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Störung der Blutgerinnung

Autor: E. Breitbach (Erstellt am 29.12.2003 | zuletzt geändert am 24.02.2006)

Es ist bekannt, daß bei Frauen mit Blutgerinnungsstörungen und Thromboseneigung Fehlgeburten statistisch häufiger auftreten als üblich. Dies gilt insbesondere für Frauen, die aus immunologischen Gründen oder bedingt durch genetische Veränderungen eine sogenannte “Thrombophilie” aufweisen. Möglicherweise sind Störungen der Durchblutung an der Einnistungsstelle des Embryos dafür verantwortlich.

Faktor V (Leiden)

Besonders häufig sind die Gerinnungsfaktoren II und V von Mutationen betroffen. Am bekanntesten ist die Veränderung des Faktors V (Leiden, benannt nach dem dem Ort der Universität, in der diese Störung entdeckt wurde), welche in der europäischen Bevölkerung mit einer Häufigkeit von ca. 5% auftritt, manche Untersucher fanden diese Genveränderung sogar bei bis zu 15% der untersuchten Personen.

Die Mutation führt zu einer Resistenz gegenüber dem aktivierten Protein C, welches bei der Blutgerinnung eine Balance gegenüber den gerinnungsauslösenden Stoffen ermöglicht und die Gerinnung hemmt. Diese sogenannte APC-Resistenz kann dadurch zu einem erhöhten Risiko für Thrombosen führen. Meist tritt diese Mutation nur auf einem Gen auf und damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für eine Thrombose gegenüber der Normalbevölkerung um das 5-10fache. Sind beide Gene einer Person betroffen (=homozygot), dann steigt die Wahrscheinlichkeit auf das bis zu 100fache.

Die Angaben schwanken erheblich, wenn es darum geht, die Auswirkungen der APC-Resistenz auf den Verlauf einer Schwangerschaft einzuschätzen. Von Abortraten bis zu 50% wurde berichtet.

Die Diagnostik kann funktionell erfolgen, das heißmit bestimmten Funktionstests im Blut. Durchgesetzt hat sich jetzt aber die molekulargenetische Untersuchung, bei der die Mutation des entsprechenden Gens direkt untersucht wird.

Prothrombin-Mutation

Eine weitere genetische Ursache für Gerinnungsstörungen ist die Mutation des Gens, welche für die Herstellung des Prothrombins (Faktor II) zuständig ist. Wie bei der oben beschriebenen APC-Resistenz kommt es auch hier zu einem vermehrten Auftreten von Thrombosen, ca. 3x häufiger als in der Normalbevölkerung. Im Falle einer Schwangerschaft treten Thrombosen mit einer Wahrscheinlichkeit von 15% auf.

Der Zusammenhang mit Fehlgeburten kann auch bei dieser Gerinnungsstörung nachgewiesen werden, eine Steigerung um den Faktor 5 gegen über der natürlichen Fehlgeburtsrate wird berichtet.

Auch hier erfolgt die Diagnostik durch eine molekulargenetische Untersuchung des beteiligten Gens.

MTHFR-Mutation

Bei der MTHFR-Mutation handelt es sich um den häufigsten angeborenen Defekt im Folsäurestoffwechsel. Die Methylentetrahydrofolatreduktase ist ein Enzym, welches im Homocysteinstoffwechsel von Bedeutung ist. Homocystein ist ein schädliches Zwischenprodukt des Aminosäurestoffwechsels. Es wird aus der schwefelhaltigen Aminosäure Methionin gebildet und entweder unter Beteiligung der MTHFR in einer Folsäure- und Vitamin B12-abhängigen Reaktion in Methionin zurückverwandelt oder unter Beteiligung von Vitamin B6 in L-Cystein umgebaut.

Durch einen Basenaustausch in Position 677 des MTHFR-Gens entsteht eine thermolabile Enzymvariante, die aufgrund des dadurch bedingten Funktionsverlustes einen verminderten Abbau des Homozystein verursacht. Die hohen Homocystein-Spiegel im Blut gelten als eine vom Gerinnungssystem unabhängiger Risikofaktor für Thrombosen und koronare Herzerkrankungen. Die MTHFR-Variante kommt häufig vor und bei etwa 9-11% der europäischen Bevölkerung sind beide Gene betroffen (homozygot) und bei 30-40% nur eines der beiden Gene (heterozygot).

