(Keine) Geburt eines Waisenkindes


Eine 63-jährige Psychologin aus Großbritannien ist nach einer Kinderwunschbehandlung schwanger geworden.

Die Behandlung wurde durch den berühmt-berüchtigten italienischen Reproduktionsmediziner Severino Antinori durchgeführt. Da Italien eines der strengsten Gesetze zur Reproduktionsmedizin sein eigen nennt, stammt die Eizellspenderin aus einem nicht näher genannten Land der ehemaligen Sowjetunion.

Das sagt der Arzt

Antinori teilte mit, dass er aufgeregt und stolz über die geglückte Behandlung sei. „Der Fall der britischen Frau erfüllte mich mit großer Freude, die Behandlung glückte gleich beim ersten Versuch mit einem einzigen Embryo.“ Über die Patientin sagte er, dass sie zum Zeitpunkt der Behandlung zwar bereits 62 Jahre alt war, biologisch aber nicht älter als 45. Vermutlich wird er dennoch nicht auf ihre eigenen Eizellen zurückgegriffen haben. „Sie stellte sich bei mir mit ihrem Mann vor, das Paar liebte sich. Sie ist blond, schlank und in ausgezeichnetem Gesundheitszustand, perfekt für eine Schwangerschaft“ fügte der Arzt hinzu.

„Sie sollte noch 20-25 Jahre leben. Es wird nicht die Geburt eines Waisenkindes“.

Wissenswertes über Antinori

Severino Antinori gelangte erstmals zu zweifelhaftem Ruhm, als er Anfang der 90er Jahre einer 62-jährigen Italienerin zur Mutterschaft verhalf. damals war diese Art von Behandlung noch in Italien möglich.

Im Jahre 2001 führte er mit dem Arzt Panos Zavos aus Lexington (US-Bundesstaat Kentucky) wiederholt Klonversuche am Menschen durch und war von Forschern aus der ganzen Welt dafür scharf kritisiert worden. Die US-Gesellschaft ASRM äußerte sich zutiefst besorgt darüber, dass Patienten zu Klonversuchen herangezogen werden. Antinori arbeitet dem Bericht zufolge mit mehreren tausend unfruchtbaren Paaren. Im Jahre 2002 teilte Antinori mit, dass der Versuch einen Menschen zu klonen, zu einer intakten Schwangerschaft geführt habe. Den Beweis für diesen „Erfolg“ blieb er jedoch bis heute schuldig.

Man sagt vermutlich nichts Falsches, wenn man ihn als größenwahnsinnig bezeichnet.

Das sagt die Patientin

Die Kinderpsychologin Patricia Rashbrook aus Lewes, wurde im Oktober des letzten Jahres von Antinori behandelt. John Farrant, der 61-jährige Ehemann von Rashbrook teilte der „Sun“ mit, dass sich seine Frau gegenwärtig im 7. Monat ihrer Schwangerschaft befindet. „Offensichtlich ist unser Alter in diesem Zusammenhang ein großes Thema“, vermutet der Vater. „Wir haben viel darüber nachgedacht und geplant, wie wir unserem Kind die Zukunft medizinisch, materiell und sozial absichern können“.

Farrant ist der zweite Ehemann von Frau Rashbrook. aus erster Ehe hat sie bereits eine 26-jährige Tochter und einen 22 jahre alten Sohn.

Der Rekord: 66 Jahre

Der Fall der Rumänin Adriana Iliescu, die im Alter von 66 erstmals Mutter wurde ging vor gut einem Jahr durch die Presse.

Vermutlich wäre dies eine Lösung des gegenwärtig angeregt diskutierten Geburtenrückgangs in Deutschland: Kind und Rente mit 67. Keine zeitlichen Überschneidungen mehr bei den wichtigen gesellschaftlichen Funktionen einer Frau. Mehr Gedanken zu diesem Thema hatte ich mir bereits vor Ende 2004 gemacht.


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11 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    silbaerle schreibt

    Kind und Rente auf einmal- das klingt doch gut *lol*
    Sie wollen doch eh die Rente für Kinderlose um 50% kürzen, dies könnte man dann ja mit dem Kindergeld wieder ausgleichen.
    Oder noch besser : "ich hab zu wenig Rente, die besser ich mir mit 3 Kindern auf".
    Vielleicht sollte ich das meiner Mama mal vorschlagen, die hatte keine Probleme mit mir schwanger zu werden *lollollol*….. dann könnte ich mir die Behandlungen sparen!!!
    …ach ja, das mit dem Alter ist natürlich nicht so geschickt….hmmm, dann muss man halt ein "Lebenselixir" erfinden, um länger für die Kinder da sein zu können…ach nein!! bloß nicht, das würde den Staat ja zu viel Rente kosten….das Rentenalter würde wieder hochgesetzt werden…

    wie´s isch, isch´s nix

  2. Elmar Breitbach
    E. Breitbach schreibt

    naja, meine Idee war ja, dass die Großmutter die Eizellen/Embryonen ihrer Tochter austrägt. Die Tochter kann sich dann ihrem Beruf widmen, die Mutter zieht ihre Enkel auf. Nach ca. 10-15 Jahren kann sie das dann ja an die Tochter abgeben (und deren Mann nicht zu vergessen) und fällt dann auch der Rentenkasse nicht mehr zu lange zur Last.

