IVF für 250 Euro


Allerdings gibt es eine IVF für diesen Preis noch nicht. Und schon gar nicht hierzulande. Für Afrika gibt es jedoch Bestrebungen, eine komplette IVF für diesen Preis anzubieten. Die „Low Cost IVF Foundation“ und die European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE) bemühen sich, den Einwohnern von Entwicklungsländern ebenfalls eine Kinderwunschbehandlung zu ermöglichen.

Speziell mit Afrika verbindet man nicht zwingend eine Kinderarmut, jedoch gibt es auf diesem Kontinent mehr Paare mit unerfülltem Kinderwunsch als in Europa. Genaue Angaben dazu gibt es nicht, jedoch haben Schätzungen zufolge zwischen 20 und 30% aller afrikanischen Paare Probleme mit dem Kinderkriegen. Vor allem auf Geschlechtskrankheiten unsachgemäße Operationen und Genitalverstümmelungen wird dies zurückgeführt.

Der soziale Status der kinderlosen Frau ist in vielen afrikanischen Ländern extrem schlecht. Oft werden sie als Hexen gebrandmarkt und verstoßen. Auch dies ist ein Grund, gerade auf dem schwarzen Kontinent eine einfache und bezahlbare Therapie der Kinderlosigkeit anzubieten. Dies kann jedoch aufgrund der häufig organisch bedingten Sterilität nur eine IVF sein.

Man geht hier wesentlich einfachere Wege als in den westlichen Ländern. Zur Stimulation der Eierstöcke wird lediglich Clomifen verwendet, denn mehr als 3-5 Eizellen sind nicht notwendig, da die Frauen zum einen oft noch sehr jung sind und zum anderen eine Kryokonservierung überschüssiger Eizellen technisch nicht möglich ist. Damit kann man einen erheblichen Anteil der Kosten einsparen, denn die in Europa üblicherweise verwendeten Spritzen machen einen hohen Anteil der hiesigen Kosten für die Behandlung aus.

Als Brutschränke werden batteriebetriebene Geräte verwendet oder Wasserbäder. Noch kostensparender ist die vaginale Kultur, bei der ein Behälter in die Scheide eingeführt wird, in der die Embryonen kultiviert werden, wie ich es hier bereits ausführlich beschrieben habe.

Die Erfolgsraten sind unter diesen suboptimalen Bedingungen sicherlich niedriger, jedoch werden auch so in 15% bis 20% der Fälle eine Schwangerschaft eintreten, erwartet die Low Cost IVF Foundation. Hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses sicher unschlagbar.

Via NZZ


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Kommentar

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17 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Ophilia schreibt

    Mir klappt gerade so ein bisschen die Kinn lade runter.

  2. Elmar Breitbach
    Pedechen schreibt

    wenn ich "Preis-Leistungs-Verhältnis" im Zusammenhang mit Kiwu-Behandlung lese wirds mir grottenschlecht.

  3. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Pedechen: Warum? Es ist für viele mit Sicherheit ein Thema. In Afrika auf jeden Fall.

    Schwangerschaftswahrscheinlichkeit pro Euro wäre die Einheit.

  4. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    klasse. ich warte auf den ersten DIY-bausatz für zu hause 🙂
    hoffentlich geht die behandlung mit einem AIDStest einher…und der aufklärung, dass eine drillingsschwangerschaft im busch nix für den medizinmann ist zum entbinden.

  5. Elmar Breitbach
    Pedechen schreibt

    pöööhhhh und nu hab ich 2 schlechte Bewertungen, ist ja wie bei ebay hier….

  6. Elmar Breitbach
    MIKARI schreibt

    Geringe Chance dafür nur 250 Euro, das nehme ich.
    Was für ein Traum.
    ( Bitte nicht zu ernst nehmen)

    Ela

  7. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Wirklich traurig für die Frauen in Afrika. Erst Genitalverstümmelung und dann IVF. … Da kann man schon sehr nachdenklich werden.

    Mal davon abgesehen, wenn die oben beschriebene Methode so günstig anzubieten ist, warum kann man das dann nicht auch in Deutschland so machen? Wird gewiss nicht für 250 € möglich sein. Aber sagen wir mal, wenn es hier so etwa das Dreifache kostet, 750 €, dann sollte das eine Alternative für Geringverdiener sein. Weil, ein Viertel – ein Fünftel der Kosten für eine halb so hohe Erfolgschance – das ist doch rentabel. Was meint ihr?

