine eineiigen Zwillinge sind, dann muss man dem Arzt zum einen natürlich auch eine gewissen Sorglosigkeit vorwerfen und in der Tat auch, dass er gegen den expliziten Wunsch des Paares handelte. Die Hintergründe der Klagesumme lösen bei mir jedoch ziemliche Bauchschmerzen aus


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Kommentar

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Keine Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    damit haben die "schwestern" ihren sonstigen schwestern sicher kaum einen gefallen getan. der feine unterschied liegt wirklich in der ein – oder zweieiigkeit der zwillinge…zumindest für den regress an den doc. wären die kinder produkt einer IUI…noch spannender!

    abgesehen davon finde ich es als mutter erbärmlich sich so zu benehmen…o tempores, o mores!..welches kind darf sich dann in 15 jahren, wenn es die prozessakten liest nun ungewollt fühlen..?…einfach erbärmlich…

  2. Elmar Breitbach
    Donza schreibt

    "Barnett rief dazu auf, gleichgeschlechtlichen Paaren und unverheirateten Frauen eine aus öffentlichen Mitteln finanzierte künstliche Befruchtung künftig zu untersagen."

    – Was hat denn die sexuelle Orientierung bzw. Singletum nun damit zu tun?

    Ach je, solch eine dämliche Nestbeschmutzung, ich hoffe, die beiden kriegen von den jeweiligen Interessengruppen in ihrer Heimat ordentlich Wind von vorne!

  3. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, daß sie damit durchkommen. Vor allem mit der Begründung. Das kann man doch nur als sittenwidrig einstufen.

  4. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    könnte mir vorstellen, daß sie ne Chance haben. Vertrag ist Vertrag…

    ob es gut und richtig ist, ist ne ganz andere Frage. Aber Recht haben und Recht kriegen…

  5. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Der Fall hat doch jetzt nichts damit zu tun, dass das Elternpaar zufällig lesbisch ist. Es gibt auch heterosexuelle Paare zu Genüge, die nur ein Kind haben wollen. Und der Arzt ist nicht dazu berechtigt, mehr als einen Embryo zu transferieren, wenn das OPaar ausdrücklich nur ein Kind wünscht. Ist es Absicht, dass die Frage der Ein- oder Zweieiigkeit nicht in dem Artikel erwähnt wurde?

    Ich würde das Paar moralisch nicht so sehr runter ziehen, wenn die Zwillinge zweieiig sind. Kann doch sein, dass sie ihre beiden Kinder jetzt, wo sie da sind, trotzdem von Herzen lieben. Sie nutzen eben nur die Chancen des Gesetzes, um an die Kohle für das zweite Kind zu kommen. Das hat nicht viel mit ihrem Verantwortungsbewußtsein als Eltern zu tun.

  6. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    @rebella

    ..nur weil etwas nach dem gesetz möglich ist heißt das lange noch nicht, dass man es auch tun sollte.

    ..würden sie es nur für kohle tun, dann wäre das für mich abzockermentalität (auf kosten eines docs, der wohl eigentlich nur helfen wollte). finde ich weder prikelnd noch moralisch hochwertig. ist genau der punkt, den ich kritisiere..ist verantwortung als eltern nicht auch den kindern so eine art moralischen richtwert mitzugeben (was die später draus machen ist ihnen überlassen ;-))?
    sorry, aber dann finde ich das handeln immer noch verantwortungslos. man bereichert sich einfach nicht auf kosten der existen (oder nicht existenz) der eigenen kinder … und ich weiß sehr wohl, dass z.b. eine ganze kultur von unterhaltempfangenden scheidungspartnern, nebst politikern, die sich die dazu passenden gesetze ausgedacht haben gegen meine argumentation oder sichtweise stehen :-).

    ..wie ich eingangs schon sagte; gelegentlich sollte sich mensch die freiheit nehmen eben NICHT für kohle alles zu tun – auch wenn sie ihm/ihr zustünde.

