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Schleimhaut

Autor: E. Breitbach (Erstellt am 06.11.2004 | zuletzt geändert am 18.03.2006)

Allgemeines

Die Einnistung des Embryos ist ein äußerst komplexer Vorgang, dessen Ablauf nur zum Teil bekannt ist. Eine optimale Aufnahmebereitschaft der Gebärmutterschleimhaut ist Voraussetzung für diesen Prozess. Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass die Schleimhaut bei der Ultraschalluntersuchung mindestens 7mm hoch sein muss, damit ein Embryo sich einnisten kann. Es mag in Ausnahmefällen auch bei einer weniger hohen GMS zu einer Schwangerschaft kommen können. Ab einer Höhe von 9mm soll es dann keine weitere Verbesserung der Einnistung mehr geben. Zuviel kann auch schlecht sein: Bei einer Höhe von mehr als 15mm kann ein Schleimhautpolyp dahinterstecken und die Einnistung sogar behindern.
shsono.jpgEine Studie aus dem Jahre 20058 konnte mithilfe von dreidimensionalem Ultraschall nachweisen, dass die Höhe der Schleimhaut weniger von Bedeutung ist als das Bild im Ultraschall. Sind drei Linien darstellbar wie auf dem Bild, dann sind die Voraussetzungen günstiger als bei einem homogenen Bild, in dem diese Linien nicht darstellbar sind. Auch wurde in dieser Studie darauf hingewiesen, dass nach dem Tag der hCG-Gabe die Höhe der Schleimhaut üblicherweise abnimmt. Ist die Schleimhaut am Tage der Punktion flacher als vor dem Auslösen des Eisprungs, dann ist ist dies den Ergebnissen der Studie zufolge sogar eher ein positives Zeichen.

Verbesserung der Höhe

Dennoch ist das Wachstum der Schleimhaut ein wichtiger Faktor für eine erfolgreiche IVF-Behandlung. Da das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut von den durch die heranreifenden Follikeln produzierten Östrogene verursacht wird, lässt sich sie sich durch die medikametöse Zufuhr von Östrogenen verbessern. Bei der Eizellspende (in Deutschland bekanntlich verboten!) wird bei den Empfängerinnen (die unter Umständen ja auch nach den Wechseljahren sein können und keine Eizellreifung mehr aufweisen) die Schleimhaut mit Östrogenen entsprechend überhaupt erst aufgebaut, um den Embryo aufnehmen zu können. Auch bei der Rückgabe eingefrorener Embryonen (Kryo-Zyklus) wird häufig dem Wachstum der Gebärmutterschleimhaut nachgeholfen.

Studien zur Verbesserung des Schleimhautaufbaus

Es besteht die Auffassung, dass ein dünnes Endometrium zur Zeit der HCG-Gabe mit einer geringeren Schwangerschaftswahrscheinlichkeit korreliere als ein normal dickes Endometrium. Eine umfangreiche prospektive Studie kann diese Auffassung nicht bestätigen. Vergleichbare Schwangerschaftsraten wurden über eine Endometriumsdicke von 7 bis 11 mm beobachtet. Da diese Ergebnisse1 auf einer sehr großen Anzahl von Untersuchungen beruhen, wird der Aussagekraft vorausgegangener Untersuchungen mit geringerem Zahlenmaterial2, die z. T. zu divergierenden Ergebnissen kommen, relativiert.

So bestand in einer anderen Studie eine Abhängigkeit der Schwangerschaftsrate von der Endometriumsdicke bei einer IVF-, aber nicht bei einer IVF-ICSI-Behandlung3. Eine Erklärung dafür gibt es nicht. Darüber hinaus gibt es Untersuchungen zur Durchblutung des Endometriums vor und unter Stimulationsbehandlung und der Bedeutung dieses Parameters für die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit. Dort fand man Zusammenhänge, die vermuten lassen, dass eine verbesserte Durchblutung die Einnistung begünstigen kann4. Unter der Vorstellung, dass eine nicht ausreichende Endometriumsdicke auf einer Minderdurchblutung beruhe, wurden zwei therapeutische Strategien eingeschlagen: Die Gabe niedrig dosierten Aspirins und die intravaginale Applikation von Sildenafil (Viagra). In der Viagra-Studie wurden zunächst nur über Ergebnisse von vier Untersuchungsfällen berichtet5. Eine neuere Studie zu diesem Thema zeigte mit einer größeren Zahl von Patientinnen, eine signifkante Verbesserung der Schleimhauthöhe und der Schwangerschaftsrate6.