  8. Elmar Breitbach
    atonne schreibt

    Als Afrika-Kennerin finde ich die Idee gar nicht so schlecht. Wenn es günstige Alternativen gibt, warum auch nicht. Warum sollen nur Frauen in Industrienationen in den Genuß von Kinderwunschbehandlungen kommen.

    Und ja, ich plädiere auch für eine günstigere Variante der Behandlung auch für Deutschland – traurig ist, dass so viele ausgeschlossen werden.

    Was das Preisleistungsverhältnis angeht – warum machen denn viele erst IUI und nicht gleich IVF, wenn IUI doch schlechtere Chancen als IVF hat – weil es einfach günstiger und auch schonender für den Körper ist.

    Ansonsten klappt mir leider gerade die Kinnlade herunter, wenn ich die Kommentare hier so sehe.
    Rebella, es gibt auch in Afrika eine Menge Frauen, die keine Genitalverstümmelung haben und trotzdem unfruchtbar sind.
    Reaba, auch in Afrika gibt es normale Krankenhäuser und auch eine IVF wird sicher nicht vom Medizinmann vorgenommen. Übrigens ist in Westafrika die natürliche Zwillingsschwangerschaft 8-mal so häufig wie in Europa – sie kennen sich da also mit Mehrlingen aus.

  9. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    @atonne

    wenn du genau gelesen hättest, dann sprach ich von entbindung, die der medizinmann vornehmen könnte, nicht von IVF.

    ich finde das nur eingeschränkt eine "gute idee", weil es in meinen augen sinnvoller wäre die bevölkerung bezüglich genitalverstümmelung und infektionsverhütung beim sex aufzuklären und nicht eine umgehung der folgen zu basteln, die das herbeiführende problem relativiert.

    @rebella

    würde hier sicher kein ernsthafter mediziner anbieten, wahrscheinlich allein aus ethischen gründen nicht. aber wer weiß…hebammen vielleicht, die sich dann zur punktion einen durchführenden arzt mieten.
    ganz neue berufszweige könnten entstehen…fertility advisor oder consultant – mal sehr FDPisch gedacht … liegt doch voll auf linie; man generiert "wachstum" in dem man sich nicht wechselseitig tätowiert oder die haare schneidet, sondern schwanger macht 😉

  10. Elmar Breitbach
    atonne schreibt

    Reaba, ich sprach auch von der Entbindung – wo ein KH die IVF vornehmen kann, da kann dasselbe KH auch die Entbindung betreuen – Afrika ist eben nicht Busch und Medizinmänner. Tut mir leid, wenn ich da ein wenig empfindlich bin, aber leider liest man da doch ein wenig Vorurteile aus euren Posts heraus.

    Ja, es wäre besser, die Ursachen zu bekämpfen – das hilft den aktuell betroffenen Frauen aber kein bisschen – und auch nicht denen, die aus völlig anderen Gründen unfruchtbar sind.

  11. Elmar Breitbach
    Estraven schreibt

    Also, ich bin keine Afrika-Kennerin, aber ich denke, dass die Einnahmen/Gehälter in Afrika weeesentlich niedriger sind als bei uns. Deshalb müssen die geplanten IVF-Kosten von 250 € nicht mit verglichen werden, was wir für eine vergleichbare Behandlung bezahlen würden, sondern damit wie das Verhältnis Kosten zu den Einnahmen steht.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass dann rauskommt, dass eine solche IVF die Betroffenen immer noch mehr als zwei Monatsgehälter kostet.

    Aufklärung ist immer eine gute Sache, auch und gerade hinsichtlich Genitalverstümmelung und AIDS. Wir sollten aber nicht vergessen, dass es um, tw. religiöse, Wertvorstellungen geht und die Problematik, sich gegen einen immer noch vorhandenen Kolonialismus (auch wenn das niemand mehr so nennt) zu wehren. Das braucht Fingerspitzengefühl und – leider – wahrscheinlich einen sehr langen Atem.

