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Unterfunktion Schilddrüse

Autor: E. Breitbach (Erstellt am 08.11.2004 | zuletzt geändert am 10.02.2006)

schilddruese.jpgEine Fehlfunktion der Schilddrüse ist ebenfalls ein häufiger Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch. Es handelt sich hier selten um eine ausgeprägte Störung der Schilddrüsenfunktion, sondern oft nur um eine grenzwertige Minderfunktion. Eine solche “latente Hypothyreose” kommt bei mehr als 10% aller steriler Frauen vor.

Die latente Schilddrüsenunterfunktion

Diese zeichnet sich dadurch aus, daß das Hormon, welches die Schilddrüse produziert, sich noch gerade eben im Normbereich befindet. Die Schilddrüse unterliegt ähnlichen Mechanismen wie alle hormonproduzierenden Organe. Auch für sie besteht ein übergeordnetes Zetrum, welches ein “schilddrüsenstimulierendes Hormon” (TSH) produziert. Dieses kommt aus der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und wird wiederum auf die Stimulation durch das TRH aus dem Zwischenhirn (Hypothalamus, wo auch das GnRH herkommt) hin gebildet. Und wie bei allen hormonellen Systemen gibt das Zielorgan eine solchen Stimulation (hier die Schilddrüse) durch das Hormon, welches sie produziert ein Feedback an das übergeordnete Zentrum, welches die Stimulation danach ausrichtet und anpaßt.

Bei einer latenten Schilddrüsenunterfunktion bemerkt die “Zentrale (=Hypothalamus)”, daß z. B. wegen eines Jodmangels, die Werte niedrig sind und schüttet mehr von dem stimulierenden Hormon TRH aus. Dieses schilddrüsenstimulierende Hormon hat aber den nachteiligen Effekt, auch die Prolaktinsekretion zu fördern und damit die Mechanismen zu bewirken, die im vorigen Abschnitt bereits beschrieben wurden. Die Erhöhung des Prolaktins und eine grenzwertige Schilddrüsenunterfunktion sind daher sehr häufig kombiniert. Außerdem wird die Produktion des LH durch das schilddrüsenstimulierende Hormon erhöht, was dann den gleichen Kreislauf wie bei Vorliegen eines PCO hervorrufen kann.

Sonderform: Autoimmunerkrankung der Schilddrüse (Hashimoto)

Die Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmunthyreoditis) ist eine Erkrankung des Immunsystems. Autoimmunerkrankungen liegen Fehlfunktionen des Immunsystems zugrunde, welche dazu führt, daß körpereigenes Gewebe als “fremd” erkannt und zerstört wird. Bei der Hashimoto-Thyreoditis ist es das Schilddrüsengewebe, welches angeriffen wird.

  • Das Immunsystem greift Schilddrüsengewebe als “fremd” an und zerstört es. In verschiedenen des Verlaufs kann die fortschreitende Zerstörung des Schilddrüsengewebes zu einer meist vorübergehenden Überfunktion führen, da im Blut vermehrt Schilddrüsenhormone freigesetzt werden.
  • Durch den Angriff des Immunsystems auf das SD-Gewebe kann eine mehr oder weniger starke Entzündung der gesamten SD entstehen und deren Funktion beeinträchtigen. Über die Jahre und Jahrzehnte hinweg entsteht in der Regel eine Schilddrüsenunterfunktion, da das Organ immer mehr zerstört wird und immer weniger fähig ist, den notwendigen Hormonbedarf zu decken.
  • Im Blut kann man in solchen Fällen die Antikörper gegen die Schilddrüse nachweisen

Schilddrüsenüberfunktion

Der Vollständigkeit halber sei auch auf die Schilddrüsenüberfunktion hingewiesen, die jedoch sehr viel seltener als die Unterfunktion auftritt. Oft wird sie durch autonom arbeitende (also nicht regulierte) Knoten oder durch immunologische Erkrankungen mit Schilddrüsenantikörpern hervorgerufen. Auch diese können den übrigen Hormonhaushalt und auch die Eizellreifung nachhaltig beeinträchtigen. Auch die oben erwähnte Autoimmunerkrankung der Schilddrüse kann eine Überfunktion auslösen, die jedoch meist vorübergehender Natur ist.

