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Spermientransport

Autor: E. Breitbach (Erstellt am 21.09.2003 | zuletzt geändert am 21.02.2006)

samenweg.jpgBei den Spermientransportstörungen ist der regelrechte Austritt der Spermien vom “Spermienspeicher” im Nebenhoden nach draußen nicht möglich. Dies ist entweder durch einen Verschluß der Samenwege oder durch einen ungeordneten Ablauf der Ejakulation bedingt.

Genetisch bedingt: CBAVD

Eine angebore Störung des Spermientransports ist bedingt durch das völlige Fehlen des Samenleiters. Dies läßsich oft bei Männern mit einer Mukoviszidose, einer Erkrankung, bei der alle sekretproduzierenden Organe eines Menschen nur noch zähes Sekret ausscheiden, nachweisen (CBAVD). Das führt insbesondere zu Lungenproblemen, da die Atemwege durch den zähen Schleim verlegt sind. Da die Bauchspeicheldrüse nicht mehr richtig arbeitet, ist die Verdauung ebenfalls gestört. Aber auch symptomlose Träger des Mukoviszidose-Gens können betroffen sein. Die Spermienproduktion läuft bei diesen Männern völlig normal ab. Wichtig ist bei betroffenen Paaren zunächst einmal eine ausführliche genetische Beratung, um das Risiko einer Mukoviszidose bei einem evtl. entstehenden Kind abschätzen zu können. Theoretisch ist eine Operation möglich, mit der die Samenwege wieder hergestellt werden. Meist wird bei diesen Männern jedoch Hodengewebe entnommen (TESE) und die so gewonnenen Spermien in einer ICSI-Behandlung eingesetzt.

Sterilisation

Eine der häufigsten Gründe für eine Spermientransportstörung dürfte die Sterilisation des Mannes sein. Bei diesem als “Vasektomie” bezeichneten Eingriff wird von dem Samenleiter ein Stück entfernt oder eine Unterbindung des Samenleiters durchgeführt. Als Behandlung kommt eine operative Wiederherstellung oder eine Entnahme der Spermien aus dem Nebenhoden (MESA) in Frage.

Verschluss durch Entzündungen

Entzündungen können ebenfalls zu einem Verschluß der Samenwege führen. Wenn bestimmte Keime -es handelt sich hierbei häufig um Chlamydien- eine Entzündung im Bereich des Nebenhodens auslösen (hier sind die Samenwege besonders dünn), dann kann es zu einem Verschluß kommen. Wenn dies einseitig passiert, dann kann die Zahl der Spermien im Ejakulat noch ausreichend sein. Gelegentlich sind jedoch auch beide Nebenhoden betroffen und das führt dann zu einem völligen Fehlen von Spermien im Ejakulat. Die Möglichkeiten zur Behandlung sind die gleichen wie bei einem sterilisierten Mann.

Ejakulationsstörungen

Auch bei intakten Samenwegen kann es auch zu einem fast völligen Fehlen von Spermien im Ejakulat kommen. Bei bestimmten Krankheitsbildern kommt es überhaupt nicht zu einer Ejakulation (trotz Orgasmus). Eine Sonderform dieser Problematik stellt die sogenannte “Retrograde Ejakulation” dar. Die Spermien gelangen dabei nicht durch die Harnröhre nach außen, sondern werden in die Blase gespült. Dies geschieht auf von Schädigungen bestimmter Nerven, welche den muskulär bedingten Transport der Spermien nach draußen steuern. Dies kann durch Operationen (oft wegen bösartiger Geschwülste, Lymphome) bedingt sein, oder auch durch eine Zuckerkrankheit. Es gibt auch Männer völlig ohne Fähigkeit zur Ejakulation. Meist ist dies bedingt durch eine Querschnittslähmung oder ebenfalls durch eine Nervenschädigung nach Operationen oder bei Zuckerkrankheit. In solchen Fällen kann eine Elektrostimulation zur Ejakulation führen.

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5 Antworten auf “Spermientransport”

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Kommentare unserer Besucher zum Artikel

  1. Paola Fischer schreibt:

    Kann man bei einem Verschluss durch Entzündung nur noch eine künstliche Befruchtung vornehmen? Gibt es keine Möglichkeit durch Ernährung ode anderweitige Behandlung diesen Verschluss wieder FREI zu bekommen?

  2. E. Breitbach schreibt:

    @ Paola: Nein, der Samenleiter ist dann vernarbt und verschlossen, mit Ernährung ist da dann leider nciht viel auszurichten

  3. Marcus schreibt:

    Hallo,

    Ich bin 17 einhalb Jahre alt und habe von Geburt an Mukoviszidose. Bisher habe ich mich immer nur gewundert, warum beim Oralsex mit meiner Freundin bzw allgemein beim Geschlechtsverkehr keine Ejakulation eingetreten ist. Dann bin ich auf den Artikel oben gestoßen. Ist es möglich schon mit 17 1/2 die genannte OP vorzunehmen? Wer trägt die Kosten? Müssen die Eltern die Einverständnisserklärung abgeben? Mit meinen Eltern verstehe ich mich nämlich zur Zeit nicht grade toll…

    Lieben Danke schonmal im vorraus,

    Euer Marcus

  4. E. Breitbach schreibt:

    das bedeutet, das keine Spermien im Ejakulat sind. Ejakulat ist normalerweise vorhanden und kommt aus der Prostata und den Samenbläschen.

    Sterilisierte Männer z. B. ejakulieren auch. Nur befinden sich keine Spermien mehr im Ejakulat wegen der verschlossenen Samenleiter

  5. Marcus schreibt:

    Und was kann man in diesem Fall unternehmen? Im allerersten Abschnitt wird eine OP erwähnt? Wäre das eine Möglichkeit? Langsam fühle ich mich nämlkich wesentlich eingeschränkt …

    Liebe Grp0e & Danke

    Marcus

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