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Anomalien des Uterus

Autor: E. Breitbach (Erstellt am 29.12.2003 | zuletzt geändert am 17.02.2008)

Entstehung von Uterusanomalien und Varianten

Die Entwicklung des Inneren Genitals der Frau ist ein äußerst komplexer Vorgang, an dem mehrere Gewebe völlig unterschiedlicher Herkunft beteiligt sind. Sie findet in der embryonalen Entwicklung eines Mädchens statt. Die Gebärmutter entsteht dabei aus zwei Gängen (Müllersche Gänge), die miteinander verschmelzen und dann die Gebärmutterhöhle bilden. Dieser Verschmelzungsprozess kann unvollständig ablaufen. Dies führt zu unterschiedlich ausgeprägten Fehlbildungen der Gebärmutter, die meist noch die Herkunft der Gebärmutter aus zwei Müllerschen Gängen erkennen lassen.

Der Uterus septus stellt mit ca. 50% die häufigste Fehlbildung. Die Wand, die beide Bereiche der Gebärmutterhöhle unterteilt, hat oft einen nur sehr geringen Anteil von uterinem Muskelgewebe. Entsprechend ist die Blutversorgung dieses Septums nicht so gut wie an der eigentlichen Gebärmutterwand. Nistet sich ein Embryo auf dem Septum ein, dann kommt es daher oft zu einer Minderversorgung mit Nährstoffen und zu einem Absterben der Frucht. Die anderen häufigen Fehlbildungen führen seltener zu Fehlgeburten. Dies liegt daran, dass bei ausgeprägteren Doppelfehlbildungen die Muskelwand auch in der Mitte dicker ist und somit funktionstüchtiger hinsichtlich der Schwangerschaft als das dünne Septum. Etwas überspitzt kann man sagen, dass das problemlose Austragen einer Schwangerschaft um so wahrscheinlicher ist, je ausgeprägter die Fehlbildung ist.

Utfehl.jpgIn dieser Abbildung sieht man die Fehlbildungen, die am häufigsten vorkommen. In der oberen Zeile sind verschieden ausgeprägte Septen vorhanden, welche bei 1a die gesamte Gebärmutterhöhle durchzieht. Ausgeprägtere Doppelfehlbildungen finden sich unter 2. Wenn man in der Gebärmutterspiegelung ein Septum erkennt und eine Operation geplant ist, ist es unbedingt erforderlich, auch eine Bauchspiegelung durchzuführen. Denn wenn man das vermeintliche Septum von unten entfernt und es ist kein Septum, sondern ein Befund wie bei 2a oder 2b, dann besteht die Möglichkeit, die Gebärmutterwand zu stark auszudünnen oder im Extremfall sogar zu “durchlöchern”.

Neben diesen häufigeren Fehlbildungen gibt es auch noch den “Uterus duplex”, also eine vollständige Doppelanlage der Gebärmutterhöhle. Dies kann mit einem Gebärmutterhals auftreten (ut. duplex unicollis) oder vollständig gedoppelt mit zwei “Muttermündern” (ut. duplex bicollis). Gelegentlich ist auch ein Scheidenseptum vorhanden.

Diagnostik

Im Vordergrund der Diagnostik steht die Gebärmutterspiegelung, die zur Abklärung von angeborenen Fehlbildungen immer auch mit einer Bauchspiegelung verbunden sein sollte. Zumindest die Gebärmutterspiegelung sollte Bestandteil einer jeden Abortabklärung sein. Wichtig ist ergänzend auch der Ultraschall, bei dem sich oft einfach ein Hinweis auf eine Fehlbildung darstellen lässt.

Utfehl.jpgAuf diesem Ultraschallbild ist das sogenannte “Katzenaugenphänomen” gut zu erkennen. Dies ist typisch für eine Doppelfehlbildung der Gebärmutter. Die Gebärmutter ist bei diesem Bild in ihrem oberen Anteil quer “angeschnitten”. Die hellen Bezirke sind die Gebärmutterschleimhaut. Üblicherweise hat man bei einer solchen Einstellung nur einen hellen Bezirk, der die Gebärmutterhöhle mit ihrer Schleimhaut repräsentiert. Durch eine Doppelfehlbildung (hier uterus bicornis) wird der Schleimhautreflex in zwei Teile unterteilt, was dann als “Katzenaugenphänomen bezeichnet wird.

