Kinderwunsch: Nachrichten aus Fach- und Laienpresse

Hart aber Fair: Eizellenspende – Feedback?

Ist das Verbot der Eizellenspende in Deutschland zu rechtfertigen?

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Ich bin heute nur gegen Ende der Sendung „Hart aber fair“ reingezappt, in der es um Eizellspende ging. Leider steht die Sendung noch nicht in der Mediathek, aber was ich gesehen habe war kein Vergleich zu Sendungen, die sich dieses Thema noch vor einigen Jahren vornahmen.

Betroffene und Ärzte sind ja einhellig der Meinung, dass die Spende von Eizellen in Deutschland zugelassen werden sollte, nicht zuletzt auch, damit die Paare nicht gezwungen sind, mit dem oft unregulierten Vorgehen ausländischer Praxen konfrontiert zu werden.

Was ich also von der Sendung sehen konnte, war weitestgehend erfreulich, aber vielleicht hat ja jemand die ganze Sendung gesehen und kann über seine Eindrücke berichten.

Danke!


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Kommentar

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8 Kommentare
  1. Stubbornstar schreibt

    Mir verging schon die Lust auf die Sendung, da der immer gleiche falsche Mist in den Titel gepackt wurde. Der Subtext ist immer der gleiche: karrieregeile Frau ist zu blöd, die Grenzen der Natur rechtzeitig zu erkennen und macht dann etwas widernatürlich-illegales aus Egoismus (das arme Kind!).
    Statt zu würdigen, dass viele Frauen versuchen, nach einer Ausbildung mit einer Festanstellung eine gesicherte berufliche Existenz aufzubauen, um sich eine Familie leisten zu können, wird das nur bei Frauen negativ konnotierte Wort Karriere immer wieder ins Feld geführt. Und als Ursache für Kinderlosigkeit ausgemacht. Vulgo: die Frau alleine ist selber Schuld, da darf man drüber herziehen, statt zu helfen. Man ist damit die Pechmarie aus dem Märchen. „Alles erreicht – dann noch ein Baby?.“ spielt ja auch schön mit der unterstellten Maßlosigkeit. Wo das hinführt, das hat uns ja die Grimmsche Märchensammlung von klein an beigebracht.

    Die Titel der Sendung sind immer provokant formuliert, aber ich mags einfach nicht mehr hören.

  2. littlemeamy schreibt

    Ich habe nur den Anfang der Wiederholung nachts gesehen und kann nicht unterschreiben, dass der Eindruck, den stubbornstar beim Lesen des Titels gewonnen hat, auch tatsächlich in der Sendung vermittelt wurde.
    Vielmehr das Gegenteil!

    Es wurde deutlich, wie ungerecht die Gesellschaft eigentlich über spätgebärende Mütter urteilt und dieses klar als Missstand aufgezeigt (warum ist es in Ordnung, wenn ein Mann mit 50 Vater wird, bei einer 50-jährigen Mutter wird aber laut aufgeschrien). Zumal die Damen oft gar nichts für ihr spätes Mutterglück können. Wollen sie früh schwanger werden, werden sie schräg angeschaut (wofür dann eine Ausbildung) oder am Besten noch von ihrem Partner ausgebremst, was wohl sehr häufig vorkommt. Irgendwann ist der gnädige Herr dann auch so weit und was passiert? Die Frau wird pikiert angestarrt, weil sie schon so alt ist. Die nachlassende Fruchtbarkeit tut ihr übriges, dass diese Frauen tendenziell noch später zur Mutter werden, weils eben nicht mal so eben klappt.
    Fazit des eingeladenen Ethikers: die Frauen werden ungerechterweise von der Gesellschaft doppelt bestraft.

    Ich werde mir die komplette Sendung definitiv noch in der Mediathek ansehen.

