Entlassen wegen künstlicher Befruchtung

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Gerade habe ich wohlwollend eine gewisse Entspannung der katholischen Kirche gegenüber den Methoden der Kinderwunschbehandlung kommentieren können, da holt einen schon wieder die Realität ein.

Eine katholische Schule in den USA entließ eine Frau, weil sie die Art, wie diese schwanger geworden ist, missbilligt. Sie hatte sich eine künstlichen Befruchtung unterzogen.

Der Rechtsanwalt der Frau teilte mit, seine Mandantin sei Ende 2004 entlassen worden, kurz nachdem sie die Schule von ihrer Schwangerschaft unterrichtet hatte. Man habe ihr vorgeworfen, gegen ihren Arbeitsvertrag verstoßen zu haben. Der hätte sie dazu verpflichtet, sich der katholischen Glaubenslehre gemäß zu verhalten.

Die katholische Kirche lehnt die künstliche Befruchtung grundsätzlich ab, auch dann, wenn Ei- und Spermazellen von Ehepartnern stammen, so die Begründung für die Entlassung

Ein erster Widerspruch der Lehrerin gegen ihre Entlassung blieb erfolglos, darum klagt sie nun vor dem Verwaltungsgericht.

Es ist bekannt, dass in den USA vieles, was die Religion betrifft, extremer gesehen wird. Man gewinnt gelegentlich, den Eindruck, dass die US-amerikanischen Christen die Taliban des Westens sind mit ihrer Auslegung von Religion und der Verknüpfung mit politischem Handeln seitens der Regierenden. So gesehen passt es auch, dass die milderen Töne aus Rom hier noch nicht gehört wurde. Oder überhört.

[Via: Netzeitung]


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Kommentar

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11 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Reaba schreibt

    "…laahaand of the Free and the home of the Brave"

    tja ist echt nicht mehr viel übrig geblieben von der Haltung in diesem Land 🙁

    …allerdings wer sich solche Religionsvereine auch als Arbeitgeber aussucht…könnte hier bei uns übrigens genauso gut passieren – meistens unterschreibt man hier mit dem Arbeitsvertrag das sg. Anerkenntnis canonischen Rechts, wenn man für katholische Träger tätig wird…da ist dann nix mit Gewerkschaft, Arbeitnehmerrechten etc., denn damit hat man/frau eigentlich – verkürzt formuliert – den Papst als einzige Rechtsinstanz anerkannt.

    Und solche "freien Träger" gibt es immer noch zu hauf in unserem Land und selbst wenn man aus den diversen Religionsvereinen ausgetreten ist…die Steuermittel fließen trotzdem für diese Einrichtungen und zwar nicht zu knapp!

    Insofern sind die Amies einfach nur konsequenter in der Auslegung dieses speziellen "Rechts"…irgendwie wieder typisch ;-).

  2. Elmar Breitbach
    Ute schreibt

    Gibt es evtl. sowas wie ein "Mayflower-Gen"? Dann wäre ich dafür, nach dem neuen britischen Vorschlag in den USA diesbezüglich per PID zu selektieren.
    :-/

  3. Elmar Breitbach
    Andreas schreibt

    da denkt man sich doch wirklich, dass die amis manchmal nen schuss haben. das ist doch privatangelegenheit derjenigen, das hat den arbeitgeber doch gar ned zu interessieren!

  4. Elmar Breitbach
    Suse schreibt

    zurück zur Leibeigenschaft!

  5. Elmar Breitbach
    Lana schreibt

    Ich muss dem leider anfügen, dass das in Deutschland vergleichbar ist.

    Ich bin auch Lehrerin einer kirchlichen Schule, sogar Religionslehrerin.

    Ich bin schwanger. Das Kind ist auf natürliche Weise entstanden, aber nach jahrelangem Kinderwunsch.
    Als ich nach langjährigem Kinderwunsch meiner Schule mitteilte, dass ich schwanger in, wurde ich am gleichen Tag noch entlassen.
    Das war eben erst in diesem Schuljahr.

    Mich hat das sehr entsetzt und ich möchte das hier einfach anderen Menschen mitteilen. Aber ich bin nun auf Eure Kommentare zu dem Thema gespannt.

