Gender balancing 2

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Weil wir beim ersten Artikel zum „Gender balancing“ nun über 200 Kommentare haben, setzen wir die Diskussion hier fort, um die Ladezeiten der Seiten nicht unendlich zu verlängern. Es ginge zwar technisch auch eleganter, aber das würde jetzt zu lange dauern. Also: Weiter Kommentare bitte hier hineinschreiben


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Kommentar

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282 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @Dr. Wischmann:

    Sie schreiben: „Wenn alle Eltern ihre Kinder so lieben würden, wie diese sind, wäre der Berufsstand der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten nahezu überflüssig. Als Psychotherapeut sehe ich nahezu täglich Patienten, die sich als Erwachsene noch mit den (verinnerlichten) Erwartungen und Ansprüchen ihrer Eltern herumzuschlagen haben.“
    Ja, leider ist es wohl so. Um dem entgegen zu wirken, kann man doch aber nur schauen, dass man solche Eltern davon überzeugt, dass sie ihre Kinder so lieben, wie sie sind. Aufklärungsarbeit ist da von Nöten. – Aber ein Verbot von Gender Selection, um das es in dieser Diskussion ja geht, wird leider keinen einzigen solchen Fall verhindern. Umgekehrt wird die Rücknahme dieses Verbotes keinen einzigen solchen Fall zusätzlich produzieren. Mit solchen Verboten ändern wir ja nicht die Menschen und ihre Wünsche/ Lebensvorstellungen. Solche Verbote bewirken bei den Menschen meines Erachtens entweder die Unterdrückung der inneren Wünsche mit der Konsequenz, dass sie das Ventil dann irgendwo (vielleicht bei dem Kind selbst) ablassen oder aber Trotz und Suche nach einem Ausweg (z.B. Ausland) Außerdem bewirken Verbote Stigmatisierung der Menschen, die es trotzdem tun. Daraus resultierend dann wieder die unbedingte Geheimhaltung mit möglichen negativen Folgen.

  2. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @Dr. Dahl:

    Herausgegeben …haben Sie einen eigenen Verlag? Was haben Sie noch so heraus gegeben oder nach welchem Verlag sollte ich mal schauen? – Bei der Lektüre wundere ich mich allerdings, dass Sie Ihre Tochter unbedingt ausgerechnet „zum Altar“ führen wollen …

    @Andra:

    Du schreibst: „warum kriegt einer viele Kinder, andere keine, einer Mädchen, ein anderer Junge usw. Das ist ja auch eine Art von Selektion und auch…Diskriminierung.“
    Diskriminierung – von wem? Die Natur kann nicht diskriminieren, da sie kein Bewusstsein hat. Es ist leider so, dass einige Menschen in ihrem Leben mehr Glück haben, andere weniger. 🙁

  3. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    Das Natürlichkeitsprinzip soll auf den Menschen angewandt als ethische Grundlage gelten.

    Konsequent wäre dann die Forderung nach völliger Schicksalergebenheit/ Ohmacht gegenüber allen natürlich verursachten Prozessen , auch schädliche.

    Das fordern doch heute nicht mal mehr ( früher schon) die Christen trotz der Erbsünde-Logik,
    Diese soll das Theodizeeproblem miterklären
    Menschen fragen sich, warum Gott, wenn er GUT und ALLMÄCHTIG sei, das Leid in der Welt zulasse

    Fakt ist: der Mensch lebt in einer für ihn schicksalhaften Umwelt, z.B.: Erdbeben v. Lissabon, Pest, Tsunami usw..
    Glaube: Wegen des Sündenfalls ( Ungehorsam v. Adam u. Eva gegen Gott) lebten alle heutigen Menschen nicht mehr im leidensfreien Paradies.
    Zusätzlich dazu erzeugt der Mensch weil es seither in ihm angelegt ist ( Erb..) durch seine „ Verfallenheit, Neigung zur Sünde “ weiteres Leid (Fakt: Unmoral, Mord, Krieg)

    Es gibt auch zunehmend eine „ökoreligiöse“ Variante dieser Annahme:

    Der Mensch habe sich von DER Natur ( inklus. eigener Natur) und vom ausgewogenen idealen Ökosystem entfert ( = ökoreligiöses Paradies)
    Das wird leider u. a. nach (sorry) Konrad Lorenz´ Todsünden-Predigt immer noch zunehmend von sehr sehr vielen geglaubt
    – unser Genpool degeneriere bei Nicht-Natürlicher Zuchtwahl,
    – der Mensch „verhausschweine“ kulturell.
    – Der Mensch, seine Städte .. seien wie ein Krebsgeschwüre für die Erde. etc.

    Das „Menschenbild des genetisch nicht manipulierten Menschen“ findet sich ähnlich bei Habermas , er nennt das „Gattungsethik“
    Darf das „Menschenkollektiv mit der Selbstinstrumentalisierung und -optimierung (es soweit treiben (..)wenn wir uns noch als autonome und untereinander gleichberechtigte Wesen verstehen wollen.“ Gattungsethik sei demnach die „anthropologische Voraussetzung dafür … dass Personen überhaupt moralisch urteilen und handeln können.“ http://zeus.zeit.de/text/2001/39/200139_st-habermas.xml

  4. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    Ähnelt der Kritik an einer falschen, sich selbstauslöschenden Toleranz :
    Man gewähre dabei allen Intoleranten so viel Toleranz, bis die Toleranz dank falscher Legitimation sich selbst abgeschafft habe.
    Der Vergleich hinkt allerdings, denn eine moralisch selbstverursachte Abschaffung der Moral durch das Aushöhlen/ Ignorieren der „Gattungsethik“ als Voraussetzung für Moral, wäre noch zu beweisen ?

    Bleibt aber dann für mich zu fragen: Welche Begründungen haben wir denn überhaupt ?
    Die einzige Übereinstimmung gilt wohl nur beim Nichtschädigungsprinzip , die sich ja von der goldenen Regel ( was du nicht willst was man dir tu…) ableitet, und wohl in allen Kulturen zu finden ist.

    Immerhin haben wir zur Eingrenzung des Schädigungsprinzips ja z.B so (Wahrsager-ähnliche)Einrichtungen wie Ämter für Risikobewertung, welche aber politisch gefiltert und nicht so frei wie die Wissenschaft ( laut GG) “wahr“ .. sagen dürfen, aber begrenzen dürfen und Ethikkommissionen.

