Eizellspendenverbot rechtmäßig?


In Deutschland, Österreich und Schweiz ist die Eizellspende verboten. Aus meiner Sicht die bedauerlichste gesetzliche Einschränkung in den Gesetzen zur Reproduktionsmedizin. Vor einiger Zeit klagte ein Paar aus Österreich gegen diese Regelung und bekam vor der „kleinen Kammer“ des Europäischen Gerichtshofs recht. Österreich gab sich jedoch nicht geschlagen und focht das Urteil an. Nun wird sich die Große Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zu dieser Thematik äußern müssen, wobei gegenwärtig noch unklar ist, wann hier das Urteil ansteht.

Bitte um Hilfe

Der Journalist Martin Spiewak beschäftigt sich schon lange mit der Reproduktionsmedizin und auch mit diesem eingangs beschriebenen Thema. Ich würde mich freuen, wenn es möglich wäre, ihn dabei zu unterstützen. Hier seine Bitte um Mithilfe:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich mit einer Bitte an Sie. ich bin Journalist bei Wochenzeitung DIE ZEIT und schreibe dort für das Wissenschaftsressort. Ich beschäftige mich dort unter anderem mit der Fortpflanzungsmedizin, ein Thema, über das ich auch ein Buch geschrieben habe („Wie weit gehen wir für ein Kind“, Eichborn 2005).

Zur Zeit recherchiere ich einen Artikel über deutsche Paare mit Fruchtbarkeitsstörungen, die im Ausland Hilfe suchen, weil die deutschen Gesetze sehr strikt sind und vieles verbieten, wie unter anderem auch die Eizellspende. Wie Sie vielleicht wissen, läuft zur Zeit ein Prozess vor dem Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg in dieser Sache. Geklagt hatte zwar ein Paar aus Österreich; aber durch die ähnliche Rechtslage betrifft es auch Deutschland.

Im Mittelpunkt sollen des Artikels sollen deutsche Paare stehen, die für eine Eizellspende ins Ausland gehen, um Ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Wie Sie wissen, gibt es mehrere Länder, die dafür infrage kommen. Ich weiß, dass diese Anfrage heikel ist. Viele Paare sind durch das ganze Verfahren extrem emotional gestresst und deshalb nicht bereit noch eine weitere Belastung auf sich zu nehmen. Andere wollen ohnehin nicht mit „Fremden“ über die Sache reden. Da ich selbst einmal Betroffener war (wenn auch „nur“ normale IVF), kann ich all das gut verstehen. Dennoch habe ich die Hoffnung, dass sich ein Paar findet, dass zu den Gesprächen bereit wäre – vielleicht auch um langfristig eine Änderung der restriktiven Praxis in Deutschland zu erreichen.

Ich kann Ihnen versichern, dass Ihre Person vollständig anonymisiert wird. Das heisst in der Zeitung wird der Name nicht genannt, ebenso lassen sich Wohnort und Beruf verändern, so dass man sicher gehen kann, dass die Betroffen von niemanden erkannt werden. Es ist selbstverständlich, dass auch Photos nur dann gemacht werden, wenn Sie damit einverstanden sind.

Ich würde mich also freuen, wenn Sie breit wären mit mich in meinem Vorhaben zu unterstützen. Schon jetzt bedanke ich mich für Ihr Interesse und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Martin Spiewak (martin.spiewak@zeit.de)


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Kommentar

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15 Kommentare
  1. Elmar Breitbach
    raise schreibt

    Das ist super-spannend. Das EuGH wird sich damit auseinandersetzen müssen, dass Spermienspenden überall erlaubt sind. Ich tippe darauf, dass sie Eizellspenden erlauben werden. Wer wettet mit mir?

  2. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ raise: Ich wette mit und glaube auch, dass die Eizellspende liberalisiert wird (ist nicht das gleiche wie "erlaubt 😉

  3. Elmar Breitbach
    Chrissi schreibt

    Kann es passieren, dass als Folge die EZS in ganz Europa verboten wird?

  4. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    @ Crissi: das wäre die andere Option. Ich halte dies für sehr unwahrscheinlich, wäre im Sinne der Vereinheitlichung ebenso denkbar wie die Zulassung.