Autoimmunerkrankung

Autoimmunerkrankungen gibt es in großer Zahl, am bekanntesten ist z. B. das Rheuma. Grundsätzlich handelt es sich dabei um Erkrankungen, welche dadurch bedingt sind, daß das Immunsystem Antikörper gegen körpereigenes Gewebe bildet, welches dadurch in Mitleidenschaft gezogen oder zerstört wird. Der systemische Lupus erythematodes (SLE) ist eine Autoimmunerkrankung aus der Gruppe der Kollagenosen, die vorwiegend junge Frauen betrifft. Dabei kommt es zu Entzündungen in verschiedenen Organen (in erster Linie Haut, Blutgefäße, Nieren und Gelenke).

Das Antiphospholipidsyndrom ist ebenfalls eine Autoimmunerkrankung und wie der Lupus erythematodes zeichnet es sich durch Antikörper gegen körpereigenes Gewebe (das Phospholipid Cardiolipin; ein Stoff, der in der Zellwand vorhanden ist) aus.

Es gibt auch Patienten, die keine sonstigen Zeichen eines SLE zeigen (also keine Organschäden), bei denen aber trotzdem Lupus-Antikörper im Blut nachweisbar sind und die dadurch Thrombosen erleiden. Häufig fallen solche Frauen zuerst durch häufige Fehlgeburten auf. Dies wird durch Thrombosen der Placenta, meist nach dem 3. Schwangerschaftsmonat, verursacht und ist eine wichtige Differentialdiagnose von häufigen Fehlgeburten.

Die Diagnostik beinhaltet die Untersuchung von Cardiolipinantikörpern und Luopusantikoagulanz aus dem Blut. Oft werden auch andere mit SLE vergesellschaftete Antikörper untersucht, wie z. B. Antinukleäre Antikörper (ANA).

Warum kommt es bei Thromboseneigung zu Fehlgeburten?

Schon in der frühen Einnistungs- und Embryonalphase können bei Frauen mit Thromboseneigung kleine Thrombosen auftreten, welche die Durchblutung stören können und dadurch die Einnistung verhindern oder später zu Fehlgeburten führen können. Beim Antiphospholipid-Syndrom wird auch ein direkter Einfluss beim Einnistungsprozess vermutet.

Therapie

Da diese Erkrankungen die Fehlgeburten durch eine erhöhte Neigung des Blutes zur Gerinnung hervorruft, ist bei Bekanntwerden einer Schwangerschaft oder bei einer geplanten Schwangerschaft während der Kinderwunschbehandlung eine Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten angezeigt. Üblicherweise wird hierzu (niedermolekulares) Heparin verabreicht.

Bei immunologisch bedingter Gerinungsstörung wird auch Acetylsalicylsäure eingesetzt (bekannter als Aspirin oder ASS), wobei 100 mg pro Tag ausreichend sind. Oft wird dies ergänzt durch die Gabe von Heparin.

Bei Vorliegen einer MTHFR-Mutation sollte durch eine Homocystein-Kontrolle das individuelle Thromboserisiko eingeschätzt werden. Mit Hilfe von Folsäure, Vitamin B6 und B12 können die Risiken deutlich gemindert werden. Bei wiederholten Fehlgeburten wird ebenfalls über eine Heparingabe nachzudenken sein.

Darüber hinaus sollte eine betroffene Person auch unabhängig von einer Schwangerschaft in Risikosituationen (z. B. operative Eingriffe) Medikamente zur Blutverdünnung bekommen.

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29 Antworten auf “Störung der Blutgerinnung”

Aktuelle News zum Thema

Kommentare unserer Besucher zum Artikel

  1. Nicole Tacke schreibt:

    Hallo,
    ich habe eine APC Resistenz(heterozygote-V-Mutation-Leiden) und würde gerne ein Kind bekommen. Daher wüsste ich gerne, ob es durch deieGabe von Heparin während der Schwangerschaft zu Komplikationen beim Ungeborenen kommen kann.Wenn ja, welche Auswirkungen sind dies im einzelnen.

    MfG Nicole Tacke

  2. E. Breitbach schreibt:

    Hallo Nicole,

    die Gabe von Heparin ist in der Schwangerschaft nicht völlig ohne Risiken, jedoch eine häufige und gut erprobte Therapie, die in der Hand des erfahrenen Frauenarztes unproblematisch ist. Spezifische Auswirkungen auf das Kind sind nicht bekannt. Auf jeden Fall ist dies sinnvoll und ungefährlicher für das Kind, als wenn Sie es nur darauf ankommen lassen und dadurch eine Fehlgeburt riskieren

  3. anonym schreibt:

    Hallo, bei mir wurde auch die Blutgerinnungsstörung Faktor-V-Leiden durch den Genetiker festgestellt, nachdem ich insgesamt 5 erfolglose ICSI-Versuche hinter mir habe. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass dies die Ursache dafür ist? Ist es sinnvoll, einen weiteren ICSI-Versuch zu starten?
    Vielen Dank.