    Eine Art Wut und Ohnmacht über die Problematik der Begrenzungsgründe wurde ja im Einspruch bei der RPL-Ethikkomission klar
    In Ethik-Debatten wird angeklagt, wer Tabus/Dogmen nicht akzeptiere, stehe für anmaßende Hybris/unverantwortliche Beliebigkeit wg. Nihilismus/Werterelativismus.

    M. Kettner: „..Nutzen-Risiko-Argumentation. Sie bleibt auch in kulturell ultraliberalen Gesellschaften ein gültiger Bezugsrahmen, nämlich als „Nichtschädigungsprinzip“: Niemandem soll es freistehen, ohne guten Grund jemanden zu schädigen. Auch wenn negative Konsequenzen einer individuellen Selbstschädigung auf andere übertragen werden (zum Beispiel die anfallenden Behandlungskosten für Gesundheitsschäden gesetzlich versicherter starker Raucher), greift das Nichtschädigungsprinzip. Die Übertragung muss sich durch Gründe, die alle Betroffenen gut finden können, rechtfertigen lassen. (Im Beispiel rechtfertigt sich die Übertragung aus dem Versicherungsprinzip der Solidargemeinschaft ohne Ansehen individueller Verschuldung.) # 152

  5. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    Kettner findet etwas anderes ethisch bedeutsam: „Kohärenz-argument (hier wohl psychologisch und nicht philosophisch ( beides sein Metier, für mich i. beiderlei Hinsicht neu.. )
    „Ein Wunsch und mehr noch, seine Erfüllung, sollte den Selbstentwurf und die Ideen eines subjektiv guten Lebens der betreffenden Person fördern (..)die Bewertung der Kohärenz von Lebensentwürfen aus der Innen- und Außenperspektive zugleich. Eine stimmige (ichsyntone) Wunscherfüllung sollte das Geflecht von Vorstellungen einer Person vom Richtigen, Wichtigen und Wahren, das wesentlich die personale Identität der Person ausmacht, nicht fragmentieren, chaotisieren, labilisieren.“
    Er fordert also eine Art moralische Ganzheitlichkeit des Menschen mit sich selbst als moralische Voraussetzung für die Entscheidungen/Wünsche,.. ohne zu sagen wie das zu prüfen sei, etwa psychologisch-empirisch ?

    Tipp für Ungläubige : wunderbarer Artikel v. Gero von Randow über Unglaube…
    Und ein amüsanter Kommentar „Ihr Gottlosen“ die bauend auf Beliebigkeit,..lieber Toskana u. Museumsnächte anbeten, dort im "Überblick" mein deja “lu” zu diesem Thread:
    “ »Es rettet uns kein höhres Wesen (..)Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun!”
    Ach so! ; ) http://www.zeit.de/leben/religionen

  6. Elmar Breitbach
    Dr. Edgar Dahl schreibt

    @ Rebella – # 252

    Oh nein, ich habe keinen Verlag. "Die Lehre des Unheils" ist 1993 zunächst im Hamburger Carlsen Verlag erschienen, 1995 dann als Taschenbuch im Münchener Goldmann Verlag und im Jahr 2005 noch einmal unter dem neuen Titel "Brauchen wir Gott?" im Stuttgarter Hirzel Verlag. Die bei Goldmann erschienene Taschenbuchausgabe ist sicher die beste Ausgabe, weil sie Religionskritik und Kirchenkritik zusammenführt sowie eine Vielzahl angewandter Fragen – einschließlich der Abtreibung, der Sterbehilfe und der Behandlung von Tieren – behandelte. Wie ich gesehen habe, bekommt man "Die Lehre des Unheils" über Amazon noch, und zwar gebraucht ab 4 Euro. (Ansonsten gibt es noch zwei Bücher zur Soziobiologie von mir.) – Soviel zur Werbung in eigener Sache, jetzt aber zurück zum Thema…

  7. Elmar Breitbach
    Dr. Edgar Dahl schreibt

    Wo wir gerade von Religion sprechen: Ich finde es erstaunlich, dass in der Diskussion um die Geschlechtswahl in Indien beständig die Medizin, doch kaum jemals die Religion angeklagt wird. Dabei ist es doch offensichtlich, dass die weitverbreitete Inanspruchnahme der Ultraschalldiagnostik zur selektiven Abtreibung von Mädchen lediglich das Symptom einer religiösen Erkrankung ist. Wenn man das Übel der Diskriminierung von Frauen ausrotten will, muss man es bei seiner Wurzel packen, und die ist nun einmal religiöser Natur. Hier ein paar anschauliche Beispiele:

    Nach brahmanischer Lehre besteht der eigentliche "Zweck einer Frau" darin, ihrem Manne Söhne zu gebären. Ein typisches Hochzeitsgebet lautet denn auch: "Diese Braut hier mach du, o gnadenreicher Indra, reich an Söhnen, reich an Glück. Zehn Söhne leg in sie hinein, den Gatten mach zum Elften ihr!"

    Ein indisches Sprichwort: "Ein Freund ist die Gattin, ein Jammer die Tochter, Licht in der höchsten Himmelswelt ist der Sohn für den Vater."

    Ein indischer Brauch: Wenn ein Inder von der Reise heimkehrt, umfasst er das Haupt des Sohnes, küsst ihn und sagt den Segensspruch: "Aus jedem meiner Glieder bist du entstanden, aus meinem Herzen bist du geboren, du bist mein Selbst, ‚Sohn‘ genannt. Lebe hundert Herbste lang!" Die Tochter aber küsst er nur schweigend aufs Haupt.

    Ein chinesischer Brauch: Bei Hochzeiten auf dem Lande dürfen nur solche Frauen das Bett der Braut herrichten, die bereits einen Sohn zur Welt gebracht haben. Die Mutter einer Tochter darf nichts berrühren, nicht einmal die Braut – sie ist ein "faules Weibsstück ohne Sohn".

    Und schließlich der Koran: "Hört der Araber, dass ihm eine Tochter geboren worden ist, so färbt die Traurigkeit sein Gesicht schwarz; diese Nachricht dünkt ihm ein so schmähliches Übel, dass er sich vor keinem Menschen sehen lässt, und er ist zweifelhaft, ob er die ihm geborene Tochter zu seiner Unehre behalten oder ob er sie in die Erde verscharren soll."

