Kinder in der Kinderwunsch-Praxis: Wie damit umgehen?

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Wer sich jahrelang mit unerfülltem Kinderwunsch quält und viele Therapien erfolglos hinter sich hat, den überkommt beim Anblick von jungen Müttern mit Kindern nachvollziehbarer Weise Trauer. Ebenso nachvollziehbar ist es, sich solchen Situationen nicht aussetzen zu wollen.

Andererseits gibt es Frauen, die bereits eine erfolgreiche Behandlung hinter sich haben und bei einer weiteren Behandlung dann auch mit ihrem Kind in der Praxis erscheinen müssen. Heute wurde im Forum eine Diskussion dazu angestoßen. Eine Besucherin vertrat dort die Meinung, man solle seine Kinder aus Rücksicht auf die kinderlosen Frauen nicht mit in eine Kinderwunsch-Praxis bringen.

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Das ist zu verstehen. Deswegen gibt es z. B. auf meinen Internetseiten zu diesem Thema auch praktisch keine Babyfotos, die andere Kollegen so lieben. Aber es ist aus Sicht der Mütter, die sich einer weiteren Beahndlung unterziehen nicht machbar. Ich habe im übrigen auch den Eindruck, dass es nicht wenige Frauen gibt, die sehen die Kinder in einer Kinderwunsch-Praxis auch durchaus gerne – als positiven Hinweis darauf, dass es eben auch klappen kann.

Dazu habe ich mal eine Abstimmung erstellt, weil mich auch interessiert, wie die Sicht auf dieses Problem ist:

Sollten Mütter ihre Kinder in eine Kinderwunschpraxis mitbringen?

  • Ich finde es eigentlich immer sehr aufbauend. Man sieht dadurch doch auch gleich die möglichen Behandlungserfolge. (48%, 555 Stimmen)
  • Ich finde es nicht schön, aber das ist ausschließlich mein Problem. Ich kann nicht erwarten, dass jemand darauf Rücksicht nimmt und Kinder gibt es überall. (28%, 328 Stimmen)
  • Nein. Ich habe Verständnis dafür, denn man kann die Kinder ja nicht immer betreuen lassen, aber es sollte eine möglichst seltene Ausnahme bleiben. (18%, 213 Stimmen)
  • Nein auf keinen Fall, das ist für die kinderlosen Frauen unerträglich und respektlos (5%, 58 Stimmen)

Teilnehmer gesamt: 1.154

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Foto von Alan Cleaver

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Kommentar

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15 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    Stoffeline schreibt

    Ich gehöre auch zu den Frauen, die ihren 16 Monate alten Sohn zu einigen Untersuchungen ins Kinderwunschzentrum mitnehmen musste. Wir sind gerade mitten in der Behandlung (ICSI) fürs Geschwisterkind. Und manchmal ist es eben nicht möglich, unseren Sohn anderweitig unterzubringen.
    Zwar kann ich verstehen, dass der Anblick eines Kindes einer Frau, bei der es bislang nicht "geklappt" hat, durchaus sehr weh tun kann aber Kinder begegnen uns überall (auf der Straße, im TV, im Bekanntenkreis usw), so dass man als betroffene Frau lernen muss, damit umzugehen.
    Bislang waren im Wartezimmer allerdings immer alle Reaktionen durchweg positiv!

  2. Elmar Breitbach
    Klee Blattsalat schreibt

    Hallo Doc,
    ich würde die Antwort gern weiter differenzieren…als ich noch kein Kind durch ICSI hatte, war ich auf Frauen neidisch, die schwanger waren/ein Baby hatten. (Klein-)Kinder waren da schon wieder besser "auszuhalten". Da ich in Ihrer alten Praxis aber nie genau wusste, ist es ein KIWU-Paar oder nicht, war es eher schwer auszuhalten die Schwangeren oder "Jungmütter" dort zu treffen. Vor allem wenn es mir eh gerade schlecht ging. Wenn ich def. gewusst hätte, dass es ein KIWU-Paar mit Nachwuchs gewesen wäre, hätte ichs vermutlich eher motivierend gefunden. Jetzt mit einem Kind und zum Glück Babysitter am Start hab ich mein Kind deshalb lieber zuhause gelassen…

  3. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Kleeblattsalat
    Ich hatte schon einige Vorschläge, die Umfrage weiter zu differenzieren. Aber dann wird’s unübersichtlich. Danke daher für den Kommentar.