Therapie

Generelle therapeutische Vorschläge sind hier sicherlich fehl am Platz. Die Fehlbildungen sind individuell so unterschiedlich, daß zum einen die Frage:”Muß operiert werden?” und zum anderen die Frage:”wie wird operiert werden?” nicht beantworten läßt. Ein Uterusseptum läßsich meist im Rahmen einer Gebärmutterspieglung durch die Scheide ohne Bauchschnitt abtragen. Diese Eingriff löst zunehmend den Bauchschnitt ab, bei dem die Gebärmutterhöhle eröffnet werden muß. Wenn die Doppelfehlbildung ausgeprägter ist, kommen Aborte seltener vor, jedoch muß auch hier manchmal operiert werden. Dies geschieht dann in den allermeisten Fällen mit einem Bauchschnitt.

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8 Antworten auf “Anomalien des Uterus”

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Kommentare unserer Besucher zum Artikel

  1. katharina schreibt:

    hallo
    ich habe einen operierten uterus duplex und mein fa meint das der übrig gebliebene rechte uterus sehr klein ist 4.2*2.7 cm. nun meine frage kann ich damit ein kind austragen? und wie ist das mit fehlgeburten, ist das risiko bei mir grösser? eine hatte ich schon, aber der fa meint das es ein gen defekt war da es sich nicht entwickelt hat bis zur 7.woche, kann das auch etwas mit dem zu kleinen uterus zu tun haben? und kann es sein das von der op vor 6 jahren verwachsungen in der rechten gebärmutter sind obwohl die linke entfernt wurde?
    ihr würdet mir sehr helfen
    vielen dank im vorraus!

  2. Jojo schreibt:

    Hallo ihr,
    ich war gestern beim Fa und habe erfahren das ich uterus duplex habe. Ist es in diesem Falle schwer schwanger zu werden? Kommt es oft zu Fehlgeburgen?
    Ich wäre sehr froh wenn mir jemand antworten könnte , der sich in diesem Gebiet auskennt oder schon erfahren damit gemacht hat!
    Lg Jojo

  3. E. Breitbach schreibt:

    @ Katharina: Fehlgeburten sind bei Ihnen vermutlich wahrscheinlicher. Ob die Gebärmutter ausreichend groß für eie Schwangerschaft ist, lässt sich abschließend nur mit Hilfe einer Gebärmutterspiegelung klären. Ob die fehlgeburt auf Ihre Gebärmutter zurückzuführen ist oder nicht, kann ich von hier aus leider nicht beurteilen.

    @ Jojo: Ein uterus duplex ist meist weniger problematisch im Hinblick auf eine Fehlgeburt als ein ausgeprägtes Septum. Die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlgeburt ist sicherlich erhöht, jedoch lassen sich bei symetrischem Aufbau der Gebärmutter Schwangerschaften durchaus austragen

  4. Diana schreibt:

    Hallo,bei mir wurde nach der Geburt meiner Tochter(1Jahr) uterus duplex,bicornis,bicollis festgestellt(mein FA hat das all die Jahre nicht gesehen) und dann 2/3 des septums entfernt,im Krankenhaus hat man mir gesagt normalerweise dauert es bei sowas lange bis man schwanger wird,aber bei meiner tochter hat es nur 1 1/2 Jahre gedauert bis ich schwanger war.Nun bin ich ungewollt wieder schwanger(18Woche).Also ich will allen Mut machen das es nicht nur daran liegt.
    Gut meine Tochter kam in der 32ssw zur welt aber ich völlig gesund und munter. Also Kopf hoch!Nun haben die Ärzte gesagt ich soll mich wieder auf eine Frühgeburt einstellen aber Ärzte können sich ja täuschen, wie man gesehen hat.
    Nun meine Frage, ist das wirklich vererbbar wie mein FA sagt, weil soweit ich gefragt habe hat das in meiner Familie niemand und könnte das meine Tochter auch haben?