  8. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    @ Dr. Dahl, ich finde es selbst zwar ebenso erstaunlich..

    ..aber ist das nicht heutzutage bei uns die vorherrschende Auffassung ?
    Nämlich, dass nicht vor allem die schädliche Anwendung ( religiös, politisch, sozial begründet) bis hin zum Missbrauch einer Technik kritisiert wird, sondern die Technik selbst,
    Denn jede(s)Technik/Verfahren trägt ja immer auch den willentlichen/ungeplanten entgleitenden Mißbrauch von Menschenhand allein durch ihre Existenz in sich – Fokus auf das Risiko ein Technik als Erweiterung des Nutzen-Schädigungprinzips.
    Dr. Wischmann schrieb entsprechend (vorher ähnlich: " Zauberlehrling" )

    "Es wäre wohl das erste Mal, dass mit “Gender balancing” ein medizinisches Verfahren eingeführt würde, welches nur Vorteile (außer in Asien) und keine Nachteile oder Risiken mit sich bringt."#158:

    Es geht doch im Grunde darum festzustellen, ob sich diese Technik als überwiegend neutral oder als schädlich bei der Nutzen-Schadenbewertung einordnen lässt.
    Ein Küchen-Messer, mit dem wir zwar auch verletzen oder töten könnten, wird angesichts der überwiegend friedlichen Haltung unter Menschen als zulässige Technik gesehen, zumal es großen Nutzen für alle bietet.
    Wenn man an die Pille denkt, kann man erkennen, dass diese "Technik" zunächst das Bedürfnis der Menschen nach Geburtenkontrolle erfüllt hat.
    Sie hat aber letztlich auch gesellschaftliche Prozesse verstärkt; z.B der heutigen unkatholische Norm, die Geburtenplanung nicht dem natürlichen Zufall zu überlassen, sondern "vernünftig" zu planen.Die Kirchen erlauben zwar die "natürliche" Kontrolle, wobei durch die Verbesserung natürlicher Verfahren ( Eisprungmessung mit Homonteststäbchen, Zykluscomputer ) diese Natur/Kunst Unterscheidung doch völlig sinnlos wird, da ähnlich effektiv wie die Pille.

  9. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    Bei der Genderselektion ist der allgemeine Nutzen für die Gesellschaft eher wage (Selbstbestimmung?)oder gar nicht zu erkennen, sondern liegt allein in der Gewährung von Entscheidungsfreiheit der Eltern und deren Verwirklichung eines gewünschten/ idealisierten ausgewogenen Kinder-geschlechtsverhältnis.
    Bisherige Hinweise v. Dr. Wischmann auf schädliche Eltern/Gesellschafteinflüsse bezüglich geschlechtsdiskriminierender Fehlannahmen /Fehl-Erwartungen mögen zwar allgemein stimmen.
    Die Verknüpfung, warum dies aber besonders auch für die Genderselektion zuträfe oder gerade hier ein psychosoziales Schädigungsrisiko berge, habe ich noch nicht verstanden.
    Ebenso sehe ich darin kein Risiko, dass Genderwahl zur gesellschaftliche Norm würde, wie z.B beim gesellschaftlich normativen Vernunft-Verantwortungsgebot bei der Verhütung/Familienplanung.

  10. Elmar Breitbach
    Andra n.e schreibt

    Meine Beiträge von gestern 24 März sind verschwunden. Wegen dem Server vielleicht. Oder?
    Sie sind erschienen und später hat sie jemand gelöscht.
    Schade eigentlich.

  11. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @Dr. Dahl:

    Sie schreiben: „Ich finde es erstaunlich, dass in der Diskussion um die Geschlechtswahl in Indien beständig die Medizin, doch kaum jemals die Religion angeklagt wird.“

    Ich finde das nicht so erstaunlich. Denn Geschlechtswahl und Indien machen da keine Ausnahme. Auch bei der Diskussion um das Embryonenschutzgesetz in Deutschland wird die Religion kaum angeklagt. Auch in der Auseinandersetzung mit Kriegen und weiteren menschenunwürdigen Ereignissen in der Geschichte wird die Religion kaum angeklagt. …

    Religion hat leider heute immer noch so viel Macht, dass sie die Politik sämtlicher Länder der Erde regiert. Auch die in Deutschland. Egal, worüber debattiert wird. Religion – und hierzulande speziell das Christentum – bleibt dabei der Wolf im Schafspelz.

  12. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Bei der Auseinandersetzung mit dem Gedanken, man dürfe Gender Selection deshalb nicht zulassen, weil ja dann das Kind mit ganz bestimmten Erwartungen seiner Eltern an seine Persönlichkeit auf die Welt kommen würde, fiel mir heute noch ein, dass es ja auch natürliche Methoden mit gleichen Erwartungen gibt (wenn auch fraglich). So kursiert z.B. die Annahme, dass Sex vor dem Eisprung ein Mädchen bringen würde und nach dem Eisprung einen Jungen. Nach dieser Methode verfahren zumindest nicht unbedingt wenige Paare. Wenn das Ergebnis dann wohl auch in nahezu 50% aller Fälle nicht dem Wunsch der Eltern entspricht, so ist das doch von der Sache her nichts anderes. Und – das wird ja auch nicht verboten?
    Ebenfalls nicht verboten ist es, wenn Eltern, die ein Kind verloren haben, dafür sozusagen als Ersatz ein neues Kind in die Welt setzen. Hier oft auch mit bestimmten Erwartungen. Nach der Annahme von Ihnen, Dr. Wischmann, müssten all diese Kinder gehäuft Probleme mit der Erwartungshaltung ihrer Eltern bekommen.

    Ach, und ich bin ja ganz ehrlich. Ich hab mich grad selbst bei meiner Erwartungshaltung erwischt. Mein Sohn hat sich nämlich zu einem großen Fußballfan entwickelt. Und ich und Fußball …… Und ich hab mich jetzt tatsächlich dabei ertappt, dass sein Begehren, ein Instrument zu erlernen von mir, die Musik liebt, sehr schnell befürwortet wurde. Auch der Computerkurs hatte sofort meine Zustimmung. Aber Fußballverein? Muss das wirklich auch noch sein? Die Bengels spielen doch eh schon in der Schule in den Pausen und nachmittags noch Fußball. Jetzt auch noch Verein? Und Fußballstickers noch und noch – so´n Firlefanz für ´nen Haufen Geld! Muss das sein? Und am Liebsten noch jeden Tag mehrere Fußballspiele im Fernsehen anschauen … wenn schon Fernsehen, KIKA ist doch viel netter. Hm, ich verbiete es ihm ja nicht. Er darf ja, wenn auch in geringerem Umfang. – Müssen wir jetzt damit rechnen, dass unser Sohn psychische Probleme wegen der Erwartungshaltung seiner Mama bekommt?