  7. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    reaba, da haste schon irgendwie Recht. In bestimmten Situationen sollten wir aus moralischen Gründen auf Rechtsansprüche verzichten. Aber jeder setzt seine Grenzen da etwas anders. Ich denke mal, der Arzt hat sein Berufsrisiko mit einer Versicherung abgedeckt und damit trifft´s ihn nicht ganz so unmittelbar. 🙂

    Ich halte aber an meinem Standpunkt fest, dass bei medizinischen Behandlungen jeder Art ein Arzt grundsätzlich immer nur so weit eine Behandlungsbefugnis hat, wie der Patient auch zugestimmt hat. Nicht umsonst muss man Behandlungsverträge unterzeichnen. Und wer nicht im Rahmen seiner Behandlungsbefugnis arbeitet, der muss mit solchen Klagen rechnen. Gäbe es solche Klagen nicht, weil alle aus moralischen Gründen darauf verzichteten, dann könnten die Ärzte machen, was sie wollen. Also auch gegen den Willen der Patienten z.B. PID durchführen, 20 Embryonen weiter kultivieren, 4 Embryonen übertragen, eine unzureichend getestete Nährlösung an dem Embryo ausprobieren oder gar einen fremden Embryo transferieren. Das mag alles gut gemeint sein, weil es die Erfolgsaussichten erhöhen kann. Es ist aber doch unzulässig, da es – ohne seine Einwilligung – die Interessen des fortpflanzungswilligen Paares verletzt.

    Das Paar hätte ja theoretisch auch Drillinge bekommen können (z.B. ein eineiiges Geschwisterpaar und ein Kind aus dem anderen Ei). Währen diese Drillinge oder auch nur ein Kind davon aufgrund dessen, dass es in Mamas Bauch zu eng war, behindert, wäre es dann auch moralisch unzulässig, den Arzt zu verklagen? – Das Geld dient ja im Endeffekt nicht der Bereicherung des Elternpaares, sondern im obigen Beispiel dem Unterhalt des zusätzlichen Kindes bzw. in meinem Beispiel der Pflege eines behinderten Kindes.

    Anders sieht es selbstverständlich aus, wenn die Eltern mit dem Transfer von 2 Embryonen einverstanden waren. Dann haben sie ein Risiko bewusst in Kauf genommen und müssen damit leben.

  8. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    hmmm..vielleicht mache ich es mir wirklich zu einfach..?
    ich komme aus der "medizinischen ecke" und kann grundsätzlich schon gute absicht von docs (und personal) unterstellen…zumindest aus eigener erfahrung.
    natürlich besteht immer die möglichkeit zu missbrauch von vertrauen, gutgläubigkeit, unwissenheit…in jeder berufsgruppe übrigens.
    trotzdem gilt für mich hier in dem fall: wer das eine will sollte das andere mögen (bei eineiigkeit immerhin).

    ..nicht auszuschließende spuren einer (lange vergangenen 🙂 )katholischen erziehung…lach

    so natürlich ich es finde nach einem "schuldigen" zu suchen, so wenig sinnvoll finde ich es sich dabei des StGBs (oder der australischen entsprechung) zu bedienen…jedenfalls in vielen fällen; auch in diesem.

    es sind 2 gesunde kinder…manche frau oder manches paar würden dafür ein arm und ein bein hergeben.

    das argument mit dem geld für die ausbildung…naja…manchmal hilft selbst der größte haufen kohle nix 😉

  9. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Zitat Rebella: "Kann doch sein, dass sie ihre beiden Kinder jetzt, wo sie da sind, trotzdem von Herzen lieben."

    Dann hätten sie wohl kaum kurz nach der Geburt in Erwägung gezogen, eins der Kinder zur Adoption freizugeben:

    http://www.welt.de/vermischtes/article1199573/Lesbisches_Paar_will_Schadensersatz_fuer_Kind.html

    Außerdem: Warum erst jetzt die Klage, nach drei Jahren? Sorry, aber für mich klingt das doch sehr nach reiner Bereicherung. Zumal sie von dem Zwilling ja wohl kaum erst bei der Geburt erfahren haben und somit genug Zeit gehabt haben dürften, sich mit der Situation vertraut zu machen.

    Mal ehrlich: Diese beiden Frauen haben auf der emotionalen Ebene erhebliche Defizite, wenn ich meine Meinung mal vorsichtig formulieren soll…

  10. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    hm, also ich kenne eine Menge Eltern (auf natürliche Art und oft sogar ohne speziellen Kinderwunsch – in manchen Fällen auch mit Kinderwunsch) , die mehr als nur vorsichtig formulierte Defizite haben…
    und dennoch haben sie Kinder.

    ich sehe wie immer die Schwächsten in der angelegenheit als die eigentlichen Opfer. die müssen es ausbaden. vielleicht irre ich mich. Aber ich sah einfach schon viele Fälle, in denen es den Kindern nicht gut bekommen ist, überhaupt geboren worden zu sein.