  5. Elke schreibt:

    Moin!
    Bei der Geburt meines ersten Kindes per Kaiserschnitt wurde bei mir eine Doppelgebärmutter festgestellt (weiß nicht genau, ob uterus duplex oder bicornis, auf jeden Fall kein Scheidenseptum und nur ein Muttermund). Acht Wochen nach Absetzen der Pille war ich schwanger geworden (im rechten “Horn”), die Schwangerschaft verlief unproblematisch, mein Sohn kam zwei Tage nach dem errechneten Geburtstermin zur Welt. Zweieinhalb Jahre später wurde ich nach Absetzen der Pille bei allererster Gelegenheit wieder schwanger, diesmal im linken Horn. Keine Probleme während der Schwangerschaft, meine Tochter kam etwas zu früh in der 36. SW ebenfalls per Kaiserschnitt zur Welt. Nun haben wir uns noch einmal getraut-bin in der 15. Woche (links) schwanger und fühle mich bestens. Übrigens habe ich nur eine Niere, was sehr häufig an eine Doppelgebärmutter gekoppelt ist. Ich glaube, dass Fehlbildungen im Unterleib/Harnwegsbereich erblich sind, denn in meiner Verwandtschaft gibt es noch zwei Cousins mit drei Nieren und eine Tante mit zwei Harnröhren. Ich glaub ich bin aber die einzige mit zwei Gebärmüttern. Ohne die Kaiserschnitte und die schiefen Bäuche während der Schwangerschaften hätte ich selbst wohl von meinem verkorksten, aber sehr brauchbaren “Innenleben” erfahren!

  6. Regina Zimmermann schreibt:

    Hallo,

    nach einem 2. Abort (erstmals 2006 in der 7.SSW, zum zweitenmal 2007 in der 9.SSW) wegen abgestorbenem Fötus habe ich “Verdacht auf uterus bicornis”. Es ist für mich, da ich bereits 39 Jahre alt bin, 1. nicht mehr so einfach, schwanger zu werden, 2. besteht natürlich eine erhöhte Trisomie 21 Gefahr. Beim 1. Abort wurden genetische Ursachen histologisch ausgeschlossen. Das 2. Ergebnis habe ich noch nicht, da die Ausschabung erst gestern stattgefunden hat.
    Würde gerne wissen, wie wahrscheinlich eine normal verlaufende Schwangerschaft ist, sollte sich der Verdacht bestätigen. Und, wie und wo kann ich eine Gebärmutterspiegelung einfordern bzw. machen lassen? Mein größter Wunsch ist, ein Kind zu bekommen und ich kann und will die Hoffnung noch nicht aufgeben.

    Mit bestem Dank, R. Zimmermann

  7. Sonnenschein321 schreibt:

    Guten Morgen!
    Ich habe auch diese ausgeprägte Form der Fehlbildung.
    Habe trotz allem vor fast 5 Jahren einen gesunden Jungen zur Welt gebracht.
    Leider ist seit dem nicht mehr viel passiert und wir sind schon bei der 6. IUI.. alle Negativ.. mit eventueller FG im Dezember…
    Mein doc möchte mich nicht operieren, da keine Anzeichen dafür sprechen….
    Aber wirklich einfacher wird es ohne auch nicht? Oder?

  8. Birte schreibt:

    Hallo,

    bei mir (29) wurde vor zehn Jahren ein Uterus Duplex mit Scheidenseptum und doppeltem Muttermund diagnostiziert. Das Septum wurde damals entfernt, doch es folgten unterschiedlichste Prognosen zum Thema Schwangerschaft bis hin zu “völlig unmöglich, ein Kind auszutragen” oder der Prognose mehrerer Fehlgeburten. Ein Gebärmutterhorn ist bei mir etwas größer als das andere, auch ich habe nur eine Niere, was typisch ist für diese Anomalie. Im vergangenen Dezember habe ich nun in der 38 SSW eine gesunde Tochter bekommen…von der Befruchtung über die Schwangerschaft bis hin zur natürlichen Geburt lief alles völlig komplikationslos. Gott sei Dank hatte ich eine fähige Gynäkologin, die mir von Anfang an Mut und Hoffnung gemacht hat, dass trotz der Anomalie alles normal laufen könne. Ich wurde in der Schwangerschaft lediglich häufiger untersucht und an eine Entbindungsklinik verwiesen, die für den Notfall auch auf Komplikationen unter der Geburt eingestellt war. Unsere Tochter ist nun unser ganzes Glück und entwickelt sich prächtig. Ich kann allen Betroffenen nur raten, nicht von vornherein aufzugeben und sich einen wirklich fähigen Gynäkologen zu suchen. Und in der Schwangerschaft - sofern es denn klappt - möglichst entspannt zu bleiben, denn es gibt viele Fälle wie mich, die trotz Uterus-Fehlbildungen ein gesundes Kind ausgetragen haben. Ich habe mich bewusst nicht verrückt und sogar bis in den siebten Schwangerschaftsmonat hinein Sport gemacht (mit Erlaubnis meiner Ärztin natürlich!). So wurde die “Risikoschwangerschaft” zu einer völlig normalen Schwangerschaft mit glücklichem Ausgang! Und wir werden es mit Sicherheit irgendwann noch einmal versuchen.

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