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Fehlbildungen Gebärmutter

Autor: E. Breitbach (Erstellt am 10.01.2004 | zuletzt geändert am 20.02.2006)

Die Entwicklung des Inneren Genitals der Frau ist ein äußerst komplexer Vorgang, an dem mehrere Gewebe völlig unterschiedlicher Herkunft beteiligt sind. Sie findet in der embryonalen Entwicklung eines Mädchens statt.

Die Gebärmutter entsteht dabei aus zwei Gängen (Müllersche Gänge), die miteinander verschmelzen und dann die Gebärmutterhöhle bilden. Dieser Verschmelzungsprozess kann unvollständig ablaufen. Dies führt zu unterschiedlich ausgeprägten Fehlbildungen der Gebärmutter, die meist noch die Herkunft der Gebärmutter aus zwei Müllerschen Gängen erkennen lassen.

Der Uterus septus stellt mit ca. 50% die häufigste Fehlbildung. Die Wand, die beide Bereiche der Gebärmutterhöhle unterteilt, hat oft einen nur sehr geringen Anteil von uterinem Muskelgewebe. Entsprechend ist die Blutversorgung dieses Septums nicht so gut wie an der eigentlichen Gebärmutterwand. Nistet sich ein Embryo auf dem Septum ein, dann kommt es daher oft zu einer Minderversorgung mit Nährstoffen und zu einem Absterben der Frucht.

Die anderen häufigen Fehlbildungen führen seltener zu Fehlgeburten. Dies liegt daran, daß bei ausgeprägteren Doppelfehlbildungen die Muskelwand auch in der Mitte dicker ist und somit funktionstüchtiger hinsichtlich der Schwangerschaft als das dünne Septum. Etwas überspitzt kann man sagen, daß das problemlose Austragen einer Schwangerschaft um so wahrscheinlicher ist, je ausgeprägter die Fehlbildung ist.

Utfehl.jpgIn dieser Abbildung sieht man die Fehlbildungen, die am häufigsten vorkommen. In der oberen Zeile sind verschieden ausgeprägte Septen zu sehen, welche bei 1a die gesamte Gebärmutterhöhle durchzieht. Ausgeprägtere Doppelfehlbildungen finden sich unter 2. Wenn man in der Gebärmutterspiegelung ein Septum erkennt und eine Operation geplantist, ist es meist erforderlich, auch eine Bauchspiegelung durchzuführen. Denn wenn man das vermeintliche Septum von unten entfernt und es ist kein Septum, sondern ein Befund wie bei 2a oder 2b, dann besteht die Möglichkeit, die Gebärmutterwand zu stark auszudünnen oder im Extremfall sogar zu “durchlöchern”.
Neben diesen häufigeren Fehlbildungen gibt es auch noch den “Uterus duplex”, also eine vollständige Doppelanlage der Gebärmutterhöhle. Dies kann mit einem Gebärmutterhals auftreten (ut. duplex unicollis) oder vollständig gedoppelt mit zwei “Muttermündern” (ut. duplex bicollis). Gelegentlich ist auch ein Scheidenseptum vorhanden.

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7 Antworten auf “Fehlbildungen Gebärmutter”

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Kommentare unserer Besucher zum Artikel

  1. Tanya schreibt:

    Sehr geehrtes Kinderwunsch-Team,

    können Sie mir sagen, wie häufig ein Uterus bicornis auftritt und ob es bei erfolgreicher Schwangerschaft zu Beschwerden wie starken Bauchkrämpfen bzw. vorzeitigen Wehen kommen kann?

    Vielen Dank für Ihre Info.

  2. E. Breitbach schreibt:

    @ tanja: ich kann Ihnen leider keine Zahlen zur Häufigkeit solcher Fehlbildungen nennen, die habe ich nicht parat. Vorzeitige Wehen treten häufiger auf als bei einem normal geformten Uterus.

  3. elisabeth schreibt:

    hallo liebes kinderwunschteam
    ich hab eine ganz blöde frage - kann man den uterus bicornis auch operieren wenn man noch jungfrau ist!
    mfg elisabeth

  4. Lisanne schreibt:

    Hallo
    ich wollte mal fragen wenn mann zysten hat hob man trotzdem schwanger werden kann weil ich habe eine freundin die hat wärden der schwangerschaft ein e zyste gehabt ist das möglich

  5. E. Breitbach schreibt:

    @ Elisabeth: Ja, das kann man, jedoch stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, denn eine solche Operation führt man eigentlich erst durch, wenn eine Schwangerschaft nachweislich nicht ausgetragen werden kann oder die einzelnen Gebärmutterhöhlen zu klein sind. Wenn Sie also keine Beschwerden durch diese Fehlbildung haben, wird man den EIngriff nicht machen

    @ Lisanne: Hier geht es um Fehlbildungen in der Gebärmutter nicht um Zysten

  6. Holger schreibt:

    Hallo,
    können Sie mir sagen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, trotz eines Uterus bicornis (unicollis) ein Kind zu bekommen, ohne eine vorherige Operation? Gibt es Studien darüber? Wie gefährlich sind solche OP ´s und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit danach ein gesundes Kind zu bekommen?

    Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen

    Holger

  7. E. Breitbach schreibt:

    @ Holger: Diese Fehlbildung ist zu selten, um genaue Statistiken erstellen zu können. Die Gefahr von Fehlgeburten ist erhöht, aber ich selbst habe gerade bei dieser fehlbildung auch schon einige problemlose Schwangerschaften erlebt. Eine Operation würde man werst durchführen, wenn es zu Fehl- oder Frühgeburten gekommen ist, da der Eingriff sehr umfangreich ist.

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