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Arbeitgeber

Autor: Heike Stammer & Tewes Wischmann (Erstellt am 20.03.2003 | zuletzt geändert am 18.03.2006)

Wie soll ich mich während einer fortpflanzungsmedizinischen Behandlung gegenüber dem Arbeitgeber verhalten?

Diese Frage wird in erster Linie von Frauen gestellt, da Männer während der Behandlung nur selten den Arzt aufsuchen müssen. Für Frauen bedeutet die Behandlung häufig einen enormen zeitlichen Aufwand, der zudem zyklusabhängig und damit nicht genau vorhersehbar ist. Ein Arztbesuch wegen Kinderwunsches ist nicht anders zu sehen als jeder andere notwendige Arztbesuch. Insofern kann Ihnen der Arbeitgeber da keinen Stein in den Weg legen.

Werden Sie bei Antritt einer neuen Arbeitsstelle nach Ihrem Kinderwunsch befragt, können Sie die Frage so beantworten, wie es Ihnen günstig erscheint. Sie sind nicht verpflichtet die ganze Wahrheit auf den Tisch zu legen. Wenn Sie nach dem Grund Ihrer häufigen Arztbesuche gefragt werden, dann können Sie Ihrem (meist männlichen) Arbeitgeber etwas von “Unterleibsgeschichten” oder “Zysten” erzählen - das beugt späterem Nachfragen in vielen Fällen vor. Es kommt allerdings auch vor, dass Arbeitgeber Verständnis für den Kinderwunsch haben. In diesem Fall ist es sicher besser, offen zu sein, damit Sie sich mit “halben” Lügen nicht noch zusätzlich unter Druck setzen.

Inwieweit Sie mit Kolleginnen dieses Thema besprechen können, müssen Sie selber abschätzen. Im Allgemeinen findet sich immer mindestens eine Kollegin, die mit Verständnis und Anteilnahme reagiert, die Ihnen bei Arztterminen vertretungsweise entgegenkommt und das Ganze nicht in die Öffentlichkeit trägt.

Aus: T. Wischmann & H. Stammer (2003) “Der Traum vom eigenen Kind”, Stuttgart: Kohlhammer (2. Aufl.), S. 174-175. Copyright (c) Verlag W. Kohlhammer

wischmann_gross.jpgAus dem Buch “Der Traum vom eigenen Kind. Psychologische Hilfen bei unerfülltem Kinderwunsch.” von Heike Stammer und Tewes Wischmann. Kohlhammer Verlag. Mit freundlicher Genehmigung der Autoren und des Verlags.

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Eine Antwort auf “Arbeitgeber”

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Kommentare unserer Besucher zum Artikel

  1. salzstern schreibt:

    Den Arbeitgeber oder Kollegen geht das nichts an! Wenn man sicher sein möchte, dass das nicht die Runde in der Firma macht, behält man es für sich. Leute reden einfach gern. Die Arztbesuche muss man anders begründen.

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