    Lana

  6. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Man nennt das "christliche Nächstenliebe". …

    Aber mal im Ernst, Lana. Bist du einfach nur deshalb entlassen, weil du schwanger bist (so zu sagen aus ökonomischen Gründen) oder weil man vermutet, dass du da nach jahrelangem Kinderwunsch etwas nachgeholfen hast (und damit die Moral übertreten)?

  7. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Lana, ich möchte dir dazu gern noch sagen:
    Betrachte diese Erfahrung als Chance für ein realistischeres Weltbild! Dein Arbeitgeber hatte dich beauftragt, Kinder von einem allwissenden, allgütigen und allmächtigem Gott zu überzeugen, der Gutes belohnt und unsoziales Verhalten bestraft. Offenbar glaubt dein Arbeitgeber aber selbst nicht an so einen Gott. Sonst müsste er sich jetzt vor Strafe fürchten.
    Wenn eine Kündigung auch gerade zu Beginn einer Schwangerschaft bitter ist – Erkenntnismäßig konnte dir nichts Besseres passieren.

  8. Elmar Breitbach
    Annettefr schreibt

    Liebe Lana!

    Zuerst einmal: Ich finde es sehr traurig und reaktionär, dass Dir einfach so gekündigt wurde. Ich bin selbst Diplom-Pädagogin, und als Mitglied der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft die Lehrergewerkschaft)kann ich Dir nur empfehlen, Dich an diese zu wenden bzw. hier schnellstens Mitgleid zu werden, wenn Du es noch nicht bist. Die könne Dich gut beraten. Zuerst kann geprüft werden, ob die gegebene Begründung überhaupt rechtens ist. Selbst wenn Dir der Vorfall den Wunsch, dort weiter zu arbeiten, verleidet, würde ich die Schulleitung nicht einfach so davon kommen lassen. Es gibt immer nur dann einen Täter, wenn sich jemand opfert! Schulleitungen erlauben sich oft die unglaublichsten Sachen und können dies, solange niemand dagegen aufbegehrt. Ich habe in meiner Diplomarbeit auch u.a. über Schule in Bezug auf ein tabuisiertes Thema (Homosexualität)geforscht, und was sich die Schulleitung der Schule, die ich beforschte, an Diskriminierung erlaubte, war auch haarsträubend. Ich weiß nicht, aus welchem Bundesland Du kommst, aber besonders die südlichen Bundesländer sind in vielerlei Hinsicht sehr konservativ und reaktionär. Zeit sie aufzuklären und in die Moderne zu schupsen!!
    Alles Gute+ Kämpfe tapfer!
    Annettefr (aus Freiburg)

  9. Elmar Breitbach
    Lana schreibt

    Nein, ich bin mir zeimlich sicher, dass mein Schulleiter noch nicht mal darüber nachgedacaht hat, ob das Kind vielleicht auch anders entstanden ist. Es geht rein um die Tatsache der Schwangerschaft – die ökonomische Seite.

    Ich denke, dass ich nicht mehr an eine Schule möchte, an der ansonsten auch soviel hintenrum schon passiert ist und das jetzt auch noch. Irgendwann läuft das Fass über!
    Es stört mich einen Vorgesetzten zu haben, dem egal ist wie die Schule dasteht, weil er eh nicht mehr lange da ist. Und für eine gut Fassade nach außen müssen dann Menschen schweigen über das, was los ist.

    Ja, ich komme aus einem konservativem "Eck" im Süden. Leider. 🙂

    Und ich denke, dass man für die Gegenwart wie für Probleme immer eine offfenes Auge haben sollte und es eben falsch ist, sich der Welt zu verschließen.

    Ich selbst finde es sehr bedauernswert, dass manche Menschen so viel Leid durchleben müssen – v. a. auch auf dem Kinderwunschweg – und wünsche all diesen Menschen viel Kraft und Ausdauer, um eines Tages zu ihrem Lebensglück zu kommen.

    LG
    Lana

  10. Elmar Breitbach
    Lana schreibt

    …. auch wenn ich im ersten Moment entsetzt und total verbittert war – man sollte froh sein, nicht mehr an so einem Arbeitsplatz zu sein.
    …auch wenn man dann erst wieder Arbeit suchen muss.

    Das sollte ich noch anfügen!

    Lana

  11. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Das würde ich auch so sehen, Lana.