Hypophysen-Störung


HypophyseUm die Funktion der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und ihre Bedeutung für den Eintritt einer Schwangerschaft zu verstehen können Sie hier noch einmal die normale Funktionsweise ansehen.

Ausbleiben der Blutung ist ein häufiges Symptom

Bei Frauen, die nie ohne Hormone eine Regelblutung bekommen haben (primäre Amenorrhoe), liegt in über 10% eine Störung der der Hirnanhangsdrüse vor. Diese ist meist bedingt durch eine Störung der zentralen (übergeordneten) GnRH-Produktion. Der Hypothalamus schüttet sein Hormon (GnRH) in regelmäßigen Pulsen aus. Dieser Rhythmus ist wichtig für eine normale Reaktion der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Die Hypophyse ist nur dann in der Lage ihre Hormone (LH und FSH) zu produzieren, wenn sie die richtigen „Kommandos“ vom Hypothalamus bekommt. Ist dies nicht der Fall, wird FSH und LH nur noch in sehr geringen Mengen ausgeschüttet und die Eierstöcke erhalten kein ausreichendes Signal zur Ausreifung von Eizellen. Damit findet auch keine Östrogenproduktion und kein Eisprung statt. Der medizinische Begriff dazu ist „Störung der Hypothalamisch-hypophysären Achse“.

Stress und Magersucht können Ursachen für eine Störung der Hypophysenfunktion sein

Eine solche Störung kann auch vorübergehend durch Stresssituationen, durch eine ungesunde Gewichtsverminderung (oder gar Magersucht/Bulimie) oder durch intensiven Leistungssport erworben werden. Auch eine Normalisierung des Körpergewichts führt dann nicht zwangsläufig auch zur Wiederherstellung der Hormonproduktion. Frauen, die nach einer Phase der Magersucht wieder ein normales Gewicht erreichten, können daher trotzdem noch eine Hypophysenstörung aufweisen. Die Hypophyse kann aber auch direkt geschädigt sein, z. B. durch Tumore und durch eine akute Durchblutungsverminderung. Dies ist aber sehr selten.

Medizinisch zeichnet sich ein (teilweiser) Funktionsausfall der Hirnanhangsdrüse durch folgende Befunde aus: Die Hormone der Hypophyse (LH und FSH) sind deutlich erniedrigt. Die Östrogene sind ebenfalls sehr niedrig (Normwerte der wichtigsten Hormone). Ein Eisprung findet nicht mehr statt. Eine Regelblutung tritt nicht oder nur noch sehr selten auf.

Als Therapie sollten evtl. bestehende Ursachen beseitigt werden (Stressverminderung, Umstellung der Essgewohnheiten, operative Entfernung eines Tumors). Außerdem kann man das GnRH dem Körper mit speziellen Pumpen in den gewünschten „Schüben“ zuführen und damit die Hirnanhangsdrüse zu einer normalen Hormonproduktion anregen.

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