  13. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    in # 254 stellte ich (mir) die Frage, welche Begründungen wir überhaupt hätten.

    Die v. Dr. Dahl erwähnten Begründungen z. Eschgesetz " das Menschenbild des genetisch nicht manipulierten Menschen” liess mich automatisch an den früher gelesenen Begirff v. Habermas " Gattungsethik" denken.

    In der ORF-Wissenschaftskolumne v. Ulrich Körtner fand ich eine Übersicht, welche Begründungen/Positionen in der Bioethikdebatte heute denn die anderen so haben..

    1…dort auch eine Kurze Erklärung der "Gattungsethik" u. was Habermas von der Kirche unterscheidet trotz gemeinsamer Kritik an reprogenetischen Handlungsmöglicheiten
    2. und die Erklärung dessen, was vermutl. mit "Kohärenz" gemeint war:

    " Wenn Kinder ihre Existenz den vorfabrizierten Wunschvorstellungen ihrer Eltern verdanken, mit denen sie später konfrontiert werden, "verlieren sie womöglich jenen Spielraum, der notwendig ist, um den eigenen Weg gehen zu können" (Andreas Kuhlmann). Die für unser Selbstsein notwendige Symmetrie interpersonaler Anerkennungsverhältnisse könnte dadurch angetastet und in Frage gestellt werden."

    Quelle : http://tibet.orf.at/science/koertner/55285

    @ Rebella: Bezüglich des Fußballspielens gäbe es immer noch Spielraum für Deine Jungs, sie könnten Dich überreden oder überzeugen, sogar wenn Du ( nur hypothetisch) ganz streng wärest, dann heimlich Fußball spielen. Vielfach ist es ja auch so, dass fast jeder im Opponieren gegen die Eltern , bestehende Verhältnisse und Selbstenscheiden/Verantworten und dann mehr oder weniger freiwilliger Anpassung an die Verhältnisse/Alltagsgrenzen ja unsere Persönichkeit mitentwickelt haben – hoffentlich mit einem gesunden Anteil Autonomie.
    Bei der Geschlchtswahl bliebe keinerlei Spielraum, aber den gibt es ja bei der natürlich zufälligen Geschlechtswahl im Normalfall auch nicht ( Ausser bei Intersexualität )

  14. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    @ Andra, es war sicher die Umstellung, oder du hast ( wie ich leider nicht nur einmal selbst )mehr als 2000 Zeichen benutzt.. was den Admins sicher auch Ärger und Arbeit macht

    Bitte schreib es doch noch mal aus der Erinnerung heraus neu auf !

  15. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    @ Rebella,

    womöglich kennst du den Essay "Muss man Religiosität respektieren?" ( 8/05)von Jan Philipp Reemtsma noch nicht .
    Denn der wird seither immer wieder ärgerlich von kathol.Kirchenseite erwähnt , da man sich diskriminiert fühle, besonders dieser letzte Satz ist wohl der " Stachel im Fleische", Zitat:

    " Ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse‘, d. h., ihr werdet selbst entscheiden, was gut und was böse ist."(8) Der Stolz einer säkularen Gesellschaft besteht in der Tat darin, in dieser Art von Sünde zu leben."

    Quelle: J.P. Reemtsma: "Muss man Religiosität respektieren?"

    http://www.monde-diplomatique.de/pm/2005/08/12/a0043.text.name,askAeJxCO.n,0

  16. Elmar Breitbach
    Andra n.e schreibt

    Nocmal aus Errinnerung:
    Am Freitag 23 März gab’s bei SWR eine gute Sendung des Nachtkaffee, mit Thema „Erbgut…“
    Gäste: ein Humangenetiker, ein Journalist (Dr.), die Mutter von Felicitas Woll (mit 41 ein Sohn mit leichtes Down bekommen, sonst noch 2-3 gesunde Kinder, vor Geburt gewusst), eine Frau deren 2 Schwestern an Fanconi gestorben sind (sie gesund), ein Mann mit Mukoviszidiose (Rekordalter Mitte 30, 3 ICSI Kinder, da diese Krankheit auch mänl.Unfruchtbark.bringt), eine kleinwüchsige Frau (Mann normal), eine Frau mit Brustkrebsgen (getestet, Brustamputiert, Tochter noch nicht getestet).
    Diese Sendung hat mich wütend gemacht und ich habe verstanden dass unsere Debatte hier umsonst ist, weil die Menschen, inklusive Media nicht informiert sind. Alles wird durcheinander gemischt, alles in ein Glas gesteckt: IVF/ICSI, Züchtung, PID,Klonen Alles ist Züchtung, alles schlimm.
    Die Frau mit Krebsgen wagt zu sagen dass sie ein behindertes/krankes Kind nicht machen würde, was würde ihn erwarten in diese Welt. Explosion von Frau Woll und die Frau mit Fanconi, auch Journalist – das ist Züchtung.

  17. Elmar Breitbach
    Andra n.e schreibt

    Es wurde auch über Gender-balancing geredet. Der Genetiker war ein Lord, hat ständig erklärt und beruhigt, war höflich, auch wenn ihm selbst den Kragen geplatzt ist. Meine Schlußfolgerungen:
    1. Behinderungen bei über 41 nicht mehr als bei andere Frauen.
    2. Alles Züchtung
    3. PID soll dort im Ausland bleiben
    4. Es gibt noch eine Wahl – keine Kinder zu bekommen (so Frau mit Fanconi und die kleinwüchsige Frau)
    5. Menschen die direkt oder indirekt betroffen sind, verstehen Leid doch nicht und wollen nicht vermeiden.
    6. Man entscheidet für sich selber/nach eigene Meinung und nicht für das Wohl des Kindes, weil man fragt ihn nicht ob es so leben möchte. Das begreifen die Menschen nicht. Sie denken die Kinder möchten so geboren werden und leiden und sind glücklich damit. Das ist Egoismus pur.

