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Fehlbildungen Gebärmutter


Die Entwicklung des Inneren Genitals der Frau ist ein äußerst komplexer Vorgang, an dem mehrere Gewebe völlig unterschiedlicher Herkunft beteiligt sind. Sie findet in der embryonalen Entwicklung eines Mädchens statt.

Die Gebärmutter entsteht dabei aus zwei Gängen (Müllersche Gänge), die miteinander verschmelzen und dann die Gebärmutterhöhle bilden. Dieser Verschmelzungsprozess kann unvollständig ablaufen. Dies führt zu unterschiedlich ausgeprägten Fehlbildungen der Gebärmutter, die meist noch die Herkunft der Gebärmutter aus zwei Müllerschen Gängen erkennen lassen.

Der Uterus septus stellt mit ca. 50% die häufigste Fehlbildung. Die Wand, die beide Bereiche der Gebärmutterhöhle unterteilt, hat oft einen nur sehr geringen Anteil von uterinem Muskelgewebe. Entsprechend ist die Blutversorgung dieses Septums nicht so gut wie an der eigentlichen Gebärmutterwand. Nistet sich ein Embryo auf dem Septum ein, dann kommt es daher oft zu einer Minderversorgung mit Nährstoffen und zu einem Absterben der Frucht.

Die anderen häufigen Fehlbildungen führen seltener zu Fehlgeburten. Dies liegt daran, dass bei ausgeprägteren Doppelfehlbildungen die Muskelwand auch in der Mitte dicker ist und somit funktionstüchtiger hinsichtlich der Schwangerschaft als das dünne Septum. Etwas überspitzt kann man sagen, dass das problemlose Austragen einer Schwangerschaft um so wahrscheinlicher ist, je ausgeprägter die Fehlbildung ist.

Utfehl.jpgIn dieser Abbildung sieht man die Fehlbildungen, die am häufigsten vorkommen. In der oberen Zeile sind verschieden ausgeprägte Septen zu sehen, welche bei 1a die gesamte Gebärmutterhöhle durchzieht. Ausgeprägtere Doppelfehlbildungen finden sich unter 2. Wenn man in der Gebärmutterspiegelung ein Septum erkennt und eine Operation geplantist, ist es meist erforderlich, auch eine Bauchspiegelung durchzuführen. Denn wenn man das vermeintliche Septum von unten entfernt und es ist kein Septum, sondern ein Befund wie bei 2a oder 2b, dann besteht die Möglichkeit, die Gebärmutterwand zu stark auszudünnen oder im Extremfall sogar zu “durchlöchern”.
Neben diesen häufigeren Fehlbildungen gibt es auch noch den “Uterus duplex”, also eine vollständige Doppelanlage der Gebärmutterhöhle. Dies kann mit einem Gebärmutterhals auftreten (ut. duplex unicollis) oder vollständig gedoppelt mit zwei “Muttermündern” (ut. duplex bicollis). Gelegentlich ist auch ein Scheidenseptum vorhanden.

 



Weitere Infos zu “Fehlbildungen Gebärmutter” aus unseren News

  1. Sollte man ein Gebärmutterseptum vor IVF entfernen? am 25. März 2007

    [...] Septum der Gebärmutter gehört zu den häufigsten angeborenen Anomalien. Diese “Wand” in der [...]


  2. Gebärmutterspiegelungen verbessern die Einnistung nicht generell am 15. Oktober 2008

    [...] Fehlbildungen der Gebärmutter auszuschließen wird vor IVF-Behandlungen oft eine Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) [...]


  3. HIBBELN; jetzt gleich, sp am 15. November 2011

    [...] und es ist DEFINITIV ein bicornis. Das Erscheinungsbild entspricht Abb. 2b in folgendem Link:


Kommentare

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  1. Sehr geehrtes Kinderwunsch-Team,

    können Sie mir sagen, wie häufig ein Uterus bicornis auftritt und ob es bei erfolgreicher Schwangerschaft zu Beschwerden wie starken Bauchkrämpfen bzw. vorzeitigen Wehen kommen kann?