  4. Elmar Breitbach
    kekskeks schreibt

    Ich bin sehr froh, daß ich in meiner Praxis mein "bereits vorhandenes Kind" mitbringen "durfte"… alles andere ist schlicht nicht machbar und meiner Meinung nach intolerant und ja, diskriminierend. Auch im Forum habe ich schon öfter gelesen, daß manche durchaus starke negative Gefühle gegen Schon-Mütter entwickeln, auch wenn diese vorher "im selben Boot" (Kinderwunschbehandlung) gesessen haben. Bis zu einem gewissen Grad kann ich das verstehen, aber wenn es zu Äußerungen kommt wie "ich könnte sie schlagen, weil sie ein Kind (von meinem Partner) hat" (wie aktuell im Forum), dann hört auch für mich das Verständnis auf, das macht mich sprachlos. Da trifft die Wut auf völlig Unbeteiligte.

    Gruß von einer ehemaligen Kinderwunschpatientin

  5. Elmar Breitbach
    Achim Reiter schreibt

    Meine Frau hat mir von ähnlichen Vorfällen aus Ihrer praxis berichtet. Eine andere Frau verlor anscheinend bei dem Anblick einer glücklichen, gerade frisch gebackenen Mutter, so die Kontrolle, dass sie der anderen Frau direkt an die Gurgel wollte. Das problem liegt wohl darin, dass keine Regelung für alle Patienten Sinn macht. Manche sehen es so und so, aber im Endeffekt sollte doch die Freude über den Erfolg der anderen Frauen einem die gewisse Motivation und Kraft zum durchalten verschaffen können, um ans Ziel zu kommen. Ich bin zwar keine Frau oder Mutter, aber wollte das Thema mal aus der Sicht eines Mannes erläutern. Liebe Grüße, Achim!

  6. Elmar Breitbach
    zimtstern 72 schreibt

    Mich haben Kinder in der KiWu-Praxis immer positiv gestimmt,weil ich wusste, dass alle,die da waren, Eltern hatten, die Problememit dem schwanger werden hatten oder haben! Als ich selbst Kinder hatte, ging es bei mir auch mal nicht anders,als sie mitzubringen, und das wird allen so gehen, bei denen es irgendwann klappt und die dann ein geschwisterchen wollen.

    Ich persönlich bin ja irgendwann auf Konfrontatioskurs gegangen und habe bewusst den kontakt zu schwangeren und jungmamas gesucht. Mir hat es damals geholfen, nicht mehr beim anblick jedes babies zu heulen, je öfter ich die situation durchgestanden habe!

  7. Elmar Breitbach
    Mariesche schreibt

    Ja, es kann weh tun. Aber der persönliche Schmerz darf doch nicht dazu führen, dass andere ihr Glück und ihren Alltag (lässt sich leider manchmal nicht vermeiden, dass man seine Kinder mit zum Doc nehmen muss) nicht leben dürfen? In egal welcher Situation?! Ein kleines neidisches Gefühl ist mehr als verständlich, alles darüber hinaus zeugt nur von eingeschränktem Horizont (ichichich).

    Wir sind nach über 4 Jahren Kiwu und einer Totgeburt Eltern geworden, haben uns aber immer und erfolgreich bemüht, glücklichen Eltern nie das Gefühl zu geben, dass sie besonders auf unserere Situation Rücksicht nehmen müssen. Da gilt es das Leben des Einen von dem des Anderen zu unterscheiden.

    Insofern hätte ich die Formuierung vorgeschlagen "Ich bin manchnmal traurig, aber die anderen Paare dürfen ihr Glück und ihren damit verbundenen Alltag genießen und leben." besser gefunden. So ist es schon ein wenig arg polarisierend. Sorry.

