Weiterführende Artikel:
|
Auf Vorkommen und Folgen sowie die Diagnostik der Endometriose wird an anderer Stelle ausführlich eingegangen. Es sei zunächst erwähnt, dass die Endometriose ein sehr unterschiedlich ausgeprägtes Krankheitsbild ist, welches daher immer eine individuelle Therapie benötigt. Abgesehen von der Frage, ob der Kinderwunsch im Vordergrund steht oder die mit der Erkrankung einhergehenden Beschwerden, bestimmen Ort und Ausmaß der Erkrankung das therapeutische Vorgehen.
Die Behandlung der Endometriose mit Hormonen beruht auf der Erfahrung, dass Endometrioseherde meist eine deutliche Abhängigkeit von der Eierstocksfunktion aufweisen. Dies liegt in der Tatsache begründet, dass Endometriose funktionell versprengter Gebärmutterschleimhaut entspricht, die sich durch die hormonelle Funktion der Ovarien ja auch regelmäßig auf- und abbaut.
In letzter Zeit ist die Behandlung mit einer Kombination aus einer Pille in Kombination mit einem Gestagenpräparat eine zunehmend häufiger angewendete Methode (z. B. Valette und Prothil). Die Erhöhung des Gelbkörperanteils bewirkt annähernd das gleiche, wie die alleinige Gabe von MPA, erhält aber den Zyklus und die üblichen Nebenwirkungen einer alleinigen Gestagengabe (Brustschmerzen, depressive Verstimmungen, Wassereinlagerungen, Übelkeit) werden abgemildert oder verschwinden ganz. Beide Therapieformen zielen nur auf die Milderung der Symptome der Endometriose ab, eine Verkleinerung oder gar Verschwinden der Endometriose ist damit nur in Ausnahmefällen zu erreichen. Der große Vorteil liegt in der Möglichkeit einer nebenwirkungsarmen Dauertherapie.
Danazol (Winobanin) war lange Zeit das Mittel der Wahl bei der hormonellen Behandlung der Endometriose. Es bewirkt in den meisten Fällen eine deutliche Verbesserung der Schmerzsymptome und es wird über eine Verminderung der Endometrioseherde um 70% berichtet. Es handelt sich bei diesem Hormon um einen Abkömmling des Gelbkörperhormons, welches allerdings auch ähnlich wie ein männliches Hormon wirkt. Dadurch erklären sich die Nebenwirkungen des Präparates. Es kann zu einer Gewichtszunahme, Akne, Vermännlichung der Behaarung und in extremen Fällen zu einer Veränderung der Stimmlage kommen. Daraus resultiert, dass eine Gabe dieses Medikaments über einen längeren Zeitraum nicht ohne Risiken ist, weshalb es auch “aus der Mode” gekommen ist. Einen gewissen Stellenwert hat das Medikament noch bei der Endometriose in ihrer aktiven und entzündlichen Phase. Hier wirkt Danazol besser als die anderen Hormone.
Das Mittel der Wahl sind heutzutage die sogenannten GnRH-Analoga. Diese Hormone entsprechen in ihrer Wirkung dem GnRH, welches vom Zwischenhirn ausgeschüttet wird, um die Hirnahangsdrüse zur zyklusgerechten Produktion ihrer Hormone anzuregen. Diese Zusammenhänge sind in einem anderen Kapitel bereits erläutert worden. Gibt man dieses Hormon als Depotpräparat, dann kommt es zu einer Unterdrückung der Funktion der Hirnanhangsdrüse und somit auch der Funktion der Eierstöcke, da die Hirnanhangsdrüse das Signal des GnRH in Pulsen verabreicht bekommen muß, um richtig “arbeiten” zu können.
Eine Unterbrechung dieser Pulsatilität durch eine kontinuierliche Gabe des GnRH führt zu einer Blockierung der Hirnahangsdrüse. Dadurch entsteht ein Östrogenmangel, welcher sich günstig auf die Endometrioseherde auswirkt. Diese Medikamente sind als Nasenspray und Spritzen zur täglichen Gabe oder als Spritzen in Depotform erhältlich. Die Wirksamkeit ist wie bei allen anderen Präparaten stark von dem Befund abhängig, der behandelt werden soll. In der medizinischen Literatur wird über einen kompletten Rückgang der Endometriose in 20-40% der Fälle berichtet. Eine Besserung der Beschwerden ergibt sich bei ¾ der Patientinnen, die auch noch anhält, wenn die Therapie beendet wurde.
