Blond, langbeinig, blauäugig bevorzugt


Nein, das ist keine Partnerschaftsanzeige. Klug muss sie auch sein. Die ideale Eizellspenderin in den USA.

Stern-Online berichtet über den Handel mit Eizellen inden USA. Die journalistische Motivation, im Zusammenhang mit Kinderwunsch immer wieder solche Thmen aufzugreifen, hatten wir kürzlich schon in den News beschrieben.

Studentinnen in den USA werden zu Beginn des Herbstsemesters geradezu überschüttet mit Kleinanzeigen, die sportliche und intelligente Frauen suchen. Man findet sie in Studentenblättern, am Schwarzen Brett, im Internet, nicht zu Hunderten, sondern zu Tausenden. Bei Craigslist, dem weltgrößten Internet- Kleinanzeigenmarkt, allein sind es pro Tag durchschnittlich 150, und das Echo vor allem bei jungen Studierenden ist riesig.

Nicht eben wenig, auch wenn man mal vernachlässigt, dass die Einwohnerzahl in den USA um einiges höher als in Deutschland ist, so lässt sich doch erahnen, dass auch hierzulande der Bedarf sehr hoch sein würde. Weiterhin ist auch zu berücksichtigen, dass sich auch viele Paare aus dem Ausland in den USA einer Behandlungmit Eizellspenden unterziehen.

Die amerikanischen Studentinnen werden offiziell nicht für ihre Spenden entlohnt, da Eizellen als Körperteile gelten, und deren Verkauf ist in den USA illegal. Entlohnt werden sie für ihren „Service“: Das heißt, sie erhalten eine Art Aufwandsentschädigung für die Arztbesuche und die Behandlung.

Je „besser“ die Gene, desto höher die Entlohnung für den „Service“
Die Paare selbst bestimmen, wie viel sie einer Spenderin zahlen. Dabei gilt oft: Je attraktiver und intelligenter die jungen Frauen, desto höher die Entlohnung für den „Service“. Bis zu 50.000 Dollar (etwa 39.000 Euro) können es in Einzelfällen werden, wenn eine Studentin Traumvoraussetzungen erfüllt: Langbeinig, blauäugig und blond etwa – vorausgesetzt, der Schopf sitzt auf einem klugen Kopf.

Natürlich wird gerade diese Form der Auswahl heftig kritisiert:

„Wir verkaufen keine Kinder. Wir helfen, Familien zu schaffen“, verteidigen sich die „Perfect-Match“-Betreiber Tom und Darlene Pinkerton. Kritiker warfen ihnen nach einer Schlagzeilen erregenden Suche nach schlanken, langbeinigen und blonden Spenderinnen (50.000 Dollar Lohn) vor, sie würden im Stil der Nazis eine „Spitzenrasse“ schaffen wollen. Und wie sehen es die Spenderinnen selbst? Lena, die in New Jersey studiert, spricht für viele. „Ich gebe keine Kinder weg. Ich gebe meine DNA“, sagt sie. „Wenn ich anderen damit helfen und zugleich Geld verdienen kann, was ist falsch daran?“

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2 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    reaba schreibt

    …eigentlich gefällt mir zwar die liberale handhabe mit dem thema in den usa…andererseits sehe ich die verbindung eizellspende=geld schon als problematisch; es irgendwie mit sachleistungen zu vergüten wäre vielleicht eleganter (z.B. extra rentenpunkte..falls es das in den USA überhaupt gibt?)…
    blond, blauäugig, langbeinig…und nach möglichkeit auch noch klever:
    eine "markt-preferenz" der eizellnutzer…hmm…einerseits beruhigend zu sehen, dass auch ein us-/internationales publikum so eine "hitliste" zu stande bringt :-)…andererseits: sind alle leute, die diesen phänotyp bevorzugen würden gleich nationalsozialistisch angehaucht ???…glaub ich ja nicht…

  2. Elmar Breitbach
    fassi schreibt

    ..prinzipiell sehe ich vom ethischen Standpunkt her bei der Bereitschaft Keimzellen zu spenden keinen Geschlechts-Unterschied.

    eine Aufwandsentschädigung erhalten ja auch die Samenspender…

    wenn nun der Aufwand darin besteht sich einer hormonellen Stimu, mehreren Untersuchungen und einem medzinschen Eingriff besteht, dann wäre eine höhere Entschädigung als bei der Samenspende in Ordnung..

    Aber ! es ist ja nicht nur irgendein Aufwand, sondern ein körperliches Risiko und für Frauen körperlich belastend, ihre Eizellen " zu spenden".
    Das ist der einzige Aspekt den ich akzeptiere, um Samenspende von Eizellspende ethisch zu unterscheiden.
    Diese fragwürdigen Eigenschaftlisten ( IQ, Schönheit..) gibt es ebenso bei Spendern.
    Ein Rentenbonus zielte für mich darauf ab, Fortpflanzung als Staatsziel, zu definieren..lehne ich ab. Ich befürworte staatliche Unterstützung bei der Zeugug nur im Zusammenhang einer krankheitsbedingten Behandlung, wegen der Freiheitsgarantie.
    Der ehemalige Verfassungsrichter Kirchhhof ( KKK-Fan) definiert leider indirekt genau solch ein Staatsziel ( er hat das "Böckenförde"-Diktum wonach " Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann" sehr fragwürdig abgewandelt) im sog. Diogenes Paradoxon http://de.wikipedia.org/wiki/Diogenes-Paradoxon
    LG Fassi