Andere Töne aus dem Vatikan

1

Kondome sind das kleinere Übel

Ein Ehepartner, der an Aids leide, habe die Verantwortung, den anderen Partner vor einer Infektion zu schützen, betonte Martini, der vor der Wahl von Papst Benedikt XVI. im vergangenen April zu den Anwärtern auf das höchste katholische Kirchenamt gehörte. Fraglich sei nur, ob gerade die Kirche für Kondome werben dürfe, da in diesem Fall moralisch akzeptable Methoden wie sexuelle Abstinenz in den Hintergrund träten. Jedoch hält er Kondome für das kleinere Übel, wenn die Abstinenz kein gangbarer Weg ist.

Zurückhaltung in der Debatte über die künstliche Befruchtung empfohlen

Martini sprach sich in dem Interview außerdem für Zurückhaltung in der Debatte über künstliche Befruchtung aus. Auch allein stehende Frauen sollten die Möglichkeit dazu erhalten. Damit könne die Vernichtung von Embryonen verhindert werden, sagte er dem Magazin. Wissenschaftliche Forschungen an humanen Stammzellen lehnt Martini dagegen weiterhin ab.

Nach dem Scheitern eines Referendums zur Liberalisierung der strengen italienischen Bioethik-Gesetze im vergangenen Juni war in Italien eine heftige Debatte zwischen Katholiken und Laien entbrannt. In dem nun erschienenen Interview bemüht sich Martini, zwischen den beiden Lagern zu vermitteln. Aufgabe der katholischen Kirche sei es, das Bewusstsein der Menschen zu bilden, sagte er. Dies sei wichtiger als Strenge.

Martini plädierte zudem dafür, auch Singles die Adoption von Kindern zu gestatten. Im Vordergrund müsse das Wohl der Kinder stehen.

[Via: N24)]


Noch Fragen?

Dann haben Sie in unserem Kinderwunschforum die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder Fragen an unsere Experten zu richten. Und hier finden Sie die Übersicht über zahlreiche andere Foren von wunschkinder.net.
Die am häufigsten gestellten Fragen haben wir nach Themen geordnet in unseren FAQ gesammelt.
Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

1 Kommentar
  1. Elmar Breitbach
    Reaba schreibt

    prima – lassen ja hoffen, diese Ansätze dieses einen Geistlichen…vielleicht verändert sich sogar die offizielle Sicht der Amtskirche bezüglich erwähnter kritischer Themen…so in vielleicht den nächsten 2000 Jahren?

    Benedikt XVI. hat bestimmt noch genug Material für eine Enzyklika in der Schublade…lassen wir uns also einfach positiv überraschen ;-).

    LG Reaba