  12. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    @atonne

    war gar nicht abwertend gemeint. ich kann mir nur vorstellen, dass IVFkliniken in afrika nicht in selber dichte zu finden sind, wie in europa. da wird es sicher vorkommen, dass paare mehrere hundert kilometer anreisen müssen, teils wohl wirklich aus dem busch oder über straßen, die kaum ihren namen verdienen. ob diese paare das dann wieder tun, wenn die (mehrlings-)geburt ansteht … finde ich eher fraglich.
    aber zur verteidigung aller medizinmänner: ich kenne in meiner region geburtshäuser oder hebammengemeinschaften….da hätte ich wahrscheinlich im notfall den medizinmann aus afrika vorgezogen 🙂

    ist ja auch wahrscheinlich kein ausschließlich europäisches phänomen: die "schwangerwerdung" wird mit high-tech herbeigeführt, aber bei der geburt bitte alles "natur pur", spirituelles erlebnis inklusive … und wehe, wenn nicht 😉 .

  13. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @Atonne:

    Mein Kommentar sollte nicht verallgemeinern und schon gar nicht unterstellen, afrikanische Frauen hätten weniger Rechte, sich in reproduktionsmedizinische Behandlung zu begeben.

    Ich habe mich aber auf diese Aussage bezogen: "Vor allem auf Geschlechtskrankheiten unsachgemäße Operationen und Genitalverstümmelungen wird dies zurückgeführt." Ich habe mir einfach die armen Mädchen vorgestellt, denen man eine Genitalverstümmelung aufzwingt, die einmal schon im Leben geschlagen sind, und die dann später diese invasive Behandlung brauchen, um überhaupt noch Kinder zu bekommen.

    Eine Abschaffung der IVF würde aber leider die Rate der Genitalverstümmelungen nicht minimieren. Insofern wollte ich das angebotene Verfahren nicht kritisieren.

  14. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @reaba:

    Was wäre daran unethisch, diesen Weg hier auch anzubieten?

    "hebammen vielleicht, die sich dann zur punktion einen durchführenden arzt mieten.
    ganz neue berufszweige könnten entstehen…fertility advisor oder consultant" – Naja, es käme immer auf die Kompetenz dieser Hebammen an. In Dänemark gibt es ja auch ganz gute von Hebammen betriebene Befruchtungskliniken. Natürlich sollten wir eine unqualifizierte Wald- und Wiesenbehandlung ausschließen.

  15. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Wenn man eine IVF in Deutschland anbietet, dann muss das zu dem Standard erfolgen, den der Großteil der Patienten wünscht. Also Topstandard. Sicherlich könnte man versuchen, für Selbstzahler MacFertility-Center (lasse ich mir schützen, den Namen 😉 ) zu gründen. Damit schließt man jedoch automatisch die Behandlung der Paare aus, welche die Therapie (teilweise) von der Krankenkasse erstattet bekommen, denn die wollen ihre Embryonen nicht im Wasserbad kultiviert sehen und auch kein Clomifen zur Eizellreifung nehmen, um dann ihre Schwangerschaftsraten zu halbieren.

    Wenn man Geräte neu kauft und die hiesigen Praxismieten und Personalkosten bezahlen muss, dann sind Preise im dreistelligen Bereich völlig utopisch und nicht einmal kostendeckend.

    Die hebammengeführten Zentren in Dänemark, vor allem die Stork-Klinik führen keine IVF durch sondern nur Inseminationen.

  16. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    @ rebella

    ich fänds unethisch zu behandeln, wenn ich (als doc) wüßte, dass die patientin aus geldmangel ne peritonitis in kauf nimmt, weil das punktionsbesteck mangels gerät nicht ausreichend gesäubert werden kann.
    das problem wäre: low-budget-angebot von IVF bei gleichbleibend hoher ärztlicher verantwortung, wenn was schief geht … würde ich die finger von lassen, sowas anzubieten.

    es war ein langer weg die ursprünge der heilkunst auf dem weg zum heutigen medizinischen standard von berufen wie bader, feldscheer oder barbier zu trennen 🙂
    dabei sollte man es auch belassen.

    @ doc

    "Fertility-King", "Sperm-Hut" und "Subway to Pregnancy" nicht vergessen 😉 .
    Zu "KFC" fallen mir nur wirklich unanständige dinge ein 😀

  17. Elmar Breitbach
    Ĩtoka schreibt

    Die abgegebenen Kommentare (sowie die Versuche diese zu entschuldigen/erklären/umschreiben) zeigen deutlich, wie wenig man/frau sich wirklich mit Afrika auskennt. Die (un)bewußten Vorurteile sind ziemlich deutlich.
    Man/frau sollte den kinderlosen Paaren jede Behandlungsmöglichkeit gönnen; letztendlich möchten sie genau das, was ähnliche Paare in der "industrialisierten Welt" auch anstreben.