  8. Elmar Breitbach
    Rebella schreibt

    Ich habe die Kinder, die damals im Warteraum saßen, mit sehr gemischten Gefühlen gesehen. Neid, aber auch das Wissen, dass diese Kinder hart erkämpft waren. Und ein bisschen schön war es auch wieder. Manchmal hat man gesehen, wie bolle stolz diese Eltern dem Arzt ihr Kind vorgestellt haben.

    Und genauso stolz haben wir unser Kind einige Jahre später auch vorgestellt. Meistens ist es zu Hause geblieben, aber einmal musste ich es unbedingt auch mitnehmen und vorzeigen. 🙂

  9. Elmar Breitbach
    nauka schreibt

    Für mich war es immer schlimm.
    Ich würde deshalb definitiv versuchen unser Kind in der Zeit betreuen zu lassen, wenn ich wieder in die Praxis gehen würde.
    Es dort einmal vorzustellen, finde ich aber schon auch schön.

  10. Elmar Breitbach
    Amiflosi schreibt

    Hallo,
    tat mich auch schwer, jetzt die passende Antwort zu finden.
    Klar tut das weh, wenn man anderer Leute Glück ansehen muss und selbst sei Jahren daran scheitert.
    Anderseits gehört es eben zum Leben. Und dann finde ich, man muss es einfach akzeptieren, dass andere ihre Kinder mitbringen.
    Eine Mutter, deren Kind z.B. im Rollstuhl sitzt, kann ja jetzt auch nicht von allen anderen Müttern erwarten, dass ihre Kinder nicht über den Spielplatz tollen, weil ihr das weh tut.
    In unserer Praxis waren aus welchen Gründen auch immer sehr viele Amerikanerinnen, die ihre Schwangerschaft dort begleiten ließen. Und ich glaube, denen war gar nciht klar, warum wir anderen Frauen da rumsitzen.
    Dass die dann ihre schwangeren Bäuche hingebungsvoll gestreichelt haben, fand ich schon irgendwie grenzwertig…
    Aber ich denke jetzt mal, einfach aus Unwissenheit..

  11. Elmar Breitbach
    Julia schreibt

    Dann bin ich wohl die Einzige, die beim Ertragen von Kleinkindern in Arztpraxen (oder sonstigen Warteräumen) einfach nur genervt, aber nicht neidisch ist. Im Gegenteil.. das letzte Mal mit einem exrem quengeligen, lauten und schrillen Kleinkind habe ich mir nur gedacht "Will ich sowas wirklich?".
    Bei eigenen Kindern setzt ja (aus gutem Grund) die Kritikfähigkeit nahezu aus, aber fremde Kleinkinder sind für viele, die ich kenne, in erster Linie eben nervig und nur für die Eltern putzig und süß – unabhängig von Kinderwunschbehandlungen etc.

    Und nein, ich bin kein Kinderhasser, sondern freue mich schon darauf, mit unserem nervigen Kind dann auch mal meine Umgebung zu strapazieren, während ich mein Kind süß und lustig finde. 😉

  12. Elmar Breitbach
    ally schreibt

    Ich dachte schon, ich wäre ein Exot, weil ich Kinder in der Kiwu gut und richtig finde. Schön zu sehen, dass doch die Mehrheit auch so denkt 🙂 Wir werden selbst unser Glück für ein Geschwisterchen versuchen (das jetzige muss im März aber erstmal schlüpfen). Hab schon überlegt, dem ersten Kind dann ein Shirt mit unserer Kiwu-Kurz-Biografie anzuziehen: 8 Jahre Kiwu, 5 ICSIS, 4 Kryos, 4 FG, 1 Wunschkind – vielleicht stimmt das ja die 3% etwas milder, die es eine Zumutung finden, wenn Kinder mitgebracht werden?