Man muß aber leider sagen, dass bei ca. der Hälfte der Frauen die Erkrankung erneut auftritt bzw. Beschwerden bereitet. Der durch die GnRH hervorgerufene Östrogenmangel bewirkt als Nebenwirkung die üblichen Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen und depressive Verstimmungen. Ganz wesentlich und limitierend für die Behandlungsdauer ist der negative Einfluß auf den Knochenstoffwechsel. Der Knochenmineralgehalt sinkt in Abhängigkeit von der Therapiedauer deutlich ab, weshalb Therapien über einen längeren Zeitraum als 6 Monaten nur in Ausnahmefällen zu verantworten sind. Neuerdings wird auch eine sogenannte “add-back”-Therapie in Fällen von schweren Wechseljahressymptomen angewendet. Dabei wird den unter GnRH-Medikamenten stehenden Frauen mit östrogenhaltigen Wechseljahrespräparaten (Pflaster oder Tabletten) über die schlimmsten Ausfallerscheinungen hinweggeholfen. Merkwürdigerweise scheint diese etwas unlogische Kombination die Wirkung des GnRH nicht deutlich abzuschwächen, so dass durch diese Maßnahme die (teilweise) Hormonentzugstherapie für die Frauen erst akzeptabel wird.
Es hat sich gezeigt, dass die medikamentösen Therapien in der Lage sind, die Endometriose zu verringern und Schmerzen zu beseitigen. Hinsichtlich des Kinderwunsches läßsich ein ähnlicher Erfolg leider nicht verzeichnen. Wenn auch eine Behandlung der Endometriose, sofern sie rechtzeitig durchgeführt wird, Verwachsungen vermeiden hilft und dadurch die Funktionsfähigkeit der inneren Organe erhält, so ergeben medizinische Studien, dass eine medikamentöse Behandlung die Schwangerschaftsrate nicht deutlich steigern kann. Bei einer milden Endometriose sind Medikamente und Abwarten ungefähr gleichwertig hinsichtlich der Schwangerschaftsrate. Wie eingangs schon gesagt wurde, ist eine individuelle Therapie immer wichtig und ganz offensichtlich ist die Erkrankung durch blinden Aktivismus nicht zu behandeln auch nicht hinsichtlich des Kinderwunsches.
Oft findet sich die Endometriose an den Eierstöcken, wo sie sogenannte Schokoladenzysten ausbildet. Wenn diese mit Schmerzen einhergehen oder den Eisprung unterdrücken, dann ist eine Operation angezeigt. Je nach Befund kann diese mit einer Bauchspiegelung durchgeführt werden oder aber auch über einen Bauchschnitt. Wenn starke Verklebungen bestehen und viele verschiedene Herde, dann ist ein Bauchschnitt sinnvoller, wenn man den Eierstock erhalten will.
Wenn die Verklebungen, die oft durch eine Endometriose hervorgerufen werden, die Beweglichkeit der Eileiter einschränkt, dann ist eine Lösung dieser Verwachsungen durch einen mikrochirurgischen Eingriff angezeigt. Oft werden diese Eingriffe mit einem Operationsmikroskop über einen Bauchschnitt durchgeführt, da die erforderliche Präzision mit einer Bauchspiegelung nicht zu erreichen ist. Oft werden solche operativen Therapien ergänzt durch hormonelle Maßnahmen (zur Vor- und Nachbehandlung, oft sogar beides)
Eine operative oder medikamentöse Beseitigung der Herde ist gelegentlich nicht ausreichend, um eine Schwangerschaft zu erzielen, da die grundlegenden Probleme (man vermutet Störungen der Gebärmutterkontraktionen und der Körperabwehr (Immunologie) dahinter) nicht beseitigt werden.
Die Beseitigung der Endometrioseherde sollte jedoch immer das Therapieziel sein, wenn es erreichbar zu sein scheint. Wenn der Kinderwunsch noch nicht lange besteht und die Endometriose nicht sehr ausgeprägt erscheint, dann ist zunächst abwartendes Verhalten die sinnvollste Therapiemaßnahme. Möglicherweise kann eine Beobachtung des Zyklus (Zyklusmonitoring) und eine Optimierung des Eisprungs als unterstützende Maßnahme in Betracht kommen.
Wenn der Kinderwunsch schon länger besteht, ist eine hormonelle Stimulation der Eierstöcke zu erwägen. Diese einfache Therapieform birgt bei Vorliegen einer Endometriose (auch wenn diese beseitigt wurde) Gefahren. Denn die Hormongaben können die Erkrankung wieder aufflackern lassen. Es kann also ein Wettlauf mit der Zeit entstehen, der für die psychische Situation nicht unbedingt einfach ist, denn die Frauen stellen sich ganz berechtigt die Frage, was denn nun schneller eintreten wird, die Schwangerschaft oder die Endometriose…
Das ist der Grund, weshalb man bei Endometriosepatientinnen schneller auf kompliziertere Methoden wechselt, wie Inseminationen, IVF, oder GIFT. Es ist an dieser Stelle nicht möglich, die geeignete Therapie anzugeben, da die Endometriose ein sehr unterschiedlich auftretendes Krankheitsbild ist und für jede individuelle Erkrankung ein gesondertes Therapiekonzept erstellt werden muß.
