Temperaturkurven richtig auswerten


Richtiges Messen ist eine wichtige Voraussetzung, will man wirklich eine gute und genaue Aussage über seinen Zyklus haben. Die Temperaturkurven richtig auswerten ist ebenso wichtig, denn sonst nützen einem die schönsten Kurven nichts. Und dafür gibt es festgelegte Regeln.

1. Die Coverline

Temperaturkurve richtig auswerten Coverline
Abbildung 1

Die Coverline ist eine Linie, welche gerade oberhalb der gemessenen Temperaturen der Niedrigtemperaturphase gezogen wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die ersten 4 Tage des Zyklus nicht mit berücksichtigt werden und auch keine erkennbaren Störungen (s. u.). Diese Linie beschreibt das Temperaturniveau der ersten Zyklushälfte.

2. Die 3-über-6-Regel

Um einen Eisprung nachzuweisen, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • An drei aufeinander folgen Tagen muss die Temperatur höher sein, als die Coverline der Niedrigtemperaturphase innerhalb der letzten 6 Tage
  • Der Anstieg muss nur 0,1 °C betragen, an einem der drei Tage sollte er jedoch mindestens 0,2 °C über der Coverline liegen

3. Verschiedene Typen des Temperaturanstiegs

Die Abbildung 1 oben zeigt einen abrupten Anstieg der Temperatur, welcher klassisch ist für einen Zyklus mit Eisprung und ausreichender Gelbkörperhormonproduktion. Weitere Typen des Temperaturanstiegs werden in den folgenden Abbildungen dargestellt

temperaturkurven richtig auswerten langsamer Anstieg
Abbildung 2

temperaturkurven richtig auswerten Treppenkurve Basaltemperatur
Abbildung 3
Abbildung 4
Abbildung 4

Während sich in der Abbildung 2 eine Temperaturerhöhung um 0,2 °C innerhalb von 2 Tagen nachweisen lässt und es sich somit nur um eine Normvariante handelt, die auch nur im Zusammenhang mit der Niedrigtemperaturphase auffällig ist, ist dies bei der Treppenkurve nicht der Fall. Hier erfolgt der Anstieg langsamer. Bei dem in Abbildung 4 gezeigten Sägezahnmuster wird die Coverline sogar noch einmal unterschritten. Bei der Auswertung der Temperaturkurve zeigt sich eine Verschiebung des Temperaturshifts. Bei den letzten beiden Mustern kann eine Gelbkörperschwäche vorliegen, die sich in dem zögerlichen Anstieg der Temperatur zum Ausdruck kommt.

4. Zykluslänge

Der Zeitraum nach dem Temperaturanstieg beträgt konstant 12-16 Tage, meist sind es 14 Tage. Jedoch kann die Dauer der ersten, präovulatorische Phase sehr variieren. Dies kann bei einer einzelnen Frau auch von einem Zyklus zum nächsten der Fall sein, interindividuell gibt es natürlich ohnehin erhebliche Unterschiede. Die Variationen betreffen in einem Zyklus mit Eisprung und normaler Gelbkörperphase jedoch immer nur die ersten Zyklushälfte

5. Ausreisserwert

Die Temperaturkurven richtig auswerten bedeutet auch, Extremwerte richtig zu interpretieren. Eine solcher Ausreisser ist bedingt durch Schlafmangel, Alkoholgenuss oder andere die Körpertemperatur beeinflussende Faktoren. Er ist definiert als ein einzelner Messwert, welcher seine unmittelbaren Nachbarn um 0,2 °C oder mehr überschreitet (=Spike). Ein solcher Einzelwert hat keinen Einfluss auf die Coverline, wenn die Kurve ansonsten eine eindeutige Charakteristik aufweist.

Abbildung 5
Abbildung 5

6. Anovulation

Ein ausbleibender Eisprung führt dazu, dass sich kein Gelbkörper entwickeln kann, was sich in der Temperaturkurve wiederum in einem fehlenden Temperaturanstieg niederschlägt. Eine solche Kurve wird als „monophasisch“ bezeichnet, im Gegensatz zu den biphasischen Kurven der Abb. 1-5.

Abbildung 6
Abbildung 6

7. Wann findet der Eisprung statt?

  • 4 Tage vor T-Anstieg: 2 %
  • 3 Tage vor T-Anstieg: 2 %
  • 2 Tage vor T-Anstieg: 21 %
  • 1 Tag vor T-Anstieg: 30 %
  • Tag der ersten höheren Messung: 30 %
  • Tag der zweiten höheren Messung: 15 %

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