IVF zum Schnäppchen-Preis


IVF-Behandlungen werden verlost und Sonderangebote ausgerufen; die Welt der Reproduktionsmedizin wird bunter und der Markt wird enger. Deutsche Reproduktionsmediziner schauen neidisch über die Grenze und behaupten, dort sei alles einfacher und besser. Dass es möglicherweise einfacher ist, ist nicht abstreitbar. Besser ist es dadurch nicht zwangsläufig.

Aber offenbar billiger.

Ein Institut in Pilsen wirbt jetzt offensiv mit billigeren Preisen. Gibt man bei Google Stichworte zum Thema Kinderwunsch ein, dann stösst man bei den Textanzeigen auf die Angebote aus Tschechien für eine IVF zu Schnäppchenpreisen. Und Berechungsgrundlage für die Aussage „bis zu 60%“ dürften die Selbstzahlerpreise in Deutschland sein. Schön ist auch die Formulierung „bis zu„. Das erinnert mich an Fernsehwerbung führender Autohersteller: „Wir zahlen Ihnen bis zu 3000 Euro für Ihren Gebrauchten!„. Zumindest beim Gebrauchtwagenverkauf werden die so erweckten Hoffnungen selten erfüllt.

Besser ist im Ausland vielleicht nicht unbedingt die medizinische Behandlung, jedoch die Freiheiten, die man als Arzt hat, um für seine Leistungen zu werben. Für so eine Anzeige durch einen deutschen Arzt gäbe es mindestens Klassenkeile, eine Abmahnung durch die entsprechenden Standesorganistationen inbegriffen.

Zusätzliche Information: Kosten IVF, ICSI und Insemination


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4 Kommentare
  1. Reaba
    Reaba schreibt

    Oweia – wie bei Praktiker (20% auf alles außer Tiernahrung)….find ich eigentlich nicht gut. Es ist eine standardisierte, ärztliche Leistung und sollte eigentlich immer und für alle das Gleiche kosten. Noch gerade akzeptabel finde ich die Deals, die man mit den USamerikanischen Zentren machen kann: zahlen für x Versuche – klappt es früh, kann der Doc die fette Anzahlung behalten, klappt es nicht bekommt der Pat. sein Geld (überwiegend anteilig) zurück.

    Hier in D wäre es allerdings schon sinnvoll (aus Patientensicht allemal!) wenn Zentren ihre Quoten UNAUFGEFORDERT veröffentlichen würden. Die guten tun es auf Nachfrage/dem ersten Anschreiben und dort ist es, schätze ich mal, auch ganz beeindruckend für neue Patienten. Was mit guten Quoten korreliert sind natürlich auch Preise, aber in dem Fall kann man sagen: bessere Chancen, wegen besserer Gesamtleistung = mehr Kohle. Erscheint mir auch fair.

    Was ich nicht o.k. finde ist das Verstecken von unterdurchschnittlichen Zentren/Praxen hinter dem "Werbeverbot" – da geht es nicht um Chancengleichheit im Sinne von Werbung, sondern in meine Augen um Patientenfang ohne entsprechende (im Patientensinne gute) Gegenleistung. Was nutzt es, wenn es billig ist, aber z.B. aus Unwissenheit/Sparzwang bei der Diagnostik gemackelt wird und man so voraussichtlich mehr Versuche braucht, als im überdurchschnittlich guten Zentrum?

    Das Werbeverbot kann man gerne weiterbehalten, wenn man von Seiten der Standesorganisationen so dran hängt; aus "Kundensicht" wäre schon absolute Quotentransparenz der Bringer.

    Wenn man Behandlungen im Ausland macht, muß man sich als "Kunde" eben auch auf eine andere Gesetzes- und Marktlage einstellen….und vielleicht nicht auf jedes "Schnäppchen" reinfallen ;-).

  2. Rebella
    Rebella schreibt

    Ich kann auch einfach nur jedem raten, genau zu vergleichen. Und zu einem Vergleich der infrage kommenden Kliniken gehören eben nicht nur die Preise, sondern vergleichbare Erfolgszahlen.

  3. Cloudy
    Cloudy schreibt

    Tja das blöde ist nur daß viele Paare das geld für die künstliche Befruchtung nicht aufbringen können! Mir geht es so!!!! Durch meine letzte Eileiterschwangerschaft, hab ich meinen job verloren, und die nachricht, daß ich auf normalen wege keine Kinder mehr bekommen werde traf mich hart! Und die krankenkassen wollen von härte fall nichts wissen! Und nu! wer kann da einem helfen, mein mann verdient jetzt allein, solang ich kein job habe geben die banken kein geld! Ein teufelskreis!!! Tz wo bleibt die gerechtigkeit???

  4. Koch
    Koch schreibt

    Ich finde es traurig, dass Paare, die leider nur noch den Weg der künstlichen Befruchtung gehen können um ihren Kinderwunsch zu erfüllen, finanziell so "bluten" müssen. Da haben wir also schon längst unsere 2 K(l)assen-Gesellschaft, die sich nicht nur auf diesem Gebiet abzeichnet. Ich möchte mich nicht darüber beklagen, dass es Paare gibt, die sich so eine Behandlung leisten können – ich freue mich für sie. Aber in unseren modernen und sozial eingestellten Gesellschaft sollten Kinderwünsche zumindest respektiert, unterstützt und nicht reglementiert und verbürokratisiert werden. Das Leben ist so kostbar, und bestimmt nicht erst seit der festgestellten Tatsache, dass Deutschland im internationalen Vergleich mit 1,4 Kindern pro Frau das Schlusslicht in einer Fruchtbarkeitsstudie bildet. Lassen wir außer Acht, dass Kinder unsere Zukunft sind, haben wir nichts verstanden und sind am Ende allein, ganz allein.
    Bitte unterstütz eine Petition, die eine vollständige Übernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen fordert!
    http://itc.napier.ac.uk/e-Petition/bundestag/view_petition.asp?PetitionID=65

    Olav Koch