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Gelbkörper-Schwäche


Auf die Gelbkörperschwäche (Lutealphaseninsuffizienz) wird bereits bei den hormonellen Ursachen der weiblichen Sterilität eingegangen. Vermutlich wird die Rolle der Gelbkörperschwäche bei der weiblichen Sterilität und auch bei wiederholten Fehlgeburten überschätzt.

Die Lutealphaseninsuffizienz ist nie alleinige Ursache von Fehlgeburten

Wenn sich in einem Follikel eine Eizelle entwickelt, die befruchtungsfähig ist und sich einnistet, dann ist davon auszugehen, dass dieser Follikel sich später auch in einen Gelbkörper umwandelt (mehr zu diesen Abläufen hier), der ausreichend Gelbkörperhormone (Progesteron) produziert. Eine Schwangerschaft produziert darüber hinaus das sogenannte Schwangerschaftshormon hCG, welches den Gelbkörper zur vermehrten Produktion von Progesteron anregt, so dass eine Unterversorgung sehr unwahrscheinlich ist. Der Embryo selbst sorgt also für eine ausreichende Deckung des Hormonbedarfs.

Bei Patientinnen, die mit einer Hormonbehandlung bei Sterilitätstherapie schwanger wurden, ist eine erhöhter Gelbkörperhormonbedarf bekannt und da kann es auch zu Aborten kommen, wenn man nicht eine entsprechende hormonelle Unterstützung einleitet. Vor allem bei einer länger andauernden “Downregulation” kann dies der Fall sein. Bei spontan eingetretenen Schwangerschaften ist diese Problematik eher selten, wiewohl es sicher nichts schadet, einer Patientin mit Aborten in der Vorgeschichte Gelbkörperhormon zu verabreichen.

Was kann man tun?

Die einfachste Maßnahme besteht in der Gabe von Gelbkörperhormonen. Das reine Progesteron wird am besten resorbiert in Form von Scheidengels (Crinone). Alternativ kann man auch reines Progesteron in Kapselform geben, welches geschluckt wird (z. B. Utrogest). Aber auch diese Kapseln kann man als Scheidenzäpfchen verwenden, wenngleich dies vom Hersteller nicht vorgesehen ist. Der Vorteil der vaginalen Gabe besteht in besserer Resorption und langsamerem Abbau (das Progesteron landet nicht über den Darm gleich in die Leber, wo es abgebaut wird) und der besseren Verträglichkeit. Dies wird meist bis zu Abschluss der 12. Schwangerschaftswoche durchgeführt, da dann die Hormonproduktion vom Mutterkuchen übernommen wird und eine Unterversorgung ausgeschlossen ist.



Weitere Infos zu “Gelbkörper-Schwäche” aus unseren News

  1. Gelbkörperhormon: Was, wann und wie lange? am 19. April 2006

    [...] Gabe des Progesterons nicht mehr notwendig ist, befürchten die Schwangeren eine Fehlgeburt aufgrund eines Progesteronmangels. Biologisch gesehen ist dies eher unwahrscheinlich, da das Schwangerschaftshormon (hCG) den [...]


  2. Wie lange sollte man Gelbkörperhormone nach einer IVF verabreichen? am 15. Februar 2008

    [...] Unterstützung mit Gelbkörperhormonen bei Eintritt der Schwangerschaft beendet. Lediglich der Eintritt einer Fehlgeburt wird verzögert, diese jedoch nicht [...]


Kommentare

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  1. Liebe Mitarbeiter von Wunschkindernet,
    mir wurden Utrogest Zäpfchen verschrieben, obwohl alle Hormonwerte noch im Grenzbereich liegen. Ich habe seit über einen Jahr unerfüllten Kinderwunsch. Welchen Vorteil bietet mir diese Behandlung. Über den Inhalt der Packungsbeilage war ich sehr verwundert, da dort irgendetwas von Wechseljahren steht. Ich bin erst 26. Vielen Dank.