  18. Elmar Breitbach
    Andra n.e schreibt

    Man muß die Menschen, die Media, die Politiker gut informieren über jede gute Erfindung der Wissenschaft. Man braucht auch ein Mittelweg in alles.
    Ich denke auch dass es im allgemeinen wichtig ist das ein Kind gewünscht und geliebt wird, egal wie es ist. Zu viele Kinder sind unerwünscht, darum leiden sie
    Und denke auch man muß auch den Menschen Traumen heilen und mit beide Geschlechte anfreunden. Sie müssen lernen Verantwortung zu haben und zuvor denken: will ich ein Kind und warum, was biete ich ihm an.
    Und ja, die Natur diskriminiert auch und macht ihre eigene Selektion, um ein Gleichgewicht zu erzielen (z.B werden kranke Embryos sofort abgestossen). Ich denke auch dass es oft so ist dass Frauen Kinder nach ihrem Potenzial/Kraft bekommen (gesunde, starke Frauen kriegen eher Kinder, viele, Junge, manchmal kranke). Manch andere kriegen keine, da sie zu schwach sind, oder nicht fähig für ein krankes Kind sind, oder so). Man sagte mir auch dass es besser ist für mich, vielleicht würde mein Kind krank oder behindert sein, oder schlimm, hätte ich die Kraft dazu?

  19. Elmar Breitbach
    Andra n.e schreibt

    Und man sollte nicht alles auf der Kirche zu geben, weil es so nicht ist. Kirche ist nicht= Sitte. Die Sitten sind auch verantwortlich für Gender-Selection in der Welt.
    Keine Kirche sagt wirklich das Frau so behandelt sein muß.Habe viel in Religionen recherchiert um das heraus zu finden. Z.B ist der größte Indische Gott (Buddha) auch Frau! Es ist der Muttergott und nicht der Vater wie bei anderen.
    Die Sitten aber sagen dass: ein Mann der Familienerbe/Haupt ist, dass eine Frau dazu ist um Kinder zu Kriegen, um sich um den Haus zu kümmern und Männer um die Arbeit usw.. Und so wurden sie auch von der Natur gedacht, auch wenn uns das nicht mehr gefällt.
    Tatsache ist beide Geschlechter werden gebraucht und zwar überall, sonst…kommen keine Kinder überhaupt.

  20. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    @ Andra,

    den allerletzten Teil der Sendung hab ich zufällig beim Zappen erwischt ( mein Mann hat´s dank Rotwein lächelnd ertragen, da ihn Biopolitik etc. eher nervt..)

    Prof. Bartram lehnte als Schluss-statment die Genderselektion strikt ab ( Begründung evtl vorher ?)

    der (katholische Biotechkritiker) Journalist A. Kissler klagte den Eizell-Bedarf f. die Genforschung ( therap. Klonen) an.

    eine Dame ( Fr. Baldauf ?) sah einen größeren Zusammenhang zwischen genetischen Erkrankungen und (sinngemäß ??) .wie der Mensch sich in seiner Umwelt entwickelt habe, ein Selbstverschulden des Menschen andeutend ( Ökodeutung ? )
    Der Mukoviszidose-Betroffene St. Kruip hat sehr offen über seine Krankheit/ Biographie/ Gefühle gesprochen und sehr klar gesagt, warum er andere Auffassungen respektiert ( z.B SS-abbruch nach Diagnose) selbst aber seine Auffassungen vertritt, zudem hat er Dank Icsi , seine 3 Kinder zeugen können.
    An seinem eigenen Fall würde deutlich, dass er trotz der scheinbar eindeutigen Diagnose realtiv mehr Glück als andere hatte ( Geschwister starb) weil andere unbekannte genetische "Mit"-Faktoren den Verlauf abschwächten, dennoch hat er eine unabsehbare Lebensperspektive.
    Die überlebende Schwester ( 2 Geschwister an Fanconianämie verstorben) beschrieb sehr eindringlich das Familien-Leben mit der lebensbedrohenden Krankheit, das tiefe Dankbarsein für jeden Tag, den man leben darf.

    Wie viele von Behinderung betroffene Gentechkritiker, argumentierte auch sie, ihre beiden geliebten Schwestern, wären bei einer genet. Selektion nicht geboren worden, weshalb sie das ablehne. ( s.o. Chistian Judith)

    Ein v. Behinderung Betroffener will nicht auf die Störung reduziert werden, also wird das Diskriminieruns/Stigmatisierungs-Argument auf die vorgeburtliche Selektion übertragen, indem der Mensch mit der Behinderung eins zu eins mit dem menschlichem Leben aus dem sich ein Mensch entwickelt gleich gesetzt wird…
    oder auch nicht…je nach Menschenbild und "Sitte".
    http://www.swr.de/nachtcafe/index.html

  21. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    zu # 268
    ich finde das allgemeine Überlegen ob man ein Kind will und es allgemein zur Lebenssituation passt o.K.
    Wenn aber mir ( und dem Partner) persönlich nichts Dagegensprechendes bewusst ist, dann sehe ich keinerlei Grund irgendwelche Belehrungen, ungebetene Ratschläge Dritter zur Kinderfrage einzuholen oder erfreut zu begrüßen.

    Na klar ist das Kinderwünschen immer auch ein wenig egoistisch, aber das erübrigt sich dann spätestens ab der Geburt, lehrt uns doch das Leben, oder ?
    Außerdem waren wir doch selbst Kinder, ich erinnere mich an vieles, was unsere Eltern zur Verzweiflung brachte.

    Eine derartige Idealisierung der Sinnhaftigkeit der natürlichen Selektion halte ich für übertrieben, die Evolution bezieht sich auf unübersehbare Zeiträume und sehr viele viele Individuen, aber sicher nicht auf das Einzelschicksal.
    Die Embryonen werden auch nicht typ. immer abgestossen, sondern hören auch oft wegen menschentypischer Fehlverteilungen ( Trisomien bei der Eizellreifung) einfach auf zu wachsen, in der Petrischale wie im Uterus – und oft scheinbar einfach so..
    Wenn dir keine bestimmten erbl. Störungen bekannt sind, dann gibt es nur das allgemeine zunehmend altersbedingte Risiko für bestimmte Fehlverteilungen und das hohe Risiko für Fehl und Frühgeburten.
    Es gibt sehr viele Kinderreiche Menschen gerade bei den Ärmsten, es werden gesunde Kinder geboren die dann kurz nach der Geburt an banalsten Infektionen oder Hunger sterben – oder durchs Leben in Armen-Waisenhäusern schwer geschädigt werden.. so lakonisch grausam ist das – ohne natürliche Selektion durch Evolution.
    Purer " Biologismus" kann doch kein alleiniger menschlicher Maßstab sein.

