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Diese Frage wird in erster Linie von Frauen gestellt, da Männer während der Behandlung nur selten den Arzt aufsuchen müssen. Für Frauen bedeutet die Behandlung häufig einen enormen zeitlichen Aufwand, der zudem zyklusabhängig und damit nicht genau vorhersehbar ist. Ein Arztbesuch wegen Kinderwunsches ist nicht anders zu sehen als jeder andere notwendige Arztbesuch. Insofern kann Ihnen der Arbeitgeber da keinen Stein in den Weg legen.
Werden Sie bei Antritt einer neuen Arbeitsstelle nach Ihrem Kinderwunsch befragt, können Sie die Frage so beantworten, wie es Ihnen günstig erscheint. Sie sind nicht verpflichtet die ganze Wahrheit auf den Tisch zu legen. Wenn Sie nach dem Grund Ihrer häufigen Arztbesuche gefragt werden, dann können Sie Ihrem (meist männlichen) Arbeitgeber etwas von “Unterleibsgeschichten” oder “Zysten” erzählen - das beugt späterem Nachfragen in vielen Fällen vor. Es kommt allerdings auch vor, dass Arbeitgeber Verständnis für den Kinderwunsch haben. In diesem Fall ist es sicher besser, offen zu sein, damit Sie sich mit “halben” Lügen nicht noch zusätzlich unter Druck setzen.
Inwieweit Sie mit Kolleginnen dieses Thema besprechen können, müssen Sie selber abschätzen. Im Allgemeinen findet sich immer mindestens eine Kollegin, die mit Verständnis und Anteilnahme reagiert, die Ihnen bei Arztterminen vertretungsweise entgegenkommt und das Ganze nicht in die Öffentlichkeit trägt.
Aus: T. Wischmann & H. Stammer (2003) “Der Traum vom eigenen Kind”, Stuttgart: Kohlhammer (2. Aufl.), S. 174-175. Copyright (c) Verlag W. Kohlhammer
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Den Arbeitgeber oder Kollegen geht das nichts an! Wenn man sicher sein möchte, dass das nicht die Runde in der Firma macht, behält man es für sich. Leute reden einfach gern. Die Arztbesuche muss man anders begründen.
Ich fange nächste Woche mit meiner ICSI Behandlung an und es meinem Chef im Vertrauen gesagt. Er wird es für sich behalten und hat mir zugesichert es bei den Kollegen als “Wichtige Untersuchung” zu deklarieren. Hiermit möchte ich die möglichen Fragen und den damit verbunden Leistungsdruck umgehen….
Ich hatte heute meinen ersten Embryotransfer/ Icsi. Da ich nicht nur voll berufstätig bin, sondern auch selber Führungskraft, habe ich lange überlegt, wie ich meiner Chefin gegenüber damit umgehen sollte. Kollegen/ Mitarbeitern gegenüber will ich auf keinen Fall etwas erwähnen, da das doch zu spannend wäre und die Runde durch die ganze Firma machen würde. Ich habe mich aber entschlossen, mit meiner Chefin zu sprechen, um den Druck immer wieder neue Untersuchungen oder Arzttermine erfinden zu müssen, von mir zu nehmen. Da ich kein Mensch bin, der wegen Kopfschmerzen oder einer leichten Erkältung ausfällt, ist es schon schwierig genug, allen anderen gegenüber “unauffällig” zu fehlen. Mal ehrlich: Die gutgemeinten Ratschläge der Ärzte und die rechtlichen Tips, daß man selbstverständlich das Recht hat, aufgrund der Diagnose Kindewunsch zum Arzt zu gehen, helfen in der Praxis auch nicht weiter. Menschen sind nun einmal neugierig und reden gerne, daher muß jeder selbst für sich entscheiden, wie und wie offen er mit dem Thema umgeht. Das hängt auch sicherlich von der Position und von der geplanten Karriere im Falle einer nicht eintretenden Schwangerschaft ab.