Forschung mit Mensch-Rind Embryonen gesetzlich erlaubt

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Das Britische Unterhaus hat heute ein lange diskutiertes Embryonengesetz verabschiedet. Umstrittenster Punkt dieses Gesetzes ist die Erlaubnis sogenannte Chimären herzustellen, also menschliche Embryonen mit Hilfe von Rindereizellen, denen zuvor ihr Erbmaterial entfernt wurde und durch menschliches ersetzt wird.

AFP berichtet:

Der daraus entstehende Embryo kann dann zur Stammzellenforschung verwendet werden. Das Verfahrens ist ethisch hoch umstritten. Die Gegner fürchten einen Missbrauch, etwa die Züchtung von Zwitterwesen aus Mensch und Tier. Die Befürworter argumentieren dagegen, dass menschliche Eizellen für die Forschung immer knapper und teurer würden. Es sei schwer, genügend Frauen zum Spenden von Eizellen zu finden. Dem Gesetz zufolge müssen die Chimären nach spätestens zwei Wochen zerstört werden und dürfen nicht in die Gebärmutter einer Frau eingepflanzt werden.

Zu diesem Thema hatte ich bereits im April dieses Jahres, als die Diskussion erstmals über den Ärmelkanal schwappte, einen ausführlichen Artikel geschrieben, den ich jedem an diesem Thema Interessierten ans Herz legen möchte: „Rinderwahnsinn – Meinung zum geklonten Menschen„. Ich sehe bei diesem Thema unbedingt die Notwendigkeit für einen nüchternen Blick auf diese Methoden.

Wichtigste Punkte des Gesetzes:


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Kommentar

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7 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Sehr schön!

    Mal sehen, wie viele Jahre es dauern wird, bis wir auch mal dort angekommen sind.

  2. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    tja rebella..die alten briten hatten henry the VIII. … wir nicht; historisch verkürzt kann man sagen, dass er ziemliche unruhe in den seinerzeit katholischen britischen klerus gebracht hat wegen deren unwilligkeit ehescheidungen anzuerkennen (aus widerum machtpolitischem kalkül)….irgendwann hat er sich selbst zum chef gemacht und der katholische einfluss auf der insel sank dramatisch 😉

    wir sind keine inselbewohner und hatten keinen henry … hier regieren die jungs (oder besser deren moralisierende lobbyisten) immer noch locker mit – notfalls auch gegen den forschenden menschenverstand 🙁

    erstmal klingen die headlines dramatisch; liest man mehr dazu, dann reduziert sich die notwendigkeit der chimärenbildung von embryonen auf schlichten materialmangel von humanoider seite. wer bei sowas an den minotaurus denkt, dem ist seine fantasie schlicht entglitten 😀

    andererseits lassen sich prima analogien zu darstellungen des "gehörnten" als inkarniertem bösen bilden…da schließt sich in gewisser weise ein kreis 😉

  3. Elmar Breitbach
    tintenklecks schreibt

    Wenn es auch auf den ersten Blick nach einer Neuauflage von Frankenstein klingt, bin ich mehr als dankbar, wenn sich aus dieser Forschung (und es geht nur um Forschung, nicht um wirkliches Leben) Möglichkeiten zur Behandlung totkranker Menschen ableiten lassen. Diese nicht zu nutzen, ist aus meiner Sicht unethisch.

    Dass Deutschland in vielem hinterherhinkt liegt aus meiner Sicht neben dem Einfluß verschiedener Gruppen auch daran, dass viele Politiker einfach ihre Arbeit nicht machen und somit ausgesprochen schlecht informiert sind. Anders lassen sich manche Aussagen einfach nicht erklären.

  4. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    So schlecht informiert können Politiker eigentlich kaum sein. Wenn man mal nicht nur auf dieses Thema schaut "Forschung an Mensch-Rind-Embryonen", sondern auf die ganze Problematik des ESchG – da können die Politiker einfach nicht mehr behaupten, das hätten sie alles nicht gewußt.

    Ich las gerade neulich beim Warten in einer Arztpraxis darüber (war es Fokus oder stern?), wie viele Lobbyisten so bei Bundestagsdebatten offiziell oder inoffiziell dabei sind. Wenn ich mich recht erinnere, gibt es 450 offizielle Zugangsberechtigungen zum Bundestag für Lobbyisten. Manche sind bei den Tagungen auch per SMS mit den Abgeordneten verbunden.

    In dem Artikel ging es natürlich nur um Wirtschaftslobbyisten. Über Ideologielobbyisten schreibt man nur nicht so gern. …

  5. Elmar Breitbach
    Simon schreibt

    Wir werden nie in einer perfekten Welt leben, in der es kein Leiden mehr gibt. Ich verstehe zwar die subjekte Herangehensweise ("helft mir/meinem Opa/meinem Kind…"), aber ich finde solche Unterfangen (Gen-Chimären) Wahnsinn. Selbst wenn man damit später mal einige schwerkranke Menschen retten kann – mit dem Geld, das dafür ausgegeben wird, könnte man Millionen Menschen das Leben retten – indem man ihnen Zugang zu Trinkwasser und Nahrung verschafft, zu einfachen Impfungen und Malaria-Medikamenten. Aber das will man offensichtlich gar nicht… diese Leute finanzieren ja unseren Reichtum, indem sie billige Waren produzieren.

  6. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @Simon: Das Argument ist wohlfeil, aber falsch. Zur Stammzellforschung mag man stehen, wie man möchte und ich kann auch verstehen, wenn man da große Vorbehalte hat. Darum geht es mir nicht. Aber die Argumentation "Wenn man das Geld, was für die Maßnahme A (die man nicht befürwortet) für die Maßnahme B (welche man befürwortet oder besser noch, von der man weiß, dass sie von allen befürwortet wird (kleine Kinder, arme Menschen)) verwendete, dann hätten wir bald [… hier wahlweise Weltfrieden, überall glückliche Menschen etc. einsetzen]".

    Man wird Gelder, die z. B. für die Rettung des Finanzsektors von der Bundesregierung zur Verfügung gestellt werden nicht alternativ für die Rettung des Weltklimas zur Verfügung stellen können. Was nicht nur daran liegt, dass es nicht den Zielen der "Mächtigen" entspricht, sondern weil diese vermeintlich Mächtigen Gelder nicht wahllos von Töpfchen A zu B transferieren können. So funktioniert zumindest bei öffentlichen Geldern die Verteilung nciht und kann sie auch nicht.

  7. Elmar Breitbach
    Buntspecht schreibt

    Zuletzt wurden ja selbst in der britischen Forschungsgemeinde Stimmen laut, die klare Regeln für Mensch-Tier-Chimären fordern:

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,775926,00.html

    Man kann sicherlich nicht pauschal ausschließen, dass die Chimärenforschung irgendwann einmal einen wertvollen Beitrag zur Medizin liefern wird. Dennoch sollte jedes derartige Forschungsvorhaben außerordentlich streng auf seine Sinnhaftigkeit geprüft werden.