Die Kinderwunsch-Seite
Home Theorie News Zentren Bücher Interaktiv FAQ Links Forum



Sie sind hier: Kinderwunsch-Seite > Theorie > Ursachen der unfruchtbarkeit > Fehlgeburt > Gelbkörper Schwäche


Print This Page
Gelbkörper-Schwäche

Autor: E. Breitbach (Erstellt am 26.09.2003 | zuletzt geändert am 24.02.2006)

Auf die Gelbkörperschwäche (Lutealphaseninsuffizienz) wird bereits bei den hormonellen Ursachen der weiblichen Sterilität eingegangen. Vermutlich wird die Rolle der Gelbkörperschwäche bei der weiblichen Sterilität und auch bei wiederholten Fehlgeburten überschätzt.

Die Lutealphaseninsuffizienz ist nie alleinige Ursache von Fehlgeburten

Wenn sich in einem Follikel eine Eizelle entwickelt, die befruchtungsfähig ist und sich einnistet, dann ist davon auszugehen, dass dieser Follikel sich später auch in einen Gelbkörper umwandelt (mehr zu diesen Abläufen hier), der ausreichend Gelbkörperhormone (Progesteron) produziert. Eine Schwangerschaft produziert darüber hinaus das sogenannte Schwangerschaftshormon hCG, welches den Gelbkörper zur vermehrten Produktion von Progesteron anregt, so dass eine Unterversorgung sehr unwahrscheinlich ist. Der Embryo selbst sorgt also für eine ausreichende Deckung des Hormonbedarfs.

Bei Patientinnen, die mit einer Hormonbehandlung bei Sterilitätstherapie schwanger wurden, ist eine erhöhter Gelbkörperhormonbedarf bekannt und da kann es auch zu Aborten kommen, wenn man nicht eine entsprechende hormonelle Unterstützung einleitet. Vor allem bei einer länger andauernden “Downregulation” kann dies der Fall sein. Bei spontan eingetretenen Schwangerschaften ist diese Problematik eher selten, wiewohl es sicher nichts schadet, einer Patientin mit Aborten in der Vorgeschichte Gelbkörperhormon zu verabreichen.

Was kann man tun?

Die einfachste Maßnahme besteht in der Gabe von Gelbkörperhormonen. Das reine Progesteron wird am besten resorbiert in Form von Scheidengels (Crinone). Alternativ kann man auch reines Progesteron in Kapselform geben, welches geschluckt wird (z. B. Utrogest). Aber auch diese Kapseln kann man als Scheidenzäpfchen verwenden, wenngleich dies vom Hersteller nicht vorgesehen ist. Der Vorteil der vaginalen Gabe besteht in besserer Resorption und langsamerem Abbau (das Progesteron landet nicht über den Darm gleich in die Leber, wo es abgebaut wird) und der besseren Verträglichkeit. Dies wird meist bis zu Abschluß der 12. Schwangerschaftswoche durchgeführt, da dann die Hormonproduktion vom Mutterkuchen übernommen wird und eine Unterversorgung ausgeschlossen ist.

Weiterführende Links:

6 Kommentare Fragen und Kommentare abgeben



6 Antworten auf “Gelbkörper-Schwäche”

Aktuelle News zum Thema

Kommentare unserer Besucher zum Artikel

  1. Nicole schreibt:

    Liebe Mitarbeiter von Wunschkindernet,
    mir wurden Utrogest Zäpfchen verschrieben, obwohl alle Hormonwerte noch im Grenzbereich liegen. Ich habe seit über einen Jahr unerfüllten Kinderwunsch. Welchen Vorteil bietet mir diese Behandlung. Über den Inhalt der Packungsbeilage war ich sehr verwundert, da dort irgendetwas von Wechseljahren steht. Ich bin erst 26. Vielen Dank.