    Betrifft sicher keinen von Euch… das setze ich einfach voraus.

    und daß ein Arzt per se immer die besten Absichten hat – sorry. Kann, muß aber nicht. Doc hier ganz bestimmt, wo er doch seine Freizeit noch mit dem Thema verbringt. Aber es gibt ganz sicher auch andere….

  11. Elmar Breitbach
    Luna schreibt

    Mhh, um welchen Sch%&$§" kann man sich denn noch so streiten. Also, wenn die keine Lösung finden würde ich gerne den einen Zwilling nehmen

  12. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    @Suse: Mag sein, aber den Preis für einen Zwillingskindergarten als Grenze des Zumutbaren zu betrachten und das in die Klagebegründung mit einfließen zu lassen? Ausgerechnet nach einer Kinderwunschbehandlung? (Und wenn schon, dann nimmt man eben einen gebrauchten!) Nee, also für mich haben die beiden Frauen einen Schlag schräg, ‚Tschuldigung.

  13. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Sorry, das sollte natürlich "Zwillingskinderwagen heißen.

  14. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    ich weiß nicht, so wie ich es erlebe (ich komme aus einem anderen sozialen System, fällt mir immer wieder auf) – in der "Freien Welt" heißt es irgendwie, auf Teufel komm raus die eigenen Ressourcen zu mehren – auf Kosten wes auch immer…

    so gesehen ist es moralisch verwerflich (aber Moral ist nicht mein Ding, denn ich halte Moral nach wie vor für eine Methode, immer Andere zu behindern, sich selbst die besten Aussichten zu verschaffen : nicht persönlich verstehen, als Prinzip), aber systemkonform.

    Vom juristisch etwas überspitzten Grundgedanken, daß eltern für die Ressourcen für ihre Kinder und die Durchsetzung deren Interessen verantwortlich sind, ist es sogar GEBOT für Eltern, alle diese chancen zu nutzen….

    und – hm, gerade wir hier bestehen doch darauf, trotz KiWu und assistierter Fruchtbarkeit doch eigentlich GANZ normale Eltern zu sein, also nicht anders als die "biologisch problemlosen"…

    schräg find ich es auch. Aber nicht unlogisch.

    letzlich könnten die Kinder ihre Eltern sogar verklagen, später mal, wenn diese deren Interessen niicht gut vertreten haben… juristisch ist das alles möglich. und übern Teich, weiß nicht wie in Australien, aber in USA hätte das jede Chance….

    Ich sehe eher umgekehrt den Versuch der Instrumentalisierung, hier schreit jemand: seht her, diese (igitt-igitt) Lesben, dann nutzen sie schon die (gegen gottes Fügung und Diktat) KiWuMedizin, und dann sind sie mit dem PERFEKTEN oder gar überperfekten ergebnis auch noch nicht zufrieden – also sollte man das alles doch abschaffen oder zumindest wieder völlig privat finanzieren lassen (letzlich gehts immer ums Geld)…

    wie gesagt, nicht meine Denke, aber ichkanns nachvollziehen. Systemkonform.

  15. Elmar Breitbach
    Anonymous schreibt

    ..nää suse…aber nicht 3 jahre später bei einem familieneinkommen von 120.000 AUS$…über einen kinderwagen jammern…sorry (schützenswertes lesben-biotop hin oder her)…die damen haben eine heftige emotionale störung…und das ist echt noch freundlich formuliert.

    hast recht..sozialisation ist für moral (oder was immer man statt dessen dafür verwenden möchte als begriff; ich verstehe moral diametral gegensätzlich zu deiner auffassung 🙂 ) schon wichtig – ich würde keine gesellschaft wollen, in der das was die beiden mit ihren kindern machen für normal gehalten wird.

  16. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    wollte nicht anonym posten :-)…der drüber ist mein beitrag

  17. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    weiß man doch nicht, was in den 3 Jahren gelaufen ist, ob man sich erst mal so einigen wollte oder was sonst noch. Drüber spekuliern bringt da keine Erkenntnis.