  3. DINKI schreibt

    Ich fand die Sendung von der Diskussionskultur her angenehm sachlich und es wurden verschiedene Aspekte beleuchtet, die sonst eher nicht oder ziemlich einseitig in den Medien auftauchen (schwanger mit 50, wobei ich Frau Beil nicht ganz abnahm, dass sie bei der künstlichen Befruchtung den Erfolg tatsächlich so wie sie erzählte „nur“ dem großen Glück zu verdanken hatte und nicht doch eine fremde Eizelle im Spiel war, Eizellenspende und Social Freezing). Einige der Beteiligten versuchten herauszustellen, dass spätes Mutterglück in den meisten Fällen keineswegs bewusst so geplant und beabsichtigt war, sondern die Biografie durch das persönliche Schicksal und die Lebensumstände so geschrieben wurde.

    Erschreckend finde ich die Reaktionen zur Sendung (Facebook). Der Tenor geht hier in die Richtung egoistische und verantwortungslose Frauen, die nur an sich selber und nicht an die armen Kinder mit einer alten Mutter denken, die für die Oma gehalten wird, selber schuld, wenn man sich erst selber verwirklicht und nach dem man sich um seine berufliche Karriere gekümmert hat mit über 40 das Kind als Hobby oder Statussymbol noch her soll, man sollte der Natur nicht ins Handwerk pfuschen, die biologische Grenze soll gefälligst akzeptiert werden da die Natur sich da etwas dabei gedacht hat und der Reproduktionsmediziner ist nur auf´s Geld aus und unmoralisch.

  4. Elmar Breitbach schreibt

    wobei ich Frau Beil nicht ganz abnahm, dass sie bei der künstlichen Befruchtung den Erfolg tatsächlich so wie sie erzählte „nur“ dem großen Glück zu verdanken hatte und nicht doch eine fremde Eizelle im Spiel war,

    Das sehe ich auch so….

    Nun ja und die Facebookkommentare sind halt so, wie sie immer sind, wenn man den Mob unbeeinflusst herumproleten lässt. Ganz schrecklich…

  5. Rebella schreibt

    Inzwischen kann man die Sendung über die Mediathek anschauen. Das habe ich gerade getan und ich bin sehr positiv überrascht. Der Tenor der Sendung war sehr positiv gegenüber älteren Müttern und die Aussagen der anwesenden Katholikin fielen sehr moderat aus. Auch der Medizinethiker Maio, den ich noch aus einer Sendung von 2009 in Erinnerung habe, in der er sich sehr kontra Repproduktionsmedizin geäußert hat, hat inzwischen offenbar seine Einstellung geändert.

    Insgesamt gibt es über die 15 Jahre, die ich auch die Medienberichterstattung zum Thema beobachte, einen sehr positiven Trend. Das stimmt mich zuversichtlich. – Morgen ist das Thema Eizellspende bei einer öffentlichen Diskussion im Ethikrat. Es geht also auch in der Politik mit dem Thema „Erfüllung von Kinderwünschen“ voran. – Mal sehen, wie lange es jetzt noch dauert, bis auch die Eizellspende in Deutschland erlaubt wird.

  6. Krabbenmama schreibt

    Abgesehen von der Theologin, die ihrem Berufsstand mal wieder alle Ehre gemacht hat (Hauptsache mitreden, auch wenn man keine Ahnung hat), fand ich die Sendung sehr wohlwollend. Was mich aber auch sehr stört: immer wird vorausgesetzt, dass man absichtlich so spät erst Mutter werden will. Aber es gibt doch auf viele Frauen – so wie mich – die zwar mit 30 schon anfangen, es aber dann letztlich doch bis in die 40er dauert, bis sich der Kinderwunsch erfüllt. Mich nervt es, dass ich immer in diese „Karriere vor Familie“-Schublade gesteckt werde. Ich wäre liebend gern schon vor 12 Jahren und mit eigenen EZ Mutter geworden, aber das war halt nicht drin, da unser Weg nunmal schwierig und sehr langwierig war (und ist).

  7. […] Hart aber Fair: Eizellenspende – Feedback? […]

  8. Alice Cullen schreibt

    Rebella trifft es auf den Punkt, es wird langsam „besser“ mit der Berichterstattung.

    Mir gehts aber dennoch wie Krabbenmama, ich selber stand mit Mitte 24 das erste mal in der KiWu, Azoospermie beim Mann leider klappte es mit der HI hier in Deutschland nicht, auch bei mir „stimmt“ was nicht. Mama wurde ich mit 28 durch die EMS. Sprich alles andere wie spätgebärend.