In Israel werden mehr künstliche Befruchtungen durchgeführt als anderswo

Die Kosten trägt die öffentliche Krankenkasse


Gemessen an der Einwohnerzahl werden in Israel deshalb mehr IVF-Behandlungen durchgeführt als in jedem anderen Land der Welt. Auch andere Formen künstlicher Befruchtung sind weit verbreitet und sozial akzeptiert, berichtet DIE ZEIT.

Der Schutz des ungeborenen Lebens hat in der jüdischen Religion weniger Bedeutung als in der christlichen, die ja einen großen Einfluss auf die Ausgestaltung unseres Embryonenschutzgesetzes hatte. „Anders als im Christentum gilt ein Embryo im Judentum nicht als vollwertiger Mensch. So heißt es im zweiten Buch Mose: Stößt ein Mann eine schwangere Frau, sodass diese eine Fehlgeburt erleidet, muss er lediglich eine Geldstrafe zahlen“, berichtet die Zeit.

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Palästinenser tun auch alles in ihrer Macht Stehende

Im Gefängnis zu sitzen bedeutet nicht, dass man keine Kinder zeugen kann. Trotz verbotenen Körperkontakts gelingt es Ehefrauen inhaftierter Palästinenser, von ihren Ehemännern schwanger zu werden, berichtet n-tv. Die Spermien werden aus dem Gefängnis geschmuggelt und die Behandlung erfolgt in einer Kinderwunsch-Klinik: „Die Befruchtung sei in der Razan-Fruchtbarkeitsklinik in Ramallah vorgenommen worden – umsonst. Klinikleiter Salim Abu Chaisaran, schätzt, dass in den Palästinensergebieten insgesamt mehr als 75 Babys palästinensischer Häftlinge durch Samenschmuggel empfangen wurden. In israelischen Medien ist die Rede von mehr als 60 Babys,“ berichtet n-tv.+

Die Überschrift des Artikels in der ZEIT lautete „Seid fruchtbar und mehret Euch“. Es wundert nicht, dass dies – unter völlig unterschiedlichen Voraussetzungen – im Heiligen Land sehr ernst genommen wird.

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Wenn man nicht auf seinen Arzt hört…

… ist das oft gar nicht so schlimm. Manchmal jedoch folgt die Strafe auf dem Fuße, wie die BBC berichtet. Ein Paar aus England hat nun Drillinge bekommen. Und das, obwohl nur ein Embryo eingepflanzt wurde. Entgegen den ärztlichen Anweisungen hatte das Paar nach der Punktion ungeschützten Geschlechtsverkehr. Und da waren offenbar noch zwei Eizellen unterwegs, die auf natürlichem Wege befruchtet wurden.

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Kommentar

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1 Kommentar
  1. Elmar Breitbach
    rebella67 schreibt

    Ich habe zum Thema Reproduktionsmedizin und Islam vor längerer Zeit dieses recherchiert:

    "Im Islam ist es so, dass man glaubt, die Seele durchläuft verschiedene Entwicklungsstufen. Sobald die Organanlagen beim Embryo vorhanden sind, gilt die Seele als ausgebildet. Daneben glaubt man an eine vorgeburtliche Existenz der Seele, sowie auch an eine Existenz der Seele nach dem Tod. Erst durch die Entwicklung der Seele im Menschen aber entsteht das „Mensch-Sein“ und damit die Menschenwürde. Der Anspruch auf Menschenwürde erhebt sich im Islam daraus, dass der Mensch für seine Taten verantwortlich ist. Danach ist der frühe Embryo nicht in dem Maße schützenswert, dass man nicht ein Verwerfen, eine Diagnostik mit dem Ziel der Selektion oder Forschung am frühen Embryo akzeptieren könnte. Im Islam ist man dazu verpflichtet, nach den Ursachen einer Krankheit zu forschen und eine Therapie zu finden. Unter der Voraussetzung, dass die Stammzellforschung der Förderung des Gesundheitszustandes von Menschen und der Heilung anderweitig nicht therapierbarer Krankheiten dient, ist sie sogar förderungswürdig. Zwar respektiert man auch eine Würde überzähliger Embryonen. Da diese aber ansonsten zerstört werden, ist ihre Verwendung für die Forschung zulässig." (Bilgin, Yasar (2005): Menschwerdung im Islam. In: Fuat S. Oduncu/ Katrin Platzer/ Wolfram Henn (Hg.), Der Zugriff auf den Embryo. Ethische, rechtliche und kulturvergleichende Aspekte der Reproduktionsmedizin, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, S: 77)

    Im Judentum

    musste man sich ebenfalls mit den neuen wissenschaftlichen Entdeckungen arrangieren und ethische Entscheidungen fällen, die dem Glauben gerecht werden. Man hat sich dafür entschieden, dass z.B. alles das als rein gilt, was mit dem bloßen Auge sauber aussieht und alles das als fehlerfrei, was mit dem bloßen Auge fehlerfrei aussieht. Auch, wenn das Mikroskop etwas anderes verrät. Nicht mit dem bloßen Auge sichtbare Gegebenheiten sind für das jüdische Religionsgesetz im Allgemeinen nicht relevant. Das gilt im Großen und Ganzen auch für die befruchtete Eizelle. Weil sie nicht ohne Hilfsmittel gesehen werden kann, wird sie nicht als Mensch betrachtet. Daraus folgt, dass sie nicht zwingend der Mutter übertragen werden muss und auch verworfen werden kann. Ebenfalls kann sie zu Forschungszwecken freigegeben werden, zumal die Embryonenforschung zukünftig zur Rettung von Menschenleben und zum Besiegen von Krankheiten beitragen kann. Aber nicht ausschließlich wegen der geringen Größe der befruchteten Eizelle ist man im Judentum im Vergleich zum Christentum so liberal. Es findet daneben eine vernünftige Güterabwägung statt. Die zugelassenen Methoden haben einen positiven Effekt, der eventuelle negative Faktoren übertrifft. So ist die PID auch deshalb zugelassen, weil sie unter bestimmten Voraussetzungen Frauen vor wiederholten Hormonbehandlungen, vor den Risiken von Fehlgeburten und vor der Gefahr, ein Kind mit schweren Missbildungen zur Welt zu bringen, schützen kann. Das Leben des Embryos beginnt im Judentum erst mit der Nidation. Von da an steht der Embryo unter strengem Schutz, der nur dann aufgehoben wird, wenn er eine Gefahr für die Mutter darstellt. (Staszewski, Schimon (2005): Medizinethik und jüdisches Recht – Einführung in Methodik und Positionsfindung. In: Fuat S. Oduncu/ Katrin Platzer/ Wolfram Henn (Hg.), Der Zugriff auf den Embryo. Ethische, rechtliche und kulturvergleichende Aspekte der Reproduktionsmedizin, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, S: 119 ff.)