    Und Lesbenbiotop? hm, klingt da Neid mit? frech grins (duck und weg…)

    Du verstehst Moral als das, vermute ich mal, als was sie sich ausgibt – die Lehre vom guten, richtigen, schönen.
    eine solche lehre gibts aber nicht, denn die Auffassungen sind immer diskutabel. Moralisch ist, was festgelegt wird. Noch vor 300 jahren war es moralisch, eine bedauernswerte nackte Frau zu ersäufen. War sie nicht ersoffen, dann war sie natürlich schuldig udn mußte brennen…
    da fand man nix bei! Außer die Betroffenen natürlich, aber die hatten ihre Rechte eh schon verwirkt. Dafür hatte der Rest der Bevölkerung einige nette Gaudi, mit allem, was das Abendprogramm heute viel weniger direkt bietet (noch gibts kein Geruchsfernsehen…)

    udn was wäre moralisch: Geld sparen oder Geld "erwirtschaften"?
    Verkauft man nicht dauernd sinnloses Zeug für Geld? guck die Tips für KiWu mit Homöopathika an. alles rausgeschmissenes Geld (ich habe Hahnemanns Kompendium hier – der Mann verschüttelte nur 2mal! und Kombinationsmittel fand er ungesund und so weiter….) – die Homöopathen selbst wissen das auch fast alle.

    ich finde DAS höchst unmoralisch, um den Begriff mal zu benutzen. Betrügerisch eigentlich…
    Wer Geld nimmt für etwas, das er gar nicht liefern kann, begeht Betrug.
    Wer – wie dieser KiWuMediziner – sich nicht an Absprachen hält (es sei denn, es war Zufall, selbst eineiige Zw. Könnten durch Manipulation seinerseits entstanden sein, in der Tiermedizin macht man es, glaub ich) – ist vertragsbrüchig.

    unmoralische Verträge? Zwangsheirat ist ein unmoralischer Vertrag, da Heirat ein Vertragsabschluß ist, und dieser durch Zwang zustande kam…

    klar haben die beiden Damen da ne genialische Geldvermehrungsidee gefunden, und das ist schon komisch.
    allerdings ist das nicht verwerflicher als Dr. Rath mit seiner Internet -Apotheke oder hamer als Krebs"fachmann". Die haben beide schon Verurteilungen durch die Justiz erlebt, aber sie machen lustig weiter. offensichtlich begünstigt die Gesellschaft genau das…. oder wie wäre es sonst zu erklären?

  18. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    (soll heißen, im Grunde hast du absolut recht – unabhängig ob es Lesben sind – aber irgendwie sind solche leute auf der Gewinnerseite, warum auch immer….)

  19. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    🙂 also lesbenbiotop meinte meine subjektive empfindung, dass in letzter zeit "randgruppe" inner ist als "mainstream"…sonst nix…ach ja, versehen auch mit immer mehr privilegien – kann man gut finden oder auch nicht. geschmackssache einfach. neid höchstens insofern als dass die "randgruppe" der ungewollt kinderlosen in der darstellung ihrer diskriminierung leider nicht so auffällt – und sich auch nicht so auffällig verhält.

    homöopathika, dr rath und co: scharlatanerie. gabs immer, gibts und wirds immer geben.allerdings weiß ich nicht ob dr. rath seine medis an einem eigenen, krebskranken kind ausprobieren würde…oder ob heilpraktiker bei eigenen kindern z.b. eine aggressive myokarditis mit kügelchen behandeln würden und nicht mit antibiotika?

    der doc in australien hat vielleicht nur einen fehler gemacht. zudem habe ich die australien news etwas daraufhin gelesen…man streitet sich derzeit vor gericht ob die frau wirklich nur einen embryo haben wollte oder lt. standardvertrag der klinik bis zu 2…einen hätte man ausdrücklich festlegen müssen vertraglich – haben die mütter wohl nicht gemacht.alleine deshalb sollten sie meiner meinung nach den doc nicht behelligen.

    was ist moral? oder das gute, richtige, schöne?..sehr philosophische oder auch theologische frage 😉
    sollte man eine rheinländerin eigentlich nicht fragen…konntest du aber nicht wissen 🙂 …sehr abstrakt formuliert vielleicht die harmonie, die widersprüche erzeugen…oder das hässliche im schönen (und umgekehrt). also eigentlich das sein selbst mit allen facetten…und damit es das "sein" bleibt möchte moral wohl eher die tendenzen der "dunklen seite" die das "nicht-sein" anstrebt, limitieren.ausschließlich zerstören, verbrauchen, nicht erschaffen ohne rücksichtnahme auf mitwesen ist für mich dabei "dunkel".

    hmmm…die gewinnerseite 🙂 … manchmal hat auch verlieren eine gewisse ästhetik 😉 … ist nicht gesellschaftskonform (derzeit) die ansicht…kann sich ja wieder ändern 😉