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16 Antworten auf “Unterfunktion Schilddrüse”

Aktuelle News zum Thema

Kommentare unserer Besucher zum Artikel

  1. Susanne Siemen schreibt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    meine Tochter 26, möchte schwanger werden. Nach einer Chemo und Strahlentherapie im Jahr 2000 hat sie keine Schilddrüsenfunktion mehr. Was gibt es zu beachten, wer kann nähere Auskünfte geben.
    MfG
    Susanne Siemen

  2. E. Breitbach schreibt:

    @ Susanne Siemen: Es geht vor allem daraum, dass die Schilddrüsenhormonwerte gut eingestellt sind. Auch unter Berücksichtigung des erhöhten Bedarfs in der frühen Schwangerschaft. Darüber hinaus gibt es nichts zu beachten. Gelegentlich können auch andere Hormonoparameter durcheinandergeraten, das würde aber vorher sicherlich noch kontrolliert

  3. tice schreibt:

    hallo,

    kann schlechte Einstellung der Schildrüsen dazu führe, daß schlechte Inhibin werte entsteht?

    danke

  4. Sabine Walter schreibt:

    Hallo,
    bei einer kürzlich festgestellten latenten Hypothyreose (erhöhtes TSH) nehme ich nun L-Thyroxin 50 + Folio ein; gibt es einen ungefähren Anhaltswert, wie “schnell” sich die Zusatzgabe der Hormone auch auf die Fruchbarkeit auswirken? Dauert es wenige/mehrere Monate oder ist das ganz individuell? Ich freue mich auf Ihre Antwort- vielleicht hilft sie, mir das Warten zu erleichtern…

  5. E. Breitbach schreibt:

    @ tice: Nein, das hat nichts miteinander zu tun. Schlechte Inhibinwerte entstehen fast ausschließlich durch eine eingeschränkte Funktion der Eierstöcke

    @ Sabine: da die Unterfunktion nur latent ist, sollte die Stabilisierung der Hormonwerte schnell erfolgen. Wichtig wäre jedoch, auch die Antikörper gegen Schilddrüsengewebe als Ursache auszuschließen, da man dann eine Jodgabe eher nicht empfiehlt. Jod ist in Folio jedoch enthalten

  6. melanie schreibt:

    Mein Mann hat schlechtes Spermiogramm. Jetzt wurde eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt. Kann es sein dass wir deshalb seit mind. 2 Jahren unerfüllten Kinderwunsch haben?

  7. E. Breitbach schreibt:

    @ Melanie: Sicherlich nicht alleine deswegen. Aber eine gute Einstellung der Schilddrüse ist auch beim Mann wichtig und bei Ihnen möglicherweise hilfreich

  8. Sabrina schreibt:

    Hallo.
    ich lag nun im KKh und ie haben mir Blutabgenommen. Es wurde mir gesagt das meine Schilddrüsenwerte nicht in Ordnung sind, Im Arztbrief steht bes zeigte sich ein erhöhter TSH Wert 4,76 µE/ml.
    Kann es sein dass ich dadurch nicht schwanger werde?Wir probieren es nun schon 16monate.
    LG Sabrina

  9. Silke schreibt:

    Hallo, Ich habe eine Hashimoto-Thyreoiditis und nehme L-Thyrox 75. Nun möchten wir noch ein zweites Kind und daher soll ich wieder Folio einnehmen. Ist das ein Problem???

