Junge statt Mädchen: Paar verklagt Arzt


In diesem Fall ist es anders als in dem kürzlich geschilderten Fall, wo ein gehörloses Paar durch Präimplantationsdiagnostik (genetische Untersuchung von Embryonen im Rahmen einer künstlichen Befruchtung) ein ebenfalls taubes Kind bekommen wollte.

Gute Gründe für Geschlechtswahl

Nicht die Wahl des Geschlechts des Kindes als Selbstzweck war die Motivation der Eltern für diese Vorgehensweise. In der australischen Familie ist ein Gen bekannt, welches zur sogenannten Hämophilie führt. Diese Menschen werden gemeinhin als „Bluter“ bezeichnet, weil ihre Blutgerinnung nicht richtig funktioniert.

Die Vererbung verläuft „X-chromosomal-rezessiv“. Überträgerin der Erkrankung sind die gesunden Mütter, bei denen ein X-Chromosom das kranke Gen erhält. Sie selbst haben diese Erkrankung nicht, da sie noch ein gesundes X-Chromosom haben, welches die Arbeit ausreichend erledigt.

Die Kinder haben daher eine 50/50-Chance von der Mutter ein X-Chromosom mit den Blutergen zu bekommen. Töchter leiden nicht an der Bluterkrankheit, da sie noch ein gesundes Gen vom Vater bekommen, sind aber in 50% der Fäll wieder Überträgerinnen. Söhne sind jedoch in 50% entweder gesund (haben das gesunde X-Chromosom der Mutter bekommen) oder Bluter, wenn sie das X-Chromosom mit den Bluter-Gen bekommen haben.

Letzteres war der Fall bei dem australischen Paar und ihrem im Jahre 2005 geborenen Sohn. In Kenntis der Problematik, dass die Frau Überträgerin der Erkrankung ist, hatte sie sich damals nur weibliche Embryonen übertragen lassen, um die Geburt eines mit der erblichen Krankheit belasteten Sohnes zu vermeiden. Offenbar hat dies nicht zuverlässig genug funktioniert. Das Paar fordert nun von den Medizinern Entschädigungen für die seelische Belastung und die hohen medizinischen Kosten für die Behandlung des Kindes.

Mit der künstlichen Befruchtung hätten sie ihrem Kind das lebenslange Leiden an der Bluterkrankheit ersparen sollen, sagten die Eltern der Zeitung. Hätten die Ärzte ihnen früher mitgeteilt, dass sie trotz der künstlichen Befruchtung einen Jungen erwarteten, hätten sie sogar eine Abtreibung erwogen. „Wir lieben unseren kleinen Jungen, aber es tut uns sehr leid, dass er in seinem Leben so viel durchmachen muss.“

Via Yahoo-News


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