    Geschrieben von Nicole am 15. Januar 2007 um 20:22
  2. In den letzten 3 Monaten hatte ich 2 mehrere Wochen ausbleibende Zyklen. Bei beiden Malen war ein Urin-Test negativ. Ein hCG-Test war positiv, über Ultraschall war keine Einnistung in der Gebärmutter erkennbar. Da mein Kinderwunsch sehr groß ist, möchte ich gern möglichst vielen Risiken nachgehen. Können Sie mir sagen, woran dies liegen kann und was ich in Zukunft beachten sollte? Außerdem hattem meine Brüste beide Male beideitigen Milcheinschuss.


    Geschrieben von Marie am 18. Februar 2007 um 09:07
  3. @ Nicole: Utrogest enthält reines Gelbkörperhormon, was zwar auch in den Wechseljahren eingesetzt werden kann, aber vermutlich sehr viel häufiger zur Unterstützung der Gelbkörperphase. Der Vorteil ist hier beschrieben.

    @ Marie: Wenn der hCG-Wert positiv war, dann wird es sich vermutlich um eine Schwangerschaft gehandelt haben. Möglicherweise handelte es sich dabei um eine sehr frühe Fehlgeburt, was leider nicht unbedingt sehr ungewöhnlich ist, denn statistisch gesehen enden ca. 15% aller Schwangerschaften mit einer Fehlgeburt. Leider kann man in den wenigsten Fällen daran etwas ändern. Wenn da nur einmal auftrat, dann besteht aktuell vermutlich kein Behandlungsbedarf. Besteht die Zyklusstörung jedoch fort, dann solte man eine Kontrolle des Hormonhaushaltes durchführen.


    Geschrieben von E. Breitbach am 25. Februar 2007 um 21:26
  4. Hallo!

    Ich bin ca. in der 7. bis 8. Schwangerschaftswoche. Meine Frauenärztin hat mir (sicher aufgrund einer vorangegangenen Fehlgeburt und des jetzt per Ultraschall nicht sichtbaren Gelbkörpers) Utrogest verschrieben, dass ich nun auch seit etwas mehr als 10 Tagen 3 mal täglich einnehme. Dabei vertrage ich das Hormon schlecht, wenn ich es schlucke. Meine Ärztin riet mir auch es als Scheidenzäpfchen zu nehmen, falls beim Schlucken Beschwerden auftreten.
    Wenn ich das Medikament nun in die Scheide führe, habe ich das Problem, dass der gelöste Stoff nach ca. 1 bis 1,5 Stunden wieder ausfliest. Behindert dies die Wirkung des Hormons? Ich habe meinen Tagesablauf nun daher so eingerichtet, dass ich das Medikament nur mittags als Zäpfchen nehme. Haben die unterschiedlichen Darreichungsformen Einfluss auf den Abbau? Und als letztes hätte ich noch gern gewusst, ob es auch zu einer Art Überdosis an Progesteron kommen kann. Also in dem Fall, dass der Gelbkörper doch ausreichend produziert und nun zusätzlich dem Körper Progesteron über Utrogest zugeführt wird.
    Da meine Frauenärztin momentan in Urlaub ist, kann ich meine Fragen dort nicht loswerden.
    Vielen Dank für die Hilfe und die Beantwortung!


    Geschrieben von Celine am 12. August 2008 um 15:12
  5. @Celine: Es läuft immer etwas heraus, wenn man es vaginal nimmt. Das ist aber nicht von Bedeutung. Die Aufnahme ist durch die Scheide besser als wenn man es schluckt und eine Überdosierung ist nicht möglich


    Geschrieben von E. Breitbach am 12. August 2008 um 15:48
  6. Hallo, ich hatte auch eine Gelbkörperschwäche und wurde im zweiten Zyklus durch Einnahme von Utrogest etc. schwanger. Mein Baby wird nun drei Monate alt und ich frage mich, ob sich der Gelbkörperwert nach der Schwangerschaft reguliert oder ob ich damit rechnen muß, dass für ein zweites Kind wieder eine Hormontherapie von Nöten sein wird? Wir wollen keinen zu großen Abstand zw den Kindern haben.
    Danke


    Geschrieben von Anika am 11. Dezember 2009 um 22:44
  7. @ Anika: das lässt sich nicht pauschal beantworten


    Geschrieben von E. Breitbach am 18. Dezember 2009 um 02:12