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Freunde

Autor: Heike Stammer & Tewes Wischmann (Erstellt am 20.02.2004 | zuletzt geändert am 18.03.2006)

Wie soll ich mich als Außenstehender (Angehöriger/Freundin/Freund) einem Paar mit Kinderwunsch gegenüber verhalten?

Jedes Paar mit Kinderwunsch sucht seinen Weg, wie offen es mit seiner Situation umgehen möchte. Im Lauf der Zeit wird sich diese Haltung auch ändern. Für Sie als Angehörigen bzw. Freund ist es auf alle Fälle sinnvoll, immer wieder Ihre Gesprächsbereitschaft zu signalisieren, ohne sich dem Paar aufzudrängen. Sie sollten ungewollte Kinderlosigkeit als das ansehen, was es ist: Eine Situation, die etliche Paare unerwartet trifft, die sich häufig zu einem zentralen Lebensproblem mit starken begleitenden Gefühlen entwickelt und für die es viele Behandlungsmöglichkeiten gibt, welche aber nicht notwendigerweise zu einem erfüllten Kinderwunsch führen.

Obwohl ungewollte Kinderlosigkeit häufig mit Scham und Schuldgefühlen verknüpft ist, gibt es für Sie keinerlei Gründe, diese Situation zu tabuisieren. Ein offener, nicht wertender Umgang von ihrer Seite ist in den meisten Fällen förderlich. Ein Kinderwunschpaar braucht Anteilnahme, kein dramatisierendes “Mitleid”, aber auch keine entwertenden bagatellisierenden Stellungnahmen ihrerseits. Sie sollten über die Thematik informiert sein, beispielsweise über die von uns empfohlenen Ratgeber zu den medizinischen Aspekten bei Fruchtbarkeitsstörungen. Sie sollten auch wissen, mit welchen gefühlsmäßigen Reaktionen Sie von Seiten des Paares zu rechnen haben und sollten diese nicht zu persönlich nehmen. Verfallen Sie nicht in übertriebenen Aktionismus, indem Sie das Paar mit immer neuen Behandlungsideen “versorgen”. Lassen Sie sich nicht von der Ohnmacht und hilflosen Verzweiflung anstecken: Jedes Paar hat die Chance, diese Krisensituation zu überwinden.

Aus: T. Wischmann & H. Stammer (2003) “Der Traum vom eigenen Kind”, Stuttgart: Kohlhammer (2. Aufl.), S. 173-174. Copyright (c) Verlag W. Kohlhammer

wischmann_gross.jpgAus dem Buch “Der Traum vom eigenen Kind. Psychologische Hilfen bei unerfülltem Kinderwunsch.” von Heike Stammer und Tewes Wischmann. Kohlhammer Verlag. Mit freundlicher Genehmigung der Autoren und des Verlags.

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Eine Antwort auf “Freunde”

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Kommentare unserer Besucher zum Artikel

  1. salzstern schreibt:

    Wir selbst sind in Behandlung und haben 2 weiter Paare im Freundeskreis, die das betrifft. Mit der 1. Freundin kann ich super reden und Erfahrungen austauschen. Bei der 2. Freundin bin ich recht vorsichtig, da sie dieses Thema ziemlich nervt und sie auf andere “Schwangere” sehr neidvoll reagiert. Man sollte unbedingt warten, dass man von dem Betroffenen selbst angesprochen wird. Unter Umständen möchte der jenige sich auch mit jemand anderem darüber unterhalten.

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