    Nichtgenetische Behinderungen können jeden ( auch Kräftige/ Gesunde) zudem immer treffen und mit zunehmendem Alter, den Lebensrisiken.. werden wir sowieso alle mehr oder weniger " behindert".
    http://de.wikipedia.org/wiki/Biologismus#Gesellschaftliche_Wirkungsweise

  22. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @fassi:

    Ich möchte zu zwei deiner Aussagen was bemerken. Einmal zitierst du: ”Wenn Kinder ihre Existenz den vorfabrizierten Wunschvorstellungen ihrer Eltern verdanken, mit denen sie später konfrontiert werden, “verlieren sie womöglich jenen Spielraum, der notwendig ist, um den eigenen Weg gehen zu können” (Andreas Kuhlmann). Die für unser Selbstsein notwendige Symmetrie interpersonaler Anerkennungsverhältnisse könnte dadurch angetastet und in Frage gestellt werden.”

    Das „womöglich“ in dem Satz empfinde ich als sehr wage, denn Möglichkeiten gibt es ja immer sehr viele. Und den Spielraum für den eigenen Weg kann man doch nur verlieren, wenn einem so gar keine Freiheiten gelassen werden. Aber welche Eltern tun das schon, ihren Kindern keinerlei Freiheiten lassen? Eltern, die gern das Geschlecht ihres Kindes bestimmen wollen, wollen nicht zwangsläufig auch sämtliche Charakterzüge und Fähigkeiten mitbestimmen. Und mit den „interpersonalen Anerkennungsverhältnissen“ ist doch gemeint, dass man einen Menschen dafür anerkennt, dass er so ist, wie er ist, stimmt´s? Aber die wichtigste Anerkennung für einen Menschen besteht nicht in der Anerkennung seiner (von der Natur; hier auch: von den Eltern) vorgegebenen Merkmale, sondern in der Anerkennung seiner Leistungen und Taten. Mir schmeichelt es ehrlich gesagt nicht, wenn jemand kommt und sagt: „Hast du aber eine schöne Nase!“ Wer kann schon was für seine Nase? Wenn aber einer kommt und sagt: „Klasse, das hast du gut gemacht!“, dann ist das schon wichtig für mein Selbstbewusstsein. Denn was ich tue, dafür bin ich ganz allein selbst verantwortlich. Alle Menschen sind ein komplexes Gebilde aus vorgegebenen (von ihnen nicht selbst beeinflussbaren) Eigenschaften und aus selbst erarbeiteten Eigenschaften. Egal, wie hoch der Anteil unserer Eltern oder der Anteil der Natur an den vorgegebenen Eigenschaften ist.

  23. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @fassi:
    Zweitens schreibst du: „Bezüglich des Fußballspielens gäbe es immer noch Spielraum für Deine Jungs, sie könnten Dich überreden oder überzeugen, sogar wenn Du ( nur hypothetisch) ganz streng wärest, dann heimlich Fußball spielen. …. Bei der Geschlechtswahl bliebe keinerlei Spielraum“
    Das sehe ich eher zu Lasten des Kindes, das seinem ganz besonders geliebten Hobby nicht nachgehen darf. Denn hier wird die Ausübung des freien Willens unterdrückt. Im Fall der Geschlechtswahl geht dem Kind nichts ab, denn in den meisten Fällen wird es ganz zufrieden sein mit seinem Geschlecht. Hier ist nur eine Sache, die ohnehin von außen und nicht von dem Kind selber festgelegt wird (ganz schnuppe, ob nun von den Eltern oder von der Natur) festgeschrieben.
    J.P. Reemtsma, ein Mann, der mit dem Tod vieler Menschen sein Geld verdient hat, und „Gut und Böse“ – Naja, den mag ich nicht unbedingt zum Vorbild haben.

    @Andra:
    Ja, solche Sendungen von der Art bringen sie eben immer wieder gern, wo sie den Leuten suggerieren können, die Erfüllung von Kinderwünschen hätte was mit Züchten oder mit Diskriminierung von Behinderten zu tun. Das ist leider von den Meinungsmanipulanten so gewollt.

  24. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    @Doc Breitbach:

    Bitte, bitte, wir brauchen jetzt „GenderBalancing 3“. Mein Rechner geht in die Knie!

  25. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    @ Rebella, dass mit J-P- Reemtsma stimmt so überhaupt nicht (!)seit wir die Sippenhaft abgeschafft haben müssen Kinder nicht für Ihre Eltern haften.
    Die von mir geschätzte Journalistin Bettina Röhl hat sich auch dagegen gewehrt Terroristentochter (Mutter war U. Meinhoff) genannt zu werden.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Jan_Philipp_Reemtsma#Leben

    Ich erwähnte hier kritisch einen zum Bestseller gewordenen Text von Konrad Lorenz http://de.wikipedia.org/wiki/Die_acht_Tods%C3%BCnden_der_zivilisierten_Menschheit
    Seine Rolle i.d. Nazizeit ist "schillernd",.trotzdem verdanken wir Lorenz u.a. die EE – evolutionäre Erkenntnistheorie, bezüglich seiner Befürchtungen zur Genpooldegenration wegen nichtnatürlicher Auslese hat er sich angeblich von seinem Kollegen Ernst Mayr umstimmen lassen, was aber den "Todsünden"-Fans eher unbekannt scheint.Bei den 1000fragen sträubten sich mir die Haare, angesichts der so häufig idealisierten biologistischen Natur-Eugenik-Überzeugung, der wir uns Gott-Natur-gegeben gefälligst zu fügen hätten (!)

