Frankreich 170.000 Embryonen auf Eis


Das Deutsche Ärzteblatt berichtet, dass es Ende 2006 in Frankreich mehr als 170.000 Embryonen gab, die eingefroren sind und auf ihre weitere Verwendung warten. Erstaunlich sind dabei vor allem die Steigerungsraten: Das sind ein Viertel mehr als im Jahr davor, berichtet die Zeitschrift „Le Figaro“

Knapp die Hälfte dieser Embryonen werden für eine künstliche Befruchtung nicht mehr benötigt. Die Paare in Frankreich haben aufgrund der dort gültigen gesetzlichen Regelungen die Wahl, diese Embryonen für andere Paare zu spenden, für die Forschung freizugeben oder sie vernichten zu lassen. Wenn keine Entscheidung von Seiten der „Eltern“ gefällt wurde, dann sind es die Kinderwunsch-Zentren, die über das weitere Schicksal entscheiden können oder müssen

Die Politik hinsichtlich der Kryokonservierung scheint in Frankreich auch eine andere zu sein:

Bei jedem Paar, das eine künstliche Befruchtung wünsche, würden bis zu zehn Embryonen eingefroren, um im Fall des Scheiterns der Einpflanzung neue Versuche unternehmen zu können, eine Schwangerschaft herbeizuführen.

Dieser Satz ist vielfältig zu interpretieren, jedoch klingt heraus, dass die Kryokonservierung integraler Bestandteil der künstlichen Befruchtung zu sein scheint und daher auch die Stimulation von recht vielen Eizellen dafür von vorneherein eingeplant wird.


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Kommentar

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8 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Steffi schreibt

    Bei uns in Frankreich werden auch 4 Frischversuche ganz von der Versicherung bezahlt (bis zu einem gewissen Alter). Wahrscheinlich hat der Staat Interesse daran, dass diese dann auch funktionieren. Das resultierende Embryonen-Dilemma ist natuerlich schlimm.

  2. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    in eine ähnliche richtung wie steffi dachte ich auch. wer mehr versucht, produziert mehr embryonen.
    das die franzosen allerdings nicht so unsinnig restriktive gesetze dies bezüglich haben wie wir…warum sollte sich die menge der eingelagerten kryos nicht auch wieder reduzieren? embryonenadoption und forschung an embryonalem gewebe sind ja ohne größere schwierigkeiten erlaubt.
    ehrlich gesagt verstehe ich nicht das problem, was sich daraus nun ergibt?
    moralisch (was auch immer man darunter verstehen möchte) sind die biologischen erzeuger in erster linie verantwortlich. faktisch irgendwann auch die kliniken, wo die embryonen gelagert werden.
    warum eigentlich nicht ungewollte embryonen an adoptionswillige deutsche (was auch immer für eine nationalität) paare vermitteln..?

  3. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Gute Idee, reaba!

    Steffi, werden denn in Frankrich dann erstmal die 4 Frischversuche gemacht, ehe man mal an die Kryo-Embryonen geht? Aus finanziellen Gründen? Wie ist das geregelt? Wer zahlt die Lagerung? Vielleicht könnte man durch eine bessere Kostenregulierungspolitik bewirken, dass es für die Paare finanziell attraktiver wird, erstmal die Kryos zu nehmen.

  4. Elmar Breitbach
    grünhorn schreibt

    Hallo Reaba,
    wenn in Frankreich die Embryonenspende erlaubt ist, dann ist das doch jetzt schon möglich. Dann musst Du Dir nur in Frankreich eine ensprechende Klinik suchen.

  5. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    hallo grünhorn,

    also kiwu mäßig kann ich mit einigermaßen ruhigem gewissen sagen: habe fertig 😉

    darum gehts aber im prinzip auch nicht. nicht nur frankreich wird das problem der nicht verwendeten embryonen haben, wir haben das auch. und sind gezwungen zu vernichten oder zu transferieren.
    wäre es nicht sinnvoll, wenn dt. krankenkassen z.b. auslands-embryonenados finanzieren würden?

    mir liegt daran klar zu sagen: unsere gesetzeslage zu dem thema ist mist, ob und wie ich es umgehen kann ist zwar wichtig, wichtiger wäre allerdings in meinen augen frauen für embryonenado,eizellspende etc nicht über die grenze zu jagen. damit lagern wir unser moralisch-politisches unbehagen doch nur aus und kommen lösungen keinen schritt näher…gesamtgesellschaftlich gesehen, im einzelfall wünschenswerter weise natürlich schon.

  6. Elmar Breitbach
    grünhorn schreibt

    Hallo Reaba: ahso, dann hatte ich Dein Posting etwas missverstanden.

  7. Elmar Breitbach
    tintenklecks schreibt

    Was mich in diesem Zusammenhang interessiert sind die Erfolgsraten der Behandlungen in Frankreich. Soweit wir durch ein betroffenes französisches Pärchen informiert sind, stehen diese nämlich deutlich hinter den deutschen Erfolgsraten zurück. Stimmt das?

    Angesichts der zu erwartenden Qualitätseinbußen bei großer Eizellanzahl (das gleichen dann vermutlich die Kryoversuche aus) und die Nebenwirkungen der Stimulation wie auch der höheren Kosten durch die erforderliche Dosis scheint mir diese Praxis also durchaus überdenkenswert.

  8. Elmar Breitbach
    marmotte schreibt

    Ich habe in Frankreich 3 IVF-Versuche gemacht, meines Wissens ist die Erolgsrate ähnlich wie in Deutschland. Es gibt eine sehr gute Internetseite auf der man sich informieren kann: http://www.fivfrance.com, da gibt es auch einen Link zur französichen Erfolgsstatistik.
    Meines Wissens müssen die Kryos aber vor einem neuem Frischversuch abgeholt werden, zumindest in unserem Zentrum ist es so.