Verschiedentlich wurde über Himbeerblätter- und Frauenmanteltee zum Aufbau der Gebärmutterschleimhaut berichtet. Es gibt dazu vielfältige Meinungen, die Wirksamkeit ist natürlich auch hier nicht sicher erwiesen. Im Kinderwunsch-Forum ist jedoch folgende Vorgehensweise die üblicherweise empfohlene: Bis zur Punktion/Insemination/Eisprung Himbeerblättertee und danach Frauenmanteltee. 2-3 Tassen täglich von jedem.

Bei IVF: Transfer erst später nach Kryokonservierung
Wenn im Rahmen einer IVF-Behandlungeine flache Schleimhaut festgestellt und durch zusätzliche Östrogengaben keine Verbesserung zu erzielen ist, dann ist ein Transfer möglicherweise nicht sinnvoll. Eine Untersuchung aus dem Jahre 20066 zeigte, dass die Chancen in solchen Fällen möglicherweise besser sind, wenn man den Transfer nicht durchführt und die Eizellen einfriert. Diese werden dann später nach einer entsprechenden Vorbereitung der Schleimhaut mit Östrogenen in die Gebärmutter übertragen. Der Vorteil ist dabei, dass man die Vorbehandlung mit Hormonen so lange hinziehen kann, wie die Schleimhaut zum Ausfbau einer ausreichenden Höhe benötigt.

Literatur


1: De Geyterc, Schmitter M, De Geyter M, Nieschlag E, Holzgreve W, Schneider HPG
Prospective evaluation of the ultrasound appearance of the endometrium in a cohort of 1,186 infertile women.
Fertil Steril. 73: 106-113

2: Weissman A, Golieb L, Caspar RF (1999)
The detrimental effect of increased endometrial thickness on implantation and pregnancy rates and outcome in a in vitro fertilization program.
Fert. Steril. 71: 147-149

3: Rinaldi L, Lisi F, Floccari A, Lisi R, Pepe G, Fishel S (1996)
Endometrial thickness as a predictor of pregnancy after in-vitro fertilization but not after intracytoplasmatic sperm injection.
Hum Reprod 11: 1538-1541

4: Yuval Y, Lipitz S, Dor J, Achiron R (2000)
The relationship between endometrial thickness, and blood flow and pregnancy rates in in-vitro fertilization.
Hum Reprod. 14: 1067-1071


5: Sher G, Fish JD (2000)
Vaginal sildenafil (Viagra): a preliminary report on a novel method to improve uterine artery blood flow and endometrial development in patients undergoing IVF

6: Effect of vaginal sildenafil on the outcome of in vitro fertilization (IVF) after multiple IVF failures attributed to poor endometrial development
Fertility Sterility Volume 78, Issue 5 November 2002, 1073-1076

7: Wada I, Hsu CC, Williams G, Macnamee MC, Brinsden PR (1994)
The benefits of low-dose aspirin therapy in women with impaired uterine perfusion during assisted conception.
Hum. Reprod. 9:1954-1957

8: Jarvela IY, Sladkevicius P, Kelly S, Ojha K, Campbell S, Nargund G.
Evaluation of endometrial receptivity during in-vitro fertilization using three-dimensional power Doppler ultrasound.
Ultrasound Obstet Gynecol. 2005 Nov 4

9: Chen MJ, Yang JH, Peng FH, Chen SU, Ho HN, Yang YS
Extended estrogen administration for women with thin endometrium in frozen-thawed in-vitro fertilization programs.
J Assist Reprod Genet. 2006 Sep

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5 Antworten auf “Schleimhaut”

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Kommentare unserer Besucher zum Artikel

  1. Susanne schreibt:

    Tolle Website, gefällt mir gut.

    Folgende Frage zum Zeitrahmen der Anwendung des Frauenmanteltees: Sie schreiben: “ab dem Eisprung aber nicht während der Schwangerschaft.” Heisst das, dass man den Tee sozusagen bis zum positiven Schwangerschaftstest trinken kann?

    Vielen Dank für Ihren Rat!

    Susanne

  2. E. Breitbach schreibt:

    So ist es gemeint, ja

  3. Nur schreibt:

    hallo, mein schleimhaut wär zwar nicht gut aber auch nicht schlecht. ist eine Befruchtung trotzdem möglich? Neme zum 2. mal Clomhexal. vielen dank

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