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Polen bezahlt künstliche Befruchtung nicht mehr

Polens neue konservative Regierung beendet die staatliche Unterstützung der künstlichen Befruchtung. Das ist bedauerlich. Aber wirklich komplett an der Realität vorbei ist die Aussage des Gesundheitsministers Konstanty Radziwill: „Stattdessen sollten alternative Methoden zur Behandlung der Unfruchtbarkeit bezuschusst werden.“ Da wünsche ich viel Erfolg bei verschlossenen Eileitern, schwerem PCO-Syndrom und stark eingeschränkter Spermienqualität.

Nicht nur auf diesem Gebiet macht mir der neue europaweite Konservatismus Angst. Die katholische Kirche freut es, wie auf „kath.net„.

Österreich hingegen zeigt sich zunehmend liberal

Laut dem IVF-Jahresbericht 2014 des österreichischen Gesundheitsministeriums lag die Baby-Take-Home-Rate 2013 bei 28 Prozent. 2013 wurden 6927 IFV-Zyklen durchgeführt, daraus ergaben sich 2338 Schwangerschaften, und am Ende kamen 1998 Kinder zur Welt, berichtet der Standard. Man freut sich dort um ein neues Fortpflanzungsmedizingesetz, welches eine Eizellspende zulässt (allerdings nur, wenn das Paar die Spenderin selbst „besorgt“) und die Behandlung lesbischer Paare. Mehr Infos dazu in dem Artikel des Standards, der unter der unsäglich blöden Überschrift „Retortenbaby: Ihr Kinderlein kommet“ erschien. Auch in Österreich macht die kathoilische Kirche Stimmung: „Studien zeigen exorbitant hohe Kosten und geringe Aussichten auf Lebendgeburt. Derzeit auch keine Qualitätssicherung in Österreichbehauptet die Erzdiözese Wien.

Kinderärzte raten: Vor Schwangerschaft gegen Masern impfen lassen

Gerade in der Generation, die in den 80er und 90er Jahren geboren wurde und nun im gebärfähigen Alter ist, gebe es Impflücken, warnt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland. Gynäkologen sollten ihre Patientinnen darauf ansprechen. Zu beachten sei dabei: Während der Schwangerschaft ist es nicht mehr möglich zu impfen, da es sich bei Masern um einen sogenannten Lebendimpfstoff handelt.

Skurriles Urteil: Jährliche Obergrenze bei Kostenübernahme rechtens

Man sollte seinen Versicherungsvertrag gut durchlesen, denn die Phantasie der privaten Versicherer ist rege, wenn es um die Limitierung der Kosten geht. So nutzt es einem nichts, wenn die private Krankenversicherung die Kostenübernahme grundsätzlich zusagt, wenn sie gleichzeitig einen jährlichen Höchstbetrag dafür festlegt. Der Erstattungsumfang wurde gemäß den Tarifbedingungen auf 7.500 Euro pro Jahr begrenzt. Laut einem Urteil des Landgerichts Köln (Az.: 23 O 468/13) verstößt eine solche Vertragsklausel nicht gegen das Transparenz-Gebot und ist somit gültig.


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Kommentar

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1 Kommentar
  1. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    In Österreich muss man nicht unbedingt eine Spenderin mitbringen. Ich kenne inzwischen einige deutsche Frauen, die eine Eizellspende in Österreich erhalten haben. Nur eine davon hat ihre Spenderin selbst mitgebracht. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass das sehr erwünscht ist, denn die Nachfrage ist groß und die Kliniken in Österreich sind sehr eingeschränkt bei der Möglichkeit, Spenderinnen zu finden.

    Dass die Erfolgsraten niedrig sein sollen, ist ein Joke. Die mir bekannten Eizellspenden in Österreich sind fast alle positiv ausgegangen. Damit ist Österreich sehr attraktiv für Eizellspende-Empfängerpaare, die keine anonyme Spenderin wünschen. Allerdings ist es im Vergleich zu Tschechien sehr kostenintensiv.