Embryonenadoption in Spanien erfolgreich


Was passiert eigentlich mit Embryonen, die im Rahmen einer IVF-Behandlung eingefroren wurden, aber nicht mehr verwendet werden, weil die Behandlung erfolgreich war? In Deutschland ist die Antwort relativ einfach: Sie werden so lange gelagert, bis das Paar von einer späteren Verwendung absieht und die Embryonen verwirft.

Im Ausland sind andere Optionen gegeben, wie die Ärztezeitung von einem spanischen Institut berichtet. Dort wurde nämlich erstmals ein tiefgefrorener Embryo adoptiert.

Das Forschungsinstitut Instituto Marqués in Barcelona hatte im November 2004 in Zusammenarbeit mit einer Geburtenklinik 1700 Embryonen zur Adoption freigegeben, die zwischen 1989 und 1999 bei künstlichen Befruchtungen übrig geblieben und seither in flüssigem Stickstoff aufbewahrt worden waren.

Es meldeten sich 90 Frauen für eine Embryonenadoption an, von denen inzwischen 13 nach Transfer solcher Embryonen schwanger wurden. Das Verfahren läuft ähnlich ab, wie eine Eizellspende, bei der die Eizellen einer Spenderin mit den Spermien des Partners der Empfängerin befruchtet wird und anschließend nach entsprechender hormoneller Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut in den Uterus der Empfängerin gegeben wird. Nur daß bei der Embryonenadoption auch der biologische „Vater“ nicht mit dem sozialen identisch ist. Eine solche Behandlung kostet 2500 Euro und führt in ca. 35% der Behandlungen zu einer Schwangerschaft.

Das Verfahren kann von gesunden Frauen bis zum Alter von 45 Jahren in Anspruch genommen werden. Die Formalitäten sind nach Angaben der Klinik unkompliziert und nicht vergleichbar mit dem langwierigen Prozess der Adoption eines lebenden Kindes. Die biologischen Eltern der tiefgefrorenen Embryonen hatten es der Klinik freigestellt, diese zu vernichten, zu Forschungszwecken zu verwenden oder zur Adoption freizugeben.

Ein älterer Artikel aus der Ärztezeitung zitiert das Bundesgsundheitsministerium, welches sich folgendermaßen äußerte:

Die Embryonenspende ist nach Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums nicht verboten. Diese Regelungslücke, so das Ministerium, sei vertretbar, weil das Embryonenschutz-Gesetz mit seinen Regelungen zur Ersatzmutterschaft das Entstehen einer gespaltenen Mutterschaft schon im Vorfeld zu verhindern versuche. Hüppe bezeichnete die Embryonen-Adoption als „humane und ethisch akzeptable Alternative“ zur dauerhaften Kyrokonservierung des Embryos. Sie müsse aber auf medizinisch begründete Fälle beschränkt bleiben.

Was ist medizinisch begründet?

Was denken IVF-Patientinnen über die Adoption von Embryonen?

Dies wurde in einer Studie aus Österreich untersucht. 160 IVF-Patientinnen wurden am Tag des Embryonentransfers mittels Fragebogen zu ihrer Bereitschaft hinsichtlich Eizell- und Embryonenspende befragt. Die Antwortmöglichkeiten umfassten „ja“, „nein“ und „weiß nicht“.

Zwei Drittel der Patientinnen wären der Studie zufolge zu einer Eizell- (67,5 %) bzw. Embryonenspende (66 %) bereit. Für die Entgegennahme einer Eizelle würden sich 47,2 % entscheiden, 39,9 % für die Adoption eines Embryos. 33,1 % der Patientinnen befürworteten sowohl Spende als auch Adoption, im Vergleich dazu lehnten 15 % beides ab. Die Antwort „weiß nicht“ wurde von 5,6 % der IVF-Patientinnen bezüglich der Eizell- und Embryonenspende gewählt, bei der Entgegennahme von 15,6 %.

A. Weghofer, M. Margreiter, B. Gerhold, C. Edjalipour, K. Renezeder, H. Sowelem, W. Feichtinger
Was sagen die Betroffenen zum Schicksal überzähliger Embryonen? Einstellung von IVF-Patientinnen zu Eizellspende und Embryonenadoption
Geburtsh Frauenheilk 2002; 62: 574-577


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Kommentar

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2 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Isabel Sousa schreibt

    Ich möchte gerne wissen, wo kann ich eizellspenden,was kostet und wo kann ich das machen in spanien. Vielen Danke

  2. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Hallo Isabel,

    am Besten gehen Sie auf das Internetportal http://www.eizellspende.de und informieren sich dort. Viel Glück!