  4. E. Breitbach schreibt:

    @ anonyma,
    Es ist eher unwahrscheinlich, dass es nur an dieser Blutgerinnungsstörung gelegen hat, jedoch würde die entsprechenden Behandlung die Chancen sicherlich erhöhen. Ob weitere Versuche dadurch sinnvoll sind, ist anhand Ihrer Angaben aleine nicht einzuschätzbar.

  5. Fiona schreibt:

    Hallo, infolge einer Basedow-Erkrankung wurde mir die Schilddrüse partiell entfernt. Seitdem leide ich unter einer Schilddrüseunterfunktion und nehme Thyroxin 100. Obwohl laut endokrinologischem Befund das hormonelle Gleichgewicht bereits seit zwei Jahren wiederhergestellt ist, habe ich zwei Fehlgeburten (beide nur mit Fruchtblase ohne Bildung des Embryos) gehabt.
    Meine Frage: Führt eine frühere Basedow-Erkrankung mehr oder weniger automatisch zu Blutgerinnungsstörungen?

    Vielen Dank. Fiona

  6. E. Breitbach schreibt:

    @ Fiona,
    Nein, ein direkter und “automatischer” Zusammenhang zwischen einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse und der Gerinnung besteht nicht, obwohl die Empfehlung zur Heparingabe bei einer Autoimmunthyreopathie und Fehlgeburten oft gegeben wird

  7. Sabine schreibt:

    Hallo,

    bei mir wurde vor einigen Jahren eine Schilddrüsenunterfunktion (Hashimoto) festgestellt, die seitdem mit L-Thyroxin 50 gut eingestellt ist. Ausserdem wurde eine MTHFR heterozygote Mutation festgestellt, so dass ich während der letzten Schwangerschaft 5mg Folsäure/Tag eingenommen habe. Leider hat es trotzdem nicht geklappt. Habe gerade die 3. Fehlgeburt im Alter von 41 Jahren hinter mir. Was kann ich tun, um meine Chancen bei einer ggf. nächsten SS zu verbessern. Was sollte während der SS kontrolliert werden bzw. schon vorher?

    Vielen Dank für Ihre Auskunft, ggf. auch zu Spezialisten in M.

  8. E. Breitbach schreibt:

    @ Sabine: man kann es sich einfach machen und Ihrem Alter die Schuld geben. Zum Teil mag das auch stimmen. Jedoch sollte man auf jeden Fall die entsprechende Diagnsotik abrunden (wobei das ja zum Teil gemacht worden ist). Blutgerinnung, Immunsystem (Antikörper, Killerzellen etc.), gebärmutterspiegelung und genetische Untersuchung würde mir jetzt spontan einfallen. Und das sollte man vor einem weitereh Versuch abklären, wenn nicht bereits geschehen

  9. Susi schreibt:

    Hallo,
    ich hatte in den letzten 12 Monaten 3 Fehlgeburten mit identischem Verlauf, d.h. die Herzaktivität, die jeweils schon per Ultraschall festgestellt werden konnte, hörte zwischen der 7. und 9. SSW auf. Sämtliche Untersuchungen (genetisch, immunologisch, bakteriologisch) blieben bisher ohne Ergebnis. Nun wird überlegt in einer Art “Blindtherapie” mit ASS und/oder Heparin zu therapieren. Ich wäre deshalb dankbar, wenn Sie die möglichen Risiken (für Mutter und Kind) dieser Behandlung vielleicht noch etwas ausführlicher schildern könnten. Ich denke da an das Thromboserisiko, aber auch an andere Risiken wie z.B. die Gefahr von Osteroperose. Vielen Dank schon mal für Ihre Antwort, Susi!