    Der misogyne (frauenfeindliche) Neurologe/Psychologe " Möbius" den Suse ( 4x neben der noch häufigeren "Selber-Denken"-Aufforderung) erwähnt, war offenbar wohl nicht nur blöd, nach kurzem googlen entdeckt man eine aktuelle Habilitation: http://www.uni-leipzig.de/~psy/moebiusbuch.htm

    Und Alice Schwarzer ? Sie hat d. grausame Geschlechtsumwandlung bei einem männl. Zwillingsgeschwistern bejubelt, als feministischen Beweis, das alles nur Prägung sei.
    Hintergrund war ein gravierender Kunst-Fehler bei der Beschneidung, daher hielten damals alle Beteiligten, mit guten Absichten, eine Fehler-Vertuschungs- Geschlechtsumwandlung als machbar und guten Weg.
    Fr. Schwarzer und der Arzt wollten sich anhand dieses Falls medizinisch und genderideologisch profilieren – der Junge Brenda Bruce beging später Selbstmord.
    http://www.cicero.de/97.php?ress_id=7&item=580

  26. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    Gender-Main-Streaming ist heute Eu-gesetzlich festgelegte gesellschaftspolitische Leitkultur !

    Ich bin dagegen alles zu relativieren, sondern übe auch Kritik, aber eine reflexhafte oberflächliche Schwarz-Weiss-Denke ( Achtung Kirche,Achtung Tabakkonzern, Achtung Feministin, Achtung Pharmaindustrie, rechts-links..)überzeugt mich persönlich ebenso nicht, ich bemühe mich zumindestnach meinen Möglichkeiten diese zu vermeiden, auch gegenüber den Religiösen etc.
    Allerdings warte ich noch auf eine Klärung von der sonst sicher auch bewunderswerten Alice

    und die Gender-Main-stream Denke hängt auch mit dem Thema Gender-selektion zusammen – wie Suse schrieb, seien ja die Rollen nur Prägung ( #120 #189 )

  27. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    Das wort Prägung würde ich in dem Zusammenhang ganz sicher nicht benutzen, liebe Fassi.

    bitte etwas genauer, wenns geht. rollenbilder und Prägung sind zwei völlig verschiedene Mechanismen (ohne gleich wieder schulmeistern zu wollen).

    klare Begriffsbildung ist überhaupt eine Grundvoraussetzung zur Diskussion.

    Die Habil zu möbius werde ich vielleicht mal lesen.
    Es ändert aber nix am Grundproblem. Auch leute mit Fehlurteilen können nicht durchgehend Fehlurteile abgegeben haben, das sagt schon die Wahrscheinlichkeitstheorie 😉 logisch eigentlich.
    Sogar in den Naturwissenschaften, zB physik, finden sich echt merkwürdige Diplomarbeiten, Dissertationen und sicher auch habilitationen.
    Gerade eben spaltet sich die Hellinger-bewegung in eine rein-Hellinger udn eine "wissenschaftliche". Die wissenschaft allerdings wird das von Tisch wischen.

    Auch von mengele sind fast verwertbare Ergebnisse bekannt. auf die Schnelle fällt mir nur ein, auch eineiige Zwillinge nicht koppelbar sind.
    Makaber, aber im Vergleich zu den siamesischen Zwillingen bemerkenswert.

    Ja, auch die SChwarzer hat sich also mal geirrt. ICh habe die Sache mit dem Zwilling aber etwas anders in erinnerung (kann auch Wahrnehmungssache sein), nämlich daß die Mutter sich anerkennend über die weiblcihen tugenden des Zwillings geäußert haben soll, nur zu wild soll sie manchmal gewesen sein.

    ja, hat man mir auch immer nachgesagt (in meiner Familie war beschneidung nciht üblich, so daß ich vermute, daß cih XX-Frau bin, meine Söhne würden die Hypothese untermauern)

    Nun, und?
    ja, einerseits gibts Gesetze, geschriebene und ungeschriebende (zu welchen inzwischen die Religion wechseln mußte, die erst an vorderer stelle stand),
    andererseits gibts Bedürfnisse (die durchaus [nicht immer] ihre Berechtigung haben) , dann gibts Ressourcen (dazu zähle ich auch die deprivierten Kinder, die Bedürfnisse und Ressourcen negiert bekamen)
    und schließlich gibts technische Möglichkeiten.

    Der MEnsch ist jedenfalls immer einer, der versucht, sich seine Schlupflöcher aufzutun. Ressourcen zu nutzen, die von den Gesetzen nicht vorgesehen sind, Technik anwenden zu wollen, die vorhanden ist (nicht vorhandene kann man schlecht anwenden… ;-)) und sich an Vorschriften – moralischen oder offiziellen – vorbeizumogeln, wenn die Ziele nur wichtig genug udn die möglcihkeiten vorhanden sind.

    eine liebe freundin (Leukämie seit Jahren ganz gut im Griff gehabt, aber ohne Eierstöcke seit ihrem 15. LJ) ging nach Holland. Der Traum vom Kind. Selbst als Kind massiv mißhandelt worden.
    Eizellspende, InVitro, (ihre Ärzte müssen entsetzt gewesen sein). Medikation in SS für ihr Kind runtergefahren. (Momentan macht sie wieder Chemo, aber das Kind ist da und ist gesund).
    Wer bittschön wird ihr Vorwürfe machen wollen, wenn sie ein bißchen Normalität in ihrem leben haben will?
    ich finde sie sehr mutig, meinen respekt hat sie.
    Für die Unterbringung ihres Kindes im falle ihres Ablebens regelt sie die Angelegenheiten. ist mehr, als andere Eltern für ihre kinder tun, in der Hinsicht. Und es kann durchaus sein, daß sie noch viele Jahre lebt.

    Anderes Beispiel. als Kind massiv mißhandelt worden. Kriegt ein Kind nach dem anderen. Sie muß bemerkt haben, daß in der SS die Hormone für eine gewisse Abpufferung sorgen. Dissoziiert heftig. Lehnt jegliche therapie ab (wozu auch, hat ihre ja gefunden). mädchen lehnt sie ab (die gehen direkt aus der Klinik in fremde Hände), Jungen behält sie bis zum frühen SChulalter (und kriegt es dann ncith mehr gebacken).
    Notaufnahme, Kidnerheim, rückführung (aus Finanzgründen, wenn ihr mich fragt). Erneut Kidnerheim. ich rede hier nicht von einem Kind, sondern nach meiner Berechnung 5 in Fremdunterbringung, 4 bei ihr (eventuell, da indirekte Informationen wg Datenschutz).

    die Dinge sind mitunter schwieriger als sie auf den ersten Blick scheinen.
    Dennoch bin ich gegen restriktive Gesetze, ausgenommen den Fall Kindesmißhandlung (da genügen mir die Gesetze nicht).
    Auch mit PID habe ich keinerlei Probleme.
    Ncihtmal mit Abtreibung.
    (schließlich genügt es für das Kind nciht, geboren zu sein, sondern da muß schon noch was geboten werden -Bedürfnisse erfüllt)
    Wie viele lebensschützer haben – im Gegensatz zu mir – ein schwerbehidnertes Pflegekind? an ihren Taten werdet Ihr sie erkennen, die Gutmenschen….