  20. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    wir gehören auch nicht zu den Gewinnern, aber ich kann in den spiegel gucken 😉

    ja, vielleicht wars auch betrügerisch seitens der Frauen, kann schon sein… auach das nicht neu, man denke an untergeschobene Kinder (mir persönlich ist wurscht, woher ein Kind stammt – als Pflegemutter ist man da ganz anders orientiert) – aber im sinne des BGB ist sowas ja auch Betrug.

    hm, hab vielleicht nicht mitbekommen, welche vorteile man Lesben so massenhaft zuschanzt (hatte mal welche in meinem bekanntenkreis, ist aber eingeschlafen, auch ne transe) nach meiner Erfahrung haben die mehr so den status "Monströs".
    Daß die Zeitungen dann sowas gern ausschlachten, hat eher damit zu tun…

    Moral? Da macht es bei mir klick. Ich bin Niggermama! also, so gesehen kann man mir auch nicht mit Moral kommen. ich bin angespuckt worden… echt…. kein blöder witz. Zum glück hat meinem sohn nur selten einer was tun wollen – liegt daran, daß er sehr viel charm hat – ich eher weniger, schätze ich.

    Moral, das kommt für mich in unserer Kultur (christlich-abendländisch) aus der religion, und mit diesen Sachen hab ich nun gar nichts mehr am Hut (dabei ging ich in ddr 6 Jahre in die christenlehre – freiwillig, meine Söhne in BRD hab ich von Reli abgemeldet!).
    die 10 Gebote? sind zwar ältere Prinzipien, älter als christentum (das ne Sklaven- und Weltuntergangsreligion war…. man lese Paulus etc). Aber "du sollst nicht töten" wird außer Kraft gesetzt, sobald es um viel Gewinn geht. Kaiser und Vaterland etc pp….

    Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Haus, Hof, Hund und Weib….
    ach, bei weiter Entfernteren darf man? und wie paßt Weib da rein? und was ist mit ihrem Begehren? ach ja, gabs nicht. stimmt ja.

    Versteh mich richtig, aus dieser Quelle kommt mein Mißempfinden bei Moral. Ich wette, die beiden Damen sind nicht ganz ohne Christentum (ist ja derzeit irgendwie eher in als früher….)
    voreheliche Verhältnisse? uneheliche Kinder? Scheidung? na und? sollen siie doch. Muß jeder selbst entscheiden. Was ist auch schlechter am unehelichen bankert? Kind ist Kind…

    meine Mutter hatte noch solche Dinger drauf. Ihre Reaktion, als ich mit einem "fremden", auch noch SCHWARZEN udn noch behinderten Kind ankam….
    aber beschimpft haben mich mehr Leute auf der Straße (gab auch, selten, nette Menschen, man muß halt ne Weile suchen…)
    die sahen sich sicher im vollbesitz ihrer Moral… örks…

    das ändert nix, ich drücke jeder mit Kiwu hier (Lesbe oder nicht, bi oder hetero, egal… iss mir völlig wurscht) feste die Daumen!
    Manchmal hilft ein kleines bißchen glück …. ich wünschs jeder!
    (wie sie dann Kindergeschrei übersteht, ist ne andere Frage 😉 )
    Grüßle
    S.

  21. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Danke für den Link, Ute. Sehen ziemlich eineiig aus die beiden Süßen, nicht?

    Mag schon sein, dass die Eltern ´nen Schuss weg haben. Ich habe nur hier in den letzten Jahren gelernt, dass man nicht andere verurteilen sollte, nur weil sie andere Denkstrukturen haben, als man selber. Wir alle hier sind insofern einseitig belastet, dass es uns unvorstellbar ist, dass jemand sein Kind nicht haben möchte. Die meisten von uns hier hätten sich über Zwillinge gefreut oder doch zunindest, wenn´s 2 geworden wären, sich gern da hinein gefügt. Außerdem sind Familieneinkommen von 60.000 Euro für die meisten von uns unvorstellbar, so dass wir meinen, das würde doch vollkommen reichen. Offensichtlich aber gibt es Menschen, die einen solchen Luxus gewöhnt sind, dass es für sie unvorstellbar wäre, so, wie wir zu leben. Als die Mauer noch stand ich so hörte, was die Leute im Westen so für´n Einkommen haben, selbst dann, wenn sie nicht arbeiten, hätte ich aus meiner Perspektive damals wohl auch über jemanden, von dem ich in der Zeitung gelesen hätte, er könne einen Kinderwagen nicht bezahlen, Witze gerissen. Heute, da ich mir diese Dimension selbst einverleibt habe, sehe ich das aus ´ner anderen Perspektive.