  10. E. Breitbach schreibt:

    @ Susi: Heparin und ASS werden eine Thrombose verhindern, ein Risiko besteht nur in extrem Ausnahmefällen. ASS sollte man nicht zu lange geben, da in den letzten Monaten der Schwangerschaft dadurch ein vorzeitiger VErschluss des Ductus botalli auftreten kann. Osteoporose ist bei sehr lang andauernden Heparinbehandlungen ein Problem, jedoch nicht in der Schwangerschaft, mir sind zumindest diesbezüglich keine Berichte bekannt. Ohne konkrete gerinnungsstörungen wird man Ihnen die medikamente jedoch vermutlich ohnehin nicht während der gesamten Schwangerschaft geben wollen

  11. Svenja schreibt:

    Hallo,
    bei mir wurde eine Prothrombin-Mutation festgestellt, nachdem ich zwei Fehlgeburten hatte. Seitdem habe ich mich nicht mehr getraut schwanger zu werden. Ich nehme täglich ASS 100 und spritze Heparin auf längeren Reisen etc. Ich würde gerne wissen wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, mit täglichen Heparinspritzen während der Schwangerschaft, eine erfolgreiche Schwangerschft zu haben und letztlich auch ein gesundes Kind zu bekommen.
    Vielen Dank für Ihre Antwort. Svenja

  12. hatice schreibt:

    hallo susi habe genau die gleichen probleme wie du,wollte wissen ob es geklapt hat mit heparin und Ass,wäre sehr nett wenn du mir zurück schreiben würdest.

  13. Heike schreibt:

    Ab wann soll denn Heparin bzw. ASS eingenommen werden?
    Schon bei Kinderwunsch oder erst bei Positivem Test.
    Die Frage bezieht sich auf festgestelltem Faktor V Leiden und APC-Resistenz und Antiphospholipidsyndrom.
    Zwei Fehlgeburten sind vorrausgegangen.

  14. Andrea schreibt:

    Hallo,
    ich habe eine Faktor-V-Mutation und hatte bereits 2 Thrombosen. Davon eine in der Schwangerschaft (29. SSW, trotz Heparin seit der 7. SSW).
    Eigentlich möchten wir gerne noch ein 2. Kind. Ist dies bei meiner Vorgeschichte zu risikoreich??

    Vielen Dank für Ihre Antwort

  15. Maja schreibt:

    Hallo,
    ich bin momentan in der 24SSW. Mehrere Fehlgeburten in den letzten 3Jahren. Schilddrüseunterfunktion und Antiphosfolipidantikörpersyndrom. Deswegen Heparin und ASS100 seit der Feststellung der Schwangerschaft. Am Anfang mußte ich L-Thyroxin50 nehmen, jetzt bin schon bei 150!!! und habe komische Schmerzen, Druck, Schluckbeschwerden in der Schilddrüsengegend. Ist diese Unterfunktion für mein Kind gefährlich? Was kann ich dagegen tun? (PS:Jod200 nehme ich auch schon).
    Vielen Dank im voraus!

  16. yvonneh schreibt:

    Hi,
    ich habe 2003 eine Thrombose bekommen. Ärzte haben herausgefunden,dass ich ein APC-Defekt mit einem Proteinmangel habe. Ich hatte schon 2 Fehlgeburten gehabt. Jetzt habe ich gr.Angst nochmal schwanger zu werden. Die letzte Fehlgeburt war für mich eine psychische Belastung,da zeitgleich meine Nichte unterwegs war. Ich war zu der Zeit auch in ärztlicher Behandlung, musste jede Woche mein Blut überprüfen lassen. Die PTF-Werte waren auch noch im normalen Bereich. Deshalb brauchte ich mich noch nicht mit Heparin spritzen. Was kann ich tun, um ein gesundes Baby zu bekommen?

  17. gatula72 schreibt:

    hallo,
    gilt die erhöhte Gefahr von Fehlgeburten nur bei den oben genannten Autoimmunerkrankungen? Ich habe seit 9 Jahren eine colitis ulcerosa (chronisch aktiv) und seit 2005 3 Fehlgeburten im ganz frühen Stadium erlitten.
    Zur Behandlung der cu wurde mir das Immunsuppresivum azathioprin verordnet, welches ich aber jeweils vor der Schwangerschaft abgesetzt hatte.
    vielen Dank!
    gatula72

  18. yvonneh schreibt:

    ich mußte mich erst einmal erkundigen, was colitis ulcerosa bedeutet. was meint denn dein frauenarzt dazu? also mir sagte man, dass ich durch den Blutgerinnungsdefekt zu Fehlgeburten neige.

  19. gatula72 schreibt:

    Sorry, also colitis ulcerosa ist eine chronische Darmerkrankung - geschwürige Entzündung des Dickdarms ist die deutsche Übersetzung. Das Immunsystem geht gegen die eigene Darmschleimhaut vor, die dadurch ständig entzündet ist. Gott sei Dank habe ich im Moment Ruhe, obwohl ich alle Medikamente abgesetzt habe. Meine FÄ zuckt nur die Schultern. Mein Gastroenterologe sagt, ich soll nur so planen, dass die Schwangerschaft nicht in einen akuten Schub fällt.

