Unterfunktion Schilddrüse


.
.
Eine Fehlfunktion der Schilddrüse ist ebenfalls ein häufiger Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch. Es handelt sich hier selten um eine ausgeprägte Störung der Schilddrüsenfunktion, sondern oft nur um eine grenzwertige Minderfunktion. Eine solche „latente Hypothyreose“ kommt bei mehr als 10% aller steriler Frauen vor.

Die latente Schilddrüsenunterfunktion

Diese zeichnet sich dadurch aus, dass das Hormon, welches die Schilddrüse produziert, sich noch gerade eben im Normbereich befindet. Die Schilddrüse unterliegt ähnlichen Mechanismen wie alle hormonproduzierenden Organe. Auch für sie besteht ein übergeordnetes Zentrum, welches ein „schilddrüsenstimulierendes Hormon“ (TSH) produziert. Dieses kommt aus der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und wird wiederum auf die Stimulation durch das TRH aus dem Zwischenhirn (Hypothalamus, wo auch das GnRH herkommt) hin gebildet. Und wie bei allen hormonellen Systemen gibt das Zielorgan eine solchen Stimulation (hier die Schilddrüse) durch das Hormon, welches sie produziert ein Feedback an das übergeordnete Zentrum, welches die Stimulation danach ausrichtet und anpasst.

Bei einer latenten Schilddrüsenunterfunktion bemerkt die „Zentrale (=Hypothalamus)“, dass z. B. wegen eines Jodmangels, die Werte niedrig sind und schüttet mehr von dem stimulierenden Hormon TRH aus. Dieses schilddrüsenstimulierende Hormon hat aber den nachteiligen Effekt, auch die Prolaktinsekretion zu fördern und damit die Mechanismen zu bewirken, die im vorigen Abschnitt bereits beschrieben wurden. Die Erhöhung des Prolaktins und eine grenzwertige Schilddrüsenunterfunktion sind daher sehr häufig kombiniert. Außerdem wird die Produktion des LH durch das schilddrüsenstimulierende Hormon erhöht, was dann den gleichen Kreislauf wie bei Vorliegen eines PCO hervorrufen kann.

Sonderform: Autoimmunerkrankung der Schilddrüse (Hashimoto)

Die Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmunthyreoditis) ist eine Erkrankung des Immunsystems. Autoimmunerkrankungen liegen Fehlfunktionen des Immunsystems zugrunde, welche dazu führt, dass körpereigenes Gewebe als „fremd“ erkannt und zerstört wird. Bei der Hashimoto-Thyreoditis ist es das Schilddrüsengewebe, welches angegriffen wird.

  • Das Immunsystem greift Schilddrüsengewebe als „fremd“ an und zerstört es. In verschiedenen des Verlaufs kann die fortschreitende Zerstörung des Schilddrüsengewebes zu einer meist vorübergehenden Überfunktion führen, da im Blut vermehrt Schilddrüsenhormone freigesetzt werden.
  • Durch den Angriff des Immunsystems auf das SD-Gewebe kann eine mehr oder weniger starke Entzündung der gesamten SD entstehen und deren Funktion beeinträchtigen. Über die Jahre und Jahrzehnte hinweg entsteht in der Regel eine Schilddrüsenunterfunktion, da das Organ immer mehr zerstört wird und immer weniger fähig ist, den notwendigen Hormonbedarf zu decken.
  • Im Blut kann man in solchen Fällen die Antikörper gegen die Schilddrüse nachweisen

Schilddrüsenüberfunktion

Der Vollständigkeit halber sei auch auf die Schilddrüsenüberfunktion hingewiesen, die jedoch sehr viel seltener als die Unterfunktion auftritt. Oft wird sie durch autonom arbeitende (also nicht regulierte) Knoten oder durch immunologische Erkrankungen mit Schilddrüsenantikörpern hervorgerufen. Auch diese können den übrigen Hormonhaushalt und auch die Eizellreifung nachhaltig beeinträchtigen. Auch die oben erwähnte Autoimmunerkrankung der Schilddrüse kann eine Überfunktion auslösen, die jedoch meist vorübergehender Natur ist.

Weiterführende Artikel:



Zuletzt bearbeitet am: 28. Mai 2015 @ 00:02

Beiträge zu diesem Thema aus unseren News