Eizellen einfrieren und PID: Nichts bewiesen.


Aktuell in der ZEIT beschrieben und im Forum diskutiert: Die Möglichkeit, Eizellen einzufrieren und für spätere Kinderplanungen aufzubewahren. Wir reden hier also nicht von Embryonen nach IVF oder ICSI, sondern das partnerunabhängige Einfrieren von Eizellen für biologisch schlechtere, aber finanziell bessere Zeiten. Stichwort: Karrierefrauen.

Ich habe den Zeitartikel nicht gelesen und weiß nun auch nichts über die Wertungen dieser Methoden in dieser Zeitschrift. Tatsache ist aber, dass es kommerzielle Institute in den USA gibt, die Frauen die Möglichkeit geben, ihre Eizellen einfrieren zu lassen. Mehr zu diesen Möglichkeiten habe ich bereits vor ca. 2 1/2 Jahren hier geschrieben.

Das sind ja nun schon fast olle Kamellen. Interessant ist jedoch, dass der „ASRM“, eine US-amerikanische Gesellschaft für Reproduktionsmedizin dazu kürzlich Stellung genommen hat, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete.

Dort wird Stellung zu zwei reproduktionsmedizinischen Techniken genommen, die in den USA zunehmend häufiger eingesetzt und angeboten werden: Das Einfrieren von Eizellen und die Präimplantationsdiagnostik (PID). Beide werden von den Sprechern der Gesellschaft in Frage gestellt, zumindest für den aktuellen Stand der Forschung und moniert, dass Beweise für die Effizienz dieser Methoden fehlen. Kürzlich konnte ich ja hier sogar berichten, dass die PID möglicherweise sogar die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit vermindert.

Hinsichtlich des Einfrierens von Eizellen oder Ovarialgewebe gibt es vereinzelte Berichte darüber, dass jungen Frauen, deren Eierstöcke durch eine Krebstherapie (Chemotherapie) zerstört wurden, mit zuvor eingefrorenem Gewebe zu einer Schwangerschaft verholfen werden konnte. Dies sind jedoch Einzelfälle und bei diesen Frauen gab es keine andere Option, die Fruchtbarkeit zumindest ansatzweise zu erhalten.

Es gibt aber keine Statistiken mit größeren Fallzahlen, die belegen, dass diese Methode wirklich effizient genug ist, um bereits kommerziell zur Verlängerung der weiblichen Fruchtbarkeit angewendet zu werden.

Ähnlich ist die Situation bei der genetischen Untersuchung von Embryonen (PID). Zum Ausschluss der Übertragung bestimmter elterlicher Erberkrankungen ist die Methode mittlerweile etabliert und in vielen Ländern auch standardisiert und die Erfolge belegt.

Nicht jedoch zur Verbesserung der Schwangerschaftsraten bei älteren Frauen oder solchen mit wiederholten Fehlgeburten.

Die Anwendung der Präimplantationsdiagnostik kann sich vielleicht eines Tages zu einer wichtigen Komponente der Kinderwunsch-Behandlung entwickeln. Aber gegenwärtig sprechen die vorliegenden Studien zu diesem Thema gegen eine breite Anwendung und belegen die Effektivität der PID nicht„, nahm der Präsdent der ARSM Dr. Steven Ory zu dieser Thematik Stellung.

Original-Artikel bei Reuters

Artikel in der ZEIT


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