Diagnostik der Hypophyse


In dem entsprechenden Kapitel über die Grundlagen der Funktion der Hirnanhangsdrüse wurde bereits erwähnt, dass meist eine Störung der Hormonsekretion des Zwischenhirns (Hypothalamus), welches die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) mit Hilfe des „Gonadotropin-Releasing-Hormones“ (GnRH) stimuliert, Grund für einen Funktionsausfall der Hirnanhangsdrüse ist.

Eine direkte Schädigung der Hypophyse kann jedoch auch vorliegen. Unabhängig davon, ob eine unkoordinierte GnRH-Sekretion oder eine Schädigung der Hirnanhangsdrüse die Ursache für den Funktionsausfall ist, die hormonellen Symptome sind identisch. Man findet extrem erniedrigte Werte für das follikelstimulierende und das eisprungauslösende Hormon (LH und FSH, also die Hypophysenhormone). Da die Eierstöcke nicht mehr stimuliert werden, sind die Östrogenwerte ebenfalls stark vermindert.

Der GnRH-Test-Funktionstest

Zur Therapie ist es nun wichtig, herauszufinden, auf welcher Ebene die Störung liegt. Ob also Hypothalamus oder Hypophyse betroffen sind. Dazu führt man einen sogenannten GnRH-Test durch: Hierbei wird zunächst Blut abgenommen und dann das Hormon des Zwischenhirns (auch LHRH genannt, gibt es als Medikament) in die Vene gespritzt. Eine halbe Stunde später wird erneut Blut abgenommen und LH und FSH, also die Hormone der Hirnanhangsdrüse gemessen. Wenn der Anstieg deutlich ist, dann ist davon auszugehen, dass die Hirnanhangsdrüse normal funktioniert und die Störung höher liegt, also im Bereich des Zwischenhirns. Wenn der Anstieg jedoch ausbleibt, dann ist dies ein Nachweis für eine Störung der Hirnanhangsdrüse. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Hirnanhangsdrüse gelegentlich trotz ausreichender Funktionsfähigkeit nicht mehr reagiert, wenn es lange Zeit keine Aktivierung durch das Zwischenhirn erfahren hat. Die Hypophyse ist dann also trotz Funktionsfähigkeit „aus der Übung“ und kann durch den kurzen Test nicht ausreichend angeregt werden.

Hirntumore sind eine sehr seltene Ursache der Hypophysenstörung

Direkte Schädigungen der Hirnanhangsdrüse aber auch des Zwischenhirns können durch Tumore und Durchblutungsstörungen bedingt sein. Im Zweifel sind daher bildgebende Verfahren angezeigt, wie in der Abbildung zu sehen. Da die Hirnanhangsdrüse auch andere hormonproduzierende Organe steuert (Schilddrüse, Nebenieren) und direkt Hormone ausschüttet (Wachstumshormon, Prolaktin), müssen auch diese kontrolliert werden, um weitere Störungen ausschließen zu können. Ein erhöhter Prolaktinspiegel kann auch die regelrechte Ausschüttung des GnRH negativ beeinflussen.

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Zuletzt bearbeitet am: 19. Sep 2010 @ 00:45

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