    Eigentlich ein sehr gut durchdachtes Modell und es bleibt auch alles in der Familie 🙂

  3. Elmar Breitbach
    Furiosa schreibt

    Wenn ich solche Nachrichten lese, kriege ich einfach nur die Krise! Es widert mich regelrecht an!

    Dass junge Osteuropäerinnen, weil sie das Geld brauchen, ihre Gesundheit aufs Spiel setzen müssen, nur damit westeuropäische Mittelschichtspaare für ein paar Jahre, solange das Kind klein und süß ist, sich als "Supereltern" fühlen dürfen. Eine neue Form des Kolonialismus, die ich einfach nur scheußlich finde.

    Und an die Kinder denkt dabei keiner. Wer wünscht sich schon Eltern, die vom Alter her beinahe die eigenen Urgroßeltern sein könnten. Das Kind kann einem leid tun. Mit 20 hat es über 80jährige Eltern, die ihm wahrscheinlich mit ihrer Altersegozentrik die Hölle heiß machen. Und es wird sein Leben lang vergeblich rätseln und sich Phantasien darüber machen, wer wohl seine biologische Mutter war und welche genetischen Veranlagungen aus dem mütterlichen Erbe stammen.

    Echt krank das Ganze. Und so verlogen.

    Tut mir leid, das musste jetzt mal raus.

  4. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Psychologin. Ah ja… Das erklärt dann wohl so einiges.

    Was mich interessieren würde: "…biologisch aber nicht älter als 45" — bitte wie mißt man denn so etwas???

  5. Elmar Breitbach
    sasoria schreibt

    Immer diese bösartigen Kommentare. Dem Kind wird es in seinem Leben sicher besser gehen als Millionen anderen, deren Eltern jünger sind.

  6. Elmar Breitbach
    May schreibt

    Bösartige Kommentare? Hier verwechselt wohl jemand Ursache mit Wirkung. Ich finde eher solche Methoden, Kinder mit aller Gewalt auf die Welt zu zwingen, bösartig.

    Materiell wird es diesem Kind sicher an nichts fehlen, aber sonst. Solche seelische Leere nennt man heute "Wohlstandsverwahrlosung".

    Das habe ich mich übrigens auch gefragt: welche Kriterien bestimmen denn das "biologische Alter einer 45j."? Wenn´s wirklich an dem wäre, hätte diese Frau eigentlich keine Eizellspende brauchen müssen.

  7. Elmar Breitbach
    May schreibt

    Die Familienidylle hat nur einen entscheidenden Fehler: Es ist nicht das Kind dieser 60j. Psychologin, sondern de facto das Kind einer jungen Osteuropäerin. Die Idylle basiert also auf einer faustdicken Lüge.

    Ich denke, dass es die Natur sehr weise eingerichtet hat, dass Frauen ab 40 ihre Fruchtbarkeit langsam verlieren. Ich kenne mehrere Frauen, die trotzdem noch mit 45 und 46 spontan schwanger geworden sind, und das finde ich auch in Ordnung.

    Aber die Vorstellung, dass sich künftig Frauen bis ins hohe Alter von 60, 70 mit der eigenen Fortpflanzung weiter herumplagen sollen, weil die medizinischen Möglichkeiten sozialen Druck ausüben, finde ich horrormäßig.

    Übrigens stimmt es nicht, dass früher die Frauen alle ganz früh gestorben sind. Die Mutter von Sigmund Freud wurde z.B. 95. Dass Frauen früher nur höchstens 40 wurden, ist eine Mär der Gynäkologie, die gern verbreitet wurde bzw. noch wird, um Hormone gegen die angebliche Krankheit Wechseljahre als notwendige Therapie zu verkaufen.

  8. Elmar Breitbach
    Reaba schreibt

    Zitat Antinori:" Sie ist blond, schlank und in einem ausgezeichneten Gesundheitszustand – perfekt für eine Schwangerschaft"

    …schlimmer gehts nimmer – so ein dämliches Macho-Geschwafel!

    Und so einem Doc soll man sich dann mit unerfülltem KiWu anvertrauen…lieber nicht ;-).

    …und wer mir jetzt damit kommt, daß ich die folkloristisch, sexuelle männlich-italienische Prägung auf Blondinen doch bitte nicht so hart beurteilen möge…der kann mir auch gestohlen bleiben :-)!

    LG Reaba (brünett!)

  9. Elmar Breitbach
    May schreibt

    Das blonde Haar einer real über 60jährigen Frau verdankt sich wohl eher Wasserstoffperoxid als dem "gefühlten" Alter von 45!

  10. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    die Zukunft wird es zeigen, was aus solchen Sachen wird.

    ich denke, wichtiger ist hier die Absicherung durch die eltern – sollten sie so viel auf dem Kasten haben, daß sie vorsorgen für den Fall der Fälle (Vormundschaft festlegen etc), könnte es selbst im Falle des Todes der Eltern eine vernünftige FAmilie haben.

    das ist mehr als viele H-Eltern für ihre fremduntergebrachten Kinder tun würden, selbst wenn sie es intelektuell erfassen können.

    Also, schau mer mal.
    Grüßle
    S.