Künstliche Befruchtung von Lesben diskriminiert Schwule


Die künstlichen Befruchtung für Lesben soll nicht zugelassen werden, da es die Schwulen Paare diskriminiert. So sieht es zumindest der österreichische Bundeskanzler. Vermutlich wird er auch konsequenterweise der Meinung sein, dass Gebären generell abgeschafft werden sollte, da es die Männer insgesamt diskriminiert. Solcherart vom Gebärneid gepeinigt wird es ihn auch nicht trösten, dass er im Stehen pinkeln kann.

Es ist schon interessant, dass bei dieser Argumentation nicht die Diskriminierung homosexueller Paare im Vordergrund steht, sondern lediglich eine Enklave außerhalb der „normalen“ Gesellschaft geschaffen wird, innerhalb derer man dann darüber wacht, dass alles gerecht zugeht.

Die SPÖ hatte sich zuletzt beim Wiener Landesparteitag für die „Gleichstellung von schwulen und lesbischen Paaren“ stark gemacht. Offenbar bedeutet dies eben faktisch lediglich die „Gleichstellung von Lesben und Schwulen“ und nicht die „Gleichstellung homosexueller Paare mit heterosexuellen Paaren“.

OK, dies waren meine grundsätzlichen Gedanken dazu, nun die Fakten, die ich bei ggg.at fand:

Das Rechtskomitee Lambda (RKL) vertritt Christina und Daniela Bauer, ein lesbisches Paar, das in Oberösterreich lebt. Eine der beiden Frauen möchte gern durch künstliche Befruchtung ein leibliches Kind zur Welt bringen. Allerdings wurde die medizinisch unterstützte Fortpflanzung in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gleichzeitig mit der Einführung der Eingetragenen Partnerschaft verboten. Dagegen klagen die beiden Frauen vor dem Verfassungsgerichtshof.

In der von Bundeskanzler Werner Faymann persönlich unterschriebenen Stellungnahme verteidigt die Regierung allerdings „mit allen juristischen Tricks“ die derzeitige Regelung, so RKL-Präsident Helmut Graupner. Nach der derzeitigen Rechtslage müssen Beschlüsse im Ministerrat einstimmig gefasst werden – diese Stellungnahme wurde also auch von allen SPÖ-Ministerinnen und Ministern gutgeheißen.

So argumentiert die Bundesregierung, dass die beiden Frauen von dem Verbot gar nicht „unmittelbar und aktuell betroffen“ seien, da sie nicht fortpflanzungsfähig seien – also auch bei Sex mit einem Mann kein Kind zeugen könnten. Außerdem dürfte lesbischen Paaren die medizinisch unterstützte Fortpflanzung auch deshalb nicht ermöglicht werden, weil dadurch schwule Paare diskriminiert werden würden, da sie so keine Kinder bekommen könnten, so die Stellungnahme der Bundesregierung.

Schon ein interessanter Eiertanz, diese Argumentation.


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Kommentar

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11 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Zitat: "dass Gebären generell abgeschafft werden sollte, da es die Männer insgesamt diskriminiert. Solcherart vom Gebärneid gepeinigt wird es ihn auch nicht trösten, dass er" – der österreichische Bundeskanzler – im Stehen pinkeln kann."

    Sehr treffend kommentiert. Wie blöd muss man eigentlich sein, um so eine Stellungnahme abzugeben, wie sie die österreichische Bundesregierung hier vorgelegt hat?

  2. Elmar Breitbach
    MichaW schreibt

    Ist Ziel der KB, ausschließlich PAAREN zu einem Kind zu verhelfen??? Oder evtl. doch 2 Menschen zu einem leiblichen Kind? Letzteres könnte auch einem Schwulen geschenkt werden. Ob das Kind dann bei ihm und seinem Partner oder bei der Mutter lebt und er sich (oft deutlich besser als so mancher andere uneheliche oder geschiedene Vater) darum kümmert ist eine ganz andere Frage.

  3. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Aktuell ist die gesetzliche Regelung in Deutschland und Österreich so, dass es tatsächlich nur um Paare geht.

  4. Elmar Breitbach
    Tigerin schreibt

    Ach so: Um die Schwulen nicht zu diskriminieren, müssen die Lesben gleich mitdiskriminiert werden. So verstehe ich den Gedankengang…

  5. Elmar Breitbach
    Fischgrete schreibt

    Das erinnert mich so an "Leben des Brian"!

    Loretta:
    Jeder Mann hat das Recht, Babys zu haben, wenn er sie haben will.
    Rech:
    Aber, aber du kannst keine Babys haben.
    Loretta:
    Unterdrücke mich bitte nicht.

  6. […] This post was mentioned on Twitter by Fred Familienfreund and Kinderwunsch-Channel, Elmar Breitbach. Elmar Breitbach said: “Gleichstellung von Lesben und Schwulen” ist NICHT “Gleichstellung homosexueller Paare mit heterosexuellen Paaren”. http://bit.ly/9uymVG […]

  7. Elmar Breitbach
    Kaasie schreibt

    wieso, man kann doch grundsaetzlich die Befruchtung homosexueller Maenner auch erlauben, wo ist das Problem? Kann der werte Herr sich ja aussuchen, wo man ihm die Eizelle hinpflanzen soll – mal gucken, was passiert…. Wer’s machen laesst, ist dann doch irgendwie selber Schuld – oder gehe ich jetzt wieder faelschlicher Weise davon aus, dass wir alle irgendwie mit einem Gehirn gesegnet sind??

  8. Elmar Breitbach
    schokojule schreibt

    Tja, Bergluft ist dünn. 😉

    Da sieht man wieder, wohin ständiger latenter Sauerstoffmangel führen kann.

  9. Elmar Breitbach
    Tina schreibt

    Das ist ja nicht auszuhalten! Ist es jetzt die Schuld der (lesbischen) Frauen, dass Männer keine Kinder austragen können? Ich kann mir auch nur schlecht vorstellen, dass sich auch nur ein schwules Paar tatsächlich durch ein schwangeres lesbisches Paar diskriminiert fühlt. Es ändert ja ohnehin nichts daran, dass Männer nun mal keine Kinder austragen können. Das hört sich doch schon nach einer recht billigen Ausrede der Regierung an um die eigene Diskriminierung homosexueller Paare zu rechtfertigen.

  10. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Na klar ist das eine billige Ausrede. Deswegen habe ich das ja auch in meiner Überschrift ein wenig überspitzt auf den Punkt gebracht.