  2. Marie schreibt:

    In den letzten 3 Monaten hatte ich 2 mehrere Wochen ausbleibende Zyklen. Bei beiden Malen war ein Urin-Test negativ. Ein hCG-Test war positiv, über Ultraschall war keine Einnistung in der Gebärmutter erkennbar. Da mein Kinderwunsch sehr groß ist, möchte ich gern möglichst vielen Risiken nachgehen. Können Sie mir sagen, woran dies liegen kann und was ich in Zukunft beachten sollte? Außerdem hattem meine Brüste beide Male beideitigen Milcheinschuss.

  3. E. Breitbach schreibt:

    @ Nicole: Utrogest enthält reines Gelbkörperhormon, was zwar auch in den Wechseljahren eingesetzt werden kann, aber vermutlich sehr viel häufiger zur Unterstützung der Gelbkörperphase. Der Vorteil ist hier beschrieben.

    @ Marie: Wenn der hCG-Wert positiv war, dann wird es sich vermutlich um eine Schwangerschaft gehandelt haben. Möglicherweise handelte es sich dabei um eine sehr frühe Fehlgeburt, was leider nicht unbedingt sehr ungewöhnlich ist, denn statistisch gesehen enden ca. 15% aller Schwangerschaften mit einer Fehlgeburt. Leider kann man in den wenigsten Fällen daran etwas ändern. Wenn da nur einmal auftrat, dann besteht aktuell vermutlich kein Behandlungsbedarf. Besteht die Zyklusstörung jedoch fort, dann solte man eine Kontrolle des Hormonhaushaltes durchführen.

  4. Susanne schreibt:

    Hallo, ich bin 40 Jahre alt u. habe 2 gesunde Jungen im Alter von 18 und 20 Jahren. Seit eineinhalb Jahren versuche ich mit meinem neuen Partner ein Baby zu bekommen. Innerhalb dieser Zeit hatte ich 3 Aborte in der 6. Woche (davon 1 Windei mit Ausschabung) und einen in der 10. Woche, da die Herztöne weg waren (ebenf. mit Ausschabung). Ich habe 2 submuköse Myome, können diese die Ursache für die Fehlgeburten in Folge sein? Der Arzt meint es sei altersbedingt u. wir sollten es halt immer wieder versuchen. Zwischenzeitlich bin ich jedoch ziemlich desillusioniert. Vielen Dank für Ihren Rat.

  5. Celine schreibt:

    Hallo!

    Ich bin ca. in der 7. bis 8. Schwangerschaftswoche. Meine Frauenärztin hat mir (sicher aufgrund einer vorangegangenen Fehlgeburt und des jetzt per Ultraschall nicht sichtbaren Gelbkörpers) Utrogest verschrieben, dass ich nun auch seit etwas mehr als 10 Tagen 3 mal täglich einnehme. Dabei vertrage ich das Hormon schlecht, wenn ich es schlucke. Meine Ärztin riet mir auch es als Scheidenzäpfchen zu nehmen, falls beim Schlucken Beschwerden auftreten.
    Wenn ich das Medikament nun in die Scheide führe, habe ich das Problem, dass der gelöste Stoff nach ca. 1 bis 1,5 Stunden wieder ausfliest. Behindert dies die Wirkung des Hormons? Ich habe meinen Tagesablauf nun daher so eingerichtet, dass ich das Medikament nur mittags als Zäpfchen nehme. Haben die unterschiedlichen Darreichungsformen Einfluss auf den Abbau? Und als letztes hätte ich noch gern gewusst, ob es auch zu einer Art Überdosis an Progesteron kommen kann. Also in dem Fall, dass der Gelbkörper doch ausreichend produziert und nun zusätzlich dem Körper Progesteron über Utrogest zugeführt wird.
    Da meine Frauenärztin momentan in Urlaub ist, kann ich meine Fragen dort nicht loswerden.
    Vielen Dank für die Hilfe und die Beantwortung!

  6. E. Breitbach schreibt:

    @Celine: Es läuft immer etwas heraus, wenn man es vaginal nimmt. Das ist aber nicht von Bedeutung. Die Aufnahme ist durch die Scheide besser als wenn man es schluckt und eine Überdosierung ist nicht möglich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Dies ist eine No-nofollow-Seite.
Eingegebene Links werden von Suchmaschinen verfolgt.
Spam wird gelöscht.