    Vielen Dank für Ihre Info.


    Geschrieben von Tanya am 18. Januar 2007 um 13:25
  2. @ tanja: ich kann Ihnen leider keine Zahlen zur Häufigkeit solcher Fehlbildungen nennen, die habe ich nicht parat. Vorzeitige Wehen treten häufiger auf als bei einem normal geformten Uterus.


    Geschrieben von E. Breitbach am 25. Februar 2007 um 13:47
  3. Hallo,
    können Sie mir sagen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, trotz eines Uterus bicornis (unicollis) ein Kind zu bekommen, ohne eine vorherige Operation? Gibt es Studien darüber? Wie gefährlich sind solche OP ´s und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit danach ein gesundes Kind zu bekommen?

    Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen

    Holger


    Geschrieben von Holger am 6. März 2008 um 13:14
  4. @ Holger: Diese Fehlbildung ist zu selten, um genaue Statistiken erstellen zu können. Die Gefahr von Fehlgeburten ist erhöht, aber ich selbst habe gerade bei dieser fehlbildung auch schon einige problemlose Schwangerschaften erlebt. Eine Operation würde man werst durchführen, wenn es zu Fehl- oder Frühgeburten gekommen ist, da der Eingriff sehr umfangreich ist.


    Geschrieben von E. Breitbach am 22. März 2008 um 03:35
  5. Hallo,
    bei mir wurde Uterus duplex festgestellt. Mehrere ICSI waren bisher erfolglos. Die Eizellen wiesen u.a. viele Fragmente auf. Gibt es Erfahrungswerte zu den Auswirkungen von Uterus duplex auf die Möglichkeit schwanger zu werden? (Ich nehme an, dass es auch hier keine Statistiken gibt, da die Fälle zu selten sind, oder?) Ab wann sind die Gebärmutterhöhlen zu klein und wie ist hier das Risiko, wenn es denn mal geklappt hat? Was kann die Ursache der Fragemente sein?

    Vielen Dank für eine Antwort oder vielleicht auch einen Tipp, wo man weitere Informationen finden kann.


    Geschrieben von Hanna am 20. Juni 2008 um 01:55
  6. @Hanna: Fragmentierte Embryonen haben nichts mit der Fehlbildung der Gebärmutter zu tun. Das ist davon völlig unabhängig.

    Ein uterus duplex ist sehr selten, aber nicht unbedingt ein Hindernis auf dem Weg zu einer Schwangerschaft, da die einzelnen Gebärmutterhöhlen meist groß genug sind, um schwanger zu werden. Die Größe der Gebärmutter kommt erst im weiteren Verlauf der Schwangerschaft zum Tragen und kann zu Frühgeburten führen, wobei mir diesbezüglich tatsächlich keine Statistisk bekannt ist


    Geschrieben von E. Breitbach am 27. Juni 2008 um 22:34
  7. Hallo,

    bei mir wurde heuer auch Uterus Bicornis unicollis festgestellt.

    Sie schreiben oben:

    Die Gefahr von Fehlgeburten ist erhöht, aber ich selbst habe gerade bei dieser fehlbildung auch schon einige problemlose Schwangerschaften erlebt.

    Was ist mit problemlose Schwangerschaften gemeint? Auch Schwangere die normal gebären konnten?

    Oder muss ich mich bei meiner Diagnose vom Wunsch normal gebären zu können ganz verabschieden :-( ?

    Gibt es irgendwas das man tun kann einen KS zu umgehen?

    Danke vorab für die Antwort.


    Geschrieben von Elisabeth am 1. November 2008 um 21:47
  8. @Elisabeth: Je nach Ausprägung des Befundes ist auch eine spontangeburt möglich


    Geschrieben von E. Breitbach am 1. November 2008 um 22:02