Hypophyse


Die Therapie des Ausfalls der Hirnanhangsdrüse (Hypophyseninsuffizienz) geschieht angepasst an das Ausmaß der daraus resultierenden Funktionseinschränkungen nachgeordneter hormonproduzierender Organe. Wird also die Nebenniere nicht mehr ausreichend zur Produktion von Cortison und Mineralcorticoiden angeregt, dann muss man diese ersetzen. Ähnliches gilt für den Ausgleich von Schilddrüsenhormonen, wenn die Schilddrüsenfunktion nicht ausreichend von der Hirnanhangsdrüse stimuliert wird.

Ersetzen des fehlenden Östrogens

Entscheidend im Zusammenhang mit dem Kinderwunsch ist jedoch die Funktion der Eierstöcke, die von der ausreichenden Bereitstellung der Hormone FSH (Follikelstimulierendes Hormon) und LH (Luteinisierendes Hormon=eispungauslösendes Hormon) durch die Hirnanhangsdrüse abhängt.

Dies ist ausführlich in einem andern Kapitel beschrieben. Es resultiert ein Ausfall der Eierstocksfunktion und dadurch auch niedrige Östrogenspiegel. Als einfachste therapeutische Maßnahme gilt daher der Ersatz des Östrogens und des Gelbkörperhormons durch eine „Pille“, die aber nicht die das für die Verhütung übliche Ethinylöstradiol enthält, sondern reines Östradiol oder ein Derivat desselben (z. B. Cycloprogynova). Frau kann damit allerdings nicht schwanger werden, dazu muss die Funktion der Eierstöcke wiederhergestellt werden.

Die ist entweder mit den sogenannten Gonadotropinen möglich, also Medikamenten, welche das FSH und das LH in reiner Form enthalten und damit den Ausfall der Hirnanhangsdrüse kompensieren. Diese Medikamenten werden in einem gesonderten Kapitel beschrieben.

Mit einer Hormonpumpe lässt sich ein Zyklus wiederherstellen

zyklomat1.jpgEine weitere und letztlich noch gezieltere Methode besteht darin, das GnRH (oder auch LHRH), also das Hormon, welches vom Zwischenhirn zur Stimulation der Hirnanhangsdrüse ausgeschüttet wird, zu ersetzen. Wichtig ist dabei, dass man dieses Medikament nicht kontinuierlich gegeben werden kann oder etwa als Depotpräparat, weil es dadurch sogar zu einer medikamentösen Stillegung der Hypophyse, also Downregulation kommt. Die Gabe muss analog zu der natürlichen Ausschüttung pulsatil erfolgen. Dazu verwendet man eine spezielle Pumpe, die es ermöglicht, diese Art der natürlichen Ausschüttung des GnRH nachzuahmen. In der ersten Abbildung sehen Sie eine solche Pumpe (Zyklomat), welche es ermöglicht, die Dosierung und auch die Abstände der Pulse genau einzustellen, bis die Hypophyse und damit auch die Eierstöcke reagieren und es zum Eisprung kommt.

zyklomat2.jpgDa das Medikament nur als Spritze gegeben werden kann, ist es dazu notwendig, dass die Patientin diese Pumpe beständig mit sich herumträgt und eine Nadel unter die Haut gestochen wird, über die das Medikament abgegeben wird und die dort verbleibt, bzw. nur alle paar Tage gewechselt wird. Das ist zwar sehr umständlich, ist aber letztlich die physiologischste und natürlichste Methode, da die eigentliche Ursache einer hormonellen Störung am gezieltesten angegangen wird.

Dazu ist es aber notwendig, dass die Hirnanhangsdrüse noch funktioniert und das Problem auf der Ebene des Zwischenhirns liegt.

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