    Ich will das Elternpaar nicht unbedingt rechtfertigen, es mir nur nicht so leicht mit einem Urteil machen.

  22. Elmar Breitbach
    SandraNL schreibt

    Puh … aber da kann ich nur kotzen *sorry*
    Ich bekomme ein Kind weils grad in meine finanzielle Situation passt?
    Und wegen dem zweiten wird Anklage erhoben, da es die komplette finanzielle Planung versaut?
    Yes, wo bleiben die ganzen Frauen in Deutschland die Tropi schwanger wurden und verklagen die Pillenhersteller oder Frauenärzte die zu dieser Methode geraten haben?

    *kopfschüttelnd*

  23. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    um ehrlich zu sein, die Tropi -Mütter hätten sehr wohl die Hersteller verklagen können (warum sie es nicht taten, ist eine ganz andere Frage, nämlich diie von Motivation und von Selbstbewußtsein).
    einige Frauen haben ja ihre Ärzte verklagt, weil eine Schwangerschaft zu Behinderung führte, obwohl Diagnostik gewünscht war/möglich ist/angeraten ist.
    Zum Beispiel in Bayern, da das Kind HIV-infiziert geboren wurde, weil der Arzt der Meinung war, "bei GEbildeteren braucht man den Test sicher nicht".

    und daß ein Kind in die finanzielle Situation passen sollte, ist ein Gebot der Stunde. Daß Kinder noch vor 70 Jahren hier in der Region Hungers starben, ist noch nicht so lange her… oder an behandelbaren Krankheiten…. weil es am GELD fehlte….
    Anderswo ist das sogar noch NORMAL.
    und es gibt einige wenige Kinder in D, die nicht krankenversichert sind (weil die Jugendämter sich zieren). Natürlich wird das ungern bekanntgegeben.

    Neid ist ein sehr bedenklicher Ratgeber.

  24. Elmar Breitbach
    SandraNL schreibt

    *lach entschuldige Suse, du hättest in mein Profil schauen sollen, bevor Du eine Anklage auf Neid erhebst!
    Zum Zweiten pikiere ich mich nicht über die allgemeine finanzielle Situation obs Kind passt oder nicht, sondern über die wie oben genannte teure Privatschule!

    Bevor das hier weiter ausartet, klinke ich mich aus.
    So long, verständnisloses kopfschütteln

    Sandra

  25. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    sorrry, ich weiß gar nicht, wie ich in Profile gucken könnte… schäm…

    ich denke, das Problem ist die allgemeine Monetarisierung.
    Was heißt es schon, es ist ne teure Privatschule… ich meine, an der Formulierung hängts wohl. Und das bedeutet für jeden möglicherweise auch was anderes….

    Das allerdings ist Formulierung des Journalisten gewesen. Wie die Eltern das formuliert haben, wissen wir doch gar nicht…

    aber ich halte das für einen Nebenschauplatz. Das eigentliche thema ist, daß die Bestsellung auf eines lautete, geliefert wurden zwei.
    War nun die Bestellung nicht rechtens, oder die Lieferung, oder was sonst noch?

  26. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    ich hab noch mal drüber nachgedacht.
    Der Knackpunkt ist der, daß die beiden elternteile sich innerhalb des Systems (der herrschenden Kultur) absolut logisch verhalten haben, also systemkonform.

    ob das System an sich sinnvoll oder human ist, ist ne ganz andere Frage.
    systemkonform sind auch die ganzen entscheidungen wie Altersbegrenzung für KiwuMedizin, Zuzahlungsvorschriften, einschränkungen der entscheidungsfähigkeit (zB embryonenschutzgesetz) und so weiter.

    Das ergänzt sich sehr gut, nichts davon widerspricht sich.

    Am Rande finde ich es einfach plakativ, darauf abzuzielen, daß es Lesben sind. Es ist nicht neu, Menschen mit gewissen Abweichungen (wer von uns hat keine Abweichung? das muß man mal in ruhe bedenken) Böswilligkeit oder andere negativen Motive zu unterstellen.
    und anzudeuten, dies kommt sowieso durch Abweichung, also als logische folge davon.
    Möglicherweise war die geschichte so. Möglicherweise auch ganz anders.
    Daß wir hier nicht so gehandelt hätten, ist auch eine ganz andere Geschichte.

    und man ändert ein umfassendes System eher nicht, indem man einen symptomaatischen einzelfall anprangert. anprangern bringt vergleichsweise sowieso nix…

  27. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Suse, das haste gut formuliert. Ganzt meine Rede. 🙂