  5. Elmar Breitbach
    Anni schreibt

    Hab mich sowieso immer schon gefragt, wieso man Samen spenden darf und keine EZ. Ist ja im Prinzip das selbe.
    Solche Gesetze können auch nur solche verabschieden, die nicht betroffen sind……..
    gmpf…………

  6. Elmar Breitbach
    Buntspecht schreibt

    @Anni: Im Kinderwunschforum beklagen sich doch regelmäßig Frauen darüber, dass die Eizellgewinnung erheblich belastender ist als die Spermiengewinnung bei den Männern. Angesichts dieser Tatsache denke ich nicht, dass man Eizellspende und Samenspende einfach gleichsetzen kann. Während es noch ansatzweise vorstellbar ist, dass Samenspenden primär aus altruistischen Motiven erfolgen, dürften Eizellspenden fast ausnahmslos aus rein finanziellen Motiven erfolgen.

    Das soll jetzt nicht heißen, dass ich grundsätzlich gegen Eizellspenden bin, aber man kann sie gewiss nicht einfach mit Samenspenden gleichsetzen.

  7. Elmar Breitbach
    Fröhlichkeit schreibt

    @Buntspecht: Haha… du bist ja süss… Erstmal: klar ist die Eizellenspende sehr viel aufwendiger! Aber ich glaube nicht, dass alle Samenspender einfach nur aus reiner "Grosszügigkeit" ihre Soldaten spenden. Auch da gibt es Geld für! Und da wird sogar Werbung als eine Art Nebenjob für gemacht *g* Und ich behaupte jetzt einfach frech, dass es eine Menge Frauen gibt,die gerne für andere Frauen ihre Eizellen spenden würden, damit sie das Glück einer Schwangerschaft auch erleben dürfen. Dass es nicht alle sind,ist klar! Aber sie wird es genau so geben, wie es manche Männer aus reiner Nächstenliebe tun!
    Ich drück jedenfalls ganz fest die Daumen, dass es bald eine Regelung dafür gibt!!!

  8. Elmar Breitbach
    Buntspecht schreibt

    @Fröhlichkeit: Zur Eizellsepnde ist ein medizinischer Eingriff notwendig, zur Samenspende nicht. Die Samenspende ist gesundheitlich völlig risikolos, die Eizellspende nicht. Die Eizellspende mit der Samenspende gleichzusetzen, ist und bleibt daher aus meiner Sicht ein äußerst schwaches und leicht zu entkräftendes Argument.

    Wie bereits geschrieben: Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Eizellspende, aber man sollte schon verhindern, dass Menschen aus rein finanziellen Motiven medizinische Eingriffe an sich vornehmen lassen. Osteuropäerinnen, die ihre Eizellen verkaufen sind aus meiner Sicht auch nicht besser als Inder, die ihre Nieren verkaufen.

    Konkret hätte ich z.B. kein Problem damit, wenn Paare kryokonservierte Eizellen aus eigenen IVF-Versuchen verkaufen, aber die sind dann ja i.d.R. auch bereits mit dem Samen des Ehepartners befruchtet.

  9. Elmar Breitbach
    mia schreibt

    hallo
    ich hätte gerne eine befruchtete eizelle angenommen.
    und hätte auch gerne nach unserer icsi welche gespendet.
    will gar nicht wissen wieviele weggeworfen werden. dann doch lieber spenden.
    hab bei unseren 2 icsi auch nur 3 eizellen, von 9, befruchten lassen.genau aus dem grund.

  10. Elmar Breitbach
    hibiskus76 schreibt

    ich sehe das wie Buntspecht, nur dass es bei mir dazu führt, dass ich gegen EZS bin, so leid mir das für die kinderlosen Paare auch tut. Für eine Samenspende muss sich niemand in Gefahr begeben, und viel Geld kann man nicht damit umsetzen. Ich bin übrigens trotzdem gegen Samenspende, auch wenn es mir auch hier sehr leid für die Kinderlosen tut, aber ich persönlich finde, man kann einem Menschen nicht zumuten, seine genetischen Eltern nicht zu kennen. Ich glaube, das Risiko ist recht hoch, dass viele der so entstandenen Kinder damit später irgendwelche Probleme haben. Für mich wäre es eine schreckliche Vorstellung, Produkt einer EZS oder einer Samenspende zu sein.