Die Endometriose kann gravierende Schmerzen hervorrufen, welche die Lebensqualität ganz erheblich einschränken können. Diese treten nicht nur im Zusammenhang mit der Regelblutung auf, sondern können auch chronisch werden. Eine konsequente Schmerztherapie ist in solchen Fällen unbedingt notwendig, um die Lebensqualität wieder herzustellen, dazu sind in ausgeprägten Fällen nur speziell geschulte Schmerztherapeuten in der Lage (meist Anästhesisten).
Ziel der Therapie der Endometriose sollte zwar die Beseitigung der Ursachen der Schmerzzustände sein, wenn dieses (vorübergehend) nicht möglich ist, dann bleibt nur die Bekämfung der Symptome (Schmerzen). Auf die verschiedenen Arten der Schmerztherapie wird hier nicht weiter eingegangen werden, da es den Rahmen dieser Seite deutlich sprengt.
Sg. Team!
Mein Name ist Silvia, bin 40 Jahre alt und habe bereits zwei Kinder im Alter von 20 und 22 jahren.
Seit ca. 6 Jahren leide ich an Endometriose.
Jetzt stellt sich bei mir wiederum der Kinderwunsch.
Können sie mir sagen, ob das möglich oder sinnvoll ist und auf welche Gefahren bzw. Sachverhalte ich achten muss.
Ich ersuche sie um Antwort auf meine Fragen.
Mit freundlichen Grüßen
Silvia
Ich kann leider nur auf das eingangs Gesagte hinweisen:
Es sei zunächst erwähnt, dass die Endometriose ein sehr unterschiedlich ausgeprägtes Krankheitsbild ist, welches daher immer eine individuelle Therapie benötigt.
Da ich nichts über Art und Ausmass der Endometriose weiß und nicht über die durchgeführten Therapien, kann ich nur darauf hinweisen, dass die Untersuchung der Eileiter aufgrund Ihrer Vorgeschichte sicherlich wichtiger ist als bein Frauen ohne Endometriose.
Hallo,
ich werde gegen Endometriose behandelt. Heute habe ich mir die 4.Depo Spritze verabreicht.
Ist es möglich dass ich trotz der vorgegaugelten Wechseljahre schwanger geworden bin, oder können es die Nebenwirkungen sein die sich bemerkbar machen?
Gewichtszunahme, leichter schwindel, Magenkneifen, Müdigkeit, recht ausgeprägte Lustlosigkeit, leichte Übelkeit.
Danke,
einen schönen Tag, Christine
Theoretisch ist es zwar möglich, auch unter dieser Therapie schwanger zu werden, jedoch ist es extrem unwahrscheinlich. Und die von Ihnen beschriebenen Symptome lassen sich auch gut den bekannten Nebenwirkungen der GnRH-Analoga zuordnen.
Hallo,
ich bin 37 Jahre alt und habe schon lange Kinderwunsch. Im Jan. 2006 wurde ich wegen großer Endometrioseherde mit Schockoladenzyste operiert (organerhaltend). Anschließend wurde ich 6 Monate lang mit GnRH-Analoga (Zoladex) therapiert. Wie lange dauert es nun, bis sich der Zyklus wieder normaliesiert und eine Schwangerschaft entstehen kann?
Viele Grüße
Angela
@ Angela,
das kann durchaus 2-3 Monate dauern
Hallo, ich nehme die Verhütungsspritze gegen die Schmerzen der Endometriose. Ist das eigentlich richtig was ich mache? Ich bin jetzt 23 Jahre und möchte gern ein Kind, hab aber angst wenn ich die Spritze absetze das ich wieder so dolle schmerzen bekomme. Das Problem dabei ist noch das ich nicht nur schmerzen wärend der Periode hatte sondern auch so.
Da ich einige schlechte erfahrungen mit Frauenärzte habe wende ich mich jetzt an Sie. Ich hoffe sie können mir helfen.