  10. Nadine schreibt:

    Hallo,

    ich und mein Freund wünschen uns schon seid längere zeit ein Kind, hatte vor 2 Jahren eine Fehlgeburt gehabt,nun probieren wir es schon 1jahr lang, ohne erfolg, mein Freund war schon beim einen Urologe, Spermiogramm ist gut ausgefallen.Nun hab ich bei meiner FA Blutuntersuchung gemacht,dabei wurde festgestellt das ich eine Schilddrüsenunterfunkion hab, sie verschrieb mir L-Thyrox 25, blutwerte waren nach einnahme o.k., bis zu einen halben Jahr später Blutwerte schlecht waren erhöhte sie auf 50. Meine Frage dazu ist wielang dauerte die richtige Einstellung des L-Thyrox?Da es ja meist schwangen kann, wie hoch ist die verscheinlichkeit um schwanger zu werden.

    bitte um antwort danke nadine

  11. s.jule schreibt:

    Hallo

    Ich habe lange Jahre eine Hypothyreose mit L-Thyroxin behandelt. Als ich nach einigen Jahren ausgesetzt habe, war mein TSH auch ohne Medikation im Normbereich(2,8). Meine HÄ spricht deshalb von einer latenten Form und es wird regelmässig beobachtet. Momentan ist mein TSH 2,35 und wird nicht behandelt. Wäre es im Zuge des KiWu empfehlenswert trotzdem nierdrigdosiert L-Thyroxin zu geben um das TSH unter 2 zu bekommen oder sind das dann Kinkerlitzchen?

    Danke schon mal!

  12. E. Breitbach schreibt:

    @s.jule: Wenn Sie keine Antikörper gegen die Schilddrüse haben, dann sind es vermutlich wirklich “Kinkerlitzchen”. Eine normale Unterfunktion ist bis 2,5 nicht therapiebedürftig

  13. Nadine schreibt:

    Hallo an Alle, bei mir hat es weit hinaus noch nix verändert nehme bereits 100 L-Thyrox, und mein TSH Wert liegt immer noch bei 3,15 für einer schwangerschaft ziemlich hoch laut FA sollte unter 2 eingestellt werden; die können mir es leider nicht erklären warum das so ist, wo kann ich mich hinwenden war schon einmal bei einen spezialisten die wissen es auch nicht genau.Was beeinterächtigt das TSH, geht es von Gehirn aus?Bin schon ziemlich verzweifelt, bitte helft mir!!!!

  14. E. Breitbach schreibt:

    @Nadine: über diesen weg hier lässt sich Ihre Frage nicht klären, das ist ein Fall für einen Schilddrüsenspezialisten, der diese sicherlich auch nur nach einer Reihe von UNtersuchungen klären kann. TSH wird von der Hirnanhangsdrüse ausgeschüttet und reagiert auf die Aktivität der Schilddrüse selbst

  15. anonym schreibt:

    Hallo,

    habe eine Schilddrüsen-Unterfunktion, die seit vier Wochen behandelt wird. Vorher Zyklus mal 24, mal 31 Tage, häufig Blutungen über eine Woche hinaus. Nehme Thyroxin, derzeit 3/4 Tablette, in den nächsten Tagen Steigerung auf eine ganze, in Kürze weiterer Bluttest.

    Außerdem Endometriose - derzeit kein Befund, aber schon zwei Laparoskopien mit Entfernung von Endometriose-Herden und Zysten sowie eine Hormonbehandlung vor etwa 1 1/2 Jahren.

    Versuche außerdem seit über einem halben Jahr schwanger zu werden.

    Wie sieht die Prognose aus? Gibt es Hoffnung?

  16. E. Breitbach schreibt:

    @anonym: Natürlich gibt es Hoffnung, wobei man schlecht sagen kann, wie berechtigt diese ist, da sehr viele Faktoren da mit hereinspielen, die nur ein behandelnder Arzt kennen kann. Ultraschallbefunde, Ihr Alter, Tubenfunktion, das Spermiogramm Ihres Partner etc. Aber die Unterfunktion lässt sich durch die Behandlung auf jedenfall als negativer Einfluss vollständig beseitigen

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