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Insulinresistenz

Autor: E. Breitbach (Erstellt am 09.01.2003 | zuletzt geändert am 17.04.2006)

Polycystische Ovarien (PCO) entstehen häufig durch eine Insulinresistenz. Ein kleiner Prozentsatz der PCO-Frauen hat eine meßbare Insulinresistenz und die Korrektur dieser metabolischen Abweichung kann die Wirkung einer Stimulationsbehandlung verbessern oder sogar zu spontanen Ovulationen führen. Eine der neuesten Wege in der Behandlung des PCO ist der Gebrauch insulinsenkender Medikamente, um eine Ovulation zu erreichen und/oder die Ovulationinduktion zu unterstützen, wenn sie in Verbindung mit anderen Medikamenten verwendet werden, z. B. Clomifen. Das am häufigsten verwendete insulinsenkende Mittel ist zur Zeit Metforminhydrochlorid, kurz Metformin.

Wirkung und Nebenwirkungen

Metformin verbessert Insulinempfindlichkeit und damit den Ablauf des Zuckerstoffwechsels (Darm, Leber). Die Verwendung ist bei Patienten mit Nierenkrankheiten oder -störungen und Azidose ( resultierend aus Störungen des Milchsäurestoffwechsels bei Zuckerkranken mit einer Ketoazidose) kontraindiziert.

Metformin kann gastro-intestinale Nebenwirkungen, besonders am Beginn der Therapie, bewirken. Diese gastro-intestinalen Nebenwirkungen umfassen: Diarrhöe, Übelkeit, Erbrechen und Blähungen. Nach einigen Wochen der Einnahme verschwinden diese Symptome meist wieder. Metformin wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden, weshalb die Funktion dieser Organe normal sein sollte. Wenn eine Therapie mit Metformin zu dauerhafter Abgeschlagenheit, unspezifischen Schmerzen und Schmerz in den Muskeln (Myalgien), Atmungsproblemen, anhaltenden Verdauungsproblemen oder chronischer Müdigkeit führt, dann sollte die Einnahme nicht fortgesetzt werden. Diese können Zeichen der Azidose sein, die lebensbedrohend sein kann.

Typ I oder Insulin-abhängige Diabetiker sollten diese Art der Medikation nicht anwenden. Bei einem kleinen Prozentsatz der jungen PCO-Frauen kann mit speziellen Untersuchungen ein Typ II-Diabetes nachgewiesen werden. Langzeit-Effekte und mögliche Auswirkungen auf das sich entwickelnde Kind sind nicht bekannt, aber man sollte die Therapie mit Einsetzen einer Schwangerschaft vorsichtshalber absetzen und ggf. eine Insulintherapie beginnen.

Wirksamkeit

In kontrollierte Studien konnte nachgewiesen werden, daß bis zu 90% der übergewichtigen PCO-Frauen ohne Eisprung unter Metformin einen Eisprung bekamen, während die Werte bei Placebo oder Clomifen deutlich darunter lagen. Insbesondere bei Frauen, die mit Clomifen alleine keinen Eisprung bekamen stellten sich häufig regelmäßige Zyklen mit Ovulationen ein und in der Folge auch Schwangerschaften.

Viele der Faktoren die bei der Diagnostik des PCOS pathologisch verändert sind, normalisieren sich unter dem Einfluss von Metformin. So kommt es zur Normalisierung des LH-Spiegels und damit des LH/FSH-Quotienten sowie zum Absenken des erhöhten Testosteronspiegels. Erfreulich ist oft auch, die vergleichweise deutliche Reduzierung des Körpergewichts.

Obwohl also die medikamentöse Therapie des Insulinresistenzsyndroms viele zuvor krankhaft veränderte Werte normalisiert, ist es auf jeden Fall zusätzlich erforderlich, diese Maßnahme durch eine Änderung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zu unterstützen.

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6 Antworten auf “Insulinresistenz”

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Kommentare unserer Besucher zum Artikel

  1. Anonymous schreibt:

    Hallo Ich bin 31 Jahre alt,habe auch PCOS,und Metformin(500mg) verschrieben bekommen.wir wollen ein Kind,meine frauenartz hat gesagt das regelt meine zyklen,aber ich habe Gebrauchtinformation gelesen und da steht wer schwanger werden möchte metformin nicht nehmen sollen!und da steht die neben wirkungen dass die Nieren und Leber schäden können.ich bin dafür verzweifellt ob ich die tabletten nehmen kann oder nicht!hat jemandem schon probiert?

  2. Sandra Hönnemann schreibt:

    Hallo! Ich habe auch das PCO-Syndrom, bin 37 Jahre alt und habe trotzdem zwei Kinder bekommen. Im Alter von 18 Jahren musste man mir den rechten Eierstock entfernen( zerstört durch PCO ). Ich kämpfe seit mind. 20 Jahren mit meinem leichten Übergewicht( ca. 10Kg. zuviel) Ich bin nun bei einem Diabetologen in Behandlung und der hat mir Metformin zur Bekämpfung des Heisshungers etc. verordnet. Hat jemand Erfahrungen mit Gewichtsreduktion durch Metformin?

  3. E. Breitbach schreibt:

    @ anonyma: Die Packungsbeilagen solcher Medikamente sind zur Absicherung der Hersteller geschrieben worden und nicht zur Information der Patienten. Es gibt gute Studien zu Thema “Metformin in der Schwangerschaft”, die zeigen, dass die gabe in der Schwangerschaft unter bestimmten Umständen sogar von Vorteil sein könnte. Außerdem schädigt es nicht die Leber und die Nieren, sondern kann bei Leber und Nierenschäden Nebenwirkungen hervorrufen.

    @ Sandra: Gerade bei Heißhunger kann die Ursache eine Insulinresistenz sein und Metformin daher helfen, diese zu vermeiden

  4. Janine schreibt:

    Ich selbst nehme Metformin ein. Auser gastriintestinale Beschwerden habe ich sonst nichts weiter. Nur eine deutliche Geiwchtsreduktion (bisher 1 Kilo in einer Woche) konnte ich schon verzeichnen.

    Mein Frauenarzt arbeitet eng mit den Verfassern des Buches “Kinderwunsch” zusammen und er hat an mehreren Studien teilgenommen. Mehrere seiner Patientinnen haben Metformin sogar während der Schwangerschaft genommen: alle haben gesunde Babys zur Welt gebracht.

    Ich möchte allen Mut machen und die Nebenwirkungen treten aus seiner Erfahrung und meinen Austausch mit einer Gruppe immer dann auf, wenn die Dosierung falsch ist oder wenn man den Körper nicht langsam an das Metformin gewöhnt (bei mir Dosissteigerung erst nach Tagen auf 2, dann weitere 7 Tage auf 3×500)

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