Mfg Jacqueline
@ Jaqueline,
eine Gelbkörperhormonspritze (wenn es das ist, was Sie bekommen) ist eine gute Maßnahme, um die Aktivität der Endometriose zu mindern. Leider kann ich Ihnen wenig dazu sagen, wie man Sie am besten weiter behandelt, auch im Hinblick auf den Kinderwunsch. Am Anfang des Artikels habe ich ja auch geschrieben:
Es sei zunächst erwähnt, dass die Endometriose ein sehr unterschiedlich ausgeprägtes Krankheitsbild ist, welches daher immer eine individuelle Therapie benötigt
. Daher ist es mir leider nicht möglich, Ihnen ohne Kenntnis der genauen Befunde einen seriösen Rat zu geben.
hallo ich bin die linda bei wurde vor 3 tagen einebauchspiegelung gemacht paar zysten und endo wurde entfernt meine frage soll ich eine endo therapie machen oder gleich meinen nächsten icsi versuch starten? mein mann hat ein schlechtes sg, habe schon 3 icsi versuche hinter mir
ich linda wieder ausgeprägte endo: douglas darm Ovarialzysten bds. (koagulation endometrioseherde)
@linda: Oft macht man nach einer solchen Operation eine sogenannte Downregulation zur Nachbehandlung und direkt und nutzt diese dann auch gleich als Vorbereitung auf eine ICSI. Ob das bei Ihnen der beste Weg ist, kann man von hier aus natürlich nicht entscheiden, das kann nur der behandelnde Arzt
Hallo,
Ich bin 22 Jahre alt und habe seit 2006 Endometriose. Habe mich dann auch 2007 eine Labraskopie unterzogen, die leider keinen erfolg brachte. die ärzte meinte ich habe die ablagerungen sowohl außerhalb der gebärmutter als auch innen drinnen. daher ist eine entfernung nicht möglich. meine schmerzen waren so schlimm dass es wirklich schon an die psyche ging… jetzt nehme ich jeweils 4-6 monate durchgehen die pille um die schmerzen unter kontrolle zu haben. jedoch werde ich dieses jahr heiraten und wir wollen nächstes jahr ein kind haben. was kann ich machen damit meine schmerzen weniger werden. denn sobald ich die pille absetze beginnt der horror von neuem….
danke lg
Ich bin 26 Jahre alt, hatten am 14.Januar 09 eine große Operation wegen Endometriose.Großer Bauchschnitt mit entnahme des rechten Eierstocks und Eileiter, nun muss ich 6 Monate die Depo Spritze( GnRH-Analoga) bekommen! Meine letzte Spritze bekomme ich am 30.Juni. Wie sehen meine Chancen aus, nach der Behandlung auf normalen wege schwanger zu werden und wie lang kann das in der regel dauern??
danke und lieben gruß Leanora
Hallo!
Ich habe mir voriges Jahr meine Eileiter entfernen lassen, da sie verklebt und entzündet waren. Vor zwei Wochen hatte ich meinen 1 versuch in der kiwu mittels icsi. Leider ist der Schwangerschaftstest negativ ausgefallen. Die Ärztin erklärte uns das ich wahrscheinlich unter der berühmt berüchtigten Endo leide.Besteht die möglichkeit überhaupt schwanger zu werden???
@ Verena: Natürlich besteht die Möglichkeit, schwanger zu werden, wie auch aus den Artikeln hier zu sehen ist. Man muss dabei nur speziell auf die Endometriose Rücksicht nehmen. Ihre Ärztin wird da sicherlich die richtigen Wege wissen
Hallo,(erfolgloser Kinderwunsch seit 2 jahren)
bei mir wurde vor 10 tagen Bauchspiegelung gemacht.
Hauptdiagnose:
- Endometriose des Ovars
- Dyspareunie
- Endometriose des Beckenperitoneums
Es wurden kleine herden entfernt.Die Tuben sin bds. durchgängig.
Habe ich eine chance auf den normalen weg schwanger zu werden gerade jetzt wo die op frisch gemacht wurde und die endo enfernt wurde???
Wenn die Antwort nein lautet, was ist dan mein nächster schritt BEVOR ich mit der künstlichen befruchtung anfange… den
Meine ärztin in der kinderwunschklinik sagte mir ich solle am besten sofort mit der künstlichen befruchtung anfangen.
Bitte um rat:(
Danke & Gruß
@Denny2009: Grundsätzlich wäre das erst einmal eine sehr detaillierte und persönliche Frage, die in unseren Foren besser aufgehoben wäre. Nur auf die beschriebenen Endometriosebefunde bezogen ist eine künstliche Befruchtung nicht zwingend notwendig. Sollten Sie es jedoch bereits seit langer Zeit versuchen oder schon Ende dreißig sein, dann wäre darüber nachzudenken und eine Beratung in einer Kinderwunschklinik empfehlenswert
[...] So wird oft nach einer Operation mit einer Downregulation als Nachbehandlung begonnen und es liegt nahe, diese dann auch gleich für eine IVF-Behandlung zu nutzen. Auch wenn [...]
[...] wird nach solchen Eingriffen gelegentlich eine medikamentöse Nachbehandlung empfohlen. Obwohl die Endometriose auf Östrogengaben mit einer Verschlimmerung des Zustands reagiert, ist bei der Pille offenbar das Gegenteil der Fall[...]