Italien: IVF-Tourismus nimmt wegen strenger Gesetze zu


Italien hat seit 2003 eines der strengsten Fortpflanzungsmedizingesetze, wie in diesem Blog bereits berichtet wurde. In diesem Monat wird eine Volksabstimmung durchgeführt , welche diese strengen Regelungen rückgängig machen soll.

Der neue Papst Benedikt XVI hat sich zu diesem Thema auch bereits öffentlich geäußert und Anfang Woche den italienischen Bischöfen seine Unterstützung im Kampf gegen die künstliche Befruchtung zugesichert. Er löste damit in Italien heftige Reaktionen aus.

Benedikt XVI. rief jetzt die italienischen Bischöfe zur Stimmenthaltung auf. Wenn weniger als 50 Prozent der Stimmberechtigten zur Urne gehen, ist das Referendum ungültig, wie auch immer es ausgeht.

Mit der Parteinahme des Papstes ist Italien in den Augen vieler auf dem besten Weg, zur «einzigen Theokratie der EU» zu werden. Der Radikale Daniele Capezzone sprach von einer «nie da gewesenen Offensive, Italien unter die Aufsicht des Vatikans zu stellen», während Gloria Buffo von den Linksdemokraten die Stellungnahme Benedikts XVI. als «schwere und gefährliche Einmischung» in die inneren Angelegenheiten des Staates Ita-lien bezeichnete. Von einem «schlechten Start» und einem «Kreuzzug gegen die Frauen» sprachen die italienischen Kommunisten.

Im Blog Wuppertal wird über einen zunehmenden IVF-Tourismus italienischer Paare ins Ausland berichtet, sie wegen der dortigen weniger strenger Regelungen größere Chancen bei der Behandlung erhoffen.

Die derzeit umfangreichste Studie zum Thema Zeugungstourismus kommt zu dem Ergebnis, dass immer mehr Pärchen zur Erfüllung ihres Kinderwunsches auch eine Reise ins Ausland auf sich nehmen, Tendenz steigend. Denn in vielen Ländern der westlichen Welt gibt es weniger strenge Vorschriften bezüglich der Befruchtung als in Italien. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle italienische Studie des CECOS ITALIA (Centro Studi e Conservazione Ovociti e Sperma Umani) http://www.cecos.it/ , die heute, Mittwoch, der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Die Spitzenreiter unter den Ländern, in denen kinderhungrige, italienische Paare auf künstliche Weise für Nachwuchs sorgen wollen, sind die Schweiz – 1.150 anreisende Pärchen – und Spanien (960). Gefolgt von Belgien (580), Österreich (340), Großbritannien (175), Frankreich (128), Griechenland (120), den USA (78), Slowenien (44) und Israel (35).

Es wird auch darauf hingewiesen, dass die italienischen Wissenschaftler, die sich mit Fortpflanzungsmedizin und Stammzellforschung beschäftigen, ins nahe Ausland auswandern, um dort ungestört forschen zu können.


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Kommentar

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2 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Ayam (n.e.) schreibt

    Der "Kreuzzug gegen Frauen" der katholischen Kirche hat doch schon laengst vorher begonnen.
    Papst Johannes Paul II war den Frauen doch auch alles andere als positiv gesinnt.

  2. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Jam Kirche und / oder Frauen. Auch eins meiner Lieblingsthemen. Habe mir gerade das Buch "Das Kreuz mit der Kirche" – eine Sexualgeschichte des Christentums gekauft. Darauf bin ich gestoßen als ich das Buch "Priesterkinder" las. Bin schon mal sehr gespannt darauf und was da zum Thema assistierte Befruchtung steht.

    Gruß, Rebella