  20. mio-my-love schreibt:

    hallo!
    ich hatte vor am 11.03.2008 eine fehlgeburt in der 21 ssw.
    am 08.05.2008 wurde bei mir, nach einer humangenetischen beurteilung:
    MTHFR C677T im gen der MTHFR und
    homozygot für die Mutation -675 4G/5G im Promotor des PAl-1-Gens
    festgestellt.
    da der kinderwunsch sehr akut ist und wir eine weitere fehlgeburt verhindern möchten sind nun meine fragen:
    welches medikament wird verschrieben?
    von welchen arzt?
    sollte man es schon vor schwangerschaftsbeginn einnehmen?
    kann es dem kind schaden?
    ich war heute bei einem internisten der mir nicht den eindruck machte selbst keinen rat zu haben.
    sollte (m)eine gyn. sich damit auskennen?
    für eine rasche antwort wäre ich zutiefst dankbar!
    mit freundlichen grüßen

  21. E. Breitbach schreibt:

    @mio-my-love: Aufgrund der MTHFR-Mutation ist ein erhöhte Dosis von Folsäure zu empfehlen. Statt 0,4 mg sollte man 5mg nehmen und zusätzlich Vit B6 und B12. Wegen des PAI-1-Gens wird üblicherweise (je nach Vorgeschichte) Heparin empfohlen.

    Ersteres bereits vor der Schwangerschaft, letzteres, wenn die Schwangerschaft eingetreten ist

  22. Sabine schreibt:

    Hallo!
    Mich interessiert es, ob es nicht sinnvoll ist, bei einer vorliegenden Faktor V-Mutation schon vor der geplanten Schwangerschaft mit blutverdünnenden Mitteln oder ASS zu therapieren, wenn davon auszugehen ist, dass die Blutgerinnungsstörung das Einnisten der befruchteten Eizelle behindert oder stört. Warum wird erst mit Bekanntwerden der Schwangerschaft dazu geraten?
    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    Sabine

  23. E. Breitbach schreibt:

    @Sabine: Bei einer künstlichen Befruchtung macht man das auch so, da man dann auch genau weiß, wann die Einnistung erfolgt und somit die Behandlung zeitlich begrenzt ist. Man kann jedoch in Anbetracht der Tatsache, dass es ja durchaus mehrere Monate dauern kann bis eine Schwangerschaft eintritt in dieser Zeit nicht eine ungezielte Dauertherapie mit Heparin und ASS durchführen. Dadurch ergibt sich dann schon ein relativ hohes Nebenwirkungssprektrum, welches bei kurzer Einnahme nicht besteht und bei einer vorliegenden Schwangerschaft widerum zu vertreten ist

  24. Tigger schreibt:

    Für Sabine: Habe Faktor II Leiden. Wurde leider erst nach 5 ICSIs festgestellt. Mein Transfusionsmediziner hat mir empfohlen, vor Beginn einer SS Heparin und ASS zu nehmen. War nach langer Pause beim chinesischen Arzt (TCM) Habe Akupunktur und ekelhaften Tee bekommen und wurde spontan schwanger. Bin dann schnell zum Transfusionsmediziner, der mir dann Heparin (ständiger Kontrolle) und ASS verschrieben hat. Mein Sohn kam in der 32. SSW per Sectio zur Welt wg. vorzeitiger Gebährmutterinsuffizienz und damit verbundenem gehemmten Wachstum und Unterversorgung des Kindes. Heparin und ASS haben meinem Sohn nicht geschadet. Er ist gesund und wird Ende diesen Monats 1 Jahr alt. Ich wünsche allen Frauen von Herzen viel Glück. 7 Jahre warten war eine verdammt lange Zeit.

  25. Verena schreibt:

    Liebe Sabine,

    habe APC Resist. Fakt V Mut. und Prothrombin Fakt II Mut und beides homozygot. Bin gerade zu meinem 3. Kind schwanger und werde vorraussichtlich am 24. Jänner mein 2. gesundes Marcoumarbaby zur Welt bringen (das 1. Kind wurde zwar nach einer Lungenembolie jedoch noch ohne Verabreichung von Coumarinen oder Heparin ausgetragen). Meine Erfahrungen mit den Schwangerschaften, der Medikamentation und den Risiken teile ich Dir gerne mit, falls Du möchtest!

    Herzliche Grüße

    Verena

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