  13. Elmar Breitbach
    Mirabelle schreibt

    Von ungewollt Kinderlosen wird erwartet, dass sie Kindern immer freundlich lächelnd und positiv gegenüberstehen. Klar – man will ja selber welche!
    Aber je länger und erfolgloser meine Behandlung war, desto unglücklicher wurde ich beim Anblick dieser jauchzend durch die Gänge tippelnden Kleinen. Dachte ich am Anfang noch "Schau her, klappt doch!" so wurde ich immer mürrischer, je öfter das Schicksal gnadenlos zuschlug.
    Jetzt da sich das Blatt gewendet hat, komme ich in den Genuss der anderen Seite und – ganz ehrlich – mir ist es manchmal richtig unangenehm, den Kleinen dabeizuhaben an diesem Ort, der die ungewollte Kinderlosigkeit so gnadenlos repräsentert wie die KiWu-Klinik.
    Kinderlose können sehr wohl mit Kindern umgehen, aber nicht immer, überall und unter allen Umständen. Deshalb sollte man sich nicht wundern, wenn man nicht von allen Seiten bewundernde Blicke erntet, weil man seine Kinderwunsch-Karriere so erfolgreich gemeistert hat.
    Ich jedenfalls kann’s verstehen, wenn man zu gewissen Zeiten grad mal keinen Bock auf Kleinkind-Gejauchze hat.

  14. Elmar Breitbach
    Tina schreibt

    Hallo,

    genau dieses Thema hatte uns beschäftigt, als wir das Geschwisterchen angehen wollten. Ich habe meinen Mann auch gefragt, ob wir unsere Tochter wohl mitbringen dürfen. Er meinte, warum nicht, geht doch nicht anders. Ich hatte gemischte Gefühle, da ich weiß, wie schlecht es manchen Frauen geht, wenn Sie Babys/Kinder anderer Paare sehen. Wir hatten Sie dann zum Erstgespräch dabei und wie es der Zufall will, waren wir nicht die einzigen und dass es in der Praxis Spielzeug und Bücher für Kleinkinder gab, machte klar, man darf Sie mitbringen. Ich bin gerade mitten in der 3ten ICSI, bzw. im 4ten Versuch (hatte bereits 2 ICSI + 1 NC-ICSI mit biochemischer SS) und ich habe die Kleine grundsätzlich dabei. Ich bin immer mit Fahrtzeit 1/2 Tag unterwegs und da möchte ich Sie bei mir haben und sie will bei Mama sein. Auch wenn Sie seit kurzem im KiGa ist. Mir ist aufgefallen, dass gerade "ältere" Frauen eigentlich bisher durchweg sehr freundlich und interessiert auf unsere Tochter reagieren, teilweise den Kontakt suchen. Und man kann schon fast sagen, junge Frauen reagieren völlig desinteressiert, da kommt keinerlei Reaktion wie z.B. ein Lächeln über die Lippen. Ich hatte lustigerweise letzte Woche dieses Thema mit meinem Mann. Vor unserer Tochter habe ich auch nicht so aktiv auf anderer Kinder reagiert (hatte aber nie Probleme andere Babys oder Kinder zu sehen), aber wenn mich ein Kind angelächelt hat, oder süße Dinge gesagt oder getan hat, habe ich positiv darauf reagiert.
    Es tut mir leid, wenn es Frauen/Paare gibt, die ein Problem damit haben, wenn Sie andere Kinder sehen, ich dachte bisher eher in die Richtung, seht es hat bei uns geklappt. Morgen habe ich wieder Termin und sie ist auch da definitiv wieder dabei.
    Tina

  15. Elmar Breitbach
    Mirabelle schreibt

    Nicht dass jetzt der Eindruck aufkommt, ich sei damals eine griesgrämige alte Brummbärin gewesen, die kleine Kinder erschreckt.
    Im Gegenteil, ich hab meistens höflich gelächelt, egal wer da in der KiWuKlinik ein- und ausging, groß wie klein. Wie’s tief drinnen ausschaut, geht keinen was an.
    Vielleicht sind da andere etwas ehrlicher – oder einfach keine so guten Schauspieler.