  11. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Also ich glaube ja, dass das Risiko sehr hoch ist, dass man ziemlichen Blödsinn schreibt, wenn man sich mit der Materie nicht beschäftigt hat, aber unbedingt eine Meinung dazu absondern möchte, auch wenn es mir auch hier sehr leid für die Ahnungslosen tut.

    Ist leider eine Erfahrung, die ich immer wieder und zunehmend ungerne mache.

  12. Elmar Breitbach
    hibiskus76 schreibt

    Herr Breitbach, das war kein guter Kommentar von Ihnen. Ich habe mir meine Gedanken zu diesem Thema gemacht (zur Info, habe mit 42 und fast 44 mit eigenen Eizellen zwei Kinder bekommen, was ja wohl vorher so nicht unbedingt zu erwarten war).

    Selbst wenn ich mir diese Gedanken nicht derart konkret hätte machen müssen, fände ich es angebracht, spontane Reaktionen von "Ahnungslosen" zu respektieren.

    Nur weil ich eine Kinderwunschpraxis betreten habe, muss ich nicht alles gut finden, was dort machbar ist/wäre. Ich habe meine eigene Meinung, und die ist nunmal, dass man mit einer EZS, und in vermindertem Maße auch mit einer Samenspende, Menschen eine Last aufbürdet, die sie möglicherweise nicht tragen können (wer redet hier jemals von den Spendern und v.a. Spenderinnen?).

    Ich respektiere es, wenn jemand dazu eine andere Meinung hat, aber ich empfehle Ihnen ernsthaft, darüber nachzudenken, ob Sie nicht ein bisschen betriebsblind geworden sind, wenn Sie auf meinen Kommentar, der ja nun wirklich sachlich war, derartig unprofessionell reagieren.

    Gruß, hibiskus

  13. Elmar Breitbach
    Elmar Breitbach schreibt

    Nein, Ihr Kommentar war in keinster Weise sachlich sondern vollständig subjektiv und unbefleckt von jeder sachlichen Kenntnis in der Materie der Spenden:

    "dass es bei mir dazu führt … bin übrigens trotzdem gegen … aber ich persönlich finde … Ich glaube … Für mich wäre es eine schreckliche Vorstellung …"

    Und verwechseln Sie bitte "Nicht nett sein" nicht mit unprofessionell.

  14. Elmar Breitbach
    hibiskus76 schreibt

    Ich finde, ich habe sachlich meine persönliche und subjektive Meinung geäußert, woraufhin Sie mich in unsachlicher Weise persönlich angegriffen haben, weil Sie offensichtlich meine Meinung nicht gelten lassen wollen. Ist für Sie jemand, der eine andere Meinung hat als Sie immer ein Ahnungsloser, der Blödsinn von sich gibt?

    Ich finde Ihre Reaktion erschreckend. Es ist doch ohne jedes Niveau, mich als unbefleckt von jeder sachlichen Kenntnis der Materie zu bezeichnen, wenn ich schreibe, dass es für mich eine schreckliche Vorstellung wäre, Produkt einer EZS zu sein? Sie als Reproduktionsmediziner müssten doch einen ganz besonderen Drang danach haben, mit potenziell Betroffenen auf sensible Weise sämtliche Risiken und Nebenwirkungen für alle Beteiligten des EZS Verfahrens differenziert und reflektiert zu erörtern, die ja weit über kurzfristige medizinische Aspekte hinaus gehen.

    Und nein, ich verwechsle nicht nett sein ganz sicherlich nicht mit Unprofessionalität.

  15. Elmar Breitbach
    oldi schreibt

    Ich kann nur sagen, dass ich es nicht gut finde, dass Frauen vor einer Eizellspende so viele moralische Bedenken entgegengebracht werden. Sooo viel anders als eine IVF mit eigenen Eizellen ist es auch wieder nicht, ein großes Geschäft für die Kliniken ist es immer. Klar, es gibt sicher Kliniken, die mit dubiosen Methoden an die Eizellen kommen aber doch auch andere Kliniken, bei denen verantwortungsbewusst mit den Spenderinnen umgegangen wird. Mehr Transparenz hat sicher bessere Bedingungen für die Spenderinnen zur Folge, da könnten die guten IVF-Kliniken in Deutschland einen Beitrag leisten. Die Kinder werden diese kleine Starthilfe bei liebevollen Eltern schon verkraften.