    Ich habe nur ein Problem damit, menschen UNNÖTIG Schmerz zufügen zu lassen. Dagegen dürfte nix zu sagen sein.

  28. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    an ihren Taten /Früchten) werden wir sie alle erkennen
    http://www.bibel-online.net/buch/40.matthaeus/7.html#7,16

    Stimmt, – daher frage wir ja,welche Taten aus der respekatblen und GUTEN Absicht folgen sollen, müssen, vorgeschrieben werden sollten, andere nicht zu schädigen, besser " Menschen UNNÖTIG Schmerz zufügen" – = DAS Nichtschädigungsprinzip.. womit sich Biopolitiker-Ethiker-Moralisten rumschlagen, oder ?
    Der Allgemeinplatz, dass " die Dinge sind mitunter schwieriger als sie auf den ersten Blick scheinen" verpflichtet dann auch jeden, der diese und andere APs..anführt zur ( hochtrabend scheinend) formulierten Haltung, wie " intellektueller Redlichkeit" anstatt zu Bildungs- oder Betroffenheits-Dünkel im "herrschaftfreien Diskurs".

    Dein Schopenhauerlink zeigt mir ( zufällig, v.a. unverschuldet.. langbeinig, breitschultrig, schmalhüftig, sonst noch ( der natürliche countdown läuft ja für alle Weiber..) noch östrogenbetont..wenigstens nichtblond..lach **)

    ..allerliebste Denke v. Eva H. u. Gilligan:
    " Die Weiber denken in ihrem Herzen, die Bestimmung der Männer sei, Geld zu verdienen, die ihre hingegen, es durchzubringen"
    " ist es abzuleiten, daß die Weiber mehr Mitleid und daher mehr Menschenliebe und Theilnahme an Unglücklichen zeigen, als die Männer: hingegen aber im Punkte der Gerechtigkeit, Redlichkeit und Gewissenhaftigkeit, diesen nachstehn. Denn in Folge ihrer schwachen Vernunft übt das Gegenwärtige, Anschauliche, unmittelbar Reale eine Gewalt über sie aus, gegen welche die abstrakten Gedanken, die stehenden Maximen, die festgefaßten Entschlüsse, überhaupt die Rücksicht auf Vergangenheit und Zukunft, auf Abwesendes und Entferntes, selten viel vermögen."

    " Demgemäß wird man als den Grundfehler des weiblichen Charakters Ungerechtigkeit finden."
    Wo ist der gerechte Ansatz in der feminist. Carethik , den Reprokulterinnen, wie meines Wissens bezüglich der Careethik , feminist. Philosophinnen Martha Nussbaum u. Herlinde Pauer-Studer sehen den da auch nicht ?

  29. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    Schopenhauerlink?
    verwirrt guck.

    um ehrlich zu sein, mir fehlt vermutlich der Grips, um Dir an dieser Stelle ncoh zu folgen. Vielleicht können es andere.
    sozialismus-vorgeschädigt, mit -ismen auf kriegsfuß.

    Wieviele behinderte Pflegekinder haste denn? nur mal frag. [duck und weg]

    sagte ich nicht schon mal was über Blubberblasen? meine mailaddi s.o.
    ICH bin nicht der Gesetzgeber. Über was eigentlich regst du dich auf?

  30. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    ps
    Hierarchie ist dem Chaos immanent. Allerdings kennt Kultur alle möglichen Arten von Autoritäten, nicht nur die Wissensautorität.

    natur läßt sich so nicht reglementieren. Ging jedenfalls bisher immer schief.

  31. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    @ Suse, stimmt, es war Dr. Dahl in # 90

    Wieviele behinderte Kinder ich also habe..und wieviel Leidende Menschen ich schon kenne, gar selbst (beruflich oder privat) erlebt habe und wieviele Bücher…und ohne Befolgen Deiner Outing-befehl-Prämisse 😉 wäre ich dann suse-"logisch" inkompetent ?

    das Spiel hab´ ich früher mit meinem Bruder mit irgendwelchen Schiffs-Rennauto..Quartettkarten gespielt..Hubraum, P.S. bla bla. fands aber irgendwie langweilig 😉
    Ähnlich fragen die Religiösen, welche Werte die Ungläubigen so hätten, sie sollten mal beweisen dass sie nicht die der Belibigkeit Mulitoptionalität anhingen
    die Behindertenaktivisten ( samt Wohlfahrtsverbänden) wer denn die beste Betroffenheitskompetenz in Ethikdebatten hätte, wenn nicht allein sie inklusive christlicher Barmherzigkeit u. Tugenden.
    die Reprokult-Feministinnen wer denn nur rollengeprägte Nutzer/Innen und wer beschützenswerte Opfer/Innen seien

    In einer Radiosendung meinte nach der gleichen Denke die feministische Fr. Prof. Pieper völlig respektlos über Hannah Arendt, die sei halt aufgrund ihrer Sozialisation männlich-aristotelisch geprägt, sonst wär da sicher was anders gelaufen 😉

    für deinen Sozialisationstest müsstest Du Dir andere, willigere suchen,

    wobei dies Nix mit Anerkennung oder Aberkennung zu tun hat ( wer bin ich denn, der deine Leistung etwa beurteilen oder anzweifeln wollte, im Gegenteil – Respekt !) was deine Mütterliche Fürsorge betrifft.

    Sondern ich verweigere mich dem Instrumentalisieren biographischer Erfahrung/ Betroffenheit als dem wiederkehrenden Leit- Argument deiner Darlegungen in dieser Diskussion über Genderselection.

  32. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    man sollte schon wissen, worüber man spricht.