Das PCO-Syndrom: Symptome und Ursachen


Eisprung mit dem Hammer PCO-SyndromDas Syndrom der polyzystischen Ovarien = PCO-Syndrom) ist eine häufige Hormonstörung bei Frauen im fruchtbaren Alter. Der Zyklus wird unregelmäßig und der Eisprung bleibt aus. Was löst diese Störung aus und wie kann man sie behandeln? Leider reicht ein Hammer nicht aus, um den Eisprung auszulösen 😉
Titelbild © clipdealer.de

Medizinischer Hintergrund des PCO-Syndroms

Das Syndrom der polyzystischen Ovarien (auch PCOS genannt) ist kein eigenständiges Krankheitsbild, auch wenn viele Frauenärzte dies gerne vereinfachend behaupten. Polyzystisch heißt „viele Zysten“ und damit wird der Zustand der Eierstöcke beschrieben. Diese „Zysten“ der Eierstöcke sind jedoch keine echten Zysten. Es handelt sich hierbei um viele kleine Eibläschen, die nicht ausreifen können und vorzeitig verkümmern. Im Ultraschall (siehe unten) kann man diese kleinen „Zysten“ dann meist sehr gut erkennen.

Wieso polycystisch?

PCO-Syndrom Ultraschall
Dies ist ein typisches Bild, so wie sich das PCO-Syndrom oft im Ultraschall darstellt. Der Eierstock ist insgesamt vergrößert. Innerhalb des Eierstocks finden sich viele kleine Follikel; einige davon wurden markiert. Die flüssigkeitsgefüllten Eibläschen stellen sich im Ultraschall dunkel dar. Sie sind wie eine „Perlenkette“ am Rand erkennbar.Oft wird dies als „Perlschnurphänomen“ beschrieben. © Dr. Elmar Breitbach

Ursache des PCO-Syndroms

Wie genau es zu dieser ausgeprägten Störung der Eizellreifung kommt, ist unklar. Man kann zwar sehr gut beschreiben, wo die Probleme auftreten, aber nicht, was der Auslöser ist. Ein Zusammenhang mit Übergewicht besteht sicher, doch nicht alle Frauen mit Übergewicht neigen zum PCOS. Offenbar spielt auch eine genetische Veranlagung eine Rolle und eine Störung im Insulinstoffwechsel. Dass auch schlanke Frauen betroffen sein können, macht die Erklärung nicht leichter.

Erhöhte männliche Hormone

Die Reifung der Follikel wird durch erhöhte Spiegel männlicher Hormone verhindert, wie dies auch im Kapitel „erhöhte männliche Hormone“ beschrieben wird. Das PCO-Syndrom ist also keine neue Erkrankung, sondern lediglich eine ausgeprägtere Form der Hyperandrogenämie.

Die Eibläschen reifen nur bis zu einer bestimmten Größe und verkümmern dann, ohne dass eine Eizelle freigesetzt wird. Es kommt fast immer zu einem völligen Ausbleiben der Regelblutung oder zumindest deutlich verlängerten Zyklen, weil der „Taktgeber“, nämlich Eizellreifung und Eisprung fehlen.

Hormoneller Teufelskreis

Die erhöhten männlichen Hormone werden bei den oft (nicht immer!) übergewichtigen Frauen im Fettgewebe zu Östrogenen umgewandelt. Dies lässt den Blutspiegel des eisprungauslösende Hormons (LH) steigen, da die Hirnanhangsdrüse wegen der Östrogene nun meint, den Eisprung auslösen zu müssen.

Bei einem ausgeprägten PCO-Syndrom ist daher der Wert des LH regelmäßig erhöht. Und dieses Hormon fördert nun wiederum die Produktion der männlichen Hormone im Eierstock.

Es entsteht also ein Kreislauf, aus dem ohne medikamentöse Therapie kein Ausweg gefunden werden kann (es sei denn, durch Gewichtsreduktion, falls ein Übergewicht besteht).

Störung des Insulinstoffwechsels ist oft ein Grund

Es gibt auch Hinweise darauf, dass eine Störung im Insulinstoffwechsel ein Grund für die Entstehung des PCO sein könnte. Bei der sogenannten Insulinresistenz wirkt dieses von der Bauchspeicheldrüse gebildete Hormon nicht ausreichend an den Rezeptoren der zuckerverarbeitenden Gewebe. Wegen der Ähnlichkeit des Insulins mit dem „Insulin-like Growthfactor (IGF)“, der maßgeblich an der hormonellen Steuerung des Eierstocks beteiligt ist, kommt es bei einem Insulinüberschuss zu Störungen der Eierstocksfunktion.

Der Überschuss des Insulins entsteht, weil das Gewebe ja nicht ausreichend auf das Insulin anspricht und die Bauchspeicheldrüse zum Ausgleich mehr von diesem Hormon ausschüttet. Solche Zusammenhänge entstehen ebenfalls bei übergewichtigen Patientinnen häufiger als bei schlanken Frauen. Und gemeinerweise führt die Insulinresistenz zur Zunahme des Körpergewichts. Noch ein Teufelskreislauf.

Die Therapie des PCO kann daher auch in der Verabreichung insulinsenkender Medikamente (Metformin) bestehen.

Definition des PCO-Syndroms

Die aktuelle Definition erfolgte durch ein Expertengremium 2003 in Rotterdam. Demnach liegt ein PCOS vor, wenn zwei der drei folgenden Bedingungen erfüllt sind:

Erstmals wurde auch ein Konsens darüber gefunden, wie die Eierstöcke aussehen müssen, um im Ultraschall als solche befundet zu werden: Polyzystische Ovarien liegen demnach vor, wenn mindestens ein Eierstock ein Volumen von mehr als zehn Milliliter und/oder mindestens zwölf „Zysten“ mit einem Durchmesser von jeweils zwei bis neun Millimeter aufweist.

Mögliche Therapie-Konzepte

Auf die Therapie wird in einem gesonderten Kapitel eingegangen. Eine komplette Beseitigung des PCO-Syndroms ist meist nicht möglich. Ziel der Therapie ist es, die männlichen Hormone abzusenken und anschließend einen Eisprung herbeizuführen.

Die Behandlung besteht zunächst oft darin, die Eierstöcke und die Hirnanhangsdrüse außer „Gefecht“ zu setzen und regelmäßige Blutungen herbeizuführen. Dies geschieht meist mit einer Pille, obwohl dies für Frauen mit Kinderwunsch schwer nachvollziehbar ist. Aber oft ist diese Maßnahme zur Unterbrechung des oben beschriebenen Kreislaufs notwendig. Weitere Details zu möglichen Therapiekonzepten, auch z. B. der Insulinresistenz finden Sie bei den unten aufgeführten Links.

Kurz zusammengefasst ist Ziel der Behandlung (Mehr hier)

  • bessere Voraussetzungen zu schaffen (Gewichtsabnahme)
  • Störungen des Insulinstoffwechsels zu bekämpfen
  • Den Zyklus zu regulieren
  • Den Eisprung herbeizuführen

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Zuletzt bearbeitet am: 8. Jan 2017 @ 15:26

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