12 auf einen Streich: Eine „Ente“?


Gestern hatte ich von einer Zwölflingsschwangeren aus Tunesien berichtet. Meine Quelle dazu war die „Daily Mail“, die sich wiederum auf die lokale tunesische Presse bezog. Die Angaben zum Schwangerschaftsverlauf und die Entstehung waren unklar und zum Teil widersprüchlich. während diese Story noch heute in der deutschen Presse rundging finden sich nun erste Berichte darüber, dass diese Schwangerschaft angezweifelt wird und das tunesische Gesundheitsministerium diesen Fall überprüfen will, berichtet T-Online heute.

Die „Fakten“ sind sehr widersprüchlich oder zumindest unklar.

Die Schwangere soll in einem Krankenhaus in der Stadt Gafsa, rund 350 Kilometer südwestlich von Tunis, liegen. Sie sei bereits im neunten Monat und werde rund um die Uhr betreut, berichtete die Zeitung „Alchourouk“.

Das ist nun mit sehr großer Sicherheit nicht richtig, denn dass eine solche Schwangerschaft wirklich 9 Monate ungestört verläuft ist nicht nur unwahrscheinlich, sondern gänzlich ausgeschlossen.

Seine Frau erwarte sechs Jungen und sechs Mädchen, sagte ihr Mann der Zeitung „Assabah“. Er versicherte, dass seine Frau auf natürliche Weise schwanger geworden sei. Sie habe weder Hormone noch andere Mittel genommen.

Legt man die „Hellinsche Regel“ zugrunde, dann beträgt die Wahrscheinlichkeit für eine Zwölflingsschwangerschaft ohne Hormonbehandlung 1:1.673.432.436.896.142.578.125. Ob diese Regel noch in diesen Sphären der Mehrlingsschwangerschaften gilt, vermag wohl niemand zu sagen. Mit „eher unwahrscheinlich“ ist die Behauptung des Ehemannes noch gut bedient, denke ich.

Es geht aber noch weiter: Die Geburt soll ohne Kaiserschnitt erfolgen und zwar in mehreren Etappen berichtet die Zeitung „Alchourouk“. Formulieren wird es mal salopp: Eine durch 12linge extrem „ausgelatschter“ Gebärmutter ist derart überdehnt, dass sie zu geburtswirksamen Wehen, wie sie für eine normale Geburt notwendig wären, nicht in der Lage wäre, mal abgesehen davon, dass die Kinder wie Kraut und Rüben in der Gebärmutter lägen und sicherlich nicht geburtsgerecht in den Geburtskanal eintreten könnten.

In Anbetracht der wilden Behauptungen und Spekulationen glaube ich diese Geschichte erst, wenn sie durch seriöse Medien bestätigt ist. Vorzugsweise mit Fotos. In Tunesien wird auch spekuliert, dass es sich um eine vorgetäuschte Schwangerschaft handeln könne. Es wird nicht ausgeschlossen, dass das Paar finanziellen Profit aus der Situation schlagen will.


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Kommentar

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7 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    0melli0 schreibt

    Wie gut, daß das Gegenteil (was ist das Gegenteil von 12? *g*) schnell bewiesen werden kann.

    Aber ich habe mir auch Gedanken darüber gemacht, sollte es – rein theoretisch – zutreffen: Besteht dann irgendwann die halbe Schulklasse aus einer Familie? Würden sie in Deutschland leben – gesetzlich versichert – dann wären 13 Personen (auch die Mutter) beim Vater mitversichert? 12 Impfungen (u. s. w.)auf 1 Budget? Dies kann man ja noch ausgiebig ausweiten… *ohnmacht*

  2. Elmar Breitbach
    Erdknubbel schreibt

    Puh, da bin ich aber erleichtert.

    Danke Doc für die Info

  3. […] Näher hingesehen hat auch Kinderwunsch-Experte Elmar Breitbach. Seiner Meinung nach handelt es sich bei der Meldung um eine Ente. […]

  4. Elmar Breitbach
    tuerki77 schreibt

    Na, hoffentlich ist es eine Ente.
    Ihren neuen Recherchen zufolge muss es ja eine sein. Puh… Danke!

  5. Elmar Breitbach
    m*g*ms schreibt

    Sehr gut formuliert 😉

  6. Elmar Breitbach
    Junipa schreibt

    Na da bin ich auf weitere Neuigkeiten gespannt!

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