erworben


Erworbene Störungen der Spermienproduktion zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht angeboren, sondern durch äußere Einflüsse entstanden sind.

Mumps

Eine häufige Ursache ist eine Entzündung der Hoden bei einer Mumpserkrankung. Die Erkrankung muss dazu allerdings nach Beginn der Pubertät auftreten, vorher besteht keine Gefahr. Nach einer solchen Entzündung kann die Bildung von Samenfäden komplett zum Erliegen kommen. Es ergibt sich dadurch eine Situation wie beim „Sertoli-Cell-Only-Syndrom„. Auch die eingeschränkten Möglichkeiten der Behandlung sind leider dieselben.

Medikamente

Auch Medikamente können eine Verschlechterung des Spermiogramm-Befundes bewirken. Im Vordergrund stehen dabei Chemotherapeutika, also Zellgifte, die zur Behandlung von bösartigen Erkrankungen eingesetzt werden. Nach Beendigung der Therapie kann sich die Spermienproduktion komplett erholen und eine normale Fruchtbarkeit ist dann wieder gegeben. Selten dauert es mehrere Jahre, bis eine Normalisierung eintritt, in 30% der Fälle bleibt diese ganz aus.

Daher sollte vor einer Chemotherapie bei jungen Männern immer auch an ein Einfrieren der Spermien gedacht werden, auch wenn die Problematik des Kinderwunsches dann aktuell nicht unbedingt im Vordergrund steht. Neben diesen sehr speziellen Medikamenten gibt es noch viele andere, auf die jetzt im einzelnen nicht eingegangen wird. In den entsprechenden Beipackzetteln wird auf diese Problematik immer hingewiesen.

Genussgifte

Erwiesen ist der schädigende Einfluss auf die Spermien durch exzessiven Alkohol- oder/und Nikotinmissbrauch. Bei geringeren Mengen dieser Schadstoffe gibt es keinen zwingenden Beweis für eine Verschlechterung der Spermienqualität durch diese Stoffe. Es ist dennoch zu empfehlen, bei unerfülltem Kinderwunsch den Nikotinkonsum ganz und den Alkoholkonsum stark einzuschränken.

Umweltgifte

Inwieweit Umweltgifte die Abnahme der Spermienqualität in den Industrieländern beeinflussen, ist schwer abzuschätzen. Schwermetalle und Pflanzenschutzmittel stehen unter dringendem Verdacht diesbezüglich schädigend zu wirken. Eine „Therapie“ ist kaum möglich, man wird sich in unserer heutigen Umwelt diesen Schadstoffen bedauerlicherweise nicht entziehen können.


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